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Ja, hat denn Gott alles vergessen, was ich für ihn getan habe? Die Schlacht von Ramillies war eine der bedeutendsten Schlachten im Spanischen Erbfolgekrieg. Bei dieser Schlacht 1706 wurden die Franzosen durch englische und niederländische Truppen unter der Führung des Dukes von Marlborough geschlagen. Dieser Sieg führte zum Rückzug der Franzosen aus den Spanischen Niederlanden und zur Einnahme von Brügge, Antwerpen und Gent. Nach dieser Niederlage sagte König Ludwig XIV. diese vorwurfsvollen Worte auf Französisch: „Dieu a donc oublié tout ce que j’ai fait pour lui?“
Ja, ist denn heut’ schon (scho) Weihnachten? Dies ist ein Werbeslogan, mit dem der ehemalige Fußballspieler Franz Beckenbauer drei Jahre lang im deutschen Fernsehen Werbung für die Mobilfunkgesellschaft E-Plus machte.
Der Slogan ging sprichwörtlich für „große Überraschung“ in den allgemeinen Sprachgebrauch ein.
E-Plus ließ sich diesen Slogan schützen und per einstweiliger Verfügung Passagen eines Konkurrenz-Spots untersagen, in denen Beckenbauer später mit Anke Engelke und Dieter Bohlen Werbung für O2 machte. In diesem Spot fordert Bohlen Beckenbauer dazu auf, „Ja ist denn heut’ schon Weihnachten?“ zu sagen. Worauf Beckenbauer antwortet: „Ich würd ja gern, aber ich darf ja nicht.“
Ja, Prozesse müssen sein! „Ja, Prozesse müssen sein“ ist die Anfangszeile des Gedichtes „Der Prozeß“ von Christian Fürchtegott Gellert, in dem beschrieben wird, wie jemand, der allzu sehr auf seinem Recht beharrt, am Ende beinahe Haus und Hof verliert: „Ja, Prozesse müssen sein!Gesetzt, sie wären nicht auf Erden,Wie könnt alsdann das Mein und DeinBestimmet und entschieden werden?Das Streiten lehrt uns die Natur.Drum, Bruder, recht’ und streite nur.Du siehst, man will dich übertäuben;Doch gib nicht nach, setz alles auf,Und laß dem Handel seinen Lauf;Denn Recht muß doch Recht bleiben.“Zitiert nach kalliope.org
Mit diesem Zitat kommentiert man die Neigung bestimmter Personen, bei jeder Gelegenheit zu prozessieren. Prozesse müssen sein ist auch ein Titel in der Sammlung Schmerzenskinder von Waris Dirie.
Ja und Amen sagen Diese Redewendung hat oft die Erweiterung zu allem Ja und Amen sagen und bedeutet dann allem kritiklos zustimmen ohne eine eigene Meinung erkennen zu lassen.
Die Formulierung findet sich ganz am Ende der Offenbarung des Johannes, wo es in der deutschen Übersetzung heißt: „20 Es spricht, der solches bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, HERR Jesu! 21 Die Gnade unsers HERRN Jesu Christi sei mit euch allen! Amen.“Offenbarung des Johannes. 22.20. Zitiert nach
Zu dieser gibt es eine Anekdote um den früheren deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer, dem gegenüber sich bei Verhandlungen im Bundeskanzleramt ein bayerischer Verhandlungspartner empörte: „Mia san ned herkomma, Herr Bundeskanzler, dass mia einfach zu allem ja und amen sagen.“ Darauf antwortete Adenauer in seinem Kölschen Dialekt: „Dat is ja nu janich nötich, meine Herren, mir jenücht es schon, wenn Se ja sagen.“Zitiert nach (PDF; 257 kB)
Einer anderen Version zufolge hatten kirchliche Würdenträger eine Kontroverse mit Adenauer. Der Delegationsleiter meint: „Dazu können wir aber nicht ja sagen.“ Darauf erwidert Adenauer: „Meines Erachtens hat die Kirche weder ja noch nein zu sagen, sondern ausschließlich amen.“
Jädr nor einen wönzigen Schlock! Diese Aufforderung stammt aus dem Kultfilm Die Feuerzangenbowle, der an deutschen Universitäten äußerst populär ist und jährlich in der Weihnachtszeit zum Ereignis wird. In Göttingen nehmen 10.000 Personen an den Weihnachtspartys im Hörsaal teil. Sie bringen Glühwein mit und spielen die schönsten Filmszenen mit.Unispiegel von Spiegel Online
Das Zitat stammt aus der Szene, in der Lehrer Schnauz seinen Schülern im Chemieunterricht „einen wönzigen Schlock“ Heidelbeerwein aus dem Reagenzglas gibt. Der Schüler Pfeiffer (mit drei f) stachelt seine Mitschüler zu einem Streich auf. Nach dieser Kostprobe zeigen alle Schüler schlagartig die Symptome eines schweren Rausches und lallen herum: „Die Gärung des Allohols erzeugt Gärung, die sogenannte alloholische Gärung, daraus entsteht Heidelbeerfasel oder Heidelbeerfusel.“ Dann legen sie sich im Chemiesaal schlafen, weinen nach ihrer Mami und geraten so außer Rand und Band, dass der entsetzte Direktor sie alle nach Hause schickt.
Jagdszenen aus Niederbayern Jagdszenen aus Niederbayern ist der Titel eines Theaterstücks von Martin Sperr aus dem Jahr 1966, in dem ein homosexueller Außenseiter und die Gewalt im Dorfe Gegenstand sind.
Geschildert wird dumpfe Provinzialität und die Verfolgung eines homosexuellen Außenseiters, der fälschlicherweise eines Mordes verdächtigt wird. Sperr wollte nicht Einzelschicksale, sondern „die Jagd von Menschen auf Menschen und die Zusammenrottung zu solchem Vergnügen“ darstellen. Keine der handelnden Figuren stellt die Werte der dargestellten Dorfwelt in Frage, am wenigsten die Außenseiter.
Jägerlatein Das ist echtes Jägerlatein bedeutete bei Jägern, dass die Zahl und die Größe der erlegten Tiere übertrieben dargestellt wurde. Bismarck sagte dazu: „Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“
Ähnliches gilt bei den Übertreibungen im Anglerlatein oder in der Christlichen Seefahrt beim Seemannsgarn, das gesponnen wurde, anstelle des richtigen Garns aus altem Tauwerk.
Jahrmarkt der Eitelkeit mini|William Makepeace Thackeray: Vanity Fair
Jahrmarkt der Eitelkeit (englisch Vanity Fair, or, a Novel without a Hero) ist der Titel eines Gesellschaftsromans des englischen Schriftstellers William Makepeace Thackeray aus dem Jahre 1848.
Den Titel übernahm Thackeray aus dem Erbauungsbuch The Pilgrim’s Progress from This World to That Which Is to Come (dt. Pilgerreise zur seligen Ewigkeit) des Baptistenpredigers John Bunyan, das dieser bereits 1678 veröffentlicht hatte, als er wegen eines missachteten Predigtverbots inhaftiert war. (Erst in seinen letzten Lebensjahren genoss Bunyan als führender puritanischer Geistlicher Respekt statt Verfolgung.) Dort heißt es von einer Stadt auf dem Wege, dass ihr Name Vanity („Eitelkeit“) sei und dass es dort das Jahr hindurch einen „Jahrmarkt der Eitelkeit“ gebe. Die Reise der Hauptfigur Christian führt ihn des Weiteren über Orte mit symbolischen Namen wie „Tal des Todesschattens“, „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ und „Heitere Berge“.
Thackerays Augenmerk in seinem Roman bleibt stets auf die satirische Durchleuchtung typischer Gesellschaftsmechanismen und das Spiel der Figuren um Geld, Prestige, Vergnügen und Liebe gerichtet. Der Romantitel wird meist in der Form „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ zitiert, um die Selbstbezüglichkeit und mangelnde Sachorientiertheit politischer und kultureller Systeme anzuprangern: „Bildungspolitik und Föderalismus – Jahrmarkt der Eitelkeiten“ „Berliner Republik – Jahrmarkt der Eitelkeiten“ „Berlinale-Auftakt: Jahrmarkt und Eitelkeiten“
Jaja! Das kommt von das! mini|„Jaja! Das kommt von das!!“ Die scherzhaft bewusst grammatikalisch falsch formulierte triumphierende Feststellung stammt aus einer Bildergeschichte von Wilhelm Busch mit dem Titel „Diogenes und die bösen Buben von Korinth“.
In dieser Geschichte wollen zwei „böse Buben“ dem Philosophen Diogenes von Sinope in seiner Tonne ärgern, doch bleiben sie an einem Nagel hängen und werden von der Tonne platt gewalzt.
Am Ende heißt es schadenfroh: „Diogenes der Weise aber kroch ins FassUnd sprach: ‚Jaja! Das kommt von das!!‘“
Je mehr er hat, je mehr er will. Dieses Zitat stammt aus dem Gedicht Begegnung von Johann Martin Miller, das bekannt wurde durch die Vertonung von Christian Gottlob Neefe, einem Lehrer Beethovens. Es heißt dort in der zweiten Strophe „So mancher schwimmt im Überfluß,Hat Haus und Hof und GeldUnd ist doch immer voll VerdrußUnd freut sich nicht der Welt.Je mehr er hat, je mehr er will,Nie schweigen seine Klagen still.“Zitiert nach ingeb.org
Der Theologe Eberhard Busch sagt in seiner Reflexion zum 7. Gebot (Du sollst nicht stehlen.) „Auch wenn man längst genug hat, ja, gerade dann regt sich in uns offenbar besonders kräftig der Trieb, von dem das Lied sagt: ‚Je mehr er hat, je mehr er will.‘“predigten.uni-goettingen.de
Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, desto besser wird sie bezahlt. Diese Erkenntnis stammt aus Mark Twains satirischem Science-Fiction-Roman Ein Yankee am Hofe des Königs Artus: „The higher the pay in enjoyment the worker gets out of it, the higher shall be his pay in cash, also.“Mark Twain: A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court. 28. Kapitel
Jedem das Seine
mini|Tor des KZ Buchenwald „Jedem das Seine“ (Suum cuique) ist als Ausspruch des älteren Cato überliefert. Danach soll dieser gesagt haben: „Suum cuique per me uti atque frui licet.“ („Soweit es an mir liegt, soll jeder das Seine nutzen und genießen dürfen.“) Der Gedanke geht auf Platons Politeia zurück. „Suum cuique tribuere“ (Jedem das Seine zuteilen) ist auch eine Rechtsregel Ulpians.
„Jedem das Seine“ ist eine klassische Definition der Gerechtigkeit. Sie ist heute das Motto der Feldjägertruppe der Deutschen Bundeswehr und war die Ordensdevise des von Friedrich I. gestifteten Schwarzen Adlerordens.
Am bekanntesten ist heute der pervertierte Gebrauch im nationalsozialistischen Konzentrationslager Buchenwald. Dort ist die deutsche Übersetzung „Jedem das Seine“ von innen als Motto am Eingangstor zu lesen.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Diese Redensart geht zurück auf den Titel einer humoristischen Gedichtsammlung des sächsischen Dialektdichters Edwin Bormann, die von Adolf Oberländer illustriert wurde und deren Titel lautete: Ein jedes Tierchen hat sein Pläsierchen. Zoologischer Liedergarten. Bekannt wurde Oberländer vor allem durch seine satirischen Darstellungen menschlichen Verhaltens, die oft als anthropomorphisiserende Tierzeichnungen ausgeführt waren.
Das bedeutet, dass jeder Mensch so seine Marotten hat. Pläsier (hier in der Verkleinerungsform Pläsierchen) leitet sich ab vom französischen Wort plaisir (= Vergnügen).
Mit den Worten „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ ist aber auch ein Artikel über das Liebesleben der Meeresbewohner überschrieben und ein Lied von Thomas Lück, dessen Refrain folgendermaßen lautet: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen,und wenn’s keinen andern stört,dann mein Lieber,Schwamm darüber,denn Toleranz ist nie verkehrt.“Zitiert nach
Es gibt aber auch Abwandlungen: „Jedem Virchen sein Pläsierchen“ „Jedem Dierche sin Pläsierche“ „Na ja jedem sein Pläsierchen.“
Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt. mini|Bildmosaik der Mondrückseite Der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain schrieb in Following the Equator, chapter LXVI. „Every one is a moon, and has a dark side which he never shows to anybody.“Mark Twain: Following the Equator, Kapitel LXVI Mark Twain baut hier auf der astronomischen Erkenntnis auf, dass von der Erde aus – durch die gebundene Rotation – immer nur eine Seite des Mondes sichtbar ist. Umgekehrt sähe ein stationärer Beobachter auf dem Mond die Erde immer an derselben Stelle. Die Erde geht außerhalb der Librationszonen auf dem Mond niemals „auf“ oder „unter“. Ein Beobachter auf der Mondrückseite wiederum könnte die Erde niemals sehen.
Jeder ist sich selbst der Nächste. Diese sprichwörtliche Redensart stammt aus dem Theaterstück Andria (IV, 1) des römischen Komödiendichters Terenz, wo es im lateinischen Original heißt: „Proximus sum egomet mihi.“ „Ich bin mir selbst der Nächste.“
In einem Artikel über jüdisches Recht heißt es zu dieser Redensart: „Dieser Satz wird von den Menschen mit unterschiedlicher Bewertung gesagt. Der eine meint ihn spöttisch, der andere verständnisvoll, ein anderer sogar zynisch. Der eine meint damit sich selbst, der andere bezieht sich auf andere Menschen. Wie man auch immer zu diesem Spruch steht, eines ist unbestritten – es ist die menschliche Erfahrung, die in diesen Worten steckt.“