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Gäbe es Gott nicht, so müsste man ihn erfinden. Dieses Zitat stammt aus der Epistel an den Verfasser des Buches von den drei Betrügern des französischen Philosophen Voltaire und lautet im Original:

Erna Friedlaender schrieb in der Wochenzeitung Die Zeit zu diesem Zitat:Erna Friedlaender: Der neue Klassenkampf. In: Die Zeit, Nr. 38/1948, S. 1.

Der britische Zoologe Richard Dawkins meinte in einem Interview zum gleichen Thema:Richard Dawkins in Der Stern auf stern.de

Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht. Dies ist ein Lied aus der Operette Die Csárdásfürstin des ungarischen Komponisten Emmerich Kálmán, deren Libretto von Leo Stein und Béla Jenbach stammt: Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht Ganz ohne Sonne blüht die Rose nicht! Drum will ich nichts verschwören, Will, Mädels, euch gehören! – Schuft, wer sein Wort jetzt noch bricht!Zitiert nach naxos.com

Gast auf Erden Die biblische Erkenntnis nur „Gast auf Erden“ und damit sterblich zu sein, geht auf Psalm 119 Vers 19 () zurück, in dem es heißt:

Der Dichter und Pfarrer Paul Gerhardt nahm diese Worte als Anfang eines Kirchenliedes: Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand, Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Auch Goethe griff dieses Bild in seinem Gedicht Selige Sehnsucht auf: Und solang du das nicht hast Dieses: Stirb und werde! Bist du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde. Georg Thurmair dichtete 1935: Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.

Gazetten dürfen nicht genieret werden. Mit diesen Worten – dass Zeitungen in ihrer Berichterstattung nicht beeinträchtigt werden sollten – endet, was Kabinettsminister Heinrich Graf von Podewils auf Befehl König Friedrichs II. von Preußen einem Ministerkollegen mit Schreiben vom 5. Juni 1740 ausrichtete:Geheimes Staatsarchiv / Preuß. Kulturbesitz, Rep. 9, F 2 a I, Fasz 3., hier zitiert nach

Geben ist seliger denn Nehmen. Dieser Spruch geht auf die Apostelgeschichte () zurück, wo Paulus von Tarsus ihn als Jesu Wort an die Ältesten der Gemeinde von Ephesus weitergibt:

Dieses Bibelzitat wird häufig zitiert und umgeformt: Papst Johannes XXIII. „Gebt, und es wird euch gegeben werden. Wer großherzig ist, wird immer Segen empfangen.“ Mutter Teresa „Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du. Und: Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.“

Scherzhaft gilt das Bibelzitat als Wahlspruch der Boxer.

Geben Sie Gedankenfreiheit! Das Zitat „Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire!“ stammt aus Schillers Drama Don Carlos, wo der Malteserritter Marquis von Posa die Forderung nach Gedankenfreiheit gegenüber dem spanischen König Philipp II. ausspricht:Don Carlos. III,10 Ein Federzug von dieser Hand, und neu Erschaffen wird die Erde. Geben Sie Gedankenfreiheit.

In dem Vier-Augen-Gespräch zwischen dem Marquis von Posa und König Philipp sind wohl Schillers eigene Überzeugungen zu einigen politischen Fragen enthalten. Der König schöpft sofort Verdacht, der Marquis sei ein „Protestant“, was dieser aber zurückweist. Er sei ein „Bürger derer, welche kommen werden“, also eigentlich eine Gestalt des späten 18. Jahrhunderts, Schillers Gegenwart. Mit der Demokratie oder einer bürgerlichen Revolution habe er nichts im Sinn. Er träumt von einer Zeit, in der „Bürgerglück […] dann versöhnt mit Fürstengröße wandeln“ werde. „Von Millionen Königen ein König“ solle Philipp werden. Dazu müsse er nur seinen Untertanen „Gedankenfreiheit“ geben.

Als dieses Stück während der Zeit des „Dritten Reichs“ 1937 im Berliner Deutschen Theater gespielt wurde und der Schauspieler Ewald Balser als Marquis Posa auf die Knie fiel und rief: „Geben Sie Gedankenfreiheit!“, erntete er riesigen Beifall, der vier oder fünf Minuten lang anhielt. Dies wurde von vielen als Demonstration gegen das Dritte Reich betrachtet. Aber Joseph Goebbels und der oberste Theaterpolitiker Rainer Schlösser fragten:Festvortrag von Marcel Reich-Ranicki FU Berlin

Das Stück wurde daraufhin noch 39 Mal in Berlin aufgeführt und nicht, wie oft kolportiert wurde, gleich vom Spielplan abgesetzt.

Gedanken sind zollfrei. Das bereits von Martin Luther in seiner Schrift Von weltlicher Obrigkeit aufgeführte Sprichwort geht auf den römischen Juristen Domitius Ulpianus zurück, in dessen Digesten des Corpus Juris Civilis es heißt:Domitius Ulpianus: Digesten des Corpus Juris Civilis XLVIII, 19,18

Im Römischen Recht selbst (und auch für die Juristen des Mittelalters, die sich mit der Ulpian-Stelle befassten) bestand allerdings keine Verbindung mit der Idee einer Gedankenfreiheit: Die Funktion dieses Fragments aus den Digesten beschränkte sich auf die strafrechtliche Versuchslehre und gab insbesondere Anlass, zwischen cogitare (Denken), agere (Handeln) und perficere (Vollenden) zu differenzieren.

Gefahr im Verzuge Diese Wendung stammt aus den Schriften des römischen Historikers Titus Livius, der in seiner Römischen Geschichte zum Verhalten in einer Schlacht schreibt:Livius, 38.25.13

Gefahr im Verzug (GiV) ist ein Begriff aus dem Verfahrensrecht. In der deutschen Systematik der verfahrensrechtlichen Zuständigkeit stellt sie einen Unterfall der Eilzuständigkeit dar. Sie liegt vor, wenn ein Zuwarten auf die Entscheidung der zuständigen Behörde oder des zuständigen Gerichts in Anbetracht der Dringlichkeit einer Sachlage nicht oder nicht rechtzeitig möglich ist.

Mit der Formel Periculum in mora – dépèchez-vous! („Gefahr bei Zögern! Beeilen Sie sich!“) alarmierte am 18. September 1862 Albrecht von Roon in einem berühmt gewordenen Telegramm den preußischen Botschafter in Frankreich, Otto von Bismarck, schleunigst aus Paris nach Berlin zurückzukehren. Dieser folgte sofort und wurde preußischer Ministerpräsident – der Beginn seiner Karriere als Staatslenker.

Gefährlich ist’s den Leu zu wecken. Friedrich Schiller thematisiert in seinem Lied von der Glocke die Französische Revolution von 1789 und kritisiert die unmenschlichen jakobinischen Exzesse, Gefährlich ists den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn, Jedoch der schrecklichste der Schrecken Das ist der Mensch in seinem Wahn. „Leu“ ist ein altes Wort für Löwe. In der Süddeutschen Zeitung hieß es unter der Überschrift Auf diese Phrasen können Sie bauen:sueddeutsche.de

Schillers bekannter Satz wird oft parodiert wie zum Beispiel folgendermaßen:

Oder:

Gefallener Engel mini|Gustave Dorés Darstellung des Engelssturzes

In der Offenbarung des Johannes (12,7–9) wird der Sturz der Engel, die sich gegen Gott erhoben hatten, geschildert. Auf diese Bibelstelle und eine Stelle im Evangelium nach Lukas (10,18) („Ich sah wohl den Satanas vom Himmel fallen“) geht die Vorstellung vom Teufel als „gefallenem Engel“ zurück.

Der Höllensturz, auch Engel(s)sturz genannt, ist ein zentrales Motiv sowohl der christlichen als auch der jüdischen und islamischen Eschatologie sowie der christlich-abendländischen Kunst. In allen drei großen monotheistischen Weltreligionen ist die Vorstellung eines abtrünnigen Engels verbreitet. Der Engel wird für seine Auflehnung mit der Vertreibung aus dem Himmel durch Gott und seine übrigen Engel bestraft.

Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos. So zitierte Bundespräsident Johannes Rau in seiner Rede beim 52. Hochschulverbandstag in Koblenz am 8. April 2002bundespraesident.de den Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud. Allerdings hatte dieser sich in seinem Brief an Marie Bonaparte vom 10. Mai 1926 ein wenig anders ausgedrückt: „wenn mich jemand beschimpft, kann ich mich verteidigen; wenn mich aber jemand lobt, bin ich wehrlos.“; siehe auch https://www.freud-museum.at/de/zitate

Gegen Demokraten helfen nur Soldaten! „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“ sind die Schlussworte des Spottgedichts Die fünfte Zunft aus dem Revolutionsjahr 1848, das vollständig in dem Artikel über seinen Autor Wilhelm von Merckel wiedergegeben ist.

Gegen Windmühlen kämpfen mini|Gustave Doré: Don Quijote reitet gegen Windmühlen Im Roman Don Quijote von Miguel de Cervantes glaubt der Romanheld in Windmühlen lebende Feinde zu erkennen, reitet gegen diese an und fällt von einem Windmühlenflügel getroffen vom Pferd. Sinnbildlich stellt die Windmühle einen übermächtigen, unbezwingbaren Gegner dar, wider den zu kämpfen nur Verluste einbringt. Alternativ kann die Windmühle einen unveränderlichen Zustand oder abstrakt höhere Gewalt bedeuten, gegen die sich ebenfalls keine Form von Widerstand lohnt. Im Kampf gegen Windmühlen liegt eine Besessenheit, die keinen Gedanken hinsichtlich eines möglichen Scheiterns zulässt, genauso wenig stellt sich die Sinnfrage bei diesem völlig aussichtslosen Unterfangen.

Geh aus mein Herz und suche Freud! mini|hochkant=0.5|Melodie und dreistimmiger Satz im Sonntagschulbuch für Evangelisch-Lutherische Gemeinden, Philadelphia 1876 Dies ist der Anfang des bald zum Volkslied gewordenen Sommergesangs des evangelischen Theologen und Kirchenlieddichters Paul Gerhardt:Zitiert nach volksliederarchiv.de Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser schönen Sommerzeit An deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. In diesem Lied schildert Gerhardt das sommerlich blühende Land; Regentage und Sonnenschein, Erdenleid und Erdenglück. Er singt das Lob der Hausfrau; er tritt aber auch zu den Eltern am Grabe ihres Kindes oder lässt das verstorbene Kind zu seinen Eltern sprechen.

Das Lied blieb auf den evangelischen Bereich beschränkt – obwohl es hierfür keinen theologischen Grund gibt. Freilich wird es mittlerweile auch von Katholiken gesungen, besonders bei Trauungen, die im Sommer stattfinden.

Geh hin, wo der Pfeffer wächst Mit dieser Redewendung wünscht man einen unangenehmen Zeitgenossen an einen möglichst weit entfernten Ort. Sie entstand zu Zeiten, als der Seeweg nach Indien entdeckt wurde und ein reicher Handel mit Gewürzen, insbesondere Pfeffer, entstand.

Geh mir aus der Sonne! „Geh [er] mir aus der Sonne“ ist ein Diogenes von Sinope zugeschriebener Ausspruch gegenüber Alexander dem Großen. Alexander, gerade zum obersten Feldherrn gewählt, suchte Diogenes auf und fragte, ob er etwas für ihn tun könne.

antwortete der Weise. Von dieser Bedürfnislosigkeit tief beeindruckt, bemerkte Alexander anschließend zu seinen Begleitern:Plutarch, Parallelbiographien, Alexander, Absatz 14; zitiert nach Βίοι Παράλληλοι: Αλέξανδρος, mikrosapoplous.gr Übersichtsseite mikrosapoplous.gr abgerufen am 30. Oktober 2009. Deutsch von Eduard Eyth Stuttgart 1854, S. 20 f. https://archive.org/details/bub_gb_rMUBAAAAMAAJ/page/n25/mode/1up Deutsch von Johann Christoph Kind 1752, S. 294 f., https://archive.org/details/bub_gb_cmQ-AAAAcAAJ/page/n297/mode/1up

Gehabte Schmerzen, die hab ich gern. mini|hochkant=0.5|„Gehabte SchmerzenDie hab ich gern.“

Dieses Zitat stammt aus der Bildergeschichte Abenteuer eines Junggesellen von Wilhelm Busch und wird oft im Zusammenhang mit Schmerzbekämpfung zitiert. Im ersten Teil der Knopp-Trilogie sagt Knopps alter Freund Sauerbrot, dessen Frau gerade gestorben ist und aufgebahrt im Nebenzimmer liegt:Zitiert nach zeno.org „Heißa!!“ rufet Sauerbrot – „Heißa! Meine Frau ist tot!! Hier in diesem Seitenzimmer Ruhet sie bei Kerzenschimmer. Heute stört sie uns nicht mehr, Also, Alter setz dich her, Nimm das Glas und stoße an, Werde niemals Ehemann, Denn als solcher, kann man sagen, Muß man viel Verdruß ertragen.“ Weiter heißt es: Es schwellen die Herzen, Es blinkt der Stern. Gehabte Schmerzen Die hab ich gern. Doch bald darauf zeigt sich seine Frau wieder als Lebende und Sauerbrot selbst fällt tot um.(Starr vor Schreck fällt Sauerbrod, und nun ist er selber tot …)

Gehe nie zu deinem Ferscht, wenn du nicht gerufen werscht. Dieser Vers stand 1898 in einem Supplement zum Berliner Tageblatt, dem Illustrierten Wochenblatt für Humor und Satire:

Der Satz wird auch heute noch als Mahnung zitiert, die Nähe des Vorgesetzten lieber zu meiden.

Geh’n Sie mit der Konjunktur!