__TOC__ Fähnlein der sieben Aufrechten Das Fähnlein der sieben Aufrechten ist eine Erzählung aus den Züricher Novellen des Dichters Gottfried Keller. Die Geschichte handelt von sieben alten redlichen Handwerksmeistern, die eine Gesellschaft gegründet haben, um ihre Grundsätze pflegen zu können. Die sieben Aufrechten sind republikanisch gesinnte Handwerksmeister, die der Hass auf Aristokratie und Pfaffen vereint und die sich zweimal in der Woche im Wirtshaus zum Politisieren treffen: Die sieben Aufrechten beschließen, im kommenden Sommer als fähnleintragende Gruppe beim eidgenössischen Freischießen des Jahres 1849 einzumarschieren. Das Schützenfest naht, die Fahne und der Pokal sind fertig, aber keiner traut sich, die Rede zu halten. Nach einigen Verwirrungen nimmt aber alles ein glückliches Ende.

Der Titel der Erzählung wird häufig zitiert zur Kennzeichnung einer kleineren Gruppe von Personen, die im Gegensatz zu anderen bei etwas lange durchgehalten hat.

Fahrstuhl zum Schafott Fahrstuhl zum Schafott (französisch: „Ascenseur pour l’échafaud“) ist ein französischer Kriminalfilm von Louis Malle aus dem Jahr 1958.

Der ehemalige Offizier Julien Tavernier dringt mit Hilfe eines Wurfankers und eines Seils in das Büro seines Chefs ein und tötet ihn kaltblütig. Dann arrangiert er die Tat als Selbstmord. Als er mit dem Auto wegfahren will, entdeckt er, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist, denn an der Fassade des Firmengebäudes baumelt noch das Seil. Er eilt in das Gebäude zurück und fährt mit dem Aufzug nach oben. In diesem Augenblick schaltet der Hausmeister aber den Strom ab und schließt das Gebäude von außen. Tavernier steckt fest.

Fakten, Fakten, Fakten. mini|Bus mit dem Slogan auf der Frontseite Dieser Spruch, mit dem der Chefredakteur Helmut Markwort für sein Nachrichtenmagazin Focus warb, stammt ursprünglich vom US-amerikanischen Filmproduzenten Samuel Goldwyn, der im Zusammenhang mit Werbung sagte: „That is the kind of ad I like. Facts, facts, facts.“Arthur Marx: Goldwyn. A Biography of the Man Behind the Myth. 1976, Kapitel 16 „Das ist die Art von Werbung, die ich mag. Fakten, Fakten, Fakten.“

Die Mitarbeiteranweisung Markworts in den Werbespots mit Bildern aus Focus-Redaktionssitzungen ist einer der bekanntesten Slogans in Deutschland. Dennoch wurde er 2008 durch den Spruch „Fakten für Ihre Zukunft“ abgelöst. Damit soll das Konzept unterstrichen werden, dass Focus seinen Lesern wichtige Hintergrundinformationen mit Nutzwert für die unmittelbare Zukunft biete.

Die Aussage Markworts „Fakten, Fakten, Fakten. Und an den Leser denken!“ wurde auch parodiert zu „Fakten, Fakten, Fakten. Und an die Auflage denken!“ Mit Betonung von Fakten statt Meinung soll ausgedrückt werden, dass der Focus seine Leser neutraler und sachlicher informiere als Der Spiegel.

Falsche Brüder Der Apostel Paulus zählt unter den vielen Gefahren, die ihm auf seinen Missionsreisen begegneten, an letzter Stelle die falschen Brüder auf: „ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch die Flüsse, in Gefahr durch die Mörder, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern;“ Unter einem Falschen Bruder versteht man heute in der Sprachwissenschaft – in Analogie zu dem ähnlichlautenden Falschen Freund, der sich auf Fremdsprachen bezieht – ein Paronym: ein verwechselbares Wort innerhalb einer Sprache und ihrer Dialekte: der Doktor, der keinesfalls Arzt sein muss

Immer wieder wird Österreich mit Australien verwechselt, so auch vom US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der sich beim australischen Premierminister John Howard für die Durchführung des OPEC-Gipfels, der in Österreich stattfindet, bedankte: „Thank you for being such a fine host for the Opec summit“

Diese Verwechslung kommt daher, dass sich im Englischen – und in zahlreichen anderen Sprachen – die Wörter Austria und Australia sehr ähneln. Selbst im Japanischen und Chinesischen ähneln sich die beiden Länderbezeichnungen: オーストリア ōsutoria – オーストラリア ōsutoraria 奥地利 aodili – 澳大利亚 aodaliya

Es wird von fehlgeleiteten Postsendungen erzählt, die mit großer Verspätung ankommen mit dem Vermerk „Wien not known in Australia“. Die Souvenir-Industrie macht sich das zunutze und druckt T-Shirts mit der Aufschrift „No Kangaroos in Austria“.https://www.sagen.at/texte/gegenwart/oesterreich/allgemein/oesterreich.html

Falscher Prophet Im Neuen Testament wird an mehreren Stellen vor den „falschen Propheten“ der Endzeit gewarnt (z. B. im Evangelium nach Markus): „Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, dass sie auch die Auserwählten verführen, so es möglich wäre. Ihr aber sehet euch vor!“Evangelium nach Markus, 13,22 f. Schon das Alte Testament spricht vom Auftreten falscher Propheten, deren Auftrag nicht von Gott stammt, die aber große Anhängerschaft gewinnen können. Nach Moses im Deuteronomium 18,22 kann man einen falschen Propheten daran erkennen, dass das, was er weissagt, nicht eintritt.

Als häufiges Merkmal falscher Propheten wird auch fehlende Bescheidenheit angesehen, denn fast alle biblischen Propheten haben sich zunächst als für die Aufgabe ungeeignet bezeichnet.

Verschiedene Mythen sehen das Auftreten falscher Propheten in Zusammenhang mit dem Weltuntergang. Die Geschichte kennt sie aus Zeiten untergehender Kulturen.

Federloser Zweibeiner Der Philosoph Platon hatte den Menschen als ein „zweibeiniges Lebewesen ohne Federn“ ( – zōon dipoun apteron) definiert, denn er gehöre zum Tierreich, gehe auf zwei Beinen, besitze aber weder Fell noch Federn. Durch diese Definition fühlte sich der Kyniker Diogenes zu einem Scherz provoziert. Er rupfte ein Huhn und stellte es Platons Schülern mit folgenden Worten als Mensch vor: „Das ist der Mensch Platons!“ Daraufhin erweiterte Platon die Definition um „breite Krallen“ (Zehennägel), weil die Vögel nichts Derartiges haben.

Feind hört mit. mini|Schild „Vorsicht bei Gesprächen! Feind hört mit!“ „Feind hört mit“ war ein Propagandaspruch, der seit etwa 1938 bis Ende des Zweiten Weltkrieges von den Nationalsozialisten gebraucht wurde. Er schuf eine latente Bedrohungssituation.

Es gab außerdem eine Propagandaposter-Reihe mit dem „Feind-hört-mit“-Slogan. Darauf war jeweils eine kleine Personengruppe zu sehen und im Hintergrund ein schräger schwarzer Schatten, der sie abhört. Es gab auch zahlreiche Schilder an öffentlichen Fernsprechern „Vorsicht bei Gesprächen! Feind hört mit!“

Felix Austria Der Ausdruck Felix Austria wird heute verwendet, um auszudrücken, dass Österreicher ein Talent zum Glücklichsein haben. Er findet sich erstmals auf Siegeln Herzog Rudolfs IV. 1363/64.Franz Kürschner: Die Urkunden Herzog Rudolfs IV. von Österreich (1358–1365). Ein Beitrag zur speciellen Diplomatik. In: Archiv für österreichische Geschichte. Bd. 49, 1872, S. 1–88, hier S. 30 f. Die Wendung findet sich wieder in einem seit der Barockzeit bezeugten Distichon zur Heiratspolitik der Habsburger (zu Vorlagen und Verwendung siehe dort): „Bella gerant alii, tu felix Austria nube.Nam quae Mars aliis, dat tibi diva Venus.“ „Kriege führen mögen andere, du glückliches Österreich heirate.Denn was Mars den anderen, gibt dir die göttliche Venus.“

Ferien vom Ich Ferien vom Ich ist der Titel eines 1916 erschienenen und mehrfach – unter anderem 1952 – verfilmten Unterhaltungsromans von Paul Keller, dessen Thema die Erholung vom Alltagsstress in einem Sanatorium mit dem Namen Ferien vom Ich ist.

Erzählt wird von einem US-amerikanischen Millionär, der auf einer Geschäftsreise durch Deutschland einen Herzanfall erleidet. Der behandelnde Arzt rät ihm, gründlich auszuspannen. Daraufhin erwirbt er einen Landsitz und macht daraus ein Erholungsheim für gestresste Geschäftsleute, die dort ohne Gepäck und Begleitung absteigen und gegenüber der Außenwelt abgeschirmt sind.

Fersengeld geben Fersengeld zahlte eine Frau oder ein Mann, wenn man sich aus einer Ehe lösen wollte. Es hatte nichts mit dem Fuß zu tun, sondern stammte von dem Wort Färse für eine junge Kuh. In Eike von Repgows „Sachsenspiegel“ ist es erstmals genannt.

Fest gemauert in der Erden mini|Glockenform vor dem Eingraben Dies sind die Anfangsworte von Friedrich Schillers berühmter Ballade Das Lied von der Glocke. „Fest gemauert in der ErdenSteht die Form, aus Lehm gebrannt.Heute muß die Glocke werden.Frisch Gesellen, seid zur Hand.“ Die erste Strophe deutet auf die Vorarbeiten hin, denen jetzt der Guss folgen soll. Die Form aus Lehm befindet sich in der Dammgrube und soll nun mit dem Metall gefüllt werden.

Das Gedicht gehörte lange Zeit zum deutschen Bildungskanon und musste von Generationen von Schülern auswendig gelernt werden. Deshalb sind die Anfangsverse besonders bekannt und werden auch heute noch oft zitiert. So sind zum Beispiel Artikel über öffentlichen Glockenguss in Hattingen, über den geplanten Abriss des Palasts der Republik oder über die Tragstrukturen für Windräder mit den Worten „Festgemauert in der Erden“ (beziehungsweise „Fest gemauert in der Erde“) überschrieben. Aber auch ein Artikel über den Dichter selbst spielt mit der Überschrift „Schiller, festgemauert in der Erden – Wiederbelebungsversuch eines versteinerten Helden“ auf dieses Zitat an: „Schiller kann einem Leid tun. Festgemauert in der Erden, erstarrt zu Bronze oder Stein, ziert er hundertfach unsere Parks und Foyers und kann sich nicht wehren. Kann nicht vom Sockel steigen, sich den Staub vom Mantel klopfen und der Welt zeigen, wer er wirklich ist: ein Revoluzzer, ein Hippie, ein Rebell.“

Feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln Diese Wendung stammt aus dem alttestamentlichen Buch der Sprichwörter. Der Zitatensammler Georg Büchmann schreibt in seinen Geflügelten Worten erklärend dazu: „Sprüche 25, 22 steht geschrieben: wer seinem Feinde Gutes thut, wird „Kohlen auf sein Haupt häufen“ d. h. er wird dessen Wangen vor Schamröte erglühen machen. Nach dem Apostel Paulus (Röm. 12, 20) citieren wir dies Wort also:Feurige Kohlen auf sein (oder: Jemandes) Haupt sammeln.“Georg Büchmann: Geflügelte Worte, 19. Auflage (1898). Zitiert nach Die feurigen Kohlen stehen für das Gefühl der Scham, das im Feind hervorgerufen wird, indem man jemanden durch Freundlichkeit beschämt.

Feurige Kohlen wurden in biblischen Zeiten von Haus zu Haus getragen. Eine Person zündete morgens ein Feuer an, das dann von einem Jungen in Form brennender Kohlen in einer Tonschale auf dem Kopf an die einzelnen Haushalte verteilt wurde.

Der Theologe Ernst von Dobschütz leitet die Wendung von der altägyptischen Strafe her, bei der jemand mit einem Gabelstock in der Hand und einem Becken voll feuriger Kohlen auf dem Haupte Buße tun musste.http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Feurige+Kohlen+auf+jemandes+Haupt+sammeln

Fiat iustitia et pereat mundus. Fiat iustitia, et pereat mundus soll der lateinische Wahlspruch des Kaisers Ferdinand I. gewesen sein und bedeutet übersetzt: „Es geschehe Gerechtigkeit, möge auch die Welt zugrunde gehen.“ Heute wird der Spruch meistens ironisch zitiert, um eine Rechtsauffassung zu kritisieren, die die Bewahrung der Rechtsprinzipien um jeden Preis, auch zum Schaden der Gesellschaft, durchsetzen will. Das Zitat stammt nicht von den Römern, denn deren Rechtsdenken war vom Grundsatz Cui bono (Wem nutzt es?) geleitet.

Fin de siècle Das Fin de siècle (französisch: „Ende des Jahrhunderts“) bezeichnet die Zeit von 1890 bis 1914 mit der Konnotation der Dekadenz, die als zwangsläufige Folge einer fruchtbaren Epoche (Belle Epoque) angesehen wird. Die Bezeichnung wurde erstmals 1886 in der französischen Zeitschrift Le Décadent erwähnt.

Obwohl der Begriff sich auf ein spezifisch französisches Lebensgefühl der Zeit bezieht, wird Fin de siècle auch zur Kennzeichnung der gesamteuropäischen Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg verwendet.

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