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Babylonische Verwirrung mini|Gustave Doré: Die Sprachverwirrung Der Begriff Babylonische Sprachverwirrung (lateinisch: „confusio linguarum“) stammt aus 1. Mose (Genesis) . Danach verwirrte Gott die Erbauer des Turms zu Babel, sodass „keiner des andern Sprache verstehe“. Darin wird die Sprachenvielfalt als Gottesstrafe an der gesamten Menschheit dargestellt.
Die Bibel beschreibt den Turmbau zu Babel. Da das Vorhaben als Versuch, Gott gleichzukommen, gesehen wird, strafte er die Bauleute damit, dass nun jeder seine eigene Sprache besaß, damit keiner mehr den anderen verstand. Zuvor habe die ganze Welt eine gemeinsame Sprache gesprochen. Der Bau blieb aufgrund der Sprachprobleme unvollendet.
Die Bibel nimmt das Thema der Sprachverwirrung nochmals in der Pfingstgeschichte des Neuen Testaments in der Apostelgeschichte auf. Der Heilige Geist der durch Jesus Christus ermöglichten Gottverbundenheit bewirkt dieser Erzählung zufolge ein neues Reden und Verstehen über alle Sprachgrenzen hinweg.
Auf die „Babylonische Sprachverwirrung“ wird häufig bei der Berichterstattung über die Verwaltung der Europäischen Gemeinschaft Bezug genommen, wo sich auf Grund der sprachlichen Vielfalt Mehrarbeiten und Kosten ergeben.Dieter E. Zimmer: Warum Deutsch als Wissenschaftssprache ausstirbt. In: Die Zeit, Nr. 30/1996
Die babylonische Sprachverwirrung findet auch in anderen Zusammenhängen und Abwandlungen Anwendung. So betitelte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ eine sprachkritische Geschichte über den „Mischmasch namens Denglisch“ mit: „Welcome in Blabylon“.
Balla balla Einen geistig Minderbemittelten nennt man „Mattscheibe“ oder mit einem reduplizierten Schallwort „Kamerad Balla Balla“; seinen Bestimmungsort, das Irrenhaus, „Klapsmühle“.
Das schrieb der Romanist Werner Krauss in seinem Aufsatz Über den Zustand unserer Sprache, der am 28. Februar 1947 in der Halbmonatsschrift Die Gegenwart erschien und sich vornehmlich mit der Soldatensprache des Zweiten Weltkriegs beschäftigte.Die Gegenwart. Halbmonatsschrift, herausgegeben von Bernhard Guttmann, Robert Haerdter, Albert Oeser, Benno Reifenberg. Freiburg im Breisgau, Heft 28/29 (2. Jahrgang Heft 3/4) S. 29–32. In einer erweiterten Fassung, die Krauss noch im selben Jahr unter Berücksichtigung eingegangener Leserzuschriften vorbereitete, präzisierte er: Wer Mattscheibe hat, wird auch selbst so genannt, oder mit einem durch eine charakteristische Kreisbewegung vor der Stirn begleitendem [sic!] Glimpfwort Kamerad Balla Balla. (Anm.: Durch die erwähnte Kreisbewegung ist der Zusammenhang mit Ball, Bollen usw. eindeutig. Balla ist mir als Glimpf- und Scheltwort aus dem Schwäbischen, gleichbedeutend mit Bobbel vertraut. Urverwandtschaft ist lat. follis, griech. phallos.)Werner Krauss: Die Flucht ins Argot. In: Sprachwissenschaft und Wortgeschichte (1997), S. 128 books.google, S. 140 books.google
1965 hatte die West-Berliner Band Rainbows mit ihrem Schlager Balla Balla, dessen Text aus nichts anderem als diesen x-fach wiederholten und mit dem Brunftschrei my baby baby verbundenen Worten besteht, einigen Erfolg im In- und Ausland.
Barmherziger Samariter
mini|Vincent van Gogh: Der gute Samariter
Dieser Ausdruck geht auf das Lukasevangelium zurück. Dort wird Jesus von einem Schriftgelehrten gefragt : „25 (…) Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?“ Jesus fragt zurück: „26 (…) Was steht im Gesetz geschrieben?“ „27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst«“ Doch war ihm eines nicht klar und so frage er erneut: „29 (…) Wer ist denn mein Nächster?“ Daraufhin erzählt ihm Jesus das folgende Gleichnis: „30 (…) Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. 31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 32 Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme.“ Am Ende stellt Jesus die rhetorische Frage, wer von diesen Dreien dem Überfallenen der Nächste gewesen sei.
Der Schriftgelehrte antwortet, dass es wohl der sei, der barmherzig zu ihm war. Und Jesus schließt das Gespräch mit den folgenden berühmten Worten ab: 37 (…) „So gehe hin und tue desgleichen!“
Baum der Erkenntnis mini|Lucas Cranach d. Ä.: Der Baum der Erkenntnis Diese Wendung geht auf das 1. Buch Mose zurück, wo der „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ im Garten Eden erwähnt wird.
Als Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (hebräisch: עץ הדעת טוב ורע °ez had-da°at tôb wâ-râ) wird in der Paradieserzählung ein Baum bezeichnet, der sich – zusammen mit dem Baum des Lebens – in der Mitte des Paradiesgartens befindet und von dessen Früchten zu essen Gott dem Menschen verbietet:
Über die lateinische Übersetzung der Vulgata wurde der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (ligno … scientiae boni et mali) im Mittelalter als Apfelbaum (Malus domestica), die Frucht als „Apfel“ (malum, Homonym zu malum „Böse“) gedeutet, obwohl davon in der hebräischen Bibel nicht die Rede ist.
Trotz eines Verbots Gottes isst Adam eine Frucht dieses Baums, was die Vertreibung aus dem Paradies zur Folge hat:
Bäume sterben aufrecht. Bäume sterben aufrecht (spanisch: Los árboles mueren de pie) ist der Titel einer Komödie von Alejandro Casona aus dem Jahr 1949. In dem Theaterstück gelingt es einer Großmutter, die jahrelang über den schlechten Charakter ihres Enkels getäuscht wurde, Haltung zu bewahren und um des Glücks der anderen willen das Spiel weiter mitzuspielen.
Heute wird dieses Zitat gebraucht, wenn von einem unbeugsamen Menschen die Rede ist, der zugrunde geht: „Lieber aufrecht sterben, als auf Knien leben.“
Peter Schütt nannte einen Gedichtband Bäume sterben aufrecht.
Beam me up, Scotty! „Beam me up, Scotty“ (dt. „Beam mich hoch, Scotty“) ist ein vermeintliches Zitat aus der klassischen Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise (engl. Star Trek: The Original Series, 1966–1969), das dort jedoch in exakt diesem Wortlaut nie gesagt wird.
Der Kapitän der Enterprise, James Kirk, der sich auf einem Planeten befindet, sagt diesen Satz zu seinem Chefingenieur Montgomery „Scotty“ Scott, um wieder an Bord des Raumschiffs geholt zu werden. Hierbei bezieht sich der Ausdruck „Beamen“ auf den Transporter des Raumschiffs, der Personen und Gegenstände über beschränkte Distanzen teleportieren kann. Die beiden in der Serie von James Kirk tatsächlich ausgesprochenen Sätze, die dem vermeintlichen Zitat am nächsten kommen, lauten „Two to beam up, Scotty“ und „Beam us up, Mr. Scott“. Mehr als 16 Jahre später, nachdem sich der Satz längst zu einem geflügelten Wort entwickelt hatte, sagte James Kirk dann im Spielfilm Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986) exakt dieselben Worte, allerdings in einer veränderten Reihenfolge: „Scotty, beam me up!“.S. Perkowitz: Hollywood science: Movies, Science, and the End of the World. Columbia University Press 2007, ISBN 978-0-231-14280-9 ()Chrysti M. Smith: Verbivore’s Feast: Second Course: More Word & Phrase Origins. Farcounty Press 2006, ISBN 1-56037-402-0, S. 301 ()Elizabeth Webber, Mike Feinsilber: Merriam-Webster’s Dictionary of Allusion. Merriam-Webster 1999, ISBN 0-87779-628-9, S. 47–48 ()
In den 1970er Jahren entwickelte sich „Beam me up, Scotty“ zu dem bekanntesten mit Star Trek assoziierten Zitat und fand in der Folgezeit eine weite Verbreitung sowohl im alltäglichen Sprachgebrauch als auch in der Literatur. Meist wird es dabei als ein Ausruf oder eine Redewendung verstanden, mit der man den Wunsch nach einer (sofortigen) Befreiung oder Rettung aus einer unangenehmen Situation zum Ausdruck bringt.Beam me up Scotty. In: Duden – Zitate und Aussprüche: Herkunft, Bedeutung und aktueller Gebrauch. Bibliographisches Institut, Berlin 2017, ISBN 978-3-411-91243-8, S. 74 Auch abgeänderte oder erweiterte Varianten, oft mit einem satirischen Unterton, verbreiteten sich. Ein Autoaufkleber aus den 1970er Jahren lautete zum Beispiel: „Beam me up, Scotty! There is no intelligent life on this planet.“
In der satirischen Zeichentrickserie Southpark (1997 ff.) befindet sich die lateinische Übersetzung „Me transmitte sursum, Caledoni!“ als Inschrift über einem Planetarium.Christa Pöpperlmann: Nomen est omen: Die bekanntesten lateinischen Zitate& Redewendungen und was dahintersteckt. Compact Verlag 2008, ISBN 978-3-8174-6414-2, S. 81 ()
Die Science-Fiction-Parodie Mel Brooks’ Spaceballs (1987) enthält eine Szene, die das Star-Trek-Zitat zum Gegenstand hat. Zwischen dem Präsidenten Skroob, der der Transportertechnologie nicht recht vertraut, und dem (weiblichen) Raumschiffsoffizier Zircon entwickelt sich dort der folgende Dialog:
Innerhalb der Drogenszene der 1980er Jahre in den Vereinigten Staaten wurde der Satz auch im Zusammenhang mit der Straßendroge Crack verwendet. Dort bezieht er sich entweder auf den durch Crack induzierten Drogenrausch (getting high) oder auf eine Drogenportion bzw. einen Joint selbst (meist Crack mit Phencyclidin versetzt).Jeff Prucher: Brave New Words: The Oxford Dictionary of Science Fiction. Oxford University Press 2007, ISBN 978-0-19-530567-8, S. 1499 ()Glen Hanson, Peter J. Venturelli, Annette E. Fleckenstein: Drugs and Society. Jones & Bartlett Publishers 2008, ISBN 978-0-7637-5642-0, S. 8 ()
Der Schauspieler James Doohan, der den im Zitat angesprochenen Scotty verkörperte, veröffentlichte 1996 seine Autobiographie unter dem Titel Beam me up, Scotty.
Die Berliner Rockband Plan B nahm 1989 den Track „Beam Me Up, Scotty!“ auf, dessen Thematik sich satirisch an Raumschiff Enterprise anlehnt und als Maxi-Version von Zeus B. Held remixed wurde.
Der Rapper Marteria nahm durch den 2017 veröffentlichten Song Scotty beam mich hoch in dem Album Roswell Bezug auf das Zitat.
Bedecke deinen Himmel, Zeus! mini|Heinrich Füger: „Prometheus bringt der Menschheit das Feuer“ Mit diesen Worten beginnt Goethes Gedicht Prometheus: „Bedecke deinen Himmel, Zeus,Mit Wolkendunst,Und übe, dem Knaben gleich,Der Disteln köpft,An Eichen dich und Bergeshöhn“Prometheus (Gedicht) auf Wikisource
Nach der griechischen Mythologie brachte Prometheus den Menschen das Feuer und zog sich damit den Zorn des Zeus zu. Das Gedicht ist ein stolzer Monolog des Prometheus, der seine Verachtung für Zeus zeigt.
Befiehl du deine Wege. Befiehl du deine Wege ist ein geistliches Lied von Paul Gerhardt. Es wurde erstmals 1653 in der fünften Auflage von Johann Crügers Gesangbuch veröffentlicht.
Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel! Eines der bekanntesten Beispiele aus Paul Watzlawicks Buch Anleitung zum Unglücklichsein ist Die Geschichte mit dem Hammer, die von einem Mann erzählt, der ein Bild aufhängen will, aber keinen Hammer zur Hand hat. Er beschließt, zum Nachbarn zu gehen und sich dessen Hammer zu borgen, doch kommen ihm Zweifel, ob ihm der Nachbar seinen Hammer ausleihen würde. Dann fallen ihm noch weitere Verhaltensweisen des Nachbarn ein, die auf Feindseligkeit ihm gegenüber hindeuten könnten (wahrscheinlich aber auch reiner Zufall sind). Zornig stürmt der Mann schließlich zum Nachbarn und brüllt ihn an:
Mit der kleinen Geschichte will Watzlawick verdeutlichen, dass die innere Einstellung zum Gesprächspartner indirekt auch den Verlauf eines Gesprächs bestimmt und dass es nicht sinnvoll ist, sich grundlos in Mutmaßungen über die Gedanken und Gefühle des anderen hineinzusteigern.