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Da beißt die Maus keinen Faden ab mini|Der Löwe und das Mäuschen Diese drohende Redewendung geht wohl auf Äsops Fabel Der Löwe und das Mäuschen zurück. Dort wird erzählt, wie eine kleine Maus versehentlich über einen schlafenden Löwen läuft und ihn dadurch aufweckt. Der Löwe greift die Maus, diese aber fleht ihn an:
Daraufhin schenkt ihr der Löwe amüsiert die Freiheit und fragt, wie sie ihm wohl ihren Dank zeigen könne. Kurze Zeit später findet die Maus den Löwen in einem Netz gefangen und zernagt die Knoten des Netzes.
Nach anderen Quellen geht die Redensart auf den Gertrudentag am 17. März zurück. An diesem Tag beginnt nach dem Bauernkalender der Frühling, und damit wurde es Zeit, Winteraufgaben wie das Spinnen zu beenden. Legte jemand jedoch die Spindel nicht aus der Hand, beißt eine Maus den Faden ab. In einem österreichischen Sprichwort heißt es:
Diese Redewendung stellt etwas Unumstößliches fest, wie zum Beispiel in Karl Mays Roman Der Ölprinz:
Außerdem geht dieses geflügelte Wort darauf zurück, dass früher wertvolle Nahrungsmittel wie z. B. Fleisch, Brot, Mehl usw. an einem Faden oder einer Schnur an die Zimmerdecke gehängt wurden, so dass Mäuse usw. diese nicht erreichen konnten.
Da bleibt kein Auge trocken Diese umgangssprachlich oft gebrauchten Worte stammen aus dem Gedicht Paul. Eine Handzeichnung des Theologen und Schriftstellers Johannes Daniel Falk. Es kann bedeuten, dass alle lachen, bis ihnen die Tränen kommen, oder dass alle gerührt sind und weinen.
Die Zeile folgt auf die Verse: In schwarzen Trauerflören wallt Beim Grabgeläut der Glocken Zu unserm Kirchhof Jung und Alt
Da geht er hin und singt nicht mehr! Das Zitat stammt aus der 1866 veröffentlichten zweiten Auflage des Liederspiels Die Kunst, geliebt zu werden des Gesangspädagogen Ferdinand Gumbert.
Es wird als scherzhafter Kommentar gebraucht, wenn jemand nach einem Misserfolg niedergeschlagen fortgeht oder seinen Posten aufgibt. So ist ein Artikel über die überraschende Demission des belgischen TV-Managers Guillaume de Posch bei ProSiebenSat.1 Media mit folgenden Worten überschrieben:
Da hört sich doch alles auf! Diese gebräuchliche Redewendung mit der Bedeutung „Das ist ja unerhört!“ stammt aus der Posse des Lustspieldichters Louis Angelys Die Reise auf gemeinschaftliche Kosten – Komisches Gemälde in fünf Aufzügen, die größtenteils nach französischen Lustspielen in Berlin lokalisiert wurde. In der ersten Szene des zweiten Akts heißt es dort:
Der Schriftsteller Paul Heyse schrieb in seinen Jugenderinnerungen über dieses Stück:
Da lacht die Koralle Dieser Ausdruck geht zurück auf eine Illustrierte namens Koralle der 1930er Jahre aus dem Ullstein Verlag, deren Witzseite die Überschrift „Da lacht die Koralle“ trug.
Diese Überschrift verwendet auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel 1972 zu einem Artikel über das Comic-Blatt Zack, das der Axel-Springer-Konzern in seiner Tochtergesellschaft, dem Koralle-Verlag, herausgab.
Da liegt der Hase im Pfeffer Diese Redewendung bedeutet so viel wie Da liegt das Problem.
In François Rabelais Gargantua und Pantagruel heißt es im 1. Band, 19. Kapitel (erschienen 1532): „Reditte quae sunt Caesaris Caesari et quae sunt Dei Deo. Ibi jacet lepus.“ – „So gebet dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist (Lukas 20,25). Da liegt der Hase (im Pfeffer).“ Damals bereits als geflügeltes Wort verwendet, liegt sein Ursprung noch weiter zurück.
Johann Christoph Adelung erklärte in seinem Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (1793–1801) dazu: „Im Oberdeutschen wird auch eine stark mit Pfeffer gewürzte Brühe, eine Pfefferbrühe, der Pfeffer genannt. Einen Hasen in Pfeffer einmachen, ihn mit einer Pfefferbrühe zurichten. Daher die figürliche Redensart da liegt der Hase im Pfeffer, das ist der wahre Grund des Übels, daran liegt es, daran fehlt es.“
Eine alternative Erklärung sieht den Ursprung in der Jägersprache. Als „Pfeffer“ wird der kugelförmige Kot des Hasen bezeichnet, der dadurch sein Versteck verrät.
In Friedrich Schillers Kabale und Liebe heißt es: „Da liegt der Haas im Pfeffer“.
In E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann wird die Redewendung wie folgt verwendet:
Die Redewendung „Da liegt der Hase im Pfeffer“ wird einerseits dazu gebraucht, um darauf hinzuweisen, dass durch eine besondere Schwierigkeit, die leicht zu übersehen ist, die gestellte Aufgabe nicht wie üblich abgearbeitet werden kann oder darf: „… da ist zwar eine Treppe, aber die ist morsch; und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Wir müssen anders auf den Dachboden kommen.“ Andererseits wird der Ausspruch benutzt, wenn man das bisher übersehene, aber wohl entscheidende Detail entdeckt hat: „… also da liegt der Hase im Pfeffer! Der Übersetzer hat Landmeilen mit Seemeilen verwechselt!“ (siehe ähnlich E.T.A. Hoffmann-Zitat). Die Redewendung weist nicht auf etwas Einfaches, Allgemeines oder Offensichtliches hin (Widerspruch zu Pfeffer als allgegenwärtiger Hasenkot). Abwegig ist auch eine Benutzung im Sinne von „da landet der Hase am Ende doch auf dem Tisch“. Erklärung: Wenn ein Hase in einem Haufen Pfeffer liegt und sich ruhig verhält, kann er von den besten Jagdhunden nicht durch Riechen gefunden werden, auch wenn sie seiner Spur genau folgen. Am Pfeffer ist Schluss. Es bedarf eines besonders aufmerksamen und erfahrenen Jägers, um diesen Hasen möglicherweise sogar an den versagenden Hunden zu erahnen, ihn zu finden und ohne die übliche Hilfe der Hunde auf andere Weise zu erlegen. Wenn „Experten und Spezialisten“ durch routinierte Inaugenscheinnahme zu einem schnellen Urteil („Unmöglich! Geht nicht!“) kommen, kann da trotzdem noch „ein Hase im Pfeffer liegen“. Pfeffer ist in diesem Sinne auch ein Synonym für eine sinnvernebelnde Fassade, hinter der sich Unidentifizierbares verbirgt (siehe Hasenpfeffer, der, ohne Gewürzpfeffer, aus minderwertigen Reststücken besteht). Dies wird zwar in der historischen Erklärung mit der oberdeutschen Pfefferbrühe angedeutet, erklärt aber nicht die Redensart. Zu Zeiten des Johann Christoph Adelungs oder Friedrich Schillers kann mit Pfeffer mangels allgemeiner Verfügbarkeit kaum Gewürzpfeffer als Speisezutat in der bürgerlichen Küche gemeint sein. Sein extremer Geruch und Geschmack war aber sicher weithin aus Berichten (spätestens seit Marco Polo) ebenso bekannt wie seine Wirkung auf Hundenasen. Daraus tatsächliche oder hypothetische Abwehrstrategien gegen Hundeverfolgung abzuleiten, wäre ebenso leicht wie diese Handlungsweisen einem raffinierten Hasen anzudichten. Warum allerdings ein in (Gewürz-)Pfefferbrühe eingemachter Hase der „wahre Grund des Übels“ ist, kann ohne weitere Erklärung nicht nachvollzogen werden.
Andere Interpretationen und Erklärungen sind zwar literarisch belegbar aber nicht schlüssig.
Die Redensart ist ähnlich zu verwenden wie der „(versteckte/entdeckte) Haken an der Sache“ und ist klar von „des Pudels Kern“ abzugrenzen. Letzterer, frei übersetzt als „Inhalt/Zweck der Scharade/Tarnung/Hülle“, diente Johann Wolfgang von Goethe als Variante eines „trojanischen Pferdes“, mit dessen Hilfe sich Mephisto die Aufmerksamkeit des Faust I verschafft. Der „springende Punkt“ schlägt eine andere Wichtigkeit in der Beurteilung von bekannten Umständen vor. Ein erkannter „Hase im Pfeffer“ kann ein „springender Punkt“ werden aber nicht umgekehrt.
Da liegt der Hund begraben mini|hochkant|Denkmal des Hundes Stutzel Diese Redewendung geht auf eine Denksteininschrift aus dem 17. Jahrhundert im thüringischen Ort Winterstein (Waltershausen) zurück:suehnekreuz.de
Der treue Hund Stutzel ging mit Briefen am Halsband ganz allein nach Friedenstein zum Schloss des Landesherrn und leistete durch seine Treue viele Dienste. Als er starb, ließ ihn seine Herrin in einen Sarg legen, und gemeinsam mit ihrer Dienerschaft beerdigte sie ihn feierlich. Sie soll es sogar erzwungen haben, dass der Hund auf dem Friedhof beerdigt worden sei, doch der Pfarrer und die Gemeinde ließen ihn wieder ausgraben und an der jetzigen Stelle verscharren. Daraus hat sich im Ort das folgende Sprichwort gebildet:
Da, wo der Hund begraben ist, liegt der Kern einer Sache. Möglicherweise hat diese Redewendung aber auch nichts mit dem Haustier zu tun, sondern mit dem mittelhochdeutschen Wort hunde, das so viel wie Beute, Schatz bedeutet. Es heißt dann: Da liegt der Schatz begraben.
Robert Burns’ Lied Whistle O’er The Lave O’t (Pfeife über/auf den Rest davon) mit dem Anfang „First when Maggy was my care“Robert Burns: Reliques of Robert Burns. J. M'Creery, 1817, S. 437 (). wurde in der Übersetzung Adolf von Winterfelds zu Da liegt der Hund begraben:Zitiert nach Da liegt der Hund begraben auf Wikisource Als noch nach Meg ich seufzte schwer, War sie ein Engel, hold und hehr, Seit wir verehlicht – fragt nicht mehr – Da liegt der Hund begraben. – Meg war so weich wie Frühlingswind, Ein so natürlich, liebes Kind – Doch Klüg’re schon betrogen sind – Da liegt der Hund begraben.
Die Wendung „hier ist der tote Hund begraben“ steht auch abwertend für eine öde unwirtliche Gegend.Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. Stuttgart 1997, Stichwort Hund; 102
Da schweigt des Sängers Höflichkeit Für diese Redensart gibt es verschiedene Quellen. Der Kehrreim eines um 1800 in Berlin erschienenen Liedes eines unbekannten Verfassers hat die Form: Das verschweigt des Sängers Höflichkeit. Ein 1812 von August Friedrich Langbein geschriebenes Gedicht mit dem Titel Die Weissagung beginnt mit den Zeilen: In einem Städtlein, dessen Namen des Dichters Höflichkeit verschweigt.
Man verwendet die Redensart, um auszudrücken, dass man sich über eine bestimmte heikle oder peinliche Sache nicht äußern möchte. Sie kann jedoch auch der leicht vorwurfsvolle Kommentar zu jemandes Schweigen auf eine bestimmte Frage sein.
Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor mini|hochkant|Faust in seinem Studierzimmer Am Anfang von Goethes Faust I spricht Faust diese Worte nach dem Hinweis auf alle seine bisherigen, von ihm als nutzlos angesehenen Studien:Johann Wolfgang von Goethe: Faust I, Vers 354 ff. Zitiert nach Faust I auf Wikisource Habe nun, ach! Philosophie, Juristerey und Medicin, Und leider auch Theologie! Durchaus studirt, mit heißem Bemühn. Da steh’ ich nun, ich armer Thor! Und bin so klug als wie zuvor; Heiße Magister, heiße Doctor gar, Und ziehe schon an die zehen Jahr, Herauf, herab und quer und krumm, Meine Schüler an der Nase herum –
Das Zitat wird immer wieder dann herangezogen, wenn jemand der Meinung ist, dass seine intensiven Bemühungen vergeblich waren, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, aber – in diesem Sinne nicht ganz korrekt – auch, wenn sich jemand überfordert fühlt, wie zum Beispiel in diesem Artikel über die Vielfalt der Mobilfunktechnologien:, auf pctipp.ch Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor … möchte man wehklagen, wenn einem täglich in den Nachrichten und der Werbung all die neuen Mobilfunktechnologien um die Ohren geschlagen werden.
Da unten aber ist’s fürchterlich Dieses Zitat stammt aus Friedrich Schillers Ballade Der Taucher, in welcher der Taucher diese Worte spricht, nachdem er erfolgreich in die Tiefe nach dem Becher des Königs getaucht ist:Friedrich Schiller: Der Taucher. Zitiert nach Der Taucher auf Wikisource Lang lebe der König! Es freue sich, Wer da athmet im rosigten Licht. Da unten aber ists fürchterlich, Und der Mensch versuche die Götter nicht, Und begehre nimmer und nimmer zu schauen Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.
Friedrich Engels schrieb 1841 in seiner Reisebeschreibung Eine Fahrt nach Bremerhaven von einem Besuch auf einem Auswandererschiff:
Da weiß man, was man hat … Guten Abend! Dieser von Werner Butter formulierte Werbeslogan wurde ab 1969 von Volkswagen verwendet, zunächst für den VW Käfer und noch in den 1990er Jahren als Claim für das Unternehmen.Werbung für VW Golf III VR6 (1993)
mini|Persil