__TOC__ Ecce homo. mini|hochkant|Lovis Corinth: Ecce homo Die lateinische Wendung Ecce homo („Seht, welch ein Mensch!“) waren die Worte, mit denen nach der Schilderung des Johannesevangeliums der römische Statthalter Pontius Pilatus der Bevölkerung von Jerusalem den mit einer Dornenkrone gekrönten Gefangenen Jesus von Nazaret übergab, weil er keinen Grund für dessen Verurteilung sah.

Das Motiv des leidenden Jesus, der den Betrachter anzuschauen scheint und damit eine Identifikation ermöglicht, kam im späten Mittelalter auf.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche benutzte diese Worte als Titel für sein autobiografisches Vermächtnis Ecce homo. Wie man wird, was man ist, das er 1888 in Nizza schrieb. Der Untertitel „Wie man wird, was man ist“ geht auf einen Satz aus den Pythischen Oden des griechischen Dichters Pindar zurück: „Werde, der du bist!“ (griechisch: „“ – Genoio, hoios essi.)Menschliches, Allzumenschliches, Fünftes Hauptstück, Aphorismus 263 (KSA 2, S. 219); Die fröhliche Wissenschaft, Drittes Buch, Aphorismus 270 (KSA 3, S. 519); vgl. etwa auch ebd., Viertes Buch, Aphorismus 335 (KSA 3, S. 563).

Den Titel Ecce homo hatte Nietzsche auch schon einem kleinen Gedicht in der fröhlichen Wissenschaft gegeben: „Ja, ich weiß, woher ich stamme!Ungesättigt gleich der FlammeGlühe und verzehr ich mich.Licht wird alles, was ich fasse,Kohle alles, was ich lasse:Flamme bin ich sicherlich!“Zitiert nach:

Ecclesia semper reformanda Wesentliche Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils zur sich ständig wandelnden katholischen Kirche. Die Formel stammt ursprünglich aus der Reformationszeit, vermutlich von Jodocus van Lodenstein (1620–1677).

Écrasez l’infâme!

siehe Hauptartikel: Écrasez l’infâme

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Dieser bekannte Satz stammt aus Goethes Gedicht Das Göttliche, dessen erste Strophe so lautet: „Edel sei der Mensch,hilfreich und gut!Denn das alleinunterscheidet ihnvon allen Wesen,die wir kennen.“Zitiert nach:

Auf dem Bayerischen Schulserver wird dieses Zitat als Ausdruck des Humanismus kommentiert: „Goethes berühmte Worte sind Ausdruck einer humanistischen Weltanschauung, die in der antiken Philosophie wurzelt. Seit der Aufklärung geht es im Humanismus bis heute vor allem um die Frage, wie das Glück und das Wohlergehen des Einzelnen und ein menschliches Zusammenleben in der Gesellschaft zu realisieren sei.“Humanismus – "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" (Video, 25 Min). In: Bildungsserver Sachsen-Anhalt.

Dieser Gedichtanfang ist so bekannt, dass man oft Bezug darauf nimmt, zum Beispiel in der Tatort-Folge Edel sei der Mensch und gesund.

Edle Einfalt und stille Größe mini|hochkant|Apollonios’ Torso vom Belvedere, von Winckelmann beschrieben „Edle Einfalt und stille Größe“ ist ein zentraler Begriff des deutschen Archäologen Johann Joachim Winckelmann, für den es die höchste Aufgabe der Kunst war, die Schönheit darzustellen. Die Formel „edle Einfalt, stille Größe“ stellte er dem Verspielten, Überladenen und Allegorischen des Barock und Rokoko entgegen. Winckelmanns Bild der römischen und griechischen Antike beeinflusste den deutschen Klassizismus, ganz besonders aber die Weimarer Klassik.

So schreibt Winckelmann in seinen Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst: „Das allgemeine vorzügliche Kennzeichen der griechischen Meisterstücke ist endlich eine edle Einfalt, und eine stille Größe, sowohl in der Stellung als im Ausdrucke. So wie die Tiefe des Meers allezeit ruhig bleibt, die Oberfläche mag noch so wüten, ebenso zeiget der Ausdruck in den Figuren der Griechen bei allen Leidenschaften eine große und gesetzte Seele.“Johann Joachim Winckelmann: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst.

Auch die Vorstellung, dass die antike Architektur und damit auch die Plastik zumeist weiß gewesen sei, geht letzten Endes auf Winckelmann zurück. Archäologisch lässt sich allerdings belegen, dass Architektur in der Regel bemalt war. Auch in der Plastik finden sich keineswegs nur unbemalte Werke, sondern auch belegbar bemalte. Mit seiner Idealvorstellung von der weißen Kunst der Antike beeinflusste Winckelmann nachhaltig auch die Diskussionen um die antike Polychromie.

Wie einflussreich Winckelmann war, belegt Goethe mit seiner in Tübingen erschienenen Schrift von 1805 Winckelmann und sein Jahrhundert.

EG-Verordnung zur Einfuhr von Karamellbonbons Eine satirische Erfindung des Unternehmers Alwin Münchmeyer.

Egal, ob die Katze weiß oder schwarz ist, Hauptsache ist, sie fängt Mäuse. Dieser Satz des chinesischen Politikers Deng Xiaoping wurde von Freunden und Feinden als Beweis seiner pragmatischen Einstellung genannt. 不管白猫、黑猫,逮住老鼠就是好猫. Bùguǎn bái māo, hēi māo, dàizhù lǎoshǔ jiù shì hǎo māo. „Weiße Katze, schwarze Katze – Hauptsache sie fängt Mäuse.“ Mit diesem Sprichwort aus seiner Heimatprovinz Sichuan soll er in einer Sekretariatssitzung der KPCh Ende der 1970er Jahre seine wirtschaftliche Reformstrategie umschrieben haben. Dies bedeutete einen Abschied von den Dogmen Mao Zedongs und war der Beginn einer der größten Wirtschaftsreformen in der Geschichte der Menschheit. Der Ausspruch zeigt den Gegensatz zu Mao, da für diesen die Katze auf jeden Fall hätte rot sein müssen.

Deng fragte sich, warum das chinesische Volk 30 Jahre nach der Machtergreifung der Kommunistischen Partei noch immer nicht die Früchte ernten konnte, und propagierte einen Sozialismus, der marktwirtschaftliche Elemente zuließ. Es wurde das so genannte Vertragssystem eingeführt, bei dem die Bauern eine vereinbarte Quote an den Staat abzugeben hatten, während alles andere auf freien Märkten verkauft werden konnte.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr. mini|hochkant|Gleichnisdarstellung in der Bonifatiuskirche Dortmund

Im Evangelium nach Matthäus heißt es: „“ „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“ Womöglich geht der Vergleich auf einen Übertragungsfehler im Griechischen zurück, wo sich die Begriffe für Kamel und Strick lediglich in einem einzigen Buchstaben unterscheiden: καμιλος (Strick) und καμηλος (Kamel), die aufgrund des Itazismus gleichlautend wurden.

Mittlerweile sind viele Fälle der ursprünglichen Lesart als „Schiffstau“ oder „Seil“ bekannt geworden, darunter die Übersetzungen der armenischen und der georgischen Bibel sowie verschiedene Handschriften. Da die ursprüngliche Lesart „κάμιλον“ der Textkritik lange unbekannt war, wurden verschiedene Erklärungen bemüht, von denen sich die gängigste Interpretation auch heute noch hartnäckig hält, nach der eine enge Gasse in Jerusalem mit einem kleinen Tor an ihrem Ende gemeint gewesen sei, die im Volksmund angeblich den Namen „Nadelöhr“ trug.

Die neutestamentliche Textexegese bediente sich lange Zeit der talmudischen Tradition, um Jesu Worte theologisch zu interpretieren. So wurde das kámêlos als ein „typisches nahöstliches Bild“ gesehen, das Jesus in Anlehnung an den Elefanten benutzt haben soll, um in der Paradoxie der Kopplung eines großen Tieres mit einem kleinen Durchlass die Unmöglichkeit für Reiche, in den Himmel zu gelangen, aufzuzeigen.

Ehernes Gesetz der Oligarchie Das Eherne Gesetz der Oligarchie (italienisch: la ferrea legge dell’oligarchia) ist eine 1911 vorgelegte politische Theorie des deutsch-italienischen Soziologen Robert Michels zur innerparteilichen Demokratie. Sie unterstellt, dass Führungsgruppen in Organisationen zwangsläufig mehr und mehr an den eigenen Interessen interessiert seien als an den Zielen, Interessen und dem Willen der Gruppe selbst. Drei Gründe führen zur Oligarchie: Die menschliche Natur Der politische Kampf Die Organisation Dieses Gesetz besagt, dass Oligarchisierungstendenzen stärker werden, je mehr sich eine Gruppe organisiert und dass es in jeder größeren Gruppe zu einer Zweiteilung in eine „anführende Minorität und eine geführte Majorität“ kommt. Michels traute dem ungebildeten Volk keine Souveränität zu und war der Ansicht, dass die „inkompetente Masse“ Führungspersönlichkeiten braucht, welche die Pflicht haben, sich im Staat und in den Parteien durchzusetzen.

Ehre, wem Ehre gebührt! Diese Redensart stammt aus dem Brief des Paulus an die Römer, dessen Gegenstand der Gehorsam gegenüber der Obrigkeit ist: „6Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. 7So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.“

Ehrfurcht vor dem Leben mini|hochkant|Albert Schweitzer Der Ausdruck geht auf den Urwaldarzt Albert Schweitzer zurück, der den Hintergrund in seiner Autobiografie Aus meinem Leben und Denken beschreibt. Im September 1915 wurde er zu einer Patientin gerufen, die 200 Kilometer stromaufwärts wohnte. Einzige Fahrgelegenheit war ein kleiner Dampfer, auf dem er langsam stromaufwärts fuhr. Schweitzer saß geistesabwesend auf dem Deck und arbeitete an einem Buch: „Am Abend des dritten Tages, als wir bei Sonnenuntergang gerade durch eine Herde Nilpferde hindurchfuhren, stand urplötzlich, von mir nicht geahnt und nicht gesucht, das Wort ‚Ehrfurcht vor dem Leben‘ vor mir.“Albert Schweitzer: Aus meinem Leben und Denken. Zitiert nach Das Zitat kann als Ausdruck einer umfassenden Achtung von Mensch und Natur angesehen werden. Schon im 2. Buch Mose gibt es das Gebot: „Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.“ Dies kann als Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Leben betrachtet werden. Wenn eine Ziege ein männliches Zicklein gebar, wurde dieses meist geschlachtet und gekocht, aber das geschlachtete Tier in der Milch seiner eigenen Mutter zu kochen, empfand man als zynisch, da diese Milch ja zu seiner Nahrung bestimmt gewesen war.Frank Jehle: (Radiopredigt; PDF) In: Radio DRS 2 Nr. 22, 5. Juni 2006. Seite 8. bei: Bildungsserver Sachsen-Anhalt

Ehrlicher Makler mini|Otto von Bismarck auf dem Berliner Kongress Dieser Ausdruck mit der Bedeutung „uneigennütziger Vermittler“ geht vermutlich auf einen Ausspruch des Reichskanzlers Otto von Bismarck zurück, der sich 1878 auf dem Berliner Kongress selbst so bezeichnete. Auf Einladung Bismarcks kamen die europäischen Diplomaten am 13. Juni 1878 in Berlin zusammen und tagten einen Monat lang. Auf diesem Kongress vermittelte Bismarck zwischen Russland einerseits sowie England und Österreich-Ungarn andererseits, um die Balkankrise zu schlichten. Er sagte über diese Friedensmission: „Ich will nichts mehr als der ehrliche Makler zwischen uneinigen Klienten sein, der das Geschäft zustande bringt.“

Als Ergebnis des Berliner Kongresses verschlechterte sich jedoch das deutsch-russische Verhältnis, denn der russische Außenminister Gortschakow lastete das für Russland ungünstige Verhandlungsergebnis nicht zuletzt dem Wirken Bismarcks an.

Rainer F. Schmidt schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Bismarcks Vermittlerrolle: „Die Formel vom „ehrlichen Makler, der das Geschäft wirklich zustande bringen will“, ist nicht nur in den Zitatenschatz der Historiker eingegangen, sondern auch in die Schulbücher. Bis heute gilt die Ära Bismarck zwischen 1871 und 1890 als eine Zeit des Friedens, des Ausgleichs und der Saturiertheit.“

Der Leibbankier Bismarcks Gerson von Bleichröder soll einst folgendes gesagt haben: „Einen ehrlichen Makler, das gibt es nicht“ – zumindest nicht in den Augen derjenigen, für die er gehandelt hat.Gerhard Herm: Der Balkan. Das Pulverfaß Europas. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf / Wien / New York / Moskau, 1993, S. 298, ISBN 3-430-14445-0.

Ei des Kolumbus mini|Kuppel der Santa Maria del Fiore