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Mach End’, o Herr, mach Ende! Die 12. Strophe des evangelischen Kirchenliedes Befiehl du deine Wege des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt lautet folgendermaßen: „Mach End, o Herr, mach Endemit aller unsrer Not;stärk unsre Füß und Händeund laß bis in den Toduns allzeit deiner Pflegeund Treu empfohlen sein,so gehen unsre Wegegewiß zum Himmel ein.“Zitiert nach paul-gerhardt-gesellschaft.de (PDF; 19 kB)
Dieser Vers gehört zu den vielzitierten Worten Gerhardts: „Die Anfangsworte der Strophe werden zitiert, wenn man – gleichsam mit einem Stoßseufzer – ausdrücken will, dass man das Ende einer langen Rede oder den längst fälligen Abschluss einer Sache herbeisehnt.“deu.1september.ru
Mach et, Otze! Der Ausspruch „Mach et“ stammt von dem deutschen Fußballtrainer Erich Rutemöller, der damit seinen Spieler Frank Ordenewitz (Spitzname Otze) ermutigte, im DFB-Pokal-Halbfinale am 7. Mai 1991 im Heimspiel seines 1. FC Köln gegen den MSV Duisburg, gegen Ende des schon mit 2:0 für Köln entschiedenen Spiels eine rote Karte zu provozieren, was dieser anschließend auch tat.
Die fällige Spielsperre hätte Ordenewitz durch die rote Karte nach dem damaligen Reglement eigentlich in der Bundesliga absitzen können und wäre somit nicht wegen seiner zwei gelben Karten für das anstehende Pokalfinale gesperrt gewesen. Im Überschwang seiner Gefühle nach dem erreichten Pokalfinale verriet Rutemöller jedoch die Aktion im Fernsehinterview im Anschluss an das Spiel. Ordenewitz wurde daraufhin trotzdem durch den DFB für das Endspiel gesperrt, Rutemöller mit einer Geldstrafe von 5000 DM belegt und das Regelwerk zur Folgesaison geändert. Rutemöllers Ausspruch „Mach et“ wurde in mehreren Abwandlungen zum geflügelten Wort, überwiegend in Verbindung mit Ordenewitz’ Spitznamen Otze.
Mach mal Pause! Die Aufforderung wurde Mitte der 1950er-Jahre als Werbespruch für Coca-Cola verwendet und hat sich so verfestigt, dass sie inzwischen Zitatcharakter besitzt. Gegen Ende der 1960er Jahre wurde ein anderer Slogan benutzt: „Besser geht’s mit Coca-Cola.“
Heute werden die obigen Worte nicht nur als Aufforderung verwendet, sich eine Erholung zu gönnen, sondern auch ironisch, um den Redefluss einer Person zu unterbrechen. Der Spruch ist so bekannt, dass er auch in anderem Zusammenhang genutzt wird.
Mach’s noch einmal, Sam! Mach’s noch einmal, Sam ist der deutsche Titel des US-amerikanischen Films Play it again, Sam mit Woody Allen aus dem Jahr 1971. Der Titel (wörtlich: „Spiel es noch einmal, Sam“) spielt auf den Film Casablanca an.
Der Held von Allens Film, ein linkischer Filmkritiker, träumt davon, so wie Humphrey Bogart zu sein. Seine Freunde machen sich auf die Suche nach einer Frau für ihn. Doch sobald Allen mit einer attraktiven Frau zusammentrifft, versteckt er sich hinter einer Maske alberner Männlichkeit, wobei ihm Humphrey Bogart mit Ratschlägen zur Seite steht: „Vergiß die Vergangenheit, Frauen sind nicht kompliziert. Ich habe noch keine getroffen, die eine Ohrfeige oder den Anblick meiner Kanone nicht kapiert hätte.“
Im Film Casablanca lautet die Aufforderung an den Barpianisten, ein Lied aus vergangenen Tagen (As Time Goes By) noch einmal zu spielen, “Play it, Sam.” Das Zitat wird gelegentlich als Aufforderung verwendet, etwas zu wiederholen, womit man schon einmal erfolgreich war.
Macht der Finsternis Diese Metapher für das Böse schlechthin stammt aus dem Lukasevangelium, wo Jesus nach seiner Gefangennahme „zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die über ihn gekommen waren“, sagt:
Nach dem Glauben des Manichäismus war am Anfang das Lichtreich Gottes. Dem gegenüber steht das Reich der Finsternis, in dem Kampf und Uneinigkeit herrscht. Während seiner inneren Kämpfe attackiert die Finsternis das Licht. Gott der Vater will keinen Kampf. Aus diesem Grund sendet er seinen Sohn in den Kampf, damit dieser von der Finsternis gefangen genommen wird. Durch das Opfer seines Sohnes bleibt das Lichtreich unversehrt und wird der endgültige Sieg über die Finsternis vorbereitet.
Die Worte „Macht der Finsternis“ kommen häufiger in Filmtiteln vor und beschwören düstere Assoziationen, können auch parodistisch verwendet werden, wie im Filmtitel Erkan und Stefan – Gegen die Mächte der Finsternis.
Nu da machd doch eiern Drägg alleene! mini|Friedrich August III. in Paradeuniform, 1912 „Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“ (sächsisch für: „Macht doch euren Dreck allein!“) soll der sächsische König Friedrich August III. angeblich bei seiner Abdankung am 13. November 1918 auf Schloss Guteborn bei Ruhland gesagt haben.
Angeblich kam eine Abordnung von Revolutionären zum König, um ihn für abgesetzt zu erklären. Friedrich August war ohnehin nicht so sehr an den Regierungsgeschäften interessiert und entfernte sich ohne Widerstand. Als ihn am Bahnhof eine Menschenmenge hochleben ließ, sagte er zum Abschied: „Na, ihr seid mir scheene Rebubliganer…“. Diese Äußerung ist umstritten, nach seinem Sohn Ernst Heinrich habe der Vater lediglich „Das sind aber eigenartige Republikaner“ zu seinen Mitreisenden gesagt.
Der Schriftsteller Kurt Tucholsky behandelt diesen Ausspruch in seinem Gedicht Das Königswort, das mit folgender Strophe beginnt: „Dies ergötzte hoch und niedrig:Als der edle König Friedrich,August weiland von ganz Sachsen,tat zum Hals heraußer wachsenseinem Volk, das ihn geliebt,so es billigen Rotwein gibt –als der König, sag ich, merkte,wie der innre Feind sich stärkte,blickt er über die Heiducken,und man hört ihn leise schlucken…Und er murmelt durch die Zähne:‚Macht euch euern Dreck alleene!‘“
Macht geht vor Recht.
Den Satz „Macht geht vor Recht“ legte 1863 Maximilian Graf von Schwerin dem Ministerpräsidenten Otto von Bismarck in Bezug auf dessen Rede im preußischen Abgeordnetenhaus in den Mund. Er profiliert sich damit als parlamentarischer Gegenspieler Bismarcks.
Der Zitatensammler Georg Büchmann schreibt in seinen Geflügelten Worten:
Das Zitat selbst geht auf eine Stelle beim biblischen Propheten Habakuk zurück, wo es heißt: „Es geht Gewalt vor Recht.“
Der Philosoph Baruch de Spinoza schreibt in seinem „Tractatus politicus“ (Kapitel 2, § 13): „…weil jeder so viel Recht hat, als er Macht hat.“
Dieser Gedanke wird in Goethes Faust II (V, Palast) wieder aufgegriffen: „Man hat Gewalt, so hat man Recht.“
In Friedrich Schillers Gedicht Die Weltweisen heißt es: „Im Leben gilt der Stärke Recht.“
In Adelbert von Chamissos Gedicht Die Giftmischerin schließlich steht: „Hast du die Macht, du hast das Recht auf Erden.“
Macht hoch die Tür! Diese Worte sind der Anfang eines bekannten Adventslieds, dessen Text vom Kirchenlieddichter Georg Weissel in den Jahren 1623/1642 nach Psalm 24 geschrieben wurde: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe!“Psalm 24,7. Zitiert nach
Das Lied selbst beginnt folgendermaßen: „Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit!Es kommt der Herr der Herrlichkeit,ein König aller Königreich,ein Heiland aller Welt zugleich,der Heil und Leben mit sich bringt,der halben jauchzt, mit Freuden singt:Gelobet sei mein Gott,mein Schöpfer reich von Rat.“Zitiert nach:
mini|BMW Isetta
Das Rollermobil BMW Isetta aus den 1950er Jahren wurde im Volksmund in Anspielung auf dieses Lied auch Advents-Auto genannt („Macht hoch die Tür!“), denn die Fronttür wurde wie bei einem Kühlschrank aufgeklappt. Das Lenkrad schwenkte mit der Fronttür nach vorn und zur Seite und bot so einen guten Einstieg in einen für zwei Personen ausreichenden Innenraum. Durch den Fronteinstieg, mit der nach oben klappenden Lenksäule, hatte das Fahrzeug nur eine Länge von 2,25 Metern.
Macht kaputt, was euch kaputt macht Macht kaputt, was euch kaputt macht ist der Titel und der Refrain eines Lieds der deutschen Politrock-Band Ton Steine Scherben aus dem Jahr 1969. Der Text von Norbert Krause beginnt mit den Worten: „Radios laufen, Platten laufen,Filme laufen, TVs laufen,Reisen kaufen, Autos kaufen,Häuser kaufen, Möbel kaufen. Wofür?“ Es folgt dann der Refrain: „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“
Dieser Satz wurde zu einem der bekanntesten und heute immer noch verwendeten Slogans im Umfeld der deutschsprachigen Autonomen, beispielsweise in der Hausbesetzerbewegung und in neoanarchistischen Kreisen im Anschluss an die Studentenbewegung der 1960er Jahre. Im Band 12 des Duden (Zitate und Aussprüche) heißt es dazu: „Die radikale Aufforderung wurde häufig auf Wände besprüht und diente auch als Rechtfertigung für den Vandalismus einzelner Gruppen. – “Duden. Zitate und Aussprüche. Mannheim, 1998, ISBN 3-411-04121-8.
Macht korrumpiert. mini|Lord Acton Dies ist ein verkürzter Ausspruch des britischen Historikers Lord Acton, der auf Englisch Folgendes sagte: “Power tends to corrupt and absolute power corrupts absolutely.” „Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.“
Er bekämpfte die päpstliche Unfehlbarkeitsdoktrin des Ersten Vatikanischen Konzils. In diesem Zusammenhang äußerte er diese Worte.
Diese Worte zitiert auch der Schriftsteller Stefan Heym bei der Großdemonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin im Hinblick auf die Diktatur der SED. In einem Interview sagte Heym später: „Wenn Sie in der Geschichte zurückgehen, werden Sie auch in anderen Perioden feststellen, dass Macht diese Wirkung auf die Menschen hat. Es war ein englischer Lord, der Name entfällt mir im Augenblick, der gesagt hat: ‚Macht korrumpiert, und absolute Macht korrumpiert absolut.‘“
Ein weiteres Zitat verdeutlicht Lord Actons Einstellung: „Great men are almost always bad men.“ „Große Männer sind fast immer schlechte Männer.“
Wenige Monate vor wurde das Foto einer Gruppe chinesischer Journalisten mit einem mit Satz beschrifteten Plakat am Vorabend des Tian’anmen-Massakers zu einem der ikonischsten Bilder der Proteste.
Macht mir den rechten Flügel stark! mini|Der Schlieffen-Plan „Macht mir den rechten Flügel stark!“ soll der preußische Generalfeldmarschall Alfred von Schlieffen in Fieberfantasien kurz vor seinem Tode gesagt haben. Der Schlieffen-Plan, den Sebastian Haffner als eine der sieben Todsünden Deutschlands im Ersten Weltkrieg bezeichnete, war Vorbild des späteren Blitzkrieges Hitlers.
Als Alfred Graf von Schlieffen 1905/06 aus dem Amt des Generalstabschefs ausschied, hinterließ er seinem Nachfolger Helmuth Johannes Ludwig von Moltke die Denkschrift, welche die Grundzüge des Plans enthielt. Moltke passte den Schlieffen-Plan der veränderten strategischen Lage an. Der offensive rechte Flügel, der durch Belgien stoßen sollte, behielt zwar die im ursprünglichen Plan vorgesehene Stärke, zusätzliche Kräfte wurden aber dem defensiven linken Flügel zugeteilt. Entgegen Schlieffens Rat wurde vom Jahre 1909 ab das Kräfteverhältnis zwischen dem rechten und dem linken deutschen Flügel geändert. Im Plan des Grafen Schlieffen war dieses Verhältnis noch 7:1, nun verschob es sich auf 3:1.
Schlieffens Arzt, Obergeneralarzt Rochs, schreibt in seinem Buch „Schlieffen“ über die letzten Worte seines Patienten: „In seinen Fieberphantasien gingen Geschichtliches, Politik, Krieg, Schlachtbeschreibungen und Familienstiftung durcheinander. In lichten Augenblicken bekundete er volle Kenntnis seiner Krankheit, so äußerte er gelegentlich: ‚Also Kopfrose‘, dann ‚Merkwürdig, dieser Kräfteverfall‘. Seine letzten Worte waren: ‚Kleine Ursachen, große Wirkungen‘.“
Made in Germany Das britische Gesetz der Warenbezeichnung von 1887 („The Merchandise Marks Act“) schloss alle im Ausland hergestellten Waren von der Einfuhr in Großbritannien aus, die einem britischen Fabrikanten, Händler oder Kaufmann gehörende Namen oder Schutzmarken tragen, „unless such name or trade mark is accompanied by a definite indication of the country in which the goods were made or produced“ („es sei denn, diesem Namen oder dieser Schutzmarke wurde eine genaue Bezeichnung des Landes hinzugefügt, in dem die Ware hergestellt oder hervorgebracht wurde“).