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Nach Adam Riese mini|Adam Ries Die Redewendung „Nach Adam Riese“ (auch: „Das macht nach Adam Riese …“) wird gebraucht, um auszudrücken, dass etwas „richtig gerechnet“ sei. Sie geht auf den bekannten Rechenmeister Adam Ries zurück, der 1528 in Annaberg als Buchführer in den Bergwerksdienst eintrat. Sein erstes Rechenbuch erschien unter dem Titel Rechnung auff der linihen, gemacht durch Adam Risen von Staffelsteyn anno 1518.

Es folgten noch drei weitere Lehrbücher, die, im Gegensatz zu den bis ins 16. Jahrhundert üblicherweise in Latein abgefassten Rechenbüchern, in deutscher Sprache abgefasst sind. Durch dieses Verdienst erreichte Adam Ries einen großen Leserkreis und gilt seither allgemein als der „Vater des modernen Rechnens“. Er trug entscheidend dazu bei, dass die damals noch gebräuchliche römische Zahlschrift als in der Praxis unhandlich erkannt und durch die indische Zahlschrift ersetzt wurde.

Riese war eine schon zu Lebzeiten des Mathematikers vorkommende Variante des Namens Ries und blieb in der Redewendung bis heute erhalten. Die Ursprünge der Verwendung des Namens in Bezug auf korrekte Rechenergebnisse sind ungewiss. Bereits 1829 erschien folgende Deutung: Vor diesem Hintergrund entstand die Redensart „nach Adam Riesens Rechenbuch“, die heute in der verkürzten Form gebraucht wird. Beim ergänzten -e handelt es sich also um ein Relikt eines Genitiv -ens bzw. um ein Dativ -e.

Die Redewendung wird gelegentlich auch zu „nach Adam Riese und Eva Zwerg“ oder „nach Adam Riesling“ verballhornt.

Nach allen Regeln der Kunst Die Redewendung geht wahrscheinlich auf den Meistergesang zurück, in dessen so genannter Tabulatur die Regeln und Konventionen der Kunst des Meistergesangs niedergelegt waren.

Möglicherweise ist der Ursprung der Wendung aber auch in einer Äußerung des Preußenkönigs Friedrich II. zu sehen. Er soll 1757 während des Siebenjährigen Krieges am Vorabend der Schlacht bei Leuthen gesagt haben, er werde „gegen alle Regeln der Kunst“ den viel stärkeren Feind angreifen.

Nach Canossa gehen wir nicht. mini|Karikatur zur Beendigung des Kulturkampfes. Papst Leo XIII. und Bismarck fordern sich gegenseitig zum Fußkuss auf. Auf dem Höhepunkt des Kulturkampfes sagte der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck am 14. Mai 1872 im Deutschen Reichstag anlässlich der Ablehnung des Kardinals Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst als deutschen Gesandten durch Papst Pius IX. diese Worte. Bismarck spielte damit auf den Bußgang Kaiser Heinrichs IV. im Jahr 1077 zu Papst Gregor VII. nach Canossa an, mit dem der Kaiser die Aufhebung des Kirchenbanns erreichen wollte.

Ab 1872 wurden im Rahmen des sogenannten Kulturkampfes verschiedene Sondergesetze gegen die Katholiken beschlossen, die wiederholt verschärft wurden. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurden Rechte und Machtstellung der Kirche durch Reichs- und preußische Landesgesetze beschnitten (Kanzelparagraph, Jesuitengesetz, Brotkorbgesetz), aber auch die Zivilehe eingeführt. In diesem Zusammenhang fiel in einer Reichstagsrede Bismarcks der bekannte Satz:

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Während seiner Zeit als Trainer machte der deutsche Fußballtrainer Sepp Herberger durch Sprüche auf sich aufmerksam, die schnell in aller Munde waren. Diese Aussagen erlangten neben ihrem direkten Bezug zum Fußball teilweise auch den Kult-Status von allgemeinen Lebensweisheiten.

Auf der Website des DOSB heißt es zu diesem Satz:

Auch der deutsche Bundespräsident Horst Köhler griff am 20. November 2008 in seiner Rede zur Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an die Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in Peking 2008 diesen Satz auf:

Nach jemandes Pfeife tanzen Diese Redewendung bedeutet gezwungenermaßen alles tun, was jemand von einem verlangt und geht davon aus, dass sich die Tänzer nach der Musik richten. Hintergrund ist die Fabel vom Flöte blasenden Fischer des griechischen Fabeldichters Äsop. Darin gelingt es dem Flötenspieler mit seinem Spiel nicht, die Fische an Land zu locken. Schließlich fängt er sie mit einem Netz und sagt zu den zappelnden Fischen:

Verwendung „Nach ihrer Pfeife tanzen alle Spielerinnen.“ (über die Fußball-Schiedsrichterin Nicole Schumacher) „Ihr müsst alle nach meiner Pfeife tanzen.“ (Totentänze vom 15. bis zum 20. Jahrhundert) „Alles tanzt nach meiner Pfeife“ (Film mit Louis de Funès)

Nach uns die Sintflut!

Nachbarin! Euer Fläschchen! In Faust I kann Gretchen im Domzeno.org gerade noch diese Bitte um das Riechfläschchen ihrer Banknachbarin stammeln, bevor sie in Ohnmacht fällt. Ihre Mutter ist an dem ihr beigebrachten Schlafmittel verstorben, ihr Bruder im Zweikampf mit Faust den Zauberkräften Mephistos zum Opfer gefallen, und sie nimmt jetzt am Trauergottesdienst teil. Außerdem erwartet sie von Faust ein Kind. Das alles ist zu viel für Gretchen.

Wer heute diese Worte zitiert, will scherzhaft zum Ausdruck bringen, dass ihn etwas fast aus der Fassung bringt. Auch Abwandlungen des Zitats sind üblich, wobei die verschiedensten Gegenstände erbeten oder angeboten werden können: Beispiel: Nachbarin, Euer Täschchen. (Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger, 10. Staffel, 108).

Nach’m Krieg, um sechs Uhr! mini|Schwejk wartet bereits. Diese Art der Verabredung geht zurück auf eine berühmte Abschiedszene in dem satirischen Roman Der brave Soldat Schwejk von Jaroslav Hašek. Während des Ersten Weltkriegs verabschiedet Schwejk sich an der Front von seinem Freund Woditschka und macht das nächste Zusammentreffen zu einem gemeinsamen Bier mit ihm aus:

Schwejk macht sich Sorgen, dass der Krieg pünktlich losgeht, damit er auch pünktlich zu Ende ist. Am Ende kehrt Schwejk zurück nach Prag, wo er pünktlich zu seinem Treffen mit seinem Zechkumpanen Woditschka eintrifft.

Auf der Homepage des Westdeutschen Rundfunks heißt es:

V šesť časov věčera posle vojny (В 6 часов вечера после войны, deutsch: Um sechs Uhr abends nach dem Krieg) ist ein Musikfilm von sowjetischen Filmregisseur Iwan Alexandrowitsch Pyrjew (1901–1968) aus dem Jahr 1944.

Nachtigall, ick hör’ dir trapsen. mini|Nachtigall Diese saloppe Berliner Redensart geht wohl auf ein Lied aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn zurück und bekam ihre jetzige Form durch eine Zusammenziehung der Anfangszeilen der ersten und der zweiten Strophe:

Trapsen ist ein umgangssprachliches Wort für geräuschvoll gehen. Mit dieser Redensart gibt man zu erkennen, dass man bestimmte Absichten durchschaut hat.

Nacht-und-Nebel-Aktion Die Wendung „bei Nacht und Nebel“ ist eine alte rechtssprachliche Formel zur Bezeichnung des Zeitraums, in dem Dunkelheit herrscht und in dem deshalb unerlaubte Handlungen im Schutz der Dunkelheit geschehen können. Das Deutsche Rechtswörterbuch führt Belege für die Formel aus dem 14. bis 17. Jahrhundert an.Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Nebel; DRW: Nacht (II)

Der Begriff Nacht-und-Nebel-Aktion bezieht sich unter anderem auf einen Erlass des Oberkommandos der Wehrmacht vom 12. Dezember 1941 (siehe Nacht-und-Nebel-Aktion bei Wiktionary). Danach wurden auf Hitlers Weisung vom 7. Dezember, die im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als „Nacht-und-Nebel-Erlass“ bezeichnet wurde, Widerstandskämpfer in besetzten Gebieten „ins Reich überführt“ und ohne jede Mitteilung hingerichtet oder in Konzentrationslager eingewiesen.

Dadurch erhielt der Ausdruck im dienstlichen Schriftgebrauch nach 1945 einen zusätzlichen Sinn, und zwar als „geheim“ eingestufte Handlung bzw. Vorschrift. In der Umsetzung dieser Richtlinie tauchte der Begriff nur selten und abgekürzt als „NN-Sache“, „NN-Gefangener“ und „NN-Häftling“ auf. Diese Abkürzung kann auch als „nullum nomen“ (lateinisch: ohne Namen) gedeutet werden. Nacht und Nebel (französischer Originaltitel: Nuit et brouillard) ist ein Dokumentarfilm über diese Begebenheiten.

Der Ausdruck war davor weit verbreitet genug, um auch in mehrsprachigen Wörterbüchern berücksichtigt zu werden.Mozin’s kleines, deutsch-französisch und französisch-deutsches, aus dem vollständigen Taschen-Wörterbuch Mozin’s von ihm bearbeitetes Hand-Wörterbuch, enthaltend die gemeinnützlichen Wörter nebst Aussprache zum Gebrauche der Realschulen und Lehranstalten beiderlei Geschlechtes. Durchgesehen und vermehrt von Christian Gottlieb Hoelder. Erster Theil: Deutsch-Französisch. J. G. Cotta’scher Verlag, Stuttgart und Augsburg 1855, Artikel Nebel, S. 300.

Gemäß Duden bedeutet der Begriff heute auch

Näher, mein Gott, zu dir mini|Nearer, My God, to Thee Näher, mein Gott, zu dir ist die deutsche Version – von Ehrhardt Friedrich Wunderlich – des Chorals Nearer, My God, to Thee, den die englische Dichterin Sarah Flower Adams schrieb und der erstmals 1841 in einer Sammlung religiöser Gedichte erschien. Die Melodie schrieb der US-amerikanische Komponist und Musikpädagoge Lowell Mason.

Das Lied wurde zu Ehren der ermordeten US-Präsidenten James A. Garfield 1881 und William McKinley, dessen letzte Worte der Liedanfang gewesen sein sollen, sowie bei der Beerdigung des Präsidenten Gerald Ford intoniert.

Als Lieblingsstück ihres Dirigenten Wallace Hartley soll es auch von der Kapelle der Titanic bis zum Untergang des Schiffes gespielt worden sein.

mini|Michael Willmann: Die Engelsleiter Der Text basiert lose auf der Geschichte von der Himmelsleiter in Jakobs Traum im 1. Buch Mose, so wie es in der zweiten Strophe anklingt:

Die Geschichte mit der Himmelsleiter beginnt folgendermaßen:

Narr in Christo „Narr in Christo“ kann man einen weltfremden, christlichen Idealisten in Anspielung auf den Titel des Romans Der Narr in Christo Emanuel Quint von Gerhart Hauptmann nennen.

Der Romantitel knüpft an eine Stelle im 1. Brief des Paulus an die Korinther an. Dort vergleicht sich Paulus von Tarsus und den Apostel Apollos mit den überheblichen Korinthern:

Neckermann macht’s möglich. Dieser Werbeslogan des Versandhauses Neckermann wurde im Jahr 1960 geprägt. Er wurde bald zu einem Synonym für das deutsche Wirtschaftswunder, das heute in vielfachen Abwandlungen gebraucht wird, wobei für Neckermann oft ein anderer Namen eingesetzt wird.

Gegen den Firmenslogan „Besser dran mit Neckermann“ erwirkte die Konkurrenz mehrere einstweilige Verfügungen aufgrund vergleichender Werbung. Anfang des Jahres 1960 mussten deswegen 900.000 Kataloge wieder eingestampft werden, und der Spruch wurde per Gerichtsbeschluss verboten.

Einem Teilnehmer einer Arbeitssitzung, in der über eine griffige Formulierung nachgedacht wurde, knurrte der Magen, und auf die mürrische Frage, ob es denn bei Neckermann nicht möglich sei, etwas zu essen zu bekommen, sprang ein junger Mitarbeiter auf, kehrte kurze Zeit später mit heißen Würstchen zurück und servierte diese mit den Worten:

Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und Sie nehmen ihm zu gleicher Zeit das Glück. Dieses Zitat stammt aus Henrik Ibsens Schauspiel Die Wildente.Henrik Ibsen: Die Wildente. 5. Akt Damit wurde der Begriff Lebenslüge in die Literatur eingeführt. Ibsen prangert damit Doppelmoral und krampfhaftes Festhalten am schönen Schein an, was er als typisch für das Bürgertum seiner Zeit sah.

In einer Besprechung des Schauspielhauses Basel zu diesem Stück heißt es:

Ein Porträt Ibsens von Stefana Sabin steht unter der Überschrift Von der Lebenslüge zehren. Sabin schreibt darin:

Nessun dorma. Nessun dorma (italienisch für: „Keiner schlafe“) ist eine Arie aus Giacomo Puccinis Oper Turandot von 1926. Darin löst der fremde Prinz Kalaf das Rätsel der Prinzessin Turandot und gewinnt sie damit als Gemahlin. Kalaf stellt Turandot jedoch in Aussicht, sie von ihrem Heiratsversprechen zu entbinden, wenn sie bis Sonnenaufgang seinen Namen herausfinden sollte. Daraufhin befiehlt Turandot, dass niemand in Peking schlafen dürfe, alle sollten nach dem Namen des unbekannten Prinzen fahnden. Boten verkünden: