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Pack die Badehose ein! mini|Großer Wannsee in Berlin Pack die Badehose ein! war der Schlagertitel, mit dem 1951 der Kinderstar Cornelia Froboess in einer Rundfunksendung debütierte. Der Schlager wurde von ihrem Vater Gerhard Froboess komponiert, der Text stammt von Hans Bradtke. Eingängig ist vor allem der Refrain, der mit folgenden Versen beginnt:Zitiert nach https://www.magistrix.de/lyrics/Conny%20Froboess/Pack-Die-Badehose-Ein-22818.html Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein Und dann nischt wie raus nach Wannsee Ja, wir radeln wie der Wind durch den Grunewald geschwind Und dann sind wir bald am Wannsee

Der Schlager wurde rasch populär und sein Titel steht als Metapher für strahlend schönes Sommerwetter. Wo es keinen Wannsee gab, sang man:

Cornelia hatte damit im Mai 1951 ihren ersten Bühnenauftritt. Den Schlager hatte ihr Vater ursprünglich für die Schöneberger Sängerknaben geschrieben, doch die Aufnahme mit Cornelia wurde erfolgreicher und machte sie zum Kinderstar.

Packen wir’s an! Als Ergebnis der Ölkrise von 1973 begann ein Umdenken in Bezug auf die Bedeutung der Energieeinsparung. Der Mineralölkonzern Esso war der Ansicht, dass diese Frage ein ernsthafteres Symbol als einen gezeichneten Tiger verlangte. 1975 wurde in Großbritannien der erste Werbefilm ausgestrahlt, der einen echten Tiger zeigte. Gleichzeitig verwendete der Konzern einen neuen Slogan:

Damit wurde der bekannte vorherige Slogan aus dem Jahr 1959 abgelöst:

Zusammen mit dem Satz „Es gibt viel zu tun“ erlangte dieser Werbeslogan über das Fernsehen weite Verbreitung. Als Parodie zu dem neuen Slogan gab es bald Varianten wie:

Pacta sunt servanda. Der lateinische Rechtsgrundsatz Pacta sunt servanda bedeutet auf Deutsch: „Verträge müssen eingehalten werden.“ Es handelt sich um den wichtigsten Grundsatz des öffentlichen ebenso wie des privaten Vertragsrechts. Das Zitat stammt wohl vom römischen Juristen Ulpian.

Der Satz wurde oft vom bayerischen Politiker Franz Josef Strauß als Kanzlerkandidat der Union in Bezug auf die Deutschlandpolitik Willy Brandts und Helmut Schmidts zitiert. Er wollte damit ausdrücken, dass er beabsichtigte, den Grundlagenvertrag mit der DDR einzuhalten, den er heftig bekämpft hatte.

Auf die Frage Martin Bangemanns in einer Fernsehdiskussion im Januar 1987, ob er hinter die Ostverträge zurückwolle, bekräftigte Strauß sein Wort „pacta sunt servanda“.

Pädagogische Provinz Dieser von Goethe in seinem Bildungsroman Wilhelm Meisters Wanderjahre geprägte Begriff steht für eine vorbildliche Erziehungsgemeinschaft. Über den Roman hinaus wird der Begriff als Bezeichnung pädagogischer Idealentwürfe verwendet.

Im ersten Kapitel des zweiten Buches bringt Wilhelm seinen Sohn Felix in einer pädagogischen Provinz unter, die auf den ersten Blick folgenden Eindruck macht: „Die Wallfahrenden hatten nach Vorschrift den Weg genommen und fanden glücklich die Grenze der Provinz, in der sie so manches Merkwürdige erfahren sollten; beim ersten Eintritt gewahrten sie sogleich der fruchtbarsten Gegend, welche an sanften Hügeln den Feldbau, auf höhern Bergen die Schafzucht, in weiten Talflächen die Viehzucht begünstigte. Es war kurz vor der Ernte und alles in größter Fülle; das, was sie jedoch gleich in Verwunderung setzte, war, daß sie weder Frauen noch Männer, wohl aber durchaus Knaben und Jünglinge beschäftigt sahen, auf eine glückliche Ernte sich vorzubereiten, ja auch schon auf ein fröhliches Erntefest freundliche Anstalt zu treffen.“Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre Erziehungselemente sind Musik und Chorgesang. Die Oberen setzen Wilhelm auseinander, welche Religion zu favorisieren sei. Insbesondere bekommen die Jugendlichen in der Provinz Ehrfurcht vor dem Himmel und der Erde beigebracht.

Der Begriff wird heute beispielsweise so verwendet: „Pädagogische Provinz – Interview mit Ingrid Sund, Leiterin der Schule Schloss Salem“ „Die Gartenstadt Hellerau als pädagogische Provinz“ „Pädagogische Provinz versus Ideologische Zuchtanstalt“

Päpstlicher sein als der Papst mini|Ludwig XVI. Diese Redensart geht vermutlich auf den französischen König Ludwig XVI. zurück, der Folgendes gesagt haben soll: „Il ne faut pas être plus royaliste que le roi.“ „Man muss nicht königlicher gesinnt sein als der König.“ Der Reichskanzler Otto von Bismarck änderte diese Redensart während des Kulturkampfs um in: „katholischer sein als der Papst“ Bismarck sah in den Versuchen des Vatikans, die päpstliche Einflussnahme zu festigen, einen Angriff auf den gerade entstandenen deutschen Nationalstaat. Der Streit eskalierte, als die Kurie verlangte, Kirchenkritiker aus dem Schul- und Universitätsdienst zu entfernen.

Literarisch belegt ist diese Wendung auch durch Leo Tolstois Roman Anna Karenina. Dort sagt Fürstin Twerskaja: „Ich kann nicht päpstlicher sein als der Papst.“Leo Tolstoi: Anna Karenina, S. 358

Pardon wird nicht gegeben! Die so genannte Hunnenrede hielt Wilhelm II. am 27. Juli 1900 in Bremerhaven. Anlass dafür war die Verabschiedung des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufstands im Kaiserreich China. Das wohl bekannteste Zitat dieser Rede lautet: „Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!“ Dieses Zitat wurde im Ersten Weltkrieg häufig als Bestätigung für das als barbarisch geltende Verhalten der Deutschen herangezogen. In Großbritannien prägte die Rede den Begriff „The huns“ für die Deutschen, der gleichfalls in der britischen Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg eine Rolle spielte. In dieser zweiten, offiziellen Fassung hat die entscheidende Passage folgenden Wortlaut: „Ihr wisst es wohl, ihr sollt fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind. Kommt ihr an ihn, so wisst: Pardon wird nicht gegeben. Gefangene werden nicht gemacht. Führt eure Waffen so, dass auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen.“

Part of the Game no na net, part of the game, auf Deutsch: selbstverständlich Teil des Spiels sprach der stellvertretende Kärntner Landeshauptmann Uwe Scheuch 2009 im Zuge der Part-of-the-Game-Affäre in einem persönlichen Gespräch, das auf Tonband mitgeschnitten wurde. Damit bot er einem Berater eines möglichen russischen Investors in Kärnten die österreichische Staatsbürgerschaft an. Der Ausspruch wurde in der Folge zum geflügelten Satz um Korruption anzuprangern.

Im Rahmen des Nationalratswahlkampfes 2013 wurde der Satz wieder aufgegriffen, als ein Handyspiel mit dem Titel “Part of the Game – Game” auf den Markt gekommen ist.App Store (iOS): Das Part of the Game-Game, 6. August 2013Google Play: Das Part of the Game-Game, 6. August 2013

Paris ist eine Messe wert. mini|Heinrich IV. Dieser Ausspruch wird dem französischen König Heinrich IV. zugeschrieben, der für seine Thronbesteigung vom Calvinismus zum Katholizismus übertrat. Nach langwierigen Kämpfen mit den französischen Katholiken und den habsburgischen Spaniern empfing er die Kommunion und kommentierte sein Verhalten hinterher angeblich mit dem folgenden Satz: „Paris vaut bien une messe.“ Nach Robert Merle hat er diesen Satz allerdings nie selbst gesagt. Wie viele andere Sprüche habe ihm das französische Volk diese Aussage in den Mund gelegt.

Parkinsons Gesetz Die Parkinsonschen Gesetze sind zwei Lehrsätze, die von Cyril Northcote Parkinson nach den folgenden Beobachtungen formuliert wurden: Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. Als Beispiel wird eine Rentnerin angeführt, die einen halben Tag dafür braucht, ihrem Enkel einen Geburtstagsgruß zu schreiben. Zunächst geht sie eigens in ein Glückwunschkartengeschäft, verbringt dort eine halbe Stunde mit der Auswahl, überlegt sich dann zuhause stundenlang nette Formulierungen, geht schließlich zum Postamt, wo sie erst nach ausführlicher Beratung zu den derzeitigen Sondermarken schließlich die Karte aufgibt. Der Kontrast ist der vielbeschäftigte Manager, der die gleiche Aufgabe in drei Minuten an seinem Schreibtisch erledigt. In Diskussionen werden die Themen am ausführlichsten diskutiert, von denen die meisten Teilnehmer Ahnung haben – und nicht die Themen, die am wichtigsten sind. Beim Planen des Baus eines Kernkraftwerks kann es so vorkommen, dass die eigentliche Konstruktion des Reaktor-Inneren relativ schnell abgehakt wird, weil die anwesenden Manager und Politiker nur wenig Fachwissen besitzen, während sich danach alle über Stunden die Köpfe heiß reden über die Farbe, in der das Abstellhäuschen (bicycle shed) für die Fahrräder der Mitarbeiter gestrichen werden soll.

Partei ist organisierte Meinung. Diese Definition stammt vom britischen Staatsmann Benjamin Disraeli, der am 21. Juli 1857 im Unterhaus auf Englisch sagte:

Passiver Widerstand Als der preußische König Friedrich Wilhelm IV. im November 1848 seine Truppen zur Einschüchterung der Nationalversammlung in Berlin einmarschieren ließ, wies der Präsident der Nationalversammlung, Hans Victor von Unruh, den bewaffneten Schutz der Bürgerwehr mit folgenden Worten zurück:

Der Ausdruck ist zwar älter, wurde aber durch Unruhs Ausspruch weiter verbreitet.

Passt wie die Faust aufs Auge Die Redewendung wird in Bezug auf eine als besonders unvorteilhaft empfundene Paarung angebracht, etwa für tatsächlich besonders schlecht Passendes (ein Reim z. B. „es reimt sich, wie die faust aufs auge, d. i. schlecht, wenig“) oder wenn der Sprecher seine subjektive Missbilligung ausdrücken will.

In der modernen Umgangssprache wird der Ausdruck gelegentlich auch als positiver Superlativpassen wie die Faust aufs Auge (Wiktionary) verwendet.

Patriotismus ist die Tugend der Boshaften Von Oscar Wilde stammt die Aussage "Patriotism is the virtue of the vicious". Im Kontext wird der Zusammenhang seiner Aussage klar: "Patriotismus ist die Tugend der Boshaften (Bösartigen/Bösen). Mir sind Menschen lieber als Prinzipien, und Menschen ohne Prinzipien sind mir lieber als sonst etwas auf der Welt."

Patriotismus ist Liebe zu den Seinen; Nationalismus ist Hass auf die anderen. Diese Unterscheidung von Patriotismus und Nationalismus stammt vom ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Er greift damit eine Formulierung des französisch-jüdischen Schriftstellers und Diplomaten Romain Gary auf, der dies 1965 in Pour Sganarelle folgendermaßen ausgedrückt hatte:

Fälschlicherweise wird das französische Originalzitat oftmals dem vergleichsweise bekannteren Schriftsteller Victor Hugo zugeschrieben.

Paulus, du rasest! Diese Worte sagte der römische Prokonsul Porcius Festus nach dem Bericht in der Apostelgeschichte zum Apostel Paulus von Tarsus, als dieser sein enthusiastisches Bekenntnis zu Jesus Christus ablegte:Apostelgeschichte. 26,24. Zitiert nach:

Festus wusste nichts mit dem Apostel Paulus, der von seinem Vorgänger Marcus Antonius Felix in Schutzhaft genommen worden war, anzufangen, und überließ es schließlich dem jüdischen König Herodes Agrippa II. herauszufinden, was es mit diesem mysteriösen Jesus Christus auf sich habe. Als Paulus an den römischen Kaiser Nero appellierte, schickte Festus ihn nach Rom.

Das überschwängliche Verhalten des Apostels Paulus lässt erkennen, dass die christliche Kirche als glühende Sekte begonnen hat. Das Motto findet sich in abgewandelter Form in einem Gedicht von Heinrich Heine mit dem Titel An Edom! wieder, das den Antisemitismus zum Thema hat: Du duldest, daß ich atme, Daß du rasest, dulde ich. Manchmal nur, in dunklen Zeiten, Ward dir wunderlich zu Mut, Und die liebefrommen Tätzchen Färbtest du mit meinem Blut.

Peccavi

mini|Der genannte Abschnitt ganz unten rechts