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Rache für Sadowa! miniatur|Georg Bleibtreu: Schlacht von Königgrätz „Rache für Sadowa!“ (frz. „Revanche pour Sadowa!“) forderte die französische Öffentlichkeit ab 1866, nachdem Preußen in der Entscheidungsschlacht des Deutschen Krieges, die zwischen den böhmischen Dörfern Sadová bzw. Máslojedy und Všestary in der Nähe der Stadt Hradec Králové (Königgrätz) ausgetragen worden war, die Armeen der Österreicher und Sachsen vernichtend geschlagen hatte. Frankreich konnte nicht mehr in den Krieg eingreifen, da Preußen schnell Frieden schloss, statt die günstige Situation für Eroberungen auszunutzen. Die Tatsache, dass sich nach Sadowa anstelle der gewohnten deutschen Zersplitterung mit dem Norddeutschen Bund ein mächtiger, geeinter Nachbar unter preußischer Vormachtstellung bildete, wurde von den Franzosen als ein preußischer Sieg über Frankreich angesehen, der zwar auf dem Rücken der Österreicher ausgetragen wurde, aber für die Grande Nation eine „blutige Demütigung und beispiellose Erniedrigung in unserer (d. h. der französischen) Geschichte“„M. T***“: Français au Rhin!!! Brüssel, 1869 S. 13. sei.
Die unverhohlenen Forderungen nach einem Krieg und der Eroberung der linksrheinischen Gebiete, wie schon zur Rheinkrise 1840, schlugen ein weiteres Kapitel in der deutsch-französischen Erbfeindschaft auf. Ziel war es, den neuen Nachbarn im Keim zu ersticken. Es folgte 1870 die französische Kriegserklärung zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.
Heute ist Sadowa (tschechisch Sadová) eine Gemeinde mit rund 330 Einwohnern in Tschechien, 15 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Königgrätz (tschechisch: Hradec Králové), dem Verwaltungszentrum der Region Hradec Králové mit etwa 95.000 Einwohnern.
Rad der Geschichte Die Wendung das „Rad der Geschichte“ ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich und steht für den Fortgang der geschichtlichen Entwicklung. Im Kommunistischen Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahr 1848 heißt es im Abschnitt I (Bourgeois und Proletarier): „Die Mittelstände, der kleine Industrielle, der kleine Kaufmann, der Handwerker, der Bauer, sie alle bekämpfen die Bourgeoisie, um ihre Existenz als Mittelstände vor dem Untergang zu sichern. Sie sind also nicht revolutionär, sondern konservativ. Noch mehr, sie sind reaktionär, sie suchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen.“ Mit der Feststellung, dass sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen lässt, drückt man heute aus, dass historische Entwicklungen nicht rückgängig gemacht werden können.
Räder müssen rollen für den Sieg! Räder müssen rollen für den Sieg! war der Titel einer propagandistischen Werbekampagne der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1942. Wesentliches Ziel der Kampagne war die Erhöhung der Transportleistung in der Wende des Zweiten Weltkriegs. Anlass der Kampagne waren zunehmende Nachschubprobleme im Russlandfeldzug, für die in weiten Teilen die Eisenbahn verantwortlich gemacht wurde.
Im Rahmen der Kampagne erschien eine Serie von Anzeigen, die dazu aufforderten, unnötige Reisen zu unterlassen. So zeigte ein Motiv ein Zugabteil, in dem ein Soldat in Marschausrüstung vor einem sitzenden Reisenden steht. In großen Lettern war darüber geschrieben: „Hilft Deine Reise siegen?“ Verbunden damit war die Unterzeile: „Musst Du der Front Wagenraum stehlen?“
Raffael wäre ein großer Maler geworden, selbst wenn er ohne Hände auf die Welt gekommen wäre. mini|Raffaello Santi Diese Bemerkung stammt aus Gotthold Ephraim Lessings Drama Emilia Galotti, wo der Maler Conti zum Prinzen von Guastalla sagt: „Oder meinen Sie, Prinz, dass Raffael nicht das größte malerische Genie gewesen wäre, wenn er unglücklicherweise ohne Hände wäre geboren worden?“Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti. I,4. Conti stellt damit die Konzeption über die handwerkliche Ausführung. Zuvor hat er seine eigene Malerei so beschrieben: „Auf dem langen Wege, aus dem Auge durch den Arm in den Pinsel, wie viel geht da verloren!“
Im 1881 erschienenen Dekamerone der Verkannten, einer parodistischen Darstellung der so genannten Theaterdekamerones, steht folgender Dialog: „„Es mechten desgleichen Manche unter uns sein, denen die Ordographie en bischen beim Schreiwen im Wäge schteht,“ begann der Soufleur wieder, „un daderum sieht es faul mit’n Dekamerone aus!“ „Armseliger Wurm!“ fuhr ihn Fellrich an. „Raphael würde dennoch der größte Maler geworden sein, auch wenn er ohne Arme und Beine auf die Welt gekommen wäre. Der Geist allein macht lebendig – nicht die Orthograpie. Wir nehmen einen Copisten an, der die einzelnen Beiträge ein wenig durchsieht.““Zitiert nach
Der italienische Maler Raffael wurde durch seine harmonischen und ausgewogenen Kompositionen und lieblichen Madonnenbilder berühmt. Zu Lebzeiten genoss er das Privileg, nur unter seinem Vornamen bekannt zu sein, und bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt er als größter Maler aller Zeiten.
Rahn schießt! Tor, Tor, Tor, Tor! Dieser Satz des Radio-Reporters Herbert Zimmermann im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 ging in die Geschichte ein. Zimmermann schildert damit das entscheidende Tor der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen das Team Ungarns beim Stande von 2:2 kurz vor Schluss: „Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern, keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht aus. Wie könnten sie auch – eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“
Danach rief Zimmermann begeistert aus: „Tor für Deutschland! Drei zu zwei führt Deutschland. Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt!“
Zu Ehren Zimmermanns trägt der Herbert-Award seinen Namen für herausragende journalistische Leistungen im Sportjournalismus.
Rasender Reporter Der Journalist und Schriftsteller Egon Erwin Kisch veröffentlichte 1925 eine Sammlung von Reportagen unter dem Titel „Der rasende Reporter“. Dieser Titel wurde bald zur Bezeichnung für Kisch selbst.
Rasender Roland Der rasende Roland (italienisch: „Orlando furioso“) ist ein Epos des italienischen Renaissance-Dichters Ludovico Ariosto. Die Hauptfigur Roland – Vorbild ist der fränkische Markgraf Hruotland – wird als Neffe Karls des Großen ausgegeben. Als die ebenso schöne wie zauberkräftige Angelika, eine chinesische Prinzessin, an den Hof Kaiser Karls kommt, verlieben sich die meisten Ritter auf der Stelle in sie. Roland verliert wegen seiner Liebe sogar den Verstand.
Mit „Rasender Roland“ bezeichnet man heute – ohne Bezug auf Ariosts Werk – einen wütenden Menschen. Ironisch verwendet wurde der Name als Bezeichnung der langsamen Schmalspurbahn Der rasende Roland auf der Insel Rügen.
Rattenfänger von Hameln miniatur|Rattenfänger von Hameln Der Rattenfänger von Hameln ist eine der bekanntesten deutschen Sagen. Die Sage berichtet von einem Flötenspieler, der die Stadt Hameln von einer Rattenplage erlöste und danach um seinen Lohn geprellt wurde. Dafür rächte er sich, indem er die Kinder mit seinem Flötenspiel aus der Stadt lockte. Der historische Kern der Rattenfängersage lässt sich nicht ermitteln. Als gesichert kann jedoch gelten, dass die ursprüngliche Kinderauszugs-Sage erst Ende des 16. Jahrhunderts mit einer Rattenvertreibungs-Sage verknüpft wurde.
Das Wort Rattenfänger wird heute oft verwendet, um Politiker zu bezeichnen, die auf die Verführbarkeit der Wähler spekulieren.
Raum für alle hat die Erde. Diese Worte stammen aus Friedrich Schillers, von Franz Schubert später vertontem Gedicht Der Alpenjäger und sind ein Teil der Belehrung, die der Berggeist einem Jäger erteilt, der eine Gazelle bis auf den höchsten Berggrat getrieben hat, um sie dort zu erlegen. Das Gedicht endet mit folgenden Zeilen: „Musst du Tod und Jammer senden?Ruft er, bis herauf zu mir?Raum für alle hat die Erde,Was verfolgst du meine Herde?“
Raum ist in der kleinsten Hütte. Die Vierte Strophe von Friedrich Schillers Gedicht Der Jüngling am Bache wurde später in das Lustspiel Der Parasit eingebaut und endet mit der folgenden Strophe: „Komm herab, du schöne Holde,und verlaß dein stolzes Schloß!Blumen, die der Lenz geboren,schütt ich dir in deinen Schoß.Horch, der Hain erschallt von Liedern,und die Quelle rieselt klar.Raum ist in der kleinsten HütteFür ein glücklich liebend Paar.“
Man kommentiert damit heute beengte räumliche Verhältnisse, z. B. wenn plötzlich Besuch erscheint. Beispiele: „Minivans im Vergleich – Raum ist in der kleinsten Hütte.“ „Raum ist in der kleinsten Hütte – Mit Spezialmöbeln lassen sich kleine Zimmer optimal nutzen.“ „Raum ist in der kleinsten Hütte.“ (deutscher Titel der US-Fernsehserie Room for One More)
Read my lips. miniatur|George H. W. Bush bei einer Rede Der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat George H. W. Bush gab 1988 auf der Republican National Convention folgendes Versprechen ab: „Read my lips: no new taxes.“ „Lest es von meinen Lippen ab: Keine neuen Steuern.“ Das Versprechen war eine wichtige Aussage im Wahlkampf, die Rede brachte es in das Bewusstsein des amerikanischen Volkes und gilt als einer der entscheidenden Gründe für den Wahlsieg.
Nach seiner Wahl zwangen eine sich abflachende Konjunktur und eine demokratische Mehrheit im Kongress Bush zu Kompromissen. 1990 erhöhte er verschiedene Steuern und brach so sein Wahlversprechen. „Read my lips.“ ist dadurch zu einem Synonym für gebrochene Wahlversprechen geworden.
Auch die SPÖ hat das Bush-Zitat in Wahlspots in der Nationalratswahl 2006 gegen den damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel verwendet, der versprach, keine Koalition mit der SP einzugehen, sollte diese ihren EU-Kurs beibehalten: „‚Sie haben gelogen, Herr Bundeskanzler.‘ Das ist die zentrale Botschaft des SPÖ-Wahlkampfes in den elektronischen Medien.“ In jedem der sieben SPÖ Werbespots kamen Aussagen des Bundeskanzlers aus der Vergangenheit vor, die dann aus dem Off als Lügen bezeichnet wurden.
Rebellion ist gerechtfertigt. Mit diesen Worten forderte Mao Zedong die Rotgardisten zum Widerstand gegen das Parteiestablishment der Kommunistischen Partei Chinas auf: 造反有理. Zaofan you li.
1964 gründeten 49 Schüler der Qinghua-Mittelschule die erste Rote Garde und wollten der Schulleitung neue Ideen und Vorschläge zur Reformation der Schule unterbreiten. Die Gruppe schrieb einen Brief an Mao persönlich, in dem sie ihm ihre Vorstellungen darlegten. Mao antwortete ihnen, die Rebellion der Roten Garden in der Schule sei richtig und revolutionär, und er unterstütze sie.
Recht auf Arbeit Diese politische Forderung stammt aus dem 1808 erschienenen Werk Theorie der vier Bewegungen (Théorie des quatres Mouvements). des französischen Sozialphilosophen Charles Fourier, in dem er ein umfassendes System des utopischen Sozialismus entwirft.
Fourier sah die Versorgung des Einzelnen in der Gesellschaft mit dem Lebensnotwendigen als ein Recht an und deutet das Verurteiltsein des Menschen zur Arbeit seit dem Sündenfall zu einem Menschenrecht um. Als Preis der Erkenntnis sah man bis dahin die Mühen der Arbeit.
Recht muss Recht bleiben. Diese Feststellung stammt aus dem Alten Testament. Im 94. Psalm ist davon die Rede, dass das Volk Gottes von den Gottlosen unterdrückt wird, Gott ihm aber beistehen wird: „Denn der Herr wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen. Denn Recht muss doch Recht bleiben, und dem werden alle frommen Herzen zufallen.“
Recht muß Recht bleiben –! ist auch ein Gedicht von Kurt Tucholsky, in dem es um Kriegsanleihen geht und das mit folgenden Versen endet: