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Vae victis Der Ausspruch Vae victis („Wehe den Besiegten!“) geht auf einen Bericht des Livius über den Keltenkönig Brennus zurück. Nach seinem Sieg über die Römer warfen diese ihm vor, bei der Auswägung der auferlegten Kriegskontribution zu schwere Gewichte zu benutzen. Daraufhin soll Brennus mit diesen Worten auch noch sein Schwert in die Waagschale geworfen haben, so dass die Römer nun sogar noch mehr Gold zahlen mussten.Dies überliefert Livius 5,48,9. Der Ausspruch wurde sprichwörtlich und wurde später etwa von Plautus und Plutarch zitiert. Der materielle Schaden für das Römische Reich war weitaus geringer als der immaterielle, denn das Selbstbewusstsein der Römer war erschüttert.

Von dieser Begebenheit stammt auch: „sein Schwert/etwas in die Waagschale werfen“.

Varus, gib mir meine Legionen wieder! mini|Der gescheiterte Varus. Skulptur Während Publius Quinctilius Varus sich im Jahr 9 n. Chr. mit drei Legionen auf dem Rückzug in sein Winterlager am Rhein befand, lockten ihn die Germanen unter dem Cheruskerfürsten Arminius in einen Hinterhalt und schlugen ihn in der Varusschlacht vernichtend.

Die Schlacht gilt mit dem Verlust von drei Legionen und ebenso vielen Reiterabteilungen sowie sechs Kohorten als eine der größten römischen Niederlagen. Varus nahm sich noch auf dem Schlachtfeld das Leben. Als Kaiser Augustus von der Niederlage in Germanien erfuhr, soll er nach den Ausführungen des Biographen Sueton ausgerufen haben:

In Joseph Victor von Scheffels Lied Als die Römer frech geworden wird dies ins Lächerliche gezogen:Joseph Victor von Scheffel: Als die Römer frech geworden. Zitiert nach: ingeb.org 11. Nur in Rom war man nicht heiter, Sondern kaufte Trauerkleider; Grade als beim Mittagsmahl Augustus saß im Kaisersaal, Kam die Trauerbotschaft.

12. Erst blieb ihm vor jähem Schrecken Ein Stück Pfau im Halse stecken, Dann geriet er außer sich ‚Varus, Varus, schäme Dich, Redde legiones!‘

Vater, ich habe gesündigt. mini|Rembrandt: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes „Vater, ich habe gesündigt“ sind die Worte des verlorenen Sohnes bei der Rückkehr zu seinem Vater.

Ein junger Mann verlangt von seinem Vater sein Erbteil und verprasst es. Dann kehrt er reumütig zum Vater zurück und sagt:

Der Vater ist so froh über die Rückkehr des verlorenen Sohnes, dass er für ihn ein großes Fest veranstaltet. Als sich der ältere Sohn über das Verhalten des Vaters beklagt, entgegnet dieser:

Vater unser Im Evangelium nach Matthäus und im Evangelium nach LukasEvangelium nach Matthäus, 6,9-13 und Evangelium nach Lukas 11,2-4 steht das Vaterunser (lateinisch: Paternoster), ein Gebet, das Jesus Christus seine Jünger gelehrt hat. Es ist das einzige Gebet, von dem die Bibel unter Berufung auf Jesus überliefert, dass es die Christen beten sollen: „Darum sollt ihr so beten.“ Es ist das am weitesten verbreitete Gebet im Christentum. Nach dem ursprünglichen Text von Lukas zerfällt es in fünf, nach Evangelium des Matthäus in sieben Bitten (um Zuwendung geistiger [1–3] und leiblicher Güter sowie Abwendung von Übeln [5–7]).

Vater, vergib ihnen! mini|Kathedrale von Coventry: Father forgive „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ bittet im Evangelium nach Lukas der gekreuzigte Jesus seinen Vater im Himmel für seine Peiniger:

Auf dem Altar der britischen Kathedrale von Coventry steht ein Holzkreuz, das der damalige Propst nach dem deutschen Luftangriff aus zwei verbrannten Dachbalken anfertigen ließ. An der Altarwand dahinter steht die folgende englische Inschrift:

Vater werden ist nicht schwer. mini|„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“ Aus der Bildergeschichte Julchen in der Knopp-Trilogie des Junggesellen Wilhelm Busch stammt die folgende Erkenntnis als Vorbemerk: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Busch setzt noch hinzu: Ersteres wird gern geübt, Weil es allgemein beliebt. Weiter unten heißt es dann: Steht dann eines Morgens da Als ein Vater und Papa Und ist froh aus Herzensgrund, Daß er dies so gut gekunnt. Dann beschreibt Busch das Verhalten von Kleinkindern:Zitiert nach: buecherquelle.com Denn der Mensch als Kreatur Hat von Rücksicht keine Spur.

Vater sein dagegen sehr ist ein Ratgeber mit dem Untertitel Kluger Rat für werdende Väter und ihre Partnerinnen, der darauf abzielt, dass viele Männer auf ihre neue Rolle als werdende und später erziehende Väter gänzlich unvorbereitet sind.

Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen. mini|Tremissis des Romulus Augustulus Diese Feststellung stammt aus dem 3. Akt des Theaterstücks Romulus der Große des Schweizer Dramatikers Friedrich Dürrenmatt, der beobachtete, dass der Begriff Vaterland oft durch politische Ideologien missbraucht wird, um eine Feindschaft zu anderen Ländern zu erzeugen.

Die Komödie kreist um den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus, der die eigene Kultur für ihre grausame Vergangenheit verachtet und den Einmarsch der Germanen herbeisehnt, da dieser das Ende des römischen Imperiums bedeuten würde.

Auf die Frage seiner Tochter Rea, ob man denn das Vaterland nicht mehr lieben solle als alles in der Welt, antwortet Romulus:

Auf die Bemerkung Reas, es gehe um das Vaterland, nicht um einen Staat, sagt Romulus dann die obigen Worte.

Das Wort Vaterland bedeutet ursprünglich wohl zu bebauendes Land, das dem Vater gehört. Der Begriff erweiterte sich im Laufe der Zeit, bis es das Herkunfts- und Zugehörigkeitsgebiet von Menschen umfasste und sogar personifiziert werden konnte.

Vaterlandslose Gesellen Die abwertende Bezeichnung Vaterlandslose Gesellen für die Sozialdemokraten wird oft Kaiser Wilhelm II. selbst zugeschrieben und bezieht sich wahrscheinlich auf folgenden Satz im Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels:

In seinem Roman Der Steppenwolf verwendet Hermann Hesse den Begriff mehrfach, und der Schriftsteller Adam Scharrer machte ihn zum Titel eines Romans.

Im April 2004 wurde der Ausdruck vom SPD-Politiker Wolfgang Thierse als Schimpfwort für deutsche Unternehmen benutzt, die Arbeitsstellen ins Ausland verlagern.

Venceremos. Venceremos (spanisch für: „Wir werden siegen“) ist ein politisches Kampflied aus Chile, welches 1970 für den Wahlkampf von Salvador Allendes Bewegung geschrieben wurde. Es wurde schnell so populär, dass es bis zum Putsch 1973 die inoffizielle Nationalhymne Chiles war. In der spanischsprachigen Welt hat es in etwa die gleiche Bedeutung wie das Lied We Shall Overcome in der englischsprachigen.

Der Kehrvers lautet folgendermaßen: Venceremos, venceremos, mil cadenas habrá que romper, venceremos, venceremos, la miseria sabremos vencer. |: Venceremos, Venceremos! Schlagt das Volk aus den Ketten, schlagt los! Venceremos, Venceremos! Aus dem Elend befreit sind wir groß. :|

Verachtet mir die Meister nicht! mini|Hans Sachs In der Oper Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner sagt der Schusterpoet Hans Sachs zu dem für Neues offenen Ritter Walther von Stolzing:

Während Walther für das Neue steht, tritt Sachs auch für die Bewahrung des Überkommenen in der Kunst ein. In Sachs sieht Wagner die letzte Erscheinung des künstlerisch produktiven Volksgeistes. Stolzing ist der „Erneuerer“, als der sich Wagner auch selbst sah.

Verbunden werden auch die Schwachen mächtig. In Schillers Drama Wilhelm Tell (I, 3) sagt Werner Stauffacher, Vertreter des Kantons Schwyz, als er sich Gedanken über die Erhebung der Schweizer gegen den Reichsvogt macht:

Wilhelm Tell aus dem Kanton Uri hingegen sagt:

Verdammt in alle Ewigkeit Verdammt in alle Ewigkeit (englisch: From Here to Eternity) ist der deutsche Titel eines 1951 erschienenen und 1953 von Fred Zinnemann in Hollywood verfilmten Romans von James Jones. Der englische Titel ist ein Zitat aus dem Gedicht Gentleman Rankers (Gemeine Soldaten aus gutem Haus) von Rudyard Kipling. Dort heißt es am Ende der ersten Strophe:Zitiert nach: poemhunter.com We’re poor little lambs who’ve lost our way, Baa! Baa! Baa! We’re little black sheep who’ve gone astray, Baa--aa--aa! Gentlemen-rankers out on the spree, Damned from here to Eternity, God ha’ mercy on such as we, Baa! Yah! Bah!

Im Roman wird geschildert, wie der Soldat Prewitt auf Hawaii kurz vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor durch seine Vorgesetzten unterdrückt wird.

Verderben, gehe deinen Gang! In Friedrich Schillers Trauerspiel Die Verschwörung des Fiesco zu Genua kommt es zu einem Dialog zwischen Andreas Doria, dem tyrannischen Dogen von Genua, und dem Verschwörer Fiesko, der den Tyrannen stürzen will. Am Ende dieser Szene bleibt ein nachdenklicher Fiesko zurück, der sich dann selbst zuredet, sein begonnenes Werk fortzuführen:

Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! Diese Aufforderung stammt aus Bertolt Brechts Drama Der gute Mensch von Sezuan und soll die Zuschauer zu Entscheidungen zwingen. Im Epilog tritt ein Schauspieler auf die Bühne und begründet den offenen Schluss damit, dass das Publikum selbst über die Konsequenzen aus dem Dargestellten nachdenken soll: Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen Den Vorhang zu und alle Fragen offen. […] Sie selber dächten auf der Stelle nach Auf welche Weis dem guten Menschen man Zu einem guten Ende helfen kann. Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!

Brechts Ziel war es, dem Publikum stets vor Augen zu halten, dass es sich im Theater befindet, und dazu diente ihm auch der Verfremdungseffekt.

Verflixt und zugenäht! Die Wendung Verflixt und zugenäht (auch „Verflucht und zugenäht“) entstand aus einem kleinen Studentenlied, in dem es heißt: Ich habe eine Liebste, die ist wunderschön, sie zeigt mir ihre Äpfelchen, da ist’s um mich gescheh’n. Doch als mir meine Liebste der Liebe Frucht gesteht, da hab’ ich meinen Hosenlatz verflucht und zugenäht. Das Lied hat aber auch ein Happy End: Doch als sie dann zu sehr geflennt, hab ich ihn wieder aufgetrennt.

Vergeben, aber nicht vergessen. Die Aufforderung, etwas zu vergeben, aber den Gegenstand der Vergebung im Gedächtnis zu behalten, geht auf eine Anekdote um den Staatsmann Otto von Bismarck zurück, die dieser in seinem Buch Gedanken und Erinnerungen selbst erzählt. Es geht dabei um die Beziehung zu seinem alten Freund, Feldmarschall Friedrich von Wrangel, mit dem ein langjähriges Zerwürfnis beendet wurde.

Während des Deutsch-Dänischen Krieges hatte Wrangel zunächst den Oberbefehl über die preußisch-österreichischen Truppen. Er wurde im Kriegsverlauf aber schnell, da er eigenmächtig vorging, auf Betreiben Bismarcks abgelöst. Wrangel verzögerte die Operationen und verbot die Verfolgung der geschlagenen dänischen Truppen.

Von Bismarcks Verhältnis zu Wrangel wird erzählt, dass Bismarck als junger Gesandter an der Hoftafel dem alten Wrangel gegenübersaß, mit dem er einen schweren Streit gehabt hatte. Die beiden redeten kein Wort miteinander, bis der alte Wrangel zu Bismarck sagte:

Bismarck antwortete abweisend:

Dann schwiegen beide lange, bis Wrangel erneut anfing:

Da streckte Bismarck ihm die Hand über den Tisch entgegen und sagte:

John F. Kennedy wird zugeschrieben: „Vergib deinen Feinden, aber merk dir ihre Namen.“

Vergiss das Beste nicht! mini|Wunderblume Diese Mahnung ist eine in zahlreichen deutschen Volkssagen immer wiederkehrende Formel. Dabei geht es um einen in einem Berg verborgenen Schatz, zu dessen Hebung man eine Wunderblume (oder Ähnliches) braucht. Wer die Blume entdeckt hat und damit in den Berg eingedrungen ist, wird durch eine Stimme ermahnt, das Beste nicht zu vergessen. Gemeint ist damit die Blume, die den Rückweg öffnet. Wird sie vergessen, so fährt der Berg zu und der Schatz ist verloren. In der Liebesgeschichte von der Sonnenberger Burg wird von einem Hirten und einem traurigen Burgfräulein erzählt, das dem Hirten das Tor zum Zwergenland öffnete: