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Wacht am Rhein mini|Niederwalddenkmal bei Rüdesheim
Die Wacht am Rhein ist der Titel eines 1840/41 entstandenen patriotischen Gedichts von Max Schneckenburger, der den Text im November 1840 in Bern unter dem Eindruck der Gefahr eines neuen Krieges mit Frankreich dichtete.
Der Titel des Gedichts ist auch ein Teil des Kehrreims: „Es braust ein Ruf wie Donnerhall,Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein,Wer will des Stromes Hüter sein?Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,Fest steht und treu die Wacht am Rhein!“Zitiert nach: stefanjacob.de
Das Gedicht erlangte in der 1854 entstandenen Vertonung von Carl Wilhelm volkstümliche Beliebtheit und erhielt durch seinen mobilisierenden Charakter besondere Aktualität im Deutsch-Französischen Krieg der Jahre 1870/71.
Zu finden ist der Text des Liedes auch auf einer großen Schrifttafel auf der Schauseite des Sockels der Germania-Monumentalstatue des Niederwalddenkmals oberhalb von Rüdesheim am Rhein.
Im Film Casablanca singen die deutschen Offiziere um Major Strasser dieses Lied in Rick’s Café Americain, werden dabei aber mehr und mehr durch die anderen Gäste übertönt, die als Antwort die Marseillaise anstimmen.
Wacht auf, Verdammte dieser Erde! Mit diesem kämpferischen Aufruf beginnt die deutsche Fassung der Internationale, des Kampflieds der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung. Der ursprüngliche Text des französischen Kommunarden Eugène Pottiers von 1871 erschien in Deutschland und anderen Nachbarländern in verschiedenen Übersetzungen. Sie wurde besonders bei Feiern zum 1. Mai gesungen und war bis 1943 Nationalhymne der Sowjetunion. Der deutsche Text stammt von Emil Luckhardt und lautet: Wacht auf, Verdammte dieser Erde, die stets man noch zum Hungern zwingt! Das Recht wie Glut im Kraterherde nun mit Macht zum Durchbruch dringt. Reinen Tisch macht mit dem Bedränger! Heer der Sklaven, wache auf! Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger Alles zu werden, strömt zuhauf!
|: Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht. :|
Wagalaweia! mini|Woglinde, Wellgunde und Floßhilde spielen im Rhein Dieses unverständliche Wort ist ein Zitat aus Richard Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen. Im Rheingold spielen die drei Rheintöchter (Woglinde, Wellgunde und Floßhilde), die Vater Rhein mit der Bewachung des Rheingolds beauftragt hat, in den Wellen: „Um ein Riff in der Mitte der Bühne, welches mit seiner schlanken Spitze bis in die dichtere, heller dämmernde Wasserflut hinaufragt, kreist in anmutig schwimmender Bewegung eine der Rheintöchter.“ Woglinde „Weia! Waga! Woge, du Welle,walle zur Wiege! Wagalaweia!Wallala, weiala weia!“Richard Wagner: Das Rheingold. Vorspiel. 1. Szene. Zitiert nach: opera-guide.ch
Wandel durch Annäherung Im Juli 1963 hielt der SPD-Politiker Egon Bahr vor der Evangelischen Akademie Tutzing einen Vortrag mit dem Titel Wandel durch Annäherung. Bahr gilt als einer der wichtigsten Berater Willy Brandts im Hinblick auf die Ostverträge und wird bisweilen auch als Architekt der Ostverträge bezeichnet. Als Zielsetzung deutscher Außenpolitik forderte er die Aufgabe der Politik der Stärke und vertrat die Ansicht, dass Veränderungen nur langfristig, durch eine große Anzahl kleiner Schritte erreicht werden könnten.
Am Schluss seiner Tutzinger Rede sagt Bahr: „Das ist eine Politik, die man auf die Formel bringen könnte: Wandel durch Annäherung. Ich bin fest davon überzeugt, daß wir Selbstbewußtsein genug haben können, um eine solche Politik ohne Illusionen zu verfolgen, die sich außerdem nahtlos in das westliche Konzept der Strategie des Frieden einpaßt, denn sonst müßten wir auf Wunder warten, und das ist keine Politik.“Zitiert nach fes.de (PDF)
Wanderer, kommst du nach Sparta. mini|Gedenktafel bei den Thermopylen
Das so genannte „Thermopylen-Epigramm“ des Simonides von Keos soll auf dem Gedenkstein für die dreihundert Spartiaten gestanden haben, die in der Schlacht bei den Thermopylen den Kampf gegen die persische Übermacht mit ihrem Leben bezahlten: „“ Ō xein’, angellein Lakedaimoniois hoti tēde / keimetha tois keinōn rhēmasi peithomenoi. „Oh Fremder, verkünde den Spartanern, dass wir hier liegen, von deren Worten überzeugt“, oder auch: „als den Gesetzen Gehorchende.“
Der römische Politiker und Redner Marcus Tullius Cicero schlägt einen pathetischen Ton an, indem er von heiligen Gesetzen des Vaterlands spricht: „Dic, hospes, Spartae nos te hic vidisse iacentes / dum sanctis patriae legibus obsequimur.“ „Sag, Fremder, in Sparta, dass du uns hier habest liegen gesehen, den heiligen Gesetzen des Vaterlands gehorchend.“
Friedrich Schiller fand 1795 in seinem Gedicht „Der Spaziergang“ zu folgender Übersetzung:Der Spaziergang (Wikisource); Erstveröffentlichung 1795 in Die Horen (Schiller) unter dem Titel „Elegie“ „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habestUns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“
Zur Rezeption im 20. Jahrhundert siehe Liste griechischer Phrasen/Omega.
Wanderer zwischen zwei Welten Diese Bezeichnung geht zurück auf den Titel der Novelle Der Wanderer zwischen beiden Welten des im Ersten Weltkrieg gefallenen Schriftstellers Walter Flex, der diese in Erinnerung an einen vor ihm im Krieg gefallenen Freund schrieb. Es wurde das erfolgreichste Buch eines deutschen Schriftstellers im Ersten Weltkrieg. Das im Wanderer enthaltene Gedicht Wildgänse rauschen durch die Nacht … wurde bald mehrmals vertont und zu einem der bekanntesten deutschen Gedichte überhaupt.
Mit der Wendung „Wanderer zwischen zwei Welten“ charakterisiert man einen Menschen, der versucht, in zwei verschiedenen Lebenswelten zu Hause zu sein, der vielleicht auch nicht weiß, wohin er wirklich gehört. Die idealisierte Gestalt des jungen, vom Geist des Wandervogels geprägten Theologiestudenten wurde zu einem Idealbild vieler junger Leser.
Wann ist ein Mann ein Mann? In dem Lied Männer, das Herbert Grönemeyer 1984 mit seinem fünften Studioalbum 4630 Bochum veröffentlichte, heißt es: Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht; außen hart und innen ganz weich; werden als Kind schon auf Mann geeicht. Wann ist ein Mann ein Mann?groenemeyer.de
Diese Frage stellte die ehemalige Fernsehmoderatorin Eva Herman 2007 als Motto ihrem Buch Das Prinzip Arche Noah voran, das für eine neue Familienkultur plädiert.
Wann treffen wir drei wieder zusamm’? mini|Die drei Hexen aus Macbeth Mit dieser Zeile beginnen die erste und die letzte Strophe der Ballade Die Brück’ am Tay von Theodor Fontane, der hier den Beginn des Dramas Macbeth von William Shakespeare zitiert. Bei Shakespeare verabreden sich drei Hexen, bei Fontane sind es Naturgewalten, die eine Zusammenkunft planen. Fontanes Gedicht beginnt mit den drei Hexen aus Shakespeares Macbeth: „Wann treffen wir drei wieder zusamm?“ „Um die siebente Stund’, am Brückendamm.“ „Am Mittelpfeiler.“ „Ich lösche die Flamm.“ „Ich mit.“ „Ich komme vom Norden her.“ „Und ich vom Süden.“ „Und ich vom Meer.“ „Hei, das gibt einen Ringelreihn,Und die Brücke muß in den Grund hinein.“
Es geht um den Zug, der am 28. Dezember 1879 von Burntisland nach Dundee fahren sollte. Die über drei Kilometer lange Eisenbahnbrücke über den Firth of Tay (Mündungsästuar des Flusses Tay bei Dundee, Ostschottland) stürzte 15 Monate nach der Fertigstellung während eines schweren Wintersturms ein. Der Zug versank im Tay und riss alle Zuginsassen in den Tod.
Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes? Mit dieser rhetorischen Frage reagierte Bertolt Brecht auf die Äußerungen der DDR-Führung nach den Vorfällen am 17. Juni 1953: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“Bertolt Brecht nach dem Gedicht Die Lösung aus den Buckower Elegien. Als es in Berlin zu Massenprotesten der Arbeiter in der DDR kam, äußerte er noch am selben Tag in einem Brief an Walter Ulbricht Zustimmung zu den Maßnahmen der DDR-Regierung und zum Eingreifen der sowjetischen Truppen.
In der poetischen Reflexion der Ereignisse nahm er Juli/August 1953 eine deutlich distanziertere Haltung ein, die er in den Buckower Elegien im Gedicht Die Lösung artikulierte. Das Gedicht wurde zum ersten Mal in der Tageszeitung Die Welt am 9. Dezember 1959 veröffentlicht. „Nach dem Aufstand des 17. Juni Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands In der Stalinallee Flugblätter verteilen Auf denen zu lesen war, daß das Volk Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe Und es nur durch verdoppelte Arbeit zurückerobern könne. Wäre es da Nicht doch einfacher, die Regierung Löste das Volk auf und Wählte ein anderes?“Bertolt Brecht: Die Lösung
Warmer Abbruch Einen warmen Abbruch vornehmen oder durch warmen Abbruch gewinnen bzw. warm abtragen bedeutet durch eine Brandstiftung bei seinem hoch versicherten Haus oder Geschäft eine hohe, überhöhte Versicherungssumme zu kassieren, oder ein Abrissverbot, z. B. aus Denkmalschutz-Gründen zu unterlaufen. Dieses Spitzbubenwort soll seit den 1930er Jahren bestehen. Abbruch bezeichnet im Bauwesen den Abriss oder das Abtragen von Gebäuden. Da es heutzutage durch wesentlich bessere und vor allem feuerfeste Baumaterialien, im Gegensatz zur früher üblichen Holzbauweise, nach einem Brand meistens nicht mehr nötig ist, das ganze Gebäude komplett abzureißen, der Schaden jedoch allein durch Löschmaterialien und/oder Rauch dennoch immens ist, spricht man im Volksmund häufig nur noch von einer „Warmen Sanierung oder Brandsanierung“, wenn der Schadensfall absichtlich herbeigeführt wurde oder es zumindest offenkundig so scheint.
Warte nur, balde „Warte nur! Balde // Ruhest Du auch.“ ist der Schluss von Goethes berühmtem Gedicht Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches). Als Parodie dieses Gedichtes ist Ringelnatz’ Vierzeiler anzusehen: Drüben im Walde Kängt ein Guru – Warte nur balde Kängurst auch du.
Warte, warte nur ein Weilchen „Warte, warte nur ein Weilchen“ ist der Anfang eines Liedes aus der Operette Marietta von Walter Kollo (Uraufführung am 22. Dezember 1923 im Metropol-Theater, Berlin): „Warte, warte nur ein Weilchen,Bald kommt auch das Glück zu dir.Mit dem ersten blauen VeilchenKlopft es leis’ an deine Tür.“
mini|Fritz Haarmann Daraus wurde in Hannover ein Subtext über den Serienmörder Fritz Haarmann, der in verschiedenen Versionen existiert. Eine davon lautet: „Warte, warte nur ein Weilchen,bald kommt Haarmann auch zu dir.Mit dem kleinen Hackebeilchenmacht er Hackefleisch aus dir …“
Dieser Vers findet leicht abgewandelt auch in Fritz Langs Film M – Eine Stadt sucht einen Mörder als Abzählreim Verwendung. Statt Haarmann heißt es hier unspezifischer der schwarze Mann.
Warten auf Godot Warten auf Godot (En attendant Godot) ist ein Stück des absurden Theaters von Samuel Beckett aus dem Jahr 1949. Die Hauptfiguren des Stücks verbringen ihre Zeit damit, auf einen Godot zu warten, den sie nicht kennen, von dem sie nichts Genaues wissen, nicht einmal, ob es ihn gibt. Godot selbst erscheint in der Tat nicht und das Warten auf ihn ist offensichtlich vergeblich. Dies drückt sich z. B. in dem mehrfach im Stück wiederkehrenden Dialog aus: Estragon: „Komm, wir gehen!“ Wladimir: „Wir können nicht.“ Estragon: „Warum nicht?“ Wladimir: „Wir warten auf Godot.“ Estragon: „Ach ja.“
Warum in die Ferne schweifen? Die Worte „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ sind angelehnt an die Anfangsverse von Goethes Vierzeiler Erinnerung: „Willst du immer weiter schweifen?Sieh, das Gute liegt so nah.Lerne nur das Glück ergreifen,Denn das Glück ist immer da.“
Dieses leicht umgestaltete Zitat verwendet man, um auszudrücken, dass die Heimat genau so schön sein kann wie ferne Länder, oder um auf unmittelbare Lösungsmöglichkeiten für ein Problem hinzuweisen. So wird mit diesem Zitat für Tourismus im eigenen Land geworben.