Neunkirchen () ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein.

Geographie Lage mini|links|Lage des Ortes Neunkirchen innerhalb der Gemeinde Neunkirchen mini|Gemeindegliederung Die Gemeinde Neunkirchen liegt im südwestlichen Teil des Kreises Siegen-Wittgenstein südlich von Siegen im Siegerland. Sie befindet sich im Tal der Heller („Freier Grund“), die einen östlichen Zufluss der Sieg darstellt. Der Ort liegt auf 242 bis . Die höchste Erhebung (außerhalb des Kernorts) ist der Hohenseelbachskopf mit , ein erloschener Vulkan; südlich des Kernorts liegt der Hellerberg ().

Ausdehnung des Gemeindegebiets Neunkirchen reicht im Osten mit Salchendorf bis an den Bereich „Ludwigseck“ und ist dort etwa vier Kilometer von Wilden entfernt. Der nördlichste Teil ist die „Siedlung“ in Salchendorf, die südwestlich des Pfannenbergs aufhört.

Im Westen trifft der Ortsteil Struthütten auf Herdorf, hier begrenzt Rheinland-Pfalz das Ortsgebiet, im Süden liegt Wiederstein, etwa zwei Kilometer von Wahlbach entfernt.

Nachbargemeinden Neunkirchen liegt in der Nachbarschaft der Gemeinden Burbach, Wilnsdorf, Herdorf (Rheinland-Pfalz) und Daaden (Rheinland-Pfalz) und grenzt im Norden an Siegen.

Gemeindegliederung mini|Neunkirchen (Siegerland) Neunkirchen besteht aus folgenden Ortsteilen: Altenseelbach Neunkirchen Salchendorf Struthütten Wiederstein Zeppenfeld Bis zum 1. Januar 1969 waren alle Ortsteile eigenständige Gemeinden. Dann wurden sie zur Großgemeinde Neunkirchen zusammengeschlossen.

Klima Vorwiegend durch südwestliche bis nordwestliche Winde und die Höhenlage wird das Klima im Gebiet bestimmt. Durch häufige starke Bewölkung ergeben sich hohe Niederschlagsmengen (für die Gemeinde Neunkirchen etwa 1000 mm/Jahr) und recht niedrige Temperaturen (für Neunkirchen zwischen 7,0 und 7,7 °C im Jahresdurchschnitt).

Geschichte mini|Neunkirchen 1903 mini|Das ehemalige Neunkirchener Amtshaus Bereits am 28. April 1048 ist der „Freie Grund“ zum ersten Mal schriftlich nachgewiesen. Der Ort Neunkirchen wurde am 23. August 1288 als „Nunkirchen“ erstmals urkundlich erwähnt.Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 34–35, Nr. 55.

Bis zum 14. Jahrhundert waren die Adeligen von Seelbach im Besitz des Freien Grundes. Zwischen dem 14. Jahrhundert und dem Jahre 1816 wurde der Freie Grund in einem Kondominium zwischen den Grafenhäusern Nassau und Sayn geteilt regiert. Diese Teilung erfolgte jedoch nicht nach Ortschaften oder Landstrichen, sondern durch die Zugehörigkeit einzelner Einwohner zu den jeweiligen Adelshäusern. Dies brachte einerseits Nachteile mit sich, andererseits jedoch auch Vorteile, die in den übrigen Gebieten der Grafenhäuser nicht bestanden. So mussten die Einwohner, wie auch die Bergwerksbetriebe, im Freien Grund keinen „Zehnten“ leisten. Die Doppelherrschaft endete erst im Jahr 1816 durch den Wiener Kongress mit der Anschließung der Region an den neu gegründeten Kreis Siegen und der damit verbundenen Eingliederung in das Königreich Preußen. Das Amt Neunkirchen wurde gebildet, es umfasste durch die vorangegangene Doppelherrschaft im Freien Grund nur eine Hälfte der Ortschaften, die andere Hälfte gehörte zum Amt Burbach. Im Jahr 1844 wurde das Amt Neunkirchen aufgelöst und die Orte komplett dem Amt Burbach zugeteilt. mini|Neunkirchen (Siegerland) Häuserzahlen Jahr 1447E. Weidenbach: Geschichte der Grafschaft Sayn und der Bestandtheile derselben, Druck E. Weidenbach, Dillenburg 1874, S. 287. 1450 1550 1600 1698 1700 1704 1706 1725 1730 1739 1788 1810 1846 1850 1913Heinrich Gamann: Geschichte des Freiengrundes, Druck der Westdeutschen Verlagsanstalt, Neunkirchen 1925, S. 6. Häuser 21 21 17 37 49 49 49 49 56 56 55 72 72 96 96 354

1862 wurde die Deutz-Gießener Eisenbahn eröffnet, an der Neunkirchen einen eigenen Bahnhof erhielt. Somit waren die Gruben und Hütten in der Umgebung mit dem Ruhrgebiet sowie der Rhein-Main-Region verbunden. Mit der Eröffnung der Freien Grunder Eisenbahn im Jahr 1907 wurden schließlich auch die umliegenden Orte angeschlossen.

Seit dem 1. Januar 1969 ist Neunkirchen eine Großgemeinde. Im Zuge der Gemeindereformen kamen die Ortsteile mit insgesamt knapp 15.000 Einwohnern hinzu. Als 1973 das Neunkirchener Rathaus zu klein wurde, begann man mit dem Bau eines neuen. Das alte Rathaus, ein historisches Gebäude aus dem Jahr 1754, wurde zerlegt und im Hagener Freilichtmuseum wieder aufgebaut. Dort beherbergt es seitdem das Deutsche Schmiedemuseum.

In den 1960er-Jahren fing man an, den Rassberg zu bebauen. Die Einwohner des Rassberges werden heute von der Gemeinde zum Ortsteil Neunkirchen gezählt und nicht, wie es richtig wäre, zwischen Salchendorf und Zeppenfeld aufgeteilt. Seit den 1970ern ist Neunkirchen über die Autobahn A 45 zu erreichen.

Zwischen Juni 2008 und Ende 2009 fanden in der Neunkirchener Ortsmitte Bauarbeiten für ein neues Einkaufszentrum statt. Dieses wurde im Oktober 2009 eröffnet.

Bergbau Wie überall in der Region, spielte der Bergbau eine große Rolle. Viele Gruben befanden sich in Neunkirchen. Am Pfannenberg lag die tiefste Grube Europas, Pfannenberger Einigkeit. Ende der 1950er-Jahre warf sie keinen Profit mehr ab und wurde deshalb am 18. April 1962 geschlossen.

Folgende Gruben gab es im Kernort Neunkirchen (größte Gruben): Ende (Mutung vor 1827; Stilllegung 1931) Frauenberger Einigkeit (Mutung 1827; Stilllegung 1931) Habakuk (Mutung um 1872) Harteborn (Mutung um 1750) Jäckel (Mutung vor 1812; Stilllegung 1940) Kirschbaum (Mutung um 1872) Knappschaftsglück (Stilllegung 1945) Krebs (Mutung vor 1812; Stilllegung 1931) Kunst (Mutung im 18. Jahrhundert; Stilllegung 1925) Röhmel / Römel (Mutung vor 1812; Stilllegung nach 1860) Rother Adler (Mutung 1814; Stilllegung 1868) Steimel (Mutung vor 1812; Stilllegung 1931) Windhahn (Mutung 1866; Stilllegung 1931) Hinweis: Die wichtigsten Gruben sind fett markiert; das Datum bezieht sich auf die Ersterwähnung, der Abbau war schon vorher möglich.

Religionen mini|hochkant=0.9|Die alte Ortsmitte mit der evangelischen Kirche mini|Evangelischen Kirche Im 19. Jahrhundert veränderten infolge der Erweckungsbewegungen eine große Anzahl von Menschen im gesamten Siegerland ihr persönliches Leben in dem Sinne, dass sie es nach ihrem Verständnis fortan nach dem Willen Gottes führen wollten, so dass ein großer Bedarf an christlicher Unterweisung und an Gotteslob von der Basis her entstand. Da die preußische Staatskirche dieser Bewegung skeptisch, teils auch feindselig gegenüberstand, organisierten sich die erweckten Gläubigen selbstständig, teilweise auch außerhalb der Staatskirche (heute: Evangelische Landeskirche). Etwa 5000 der 13.000 Einwohnern sind Mitglied der Evangelische Kirche. Wegen sinkender Gemeindegliederzahlen will die evangelische Kirchengemeinde 2 der 3 Kirchen im Ort aufgeben

Die römisch-katholische Kirche spielt erst seit 1945 mit dem Zuzug von Flüchtlingen eine nennenswerte Rolle, Anfang des 21. Jahrhunderts kam noch die Calvary Chapel hinzu.

Heute finden sich in Neunkirchen die folgenden Kirchen bzw. Freikirchen-Gemeinden: Römisch-katholische Kirche Ev.-Reformierte Kirchengemeinde (Landeskirche) Ev. Gemeinschaft Löhrstraße (landeskirchlich orientiert) Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Christliche Versammlungen Kölner Straße und Hellergarten Calvary Chapel Freier GrundWebsite der Calvary Chapel Freier Grund

Eingemeindungen Am 1. Januar 1969 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenseelbach, Salchendorf, Amt Burbach (offizielle Bezeichnung), Struthütten, Wiederstein und Zeppenfeld eingegliedert.

Einwohnerzahlen Amtliche Einwohnerzahlen der Gemeinde Neunkirchen seit ihrer Gründung laut IT.NRWLandesdatenbank NRW

Jahr Einwohner 1969 13.807 1970 13.973 1971 14.141 1972 14.210 1973 14.548 1974 14.523 1975 14.632 1976 14.610 1977 14.594 1978 14.465 Jahr Einwohner 1979 14.529 1980 14.560 1981 14.469 1982 14.231 1983 13.973 1984 13.779 1985 13.861 1986 13.912 1987 14.052 1988 14.029 Jahr Einwohner 1989 14.229 1990 14.461 1991 14.692 1992 14.804 1993 14.712 1994 14.634 1995 14.717 1996 14.664 1997 14.715 1998 14.630 Jahr Einwohner 1999 14.599 2000 14.501 2001 14.391 2002 14.396 2003 14.307 2004 14.223 2005 14.072 2006 13.969 2007 14.022 2008 13.945 Jahr Einwohner 2009 13.764 2010 13.691 2011 13.810 2012 13.724 2013 13.638 2014 13.609 2015 13.717 2016 13.486 2017 13.424 2018 13.406 Jahr Einwohner 2019 13.165

Kernort Neunkirchen Einwohnerzahlen des Kernortes:700 Jahre Neunkirchen, Verlag Otto Braun, Neunkirchen 1988Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968 Jahr Einwohner 1810 486 1818 493 1850 675 1867 798 1885Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 110 / 111 1404 1895Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 112 / 113 1565 1900 2094 Jahr Einwohner 1910 2242 1913 2260 1925genealogy.net: Amt Burbach 2402 1933 2443 1939 2429 1950 3134 1961 3552 Jahr Einwohner 1965Volkhard Wrage: Erfolg der Territorialreform. Duncker & Humblot, Berlin 1975, S. 16. (Schriftenreihe der Hochschule Speyer, Band 56) 4076 1967 3987 1985 4671 1994Rolf Betz: (PDF; 7,3 MB), ca. 1995 5235 2000 3717 2004Gemeinde Neunkirchen im Siegerland: Bürgerinfo 3848 2009neunkirchen-siegerland.de: 3690 Jahr Einwohner 2011neunkirchen-siegerland.de: 3670 2014 3630 Anmerkung: Einwohnerzahlen ab 1994 am 31. Dezember; 2000 im Oktober

Politik

Gemeinderat Die 28 Sitze des Gemeinderates verteilen sich nach den Kommunalwahlen seit 2009 wie folgt: SPD CDU Grüne FDP UWG Gesamt2025 8 11 4 5 – 282020 10 10 4 4 − 282014Neunkirchen Gemeinde Neunkirchen – Gesamtergebnis – Sitzverteilung 10 10 2 2 4 282009118−4528 mini|hochkant=0.9|Rathaus in Neunkirchen

Bürgermeister 1969–1989: Otto Reiffenrath (SPD) 1989 – ?: Walter Uhr (CDU)Siegerländer Chronik vom 1. September 1989 bis 31. August 1990, Siegerländer Heimatkalender 1991, S. 173–174, 66. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V., Verlag für Heimatliteratur 1. Juli 1995 – 21. Oktober 2009: Manfred Gillé (parteilos) 21. Oktober 2009 – 30. September 2023: Bernhard Baumann Seit 7. Dezember 2023: Marco Schwunk

Bernhard Baumann (parteilos) löste am 21. Oktober 2009 Manfred Gillé ab. Dieser war erstmals bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 mit 62 % der Stimmen gewählt worden. Bericht Derwesten.de vom 31. August 2009, abgerufen am 12. Oktober 2020 Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 89,1 % der gültigen StimmenLandeswahlleiterin NRW und 2020 mit 62,3 % im Amt bestätigt. Bernhard Baumann hat zum 30. September 2023 um Entlassung aus dem Amt gebeten. Am 3. Dezember 2023 wurde Marco Schwunk als Einzelbewerber mit 89,82 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 25,48 %.Bekanntmachung, Gemeinde Neunkirchen, 29. Juli 2023

Wappen und Banner mini|321x321px|Banner der Gemeinde Neunkirchen

Städtepartnerschaften Seit 1990 ist Pausa im Vogtlandkreis eine der Partnerstädte von Neunkirchen. Die zweite Partnerstadt Gainsborough in England unterhält seit 1972 freundschaftliche Beziehungen zu Neunkirchen und wurde 1991 offiziell zur Partnerstadt erklärt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Heimatmuseum Neunkirchen mini|Silbersee im Tagebaurestloch der Mahlscheid

Museen