Eslohe (Sauerland) ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Hochsauerlandkreis. Die Gemeinde ist staatlich anerkannter Luftkurort.

Geographie Geographische Lage Eslohe liegt im mittleren Sauerland an der Grenze zwischen dem Hochsauerlandkreis und dem Kreis Olpe, etwa 13,5 km Luftlinie südwestlich von Meschede. Das Gebiet der Gemeinde liegt fast vollständig im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Die hügelige Mittelgebirgslandschaft wird von zahlreichen Flussläufen durchzogen, die bis auf wenige Ausnahmen zur Wenne fließen. Sie ist das größte Fließgewässer der Gemeinde und durchfließt das Gemeindegebiet von Süden nach Norden. Sie betritt südlich von Lochtrop das Gemeindegebiet und verlässt es, nachdem sie den Ortsteil Wenholthausen durchflossen hat, bei Gut Blessenohl wieder. Hier ist mit der tiefste Punkt im Gemeindegebiet. Nordöstlich vom Ortsteil Eslohe nimmt die Wenne die aus Westen kommende Salwey auf. Diese macht am nördlichen Ortsrand Eslohes eine Schleife und nimmt dort den aus Süden kommenden Esselbach auf, der von Cobbenrode kommt und durch den Kernort Eslohe fließt. Am Oberlauf der Salwey liegen die Ortschaften Ober- und Niedersalwey sowie Sieperting. Nördlich des Flusslaufes erstreckt sich die Homert, ein Höhenzug, auf dem mit Höhe der höchste Punkt der Gemeinde liegt.

Geologie Eslohe liegt geologisch gesehen am westlichen Rand des Ost-Sauerländer-Hauptsattels auf Schiefer-Gesteinsformationen, die überwiegend aus dem Mitteldevon stammen. Dies kann man gut in zwei alten Steinbrüchen nachvollziehen. Einer davon am liegt westlich vom Ortskern am Steltenberg und ist sehr fossilreich. Der andere befindet sich östlich von Eslohe vor dem Ortsteil Bremke.Franz Lotze (Hrsg.): Sammlung Geologischer Führer. Band 39: Sauerland. Bearbeitet von Hermann Schmidt und Werner Pleßmann. Berlin 1961, S. 9, 74f.

Ausdehnung des Stadtgebiets Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 16 km in Nord-Süd-Richtung vom Gut Blessenohl im Norden bis zum Herrscheid im Süden. In West-Ost-Richtung dehnt es sich vom Kohlhölzchen im Westen bis zum Westhang des Goldenen Strauch im Osten über 16,5 km. Von den 113,3650 km² Gemeindefläche sind 55,4185 km² Wald- und 45,5962 km² Landwirtschaftsflächen. Verkehrsflächen nehmen 6,9467 km² und Gebäude- und Freifläche 4,2942 km² ein.

Nachbargemeinden Sundern Meschede Finnentrop Datei:Windrose klein.svg Schmallenberg Lennestadt

Eslohe grenzt im Nordwesten an Sundern, im Norden an Meschede, im Osten an Schmallenberg. Diese Städte gehören wie Eslohe zum Hochsauerlandkreis. Im Süden grenzt die Gemeinde an Lennestadt und im Westen an Finnentrop, die zum Kreis Olpe gehören. Das Zentrum der Kreisstadt Meschede liegt etwa 13,5 km Luftlinie nordöstlich von Eslohe entfernt.

Gemeindegliederung mini|Luftansicht Eslohe mini|Fachwerkhaus im Ortskern Bis zur kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen existierten die Gemeinden Eslohe, Cobbenrode, Reiste und Wenholthausen im Rahmen des Amtes Eslohe selbstständig. Im Jahre 1975 wurde aus diesen Gemeinden zusammen mit weiteren eingemeindeten Orten wie Schwartmecke, Leckmart und Dormecke die neue Gemeinde Eslohe (Sauerland) gebildet. Eslohe Bockheim Bremscheid Cobbenrode Dormecke Frielinghausen Haus Wenne Hengsbeck Husen Isingheim Kückelheim Larmecke Lüdingheim Lochtrop Niedersalwey Niedermarpe Obersalwey Sallinghausen Sieperting Glamke Henninghausen Herscheid Hengslade Leckmart Niederlandenbeck Obermarpe Oberlandenbeck Schwartmecke Stertberg Reiste Bremke Beisinghausen Büemke Büenfeld Fredebeil Herhagen Landenbeck Lohof Nichtinghausen Wilhelmshöhe Wenholthausen Blessenohl Einberg Friedrichstal Oesterberge

Geschichte Eine Besiedlung im Raum Eslohe erfolgte spätestens im 9. Jahrhundert. Die erste Pfarrei war vermutlich eine Tochterkirche der Urpfarrei Wormbach. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts gegründet. Im Jahr 1072 erfolgte die Überweisung zum Kloster Grafschaft. Seit dem 13. Jahrhundert wurden die Pfarrer vom Stift Meschede gestellt.

Der Ursprung der Gemeinde Eslohe geht zurück auf die Zusammenfassung der Einwohner des Kirchspiels Eslohe zu einem gemeinsamen Kirchspielsgericht.Albert K. Hömberg: Kirchliche und weltliche Landesorganisation des südlichen Westfalen. Münster 1965, S. 10–15. Der Ort wird urkundlich erstmals 1204 als Rittersitz der Familie von Esleven erwähnt. Eslohe gehörte bis 1368 zur Grafschaft Arnsberg. Mit dem Verkauf der Grafschaft Arnsberg an den Erzbischof von Köln wurde Eslohe kurkölnisch. In der kurkölnischen Zeit war der Ort Sitz eines Amtes, das mehrere Gerichte umfasste.Elisabeth Schumacher: Das kölnische Westfalen im Zeitalter der Aufklärung. Olpe 1967, S. 56.

Anfangs bis zum 16. Jahrhundert gehörte Eslohe zusammen mit Schliprüthen und Reiste als Niederamt zum Amt Fredeburg. Im 16. Jahrhundert bestand hier ein Kupferhammer, der sein Erz vermutlich vom Kupferberg bei Meinkenbracht bezog.Bernhard Göbel und andere: Das obere Sauerland. Land und Leute. Bigge 1966, S. 63.

Im Dreißigjährigen Krieg beschwerten sich die Einwohner des Gerichtes Eslohe im Jahr 1636 bei der Regierung in Arnsberg über Einquartierungen und Durchmärsche von verbündeten kaiserlichen und kursächsischen Truppen.Alfred Bruns: Hallenberger Quellen und Archivverzeichnisse. Band 2. Münster 1991, S. 808.

1802 kam Eslohe mit der Okkupation des Herzogtums Westfalen an Hessen-Darmstadt. 1807 wurde das Oberbergamt von Brilon hierhin verlegt und 1811 mit dem Bergamt Olpe zusammengelegt.Manfred Schöne: Das Herzogtum Westfalen unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1802–1816. Olpe 1966, S. 83. Zu Beginn der preußischen Ära wurde Eslohe im Jahr 1819 Sitz des neuen Kreises Eslohe, verlor diese Position aber bereits ein halbes Jahr später an die Stadt Meschede. In der Zeit von 1826 bis 1828 wohnte und arbeitete der Ingenieur bzw. Brückenbauer Johann August Röbling in Eslohe. Eine Gedenktafel an der heutigen Volksbank erinnert an sein Leben und Wirken.

Ab 1831 führte eine Postkutsche von Meschede und Reiste kommend durch den Ort und ging weiter über Cobbenrode und Oedingen nach Grevenbrück. Ab 1851 verkehrte sie täglich auf dieser Strecke.Bernhard Göbel und andere: Das obere Sauerland. Land und Leute. Bigge 1966, S. 131.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Eslohe am 10. April 1945 von amerikanischen Truppen besetzt. Zwei Monate später kam der Ort bis zum Dezember 1946 unter britische Verwaltung. Am 1. Januar 1975 kam es zur Bildung der neuen Gemeinde Eslohe. mini|Eslohe mit Pfarrkirche St. Peter und Paul mini|Evangelische Kirche „Sankt Johannis“

Einwohnerentwicklung + Einwohner Eslohe 1975–2022 Jahr Einwohner 1975 8254 1978Grieben-Reiseführer, Band 176, München 1978, S. 84. 8400 1990 8862 1995 9311 2000 9289 2001 9344 2002 9342 Jahr Einwohner 2003 9344 2004 9265 2005 9259 2006 9270 2007 9226 2008 9201 2009 9157 Jahr Einwohner 2010 9149 2012 8936 2013 8984 2019 88112022 89202026* 8813 * 30. Juni (Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW sowie www.eslohe.de)

Religionen Fast 80 % der Einwohner sind katholisch, etwa 10 % sind evangelisch und weitere etwa 9 % gehören einer anderen Religions-/Glaubensgemeinschaft an oder sind konfessionslos.Kracht: Sauerland, Siegerland, Wittgensteiner Land. S. 77.

Politik

Gemeinderat Die 32 Sitze des Stadtrats verteilten sich nach der vergangenen Gemeinderatswahl am 14. September 2025 wie folgt: mini|Rathaus

CDU SPD Grüne FDP Gesamt 2025 23 6 3 – 32 2020 21 7 – 4 32 2014 20 7 – 5 32 2009 19 6 – 7 32

Bürgermeister Stephan Kersting (* 1961, CDU) wurde 2009 zum Bürgermeister gewählt und 2014 sowie 2020 wiedergewählt. Sein Vorgänger war Reinhold Weber.

Seit 2025 ist Peter Hönninger (CDU) Bürgermeister. Am 14. September 2025 wurde er mit 78,1 % der gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Seine Mitbewerberin Ruth Johanna Reintke (SPD) erhielt 21,9 % der Stimmen.

Wappen 100pxBlasonierung:

Von Blau und Silber (Weiß) gespalten, vorn ein halber silberner (weißer) Adler mit roter Zunge, hinten eine halbe eingebogene schwarze Spitze.

Beschreibung:

Das zweigeteilte Wappen zeigt auf der einen Seite einen (halben) silbernen Adler auf blauem Grund als Hinweis zur Zugehörigkeit zur ehemaligen Grafschaft Arnsberg. Die eingebogene schwarze Spitze auf der anderen Seite steht für das noch heute in Eslohe ansässige Adelsgeschlecht von Weichs. Dieses hatte lange Zeit das Amt eines Drosten während der kurkölnischen Epoche inne. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 20. April 1976.Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Arnsberg 1986, ISBN 3-87793-017-4, S. 52.

Bis zur kommunalen Neugliederung führte die Gemeinde folgendes Wappen:

100px|Altes Wappen der Gemeinde EsloheBlasonierung:

In Silber eine aufrechte schwarze Lanze, überdeckt mit gekreuztem schwarzem Schlüssel und schwarzem Schwert.

Beschreibung:

Schlüssel und Schwert sind Symbole der Heiligen Apostel Petrus und Paulus. Diese sind Kirchenpatrone der Pfarrkirche von Eslohe. Die Lanze versinnbildlicht das frühere Gogericht Eslohe. Silber und Schwarz drücken die frühere Zugehörigkeit zu Kurköln aus. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 24. Juni 1966.Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Arnsberg 1986, ISBN 3-87793-017-4, S. 145.

Städtepartnerschaft Die Gemeinde Eslohe (Sauerland) unterhält eine Städtepartnerschaft zur Stadt Kisbér in Ungarn.

Natur und Umwelt Seit dem 20. Mai 2008 gibt es für das Esloher Gemeindegebiet einen Landschaftsplan, in dem die Flächen außerhalb der bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs eines Bebauungsplans als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wurden, sofern kein höherer Schutzstatus wie beispielsweise Naturschutzgebiet (NSG) besteht. Die Landschaftsschutzgebiete sind in die Typen A, B und C unterteilt, in denen unterschiedliche Auflagen zum Schutz der Natur einzuhalten sind. Im Landschaftsschutzgebiet Typ A, Allgemeiner Landschaftsschutz, ist unter anderem das Errichten von Bauten verboten. Im Typ B, Ortsrandlagen und Landschaftscharakter, sind zusätzlich Erstaufforstungen, auch die Neuanlage von Weihnachtsbaumkulturen, verboten. Beim Typ C, Wiesentäler und bedeutsames Extensivgrünland besteht zusätzlich ein Umwandlungsverbot von Grünland und Grünlandbrachen. Vom Landschaftsschutzgebiet Typ A gibt es im Gemeindegebiet nur das großräumige Landschaftsschutzgebiet Eslohe, welches aus 38 Teilflächen besteht, mit 7589 Hektar (ha). Vom Typ B gibt es 35 Gebiete mit insgesamt 1890,8 ha, die zwischen 1,2 und 279,3 ha groß sind. Beim Typ C gibt es 43 Gebiete mit 825,1 ha, die zwischen 1,1 und 87,8 ha groß sind. Das Gemeindegebiet ist Großteils im Naturpark Homert. Es gibt insgesamt 12 Naturschutzgebiete unterschiedlicher Größe von 1 ha bis 94,5 ha, mit insgesamt 207,7 ha. Das größte NSG ist das Wennetal mit 94,5 ha. Die Abgrenzung ist fast identisch mit der Abgrenzung des als Europäische Schutzgebiete (FFH-Gebiete) ausgewiesenen Gebietes Wenne, welches auch ins Stadtgebiet Meschede reicht. Im Gemeindegebiet befinden sich auch 63 geschützte Landschaftsbestandteile (LB), meist Gehölze, mit ca. 54 ha, 235 gesetzlich geschützte Biotope, meist Quellbereiche und Fließgewässer, die gleichzeitig in Flächen anderer Schutzkategorien liegen, und 41 Naturdenkmale. Bei den 41 Naturdenkmalen handelt es sich um alte Einzelbäume oder bemerkenswerte Baumgruppen. Neben anderen Vogelarten kommen in Eslohe die Großvogelarten Schwarzstorch, Graureiher, Uhu, Schwarzmilan und Rotmilan vor.

Naturschutzgebiete Naturschutzgebiet Felsberg/Krähenberg Naturschutzgebiet Landenbecker Klippe Naturschutzgebiet Reinscheid Naturschutzgebiet Wennetal

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Maschinen- und Heimatmuseum

mini|Maschinen- und Heimatmuseum