mini|Innenstadt mini|Am Markt

Olpe ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Olpe im Regierungsbezirk Arnsberg, Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Im Jahre 1311 wurden ihr die Stadtrechte von Erzbischof Heinrich II. Graf von Virneburg verliehen. Seit 1819 ist sie Kreisstadt und Sitz des Kreistages des Kreises Olpe. Sie ist die kleinste Kreisstadt in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Vielzahl von Linden, die man seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts anpflanzte, hatte die Stadt den Beinamen „Stadt der tausend Linden“. Daran angelehnt lautet das Motto des jährlichen Stadtfestes „Olpe feiert unter den Linden“.

Geografie Geografische Lage Olpe liegt im südwestlichen Teil des Sauerlands und ist umgeben vom Ebbegebirge im Norden, dem Rothaargebirge im Osten, dem Siegerland im Südosten und dem Bergischen Land im Westen. Die Stadt liegt in einem ausgedehnten Hügelland. Im Norden sind die Hänge steiler, die Täler enger (z. B. bei den Ortschaften Rhode, Neger), im Süden haben die Hügel weiche Kuppen und die Täler sind weiträumiger (z. B. Thieringhausen oder Günsen). Es gibt dort auch kleinere Hochflächen.

Flüsse Im Olper Stadtgebiet findet man folgende Gewässer. Der Fluss Bigge ein südlicher Lenne-Zufluss und größtes Fließgewässer der Stadt, durchfließt Olpe von Süden nach Norden. Dabei durchquert er Saßmicke, Dahl und Rüblinghausen. In unmittelbarer Nähe zum Busbahnhof mündet die Olpe in die Bigge. Kurz darauf mündet die Bigge in das Vorstaubecken des größten Stausee Südwestfalens, dem Biggesee. Der Fluss Olpe wird von der Günse sowie unterirdisch von Felmicke, Kortemicke und Ahe gespeist. Zu den übrigen Fließgewässern gehören die Brachtpe, sie mündet in den Biggesee, die Bieke wird von der Neger gespeist und mündet in den Biggesee, und die Veischede (Veischedebach), die bei Grevenbrück in die Lenne mündet.

Berge Die höchsten Berge rund um Olpe sind (Höhe in Meter über NN): Engelsberg (; nordöstlich von Neuenkleusheim), Rother Stein (; nördlich von Rehringhausen), Feldberg (; nordöstlich von Neger), Homert (; östlich von Neger) und Rhonardberg (Hohe Rhonard; ; östlich von Olpe). Die Kernstadt ist von diesen Bergen umgeben: Attenberg (), Bratzkopf (), Eichhardt, Finkenhagen (), Gallenberg (), Hatzenberg, Imberg (ca. ), Kimickeberg (Kimicker Berg; ), Kreuzberg (ca. ), Lindenhardt (), Rochusberg () und Schlamborn (). Die tiefste Stelle in Olpe ist bei normalem Vollstau die Wasseroberfläche des Biggesees: .

Geologie Das Stadtgebiet ist Bestandteil des Rheinischen Schiefergebirges. Das Gebiet um den Biggesee und die Kernstadt Olpe wird, nach der landschaftlichen Gliederung, wie sie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung vorsieht, zum Mittelbigge-Bergland gezählt. Die Kernstadt liegt in der Olper-Senke und der östliche und südliche Teil des Stadtgebiets wird als Südsauerländer Rothaarvorhöhen bezeichnet. Der Gesteinsuntergrund um die mittlere und obere Bigge bildet sich im Wesentlichen aus geschieferten, teils kalkhaltigen Ton- und Schluffsteinen, zudem gibt es Sandsteine mit quarzitischem Charakter.

Flächenstruktur mini|Ansicht von Nordwesten (2006)

Die maximale Ausdehnung umfasst in nord-südlicher wie west-östlicher Richtung jeweils etwa 11 km., Homepage der Stadt Olpe Das Stadtgebiet Olpe hat eine Gesamtfläche von 85,88 km². Etwa 16,64 km² (19,4 %) sind davon Siedlungs- und Verkehrsfläche. Der Flächenverbrauch stieg von 1998 bis 2009 um 7,1 % (von 15,54 km² im Jahr 1998 auf 16,64 km² im Jahr 2009). Die restliche Fläche gliedert sich in Waldfläche (46,87 km²; 54,6 % der Gesamtfläche), Landwirtschaftsfläche (19,11 km²; 22,3 % der Gesamtfläche), Wasserfläche (3,12 km²; 3,6 %) und sonstige Flächen wie Moore, Abbauland etc. (14 km²; 0,2 % der Gesamtfläche). (PDF; 222 kB), Quelle: IT NRW des Statistischen Landesamt NRW, abgerufen am 12. Dezember 2010.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden von Olpe sind die Städte Attendorn (Norden) und Lennestadt (Nordosten), die Gemeinde Kirchhundem (Ost-Nordosten), die Stadt Kreuztal (Südosten; Kreis Siegen-Wittgenstein), die Gemeinde Wenden (Süden) und die Stadt Drolshagen (Westen).

Stadtgliederung Räumlich ist das Stadtgebiet gegliedert in diese Ortschaften: Altenkleusheim, Apollmicke, Bruch, Dahl, Eichhagen, Fahlenscheid, Friedrichsthal, Griesemert, Grube Rhonard, Günsen, Haardt, Hanemicke, Hitzendumicke, Hof Siele, Hohl, Howald, Hüppcherhammer, Kessenhammer, Lütringhausen, Möllendick, Neger (aufgeteilt in Unter-, Mittel- und Oberneger), Neuenkleusheim, Neuenwald, Oberveischede, Rehringhausen, Rhode, Rhonard, Ronnewinkel, Rosenthal, Rüblinghausen, Saßmicke, Siedenstein, Sondern, Stachelau, Stade, Tecklinghausen, Thieringhausen und Waukemicke.

Einwohner Die Einwohner von Olpe heißen Olper. Wenn sie mindestens in der zweiten Generation in Olpe geboren wurden, nennen sie sich Ölper (sogenannte Alteingesessene bzw. Ureinwohner). Zugezogene heißen Büterling.

Klima mini|Niederschlagsdiagramm

Olpes Lage in westlichen Teil Deutschlands führt zu einem ozeanisch geprägten Klima, das jedoch aufgrund der Höhenlage (knapp über 300 Metern ü. NHN) von kühleren Temperaturen im Vergleich zum Rheinland oder dem Ruhrgebiet geprägt ist.

Durch die Hügellage und die häufigen Westwinde regnet es in Olpe oft. Die Wolken saugen sich über dem Atlantischen Ozean mit Wasserdampf voll. Wenn diese dann auf die Berghänge des Olper Hügellandes treffen, steigen sie höher und der Wasserdampf kondensiert unter dem Einfluss der Kälte zu größeren Tropfen, die dann als Regen fallen. Der Jahresniederschlag beträgt 1243 mm im Beobachtungszeitraum 1981–2010 und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Über 90 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,8-mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In über 88 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Natur- und Landschaftsschutzgebiete Im Stadtgebiet Olpe gibt es mehrere Naturschutzgebiete: Das Naturschutzgebiet Grubenhalde Rhonard gibt es seit 1969. Die Fläche beträgt 1,13 ha und ist somit das kleinste Naturschutzgebiet in Olpe. Das Naturschutzgebiet Buchen- und Bruchwälder bei Einsiedelei und Apollmicke liegt in der Gemarkung Rhode, im nordöstlichen Bereich des Stadtgebietes. Der Ortsteil Apollmicke liegt mitten in dem Gebiet. Teile des Naturschutzgebiets sind auch zugehörig zur Stadt Lennestadt und der Gemeinde Kirchhundem. Das Naturschutzgebiet Griesemert hat eine Fläche von 80,98 ha. Das Naturschutzgebiet Hoher Bilstein hat eine Fläche von 11,27 ha und befindet sich nördlich von Olpe, oberhalb des Biggesees.

Teile der Stadt Olpe gehören zum Landschaftsschutzgebiet Bigge-Lister-Bergland, Typ A und zum Landschaftsschutzgebiet Bigge-Lister-Bergland, Typ B.

Geschichte mini|Kartenausschnitt Le Comte de la Marck 1692 S. Sanson Kartograph mini|Olpe 1875

Erste Bodenfunde aus dem Olper Raum lassen sich auf rund 900 n. Chr. datieren: Scherben- und Schlacken (Eisengewinnung und -verarbeitung) in der Wüstung Kimickerberg, Münzfund in Dahl (nach 1005). Der Ursprung des Namens soll im Wort „Ol-apa“ liegen, was „Bach im feuchten Wiesengrund“ bedeutet. Diese Bezeichnung ist wahrscheinlich auf den Mündungswinkel zwischen dem Nebenfluss Olpe und der Bigge zurückzuführen. Der Ort selbst wird 1220 das erste Mal in Verbindung mit einer Zeugenaufführung unter dem Namen „Olepe“ urkundlich erwähnt (in späteren Urkunden wird der Ort auch mit den Namen „Olipe“ und „holipe“ bezeichnet). Erzbischof Heinrich II. Graf von Virneburg verleiht dem Ort 1311 das Soester Stadtrecht, wodurch Olpe offiziell als Stadt anerkannt wird.

1373 kam es zum ersten größeren Stadtbrand, der die Stadt zu großen Teilen zerstörte. Der darauffolgende Wiederaufbau des Ortes wurde vor allem durch den damaligen Erzbischof von Köln, Friedrich III. von Saarwerden, unterstützt. Dem Brand von 1373 sollten sich in den Jahren 1634 und 1795 noch zwei weitere Großbrände anschließen; wahrscheinlich wurde als Reaktion auf wiederkehrende Brände 1665 das St.-Agatha-Gelübde zum Schutz vor weiteren Stadtbränden abgelegt.

Während des Truchsessischen Krieges geriet Olpe zunehmend mit Gebhard I. von Waldburg in Konflikt, sodass die Stadt wiederholt von Gebhards Truppen unter Druck gesetzt und zur Abgabe hoher Schatzungen und Brüchten gezwungen wurde. Militärisch war Olpe allerdings nie in den Krieg involviert. Auch im 17. Jahrhundert blieb eine direkte Beteiligung Olpes am Dreißigjährigen Krieg aus, jedoch litt die Stadt an den Folgen des Krieges und es kam zu einer weitreichenden Verarmung und Pestausbrüchen, die die Stadt sowohl in wirtschaftlicher als auch demographischer Hinsicht schwer trafen. Darüber hinaus entwickelte sich im Jahre 1652 ein Rechtsstreit mit dem Kölner Erzbischof über die Stadtprivilegien, die der Stadt wahrscheinlich im Rahmen des Truchsessischen Krieges 1587 aberkannt worden waren. Dieser „Privilegienstreit“ endete 1665 mit der Wiederherstellung der alten Stadtrechte Olpes.

Im Rahmen der Koalitionskriege wurde das Herzogtum Westfalen und damit auch die Stadt Olpe 1802 unter die Herrschaft der Landesherren von Hessen gestellt. Unter diesen wurde einerseits 1804 erheblich in die Stadtrechte Olpes und 1811 in die Gemeindeordnung Westfalens eingegriffen, was starke Auswirkungen auf die Verwaltung Olpes hatte. 1816 wurde das Herzogtum Westfalen nach Verhandlungen zwischen Hessen und Preußen während des Wiener Kongresses dem Königreich Preußen unterstellt. Unter preußischer Herrschaft wurde Olpe 1818 dem Regierungsbezirk Arnsberg unterstellt und anstelle von Bilstein zur Kreisstadt erhoben.

Weitere geschichtliche Ereignisse:

1500: Kreuzkapelle wird erstmals erwähnt. 1525: Erster Nachweis einer Schützengesellschaft. 1587–1697 sind im Gerichtsbezirk Olpe Hexenprozesse nachweisbar. 1615: Es gibt den ersten Lehrer in Olpe. 1673: Erstmals erfolgt das Rochus-Gelübde zum Schutz vor der Pest und anderen Seuchen. 1696: Letztmalige Verurteilung einer „Hexe“. 1711: Die Post kommt erstmals nach Olpe. 1795: Großer Brand von Olpe, Olpe wird zu 83 % zerstört. Anstelle des mittelalterlichen Aussehen erfolgte der Wiederaufbau auf Grundlage eines Gesamtplans (drei breite parallele Straßen, rechtwinklig verbunden durch Nebenstraßen) 1828: Neugründung des Olper Schützenvereins. Sein Name lautet „St.-Sebastianus-Schützenverein“. 1842/44: Gründung der Evangelischen Gemeinde. 1863: Gründung des Ordensgemeinschaft „Arme Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ (heute: „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe“) 1864: Telegraphenstation in Olpe. 1875: Die Eisenbahn kommt nach Olpe. Erst nach Attendorn/Finnentrop, 1880 folgt Olpe-Rothemühle, 1903 die Verbindung Olpe-Bergneustadt. 1888: Erstes elektrisches Licht. 1908/09: Die St.-Martinus-Kirche brennt nahezu vollständig nieder (Brandstiftung) / Neubau im Stil der Neugotik. 1945: Am 28. März des Jahres erfolgte der schwerer Bombenangriff auf Olpe. Am 10. April 1945 besetzte schließlich die US-Armee Olpe. Andernorts in Deutschland wurde der Krieg noch bis Anfang Mai fortgesetzt. Der Zweite Weltkrieg endete letztlich am 8. Mai mit der Bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.Kriegsende 1945. Hart erkämpfter Frieden im Westen, vom: 5. Mai 2015, abgerufen am: 19. Mai 2018 1965: Einstau des Biggetalsperre. 1971: Freigabe Bundesautobahn 45. 1976: Freigabe Bundesautobahn 4. 1978: Einweihung und Eröffnung des neuen Rathauses. 2025: Abbruch des kaiserzeitlichen Bahnhofs.

Eingemeindungen