mini|links|Die europäischen Besitzungen Karls V. Weinrot: Kastilien Rot: Besitzungen Aragons Orange: Burgundische Besitzungen Gelb: Österreichische Erblande Blassgelb: Heiliges Römisches Reich

zentriert|350px|Eroberung Mexikos Hernán Cortés beginnt die Spanische Eroberung Mexikos. zentriert|166px|Ferdinand Magellan Der portugiesische Seefahrer in spanischen Diensten Ferdinand Magellan beginnt die erste Weltumsegelung. zentriert|174px|Ulrich Zwingli Ulrich Zwingli wird Leutpriester am Grossmünster in Zürich. zentriert|350px|Grab Kaiser Maximilians in Wiener Neustadt Kaiser Maximilian I. stirbt auf der Burg Wels. 1519 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 967/968 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1511/12 Aztekischer Kalender 13. Kaninchen – Matlactli omey Tochtli (bis Ende Januar/Anfang Februar: 12. Haus – Matlactli omome Calli) Buddhistische Zeitrechnung 2062/63 (südlicher Buddhismus); 2061/62 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Erde-Hasen 己卯 (am Beginn des Jahres Erde-Tiger 戊寅) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 881/882 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3852/53 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 897/898 Islamischer Kalender 924/925/926 (Jahreswechsel 2./3. Jänner // 22./23. Dezember) Jüdischer Kalender 5279/80 (26./27. August) Koptischer Kalender 1235/36 Malayalam-Kalender 694/695 Seleukidische Ära Babylon: 1829/30 (Jahreswechsel April) Syrien: 1830/31 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1575/76 (Jahreswechsel April)

1519 ist ein Jahr des Umbruchs: Im Heiligen Römischen Reich stirbt Kaiser Maximilian I., dem sein Enkel Karl I., König von Spanien, unter dem Namen Karl V. auf den Thron nachfolgt. Karl, der die Wahl gegen den französischen König Franz I. gewinnt, wird damit in den nächsten Jahren zum Herrscher, „in dessen Reich die Sonne nicht untergeht“.

Während Huldrych Zwingli sein Amt als Leutpriester am Grossmünsterstift in Zürich antritt und damit die Reformation in die Schweiz bringt, vollzieht Martin Luther in der Leipziger Disputation gegen Johannes Eck den endgültigen und unumkehrbaren Bruch mit der römischen Kirche.

Der spanische Konquistador Hernán Cortés führt eine Expedition in das mexikanische Hochland und beginnt damit die Spanische Eroberung Mexikos und die Zerstörung des Aztekenreiches.

Im Auftrag Spaniens bricht der Portugiese Fernão de Magalhães (Magellan) zu einer Reise auf, die in zwei Jahren um die Erde führen und den endgültigen Beweis für die Kugelgestalt der Erde erbringen wird.

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen Heiliges Römisches Reich Königswahl nach dem Tod Maximilian I.

mini|links|hochkant|Denkmal für Kaiser Maximilian I. im Garten der Burg Wels Kaiser Maximilian I. stirbt am 12. Januar auf dem Weg von Innsbruck zum Landtag nach Linz in der Burg Wels. Mit seinem Tod wird sein Enkel Karl, der bereits König von Spanien ist, auch Erzherzog von Österreich. Maximilian wird gemäß seinem Testament in seiner Taufkirche, der St.-Georgs-Kapelle der Burg in Wiener Neustadt, im Ornat des St.-Georg-Ritterordens unter den Stufen des gotischen Hochaltars beigesetzt. Das von ihm in Auftrag gegebene Grabmal bleibt jedoch vorläufig unvollendet, weil die dazugehörigen Bronzefiguren für die Kapelle zu schwer sind.

Herzog Ulrich von Württemberg versucht den Tod Maximilians für sich zu nutzen und überfällt am 28. Januar die Freie Reichsstadt Reutlingen. Er handelt sich damit jedoch einen Krieg mit dem Schwäbischen Bund ein. Dieser entsendet im März/April eine Streitmacht unter Georg von Waldburg-Zeil, Ulrich wird besiegt und aus Württemberg vertrieben, das Herzogtum unter österreichische Verwaltung gestellt. Ulrichs vierjähriger Sohn Christoph wird Edelknabe am Hofe Karls in Innsbruck, seine Erbfolge ist ungewiss. Ein Versuch Ulrichs, sein Herzogtum zurückzuerobern scheitert im September/Oktober.

Der spanische König Karl I., der von seinem Großkanzler Mercurino Arborio di Gattinara zum „deutschen Kandidaten“ stilisiert worden ist, gewinnt am 28. Juni gegen Franz I. von Frankreich die Wahl zum römisch-deutschen König. Die Überweisung von 851.918 Gulden an die sieben Kurfürsten durch den Bankier Jakob Fugger führt zu deren Einstimmigkeit bei der Wahl Karls. Kurz vor der Wahl ist Friedrich III. (der Weise) als Kandidat zurückgetreten. Karl unterzeichnet eine Wahlkapitulation, in der er alle Regalien, Privilegien und Reichspfandschaften der Reichsfürsten bestätigt. Außerdem sagt er die Einrichtung eines Reichsregiments zu. Die Furcht vor einer Fremdherrschaft kommt in Bestimmungen zum Ausdruck, dass in wichtige Reichsämter nur Deutsche eingesetzt werden sollen und fremdes Kriegsvolk nicht auf Boden des Reiches stationiert werden darf. Auch sollen die Geldforderungen der Kurie begrenzt und die großen Handelsgesellschaften abgeschafft werden.

Judenverfolgung in Regensburg

mini|links|hochkant|Die Regensburger Synagoge vor ihrer Zerstörung 1519 Am 21. Februar ordnet der Regensburger Stadtrat die Vertreibung der Juden aus der Stadt an, nachdem christliche Handwerker das gefordert haben. Die Regensburger nutzen damit das Machtvakuum nach dem Tode Kaiser Maximilians I. Das alte Judenviertel wird zerstört und es entsteht die lukrative Wallfahrt „Zur schönen Maria“ auf dem heutigen Neupfarrplatz. Binnen zweier Wochen müssen alle Juden die Stadt verlassen. Das Ghetto wird samt Synagoge und Schule niedergebrannt, Pfänder werden beschlagnahmt, kostbare Pergamenthandschriften als Einbindematerial für Akten und Bücher missbraucht. Der Friedhof wird geschändet, die über viertausend Grabsteine meist zerstört, teilweise aber auch von Regensburger Bürgern mit Billigung des Rates entwendet und als sichtbare makabre Trophäe des „Sieges“ über die Juden in Hauswände eingemauert. Noch heute sind einige dieser sogenannten Judensteine erhalten.

Hildesheimer Stiftsfehde

Zwischen dem Hochstift Hildesheim und den welfischen Fürstentümern Braunschweig-Wolfenbüttel und Calenberg bricht die Hildesheimer Stiftsfehde aus. Nach vergeblichen Belagerungen der Festungen in Calenberg und in Hildesheim durch hildesheimische beziehungsweise braunschweigische Truppen sowie zahlreiche Verwüstungen und Plünderungszüge beider Seiten gegen die Zivilbevölkerung, wobei unter anderem auch die Burg Peine vergeblich belagert und die Stadt Peine abgebrannt wird, erlebt die Fehde am 28. Juni ihren Höhepunkt mit der Schlacht bei Soltau, der letzten bekannten Ritterschlacht. Die Hildesheimer unter Fürstbischof Johannes IV. von Sachsen-Lauenburg besiegen die braunschweigischen Truppen vernichtend, töten 3.500 Männer und nehmen Erich von Calenberg sowie viele Adlige gefangen. Fürst Heinrich der Jüngere von Braunschweig-Wolfenbüttel ruft daraufhin den neuen Kaiser Karl V., mit dem er gute Beziehungen pflegt, als Schiedsrichter an.

Eidgenossenschaft

Entstehung und Wachstum der Alten Eidgenossenschaft: Rottweil wird zugewandter Ort der Schweizer Eidgenossenschaft.

Deutschordensstaat/Polen

31. Dezember: Der Reiterkrieg zwischen dem Deutschen Orden und Polen beginnt mit dem Überfall auf die ermländische Stadt Braunsberg durch den Großmeister Albrecht von Brandenburg-Preußen. Es ist der letzte militärische Versuch des Ordens, den Deutschordensstaat in Ostpreußen von der Lehnsherrschaft Polens unter Albrechts Onkel Sigismund I. zu befreien.

Kalmarer Union

September: Gustav Wasa, der mit fünf anderen schwedischen Adeligen vom dänischen König Christian II. auf Burg Kalø gefangengehalten wird, gelingt die Flucht nach Lübeck. Im Kampf gegen das aufständische Schweden und um die Wiederherstellung der Kalmarer Union erobert der dänische Flottenführer Søren Norby die Insel Öland mit Schloss Borgholm.

Italien/Frankreich

Am 28. April, 15 Tage nach der Geburt ihrer Tochter Caterina stirbt Madeleine de la Tour d’Auvergne an den Folgen der schweren Entbindung. Als am 4. Mai auch Catarinas Vater Lorenzo di Piero de’ Medici, Stadtherr von Florenz und Herzog von Urbino, an einer schweren Krankheit stirbt, übernimmt ihr Großonkel Papst Leo X. die Vormundschaft über die Neugeborene. König Franz I. von Frankreich wünscht, dass die Waise – dank ihrer Mutter eine sehr wohlhabende Erbin – am französischen Hof aufwachsen soll. Leo X. folgt diesem Wunsch jedoch nicht, sondern lässt Caterina von Florenz nach Rom bringen, ernennt sie zur Herzogin von Urbino und plant, sie später mit dem Sohn seines gleichfalls früh verstorbenen Bruders Giuliano de’ Medici, Ippolito de’ Medici, zu verheiraten.

Stadtherr von Florenz wird nach dem Tod Lorenzos sein Verwandter Giulio de’ Medici.

Spanische Eroberungen in der „Neuen Welt“

Mexiko

mini|Aztekengebiet vor der Ankunft der Spanier im Jahr 1519 Diego Velázquez de Cuéllar, Gouverneur von Kuba, entzieht seinem ehemaligen Sekretär und jetzigen Bürgermeister von Santiago de Cuba, Hernán Cortés, aus Furcht vor dessen Ehrgeiz den im Vorjahr erteilten Auftrag, eine Expedition nach Mexiko auszurichten. Davon unbeeindruckt setzt Cortés seine Vorbereitungen fort und bricht am 18. Februar mit 11 Schiffen und 670 Mann von Havanna aus auf. Wenig später landet die Flottille auf der vor Yucatán gelegenen Insel Cozumel. Dort berichten ihnen die Einheimischen von zwei Christen, die seit einigen Jahren bei den Maya leben. Einer von ihnen, Gerónimo de Aguilar, kann nach kurzer Suche gefunden werden und schließt sich ihnen begeistert an, der andere, Gonzalo Guerrero, hat es bei den Maya zu hohen Ehren gebracht und weigert sich, seine neue Heimat zu verlassen.

mini|links|Malinche und Hernán Cortés; Altmexikanische Bilderhandschrift der Tlaxcalteken aus dem 16. Jahrhundert (Lienzo de Tlaxcala)

Am 12. März landen die Spanier in der Nähe von Potonchán am Fluss Tabasco, wo es zwei Tage später zu Kämpfen mit den Chontal-Maya kommt. Deren Halach Huinik (ranghöchster Fürst) Tabscoob übergibt ihnen nach seiner Niederlage am 15. März als Zeichen der Ehrerbietung zahlreiche Kostbarkeiten sowie 20 Sklavinnen, unter ihnen die 14-jährige Malinche. Sie ist den Spaniern zusammen mit Gerónimo de Aguilar durch ihre Kenntnis der Sprachen der Maya und derjenigen der Azteken, Nahuatl, sehr hilfreich und wird später Cortés’ Geliebte.

Hernán Cortés landet am 21. April an der Küste Mexikos bei San Juan de Ulúa in der Nähe der heutigen Stadt Veracruz. Moctezuma erfährt von der Landung der Spanier und sendet ihnen eine Delegation seiner engsten Vertrauten. Er gibt ihnen Geschenke aus Gold und Edelsteinen, Kleidung und prächtigem Federschmuck mit. Cortés’ Wunsch, ihn in Tenochtitlán besuchen zu dürfen, lehnt er jedoch ab. Mit seinen großzügigen Goldgeschenken will Moctezuma die Fremden besänftigen und sie dazu bewegen, das Land zu verlassen, bewirkt jedoch das Gegenteil. Die Totonaken, ein Vasallenvolk der Azteken, nehmen inzwischen mit Cortés Kontakt auf und schließen ein Bündnis mit ihm.

mini|Cortés versenkt seine Schiffe; Kupferstich von Karel Donatus van Beecq (1638–1722) Obwohl sein Auftrag der Erkundung des Gebietes mit der Landung erfüllt ist, verweigert Cortés seinen Soldaten die Rückkehr nach Kuba und gründet stattdessen die Siedlung Villa Rica de la Vera Cruz. Er setzt einen Stadtrat ein, der ihn zum Kapitängeneral ernennt, als solchen direkt der Krone unterstellt und ihn somit von den Pflichten Velázquez gegenüber entbindet. Um die Krone für seine Sache zu gewinnen, schickt er ein Schiff mit allem Gold, das die Neuankömmlinge auftreiben können, nach Spanien; alle anderen Schiffe lässt er aus Furcht vor Desertionen versenken. Am 16. August marschiert er mit mehreren hundert Spaniern und seinen totonakischen Verbündeten ins Landesinnere.