zentriert|178px|Gustav Wasa Gustav Wasa wird König von Schweden. zentriert|162px|Clemens VII., ca. 1526 Giulio de´ Medici wirdPapst Clemens VII. zentriert|350px|Die Kalmarer Union bei ihrer Auflösung Schweden löst sich aus der Kalmarer Union,die damit zu existieren aufhört. 1523 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 971/972 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1515/16 Aztekischer Kalender 4. Kaninchen – Nahui Tochtli (bis Ende Januar/Anfang Februar: 3. Haus – Jei Calli) Buddhistische Zeitrechnung 2066/67 (südlicher Buddhismus); 2065/66 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Wasser-Schafes 癸未 (am Beginn des Jahres Wasser-Pferd 壬午) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 885/886 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3856/57 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 901/902 Islamischer Kalender 929/930 (Jahreswechsel 9./10. November) Jüdischer Kalender 5283/84 (9./10. September) Koptischer Kalender 1239/40 Malayalam-Kalender 698/699 Seleukidische Ära Babylon: 1833/34 (Jahreswechsel April) Syrien: 1834/35 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1579/80 (Jahreswechsel April)
mini|links|hochkant|Sultan Suleiman während der Belagerung von Rhodos Das Jahr 1523 beginnt mit dem Abzug des Johanniterordens aus Rhodos, nachdem er nach einjähriger Belagerung vor den Osmanen kapituliert hat. Diese machen damit trotz großer eigener Verluste einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur vollständigen Herrschaft über das östliche Mittelmeer. Die Ritter erhalten freies Geleit und gehen zunächst auf die venezianische Insel Kreta.
Im Norden Europas zerbricht die Kalmarer Union, nachdem sich Schweden mit der Wahl von Gustav I. Wasa zum König aus dem Verband mit Dänemark und Norwegen gelöst hat. König Christian II. wird zur Abdankung gezwungen und geht in die Niederlande ins Exil.
Innerhalb des Heiligen Römischen Reiches werden mit dem Ritterkrieg, dem Fränkischen Krieg und der Hildesheimer Stiftsfehde gleich mehrere kleinere Kriege geführt, während das Reich selbst unter Kaiser Karl V. weiterhin in den Krieg mit Frankreich unter Franz I. verstrickt ist.
In Rom wird vom Konklave mit Clemens VII. ein weiterer Medici-Papst zum Nachfolger des verstorbenen Hadrian IV. gewählt. Auch in Venedig gibt es mit Andrea Gritti einen neuen Dogen, und in Mittelamerika führen die spanischen Konquistadoren ihre Eroberungsfeldzüge nach der erfolgreichen Unterwerfung des Aztekenreichs fort.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Belagerung von Rhodos
1. Januar: Die Belagerung von Rhodos durch das Osmanische Reich endet nach einem halben Jahr mit der Einnahme der Insel durch Sultan Süleyman I. Die Ritter des Johanniterordens unter Großmeister Philippe de Villiers de l’Isle-Adam erhalten freies Geleit und lassen sich zunächst auf der Insel Kreta nieder, die sich zu diesem Zeitpunkt in venezianischer Hand befindet.
Die Auflösung der Kalmarer Union
mini|links|hochkant|König Friedrich I. von Dänemark und Norwegen 20. Januar: Der Adel Dänemarks und Norwegens erhebt sich gegen König Christian II., der bereits mit dem Schwedischen Befreiungskrieg unter Gustav Wasa zu kämpfen hat. Christian wird zur Abdankung gezwungen und flieht in die Niederlande. Sein Onkel Friedrich I. wird von den dänischen Ständen zum König gewählt. In den dazu gehörigen Herzogtümern Schleswig und Holstein wird er ebenfalls als Herzog anerkannt, übergibt jedoch im gleichen Jahr einen Teil des nördlichen Herzogtums mit Hadersleben an seinen Sohn Christian. 27. Mai: Gustav Wasa erobert Kalmar mithilfe der Hansestadt Lübeck. 6. Juni: Schweden wird mit der Wahl von Gustav I. Wasa vor dem Dom von Strängnäs ein unabhängiges Königreich und löst sich aus der Kalmarer Union, die damit endgültig zu existieren aufhört. 21. Juni: Gustav Wasa zieht feierlich in Stockholm ein, das vier Tage zuvor von der lübischen Flotte unter Bürgermeister Nikolaus Brömse und Ratsherr Berend Bomhover erobert worden ist.
Heiliges Römisches Reich
mini|links|hochkant|Franz von Sickingen 10. Mai: Die aufständischen Ritter im Ritterkrieg müssen gegen die landesfürstliche Übermacht unter Philipp I. von Hessen kapitulieren, nachdem ihr Anführer Franz von Sickingen am 7. Mai durch eine Kanonenkugel tödlich verwundet worden ist. Sickingens Burg Drachenfels im Wasgau wird von den Siegern zerstört, obwohl sie vom Burgvogt kampflos übergeben worden ist, ihr Wiederaufbau wird untersagt. 23. Mai: Mit dem Quedlinburger Rezess endet die Hildesheimer Stiftsfehde. Das Hochstift Hildesheim wird auf das so genannte Kleine Stift reduziert, während das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und das Fürstentum Calenberg große Gebietsgewinne zu verzeichnen haben.
Der Schwäbische Bund zerstört im Juni und Juli während des Fränkischen Krieges 23 Raubritterburgen in Franken. Nach dem Auslöser des Krieges, dem Raubritter Thomas von Absberg, dessen Burg Absberg am 21. Juli niedergebrannt wird, wird der Krieg auch Absberger Fehde genannt.
mini|links|Ratifikationsurkunde der Union der mecklenburgischen Landstände 1. August: Die Union der Landstände, in der sich die Landstände Mecklenburgs zu einem „ewigen Bund“ zusammenschließen, bildet über vier Jahrhunderte die Grundlage des mecklenburgischen Ständestaates. 5. Oktober: Nach dem Tod des ersten Herrschers des vereinigten Herzogtums Pommern, Bogislaw X., folgen ihm seine Söhne Georg I. und Barnim IX. gemeinsam auf den Thron nach. Aufgrund der angespannten Lage in seiner Nachbarschaft beginnt Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg mit dem Umbau seiner Residenz Schloss Dillenburg zu einer modernen Festung.
Italienische Kriege
mini|hochkant|Wappen Andrea Grittis 7. Mai: Nach dem Tod von Antonio Grimani wird Andrea Gritti zum neuen Dogen von Venedig gewählt. Als erste Amtshandlung schließt er einen Vertrag mit Kaiser Karl V., der die Beteiligung der Republik Venedig an den Italienischen Kriegen beendet. Er versucht die Neutralität im Französisch-Habsburgischen Gegensatz zu bewahren und die Aufmerksamkeit der europäischen Mächte auf das Vordringen des Osmanischen Reichs auf dem Balkan zu lenken. September: Nachdem König Franz I. von Frankreich auf Wunsch seiner Mutter Luise von Savoyen Herzog Charles III. de Bourbon-Montpensier im Erbstreit nach dessen Frau Suzanne de Bourbon-Beaujeu seine Erbgüter vorenthalten und ihm weitere Vorrechte entzogen hat, wechselt dieser im Krieg gegen Habsburg die Seite und stellt sich in die Dienste Karls V., der ihm die Provence und Dauphiné in Verbindung mit dem Bourbonnais und der Auvergne als eigenes Königreich verspricht und ihm außerdem seine Schwester Eleonore als Gemahlin in Aussicht stellt.
Weitere Ereignisse in Europa
22. August: Lucien von Monaco wird von seinem Neffen Barthélémy Doria de Dolceacqua, dem er Gastfreundschaft gewährt hat, ermordet. Luciens Bruder Augustin, der schon bisher zeitweise die Staatsgeschäfte geführt hat, übernimmt die Regentschaft von Monaco für seinen einjährigen Neffen Honoré. Nach dem Tod von Mehmed I. Giray wird Ğazı I. Giray neuer Khan der Krim.
Mittelamerika
Pedro de Alvarado, der zuvor an dem Eroberungsfeldzug des Hernán Cortés teilgenommen hat, unternimmt gemeinsam mit seinem Cousin Gonzalo de Sandoval die Heerführung über eine Armee, die aus 120 Reitern, 300 Fußsoldaten und mehreren hundert indianischen Hilfstruppen aus Cholula und Tlaxcala besteht. Auf Anweisung von Cortés führen die beiden die Armee ins Hochland von Chiapas mit der Zielrichtung Guatemala. Die dortigen Cakchiquel haben die Spanier gegen ihre Feinde, die Quiché, zur Hilfe gerufen.
Hernan Cortés entsendet Cristóbal de Olid, einen Weggefährten der ersten Stunde, der ihm bislang treu ergeben war, nach Honduras, um dieses Land zu erobern. Auf seiner Reise macht dieser jedoch Station in Havanna, wo er auf seinen alten Dienstherren Diego Velázquez de Cuéllar trifft, der mit Cortés verfeindet ist. Olid beginnt daraufhin, Honduras im Auftrag von Velázquez für sich selbst zu erobern. Er landet am 3. Mai in der Bucht von Honduras beim heutigen Hafen Puerto Cortés und gründet die Stadt Triunfo de la Cruz. Danach erklärt sich selbst zum Gouverneur der neuen Kolonie. 25. Juli: Gonzalo de Sandoval gründet am Fuß des Vulkans Colima die Stadt Colima, die damit zur zweiten Stadtverwaltung in Neu-Spanien wird.
Wirtschaft
Kaiser Karl V. regt erstmals den Bau eines Wasserkanals als Verbindung zwischen dem Atlantik und Pazifik in Mittelamerika an.
Kultur
mini|Die Zerstörung von Burg Absberg auf einem Holzschnitt Der Kriegsberichterstatter Hans Wandereisen dokumentiert mit den Wandereisen-Holzschnitten von 1523 den Zug des Schwäbischen Bundes im Fränkischen Krieg gegen die Raubritter. Lorenzo Lotto malt in Öl auf Holz das Porträt des Messer Marsilio und seiner Frau. Parmigianino malt in Öl auf Holz das Büstenbildnis Heilige Barbara, eines seiner frühesten kleinformatigen Bilder. Das Bierbaumsche Haus in Braunschweig wird errichtet.
Religion Katholische Kirche/Papstwahl
mini|hochkant|Hadrian VI., Gemälde von Jan van Scorel, 1523 31. Mai: Papst Hadrian VI. verkündet die Heiligsprechung des Bischofs Benno von Meißen, was heftige Polemiken zwischen Martin Luther und Vertretern der katholischen Kirche auslöst. 14. September: Papst Hadrian VI. stirbt in Rom. Der Historiker Hermann Schreiber kommt in seinem Buch Geschichte der Päpste zu dem Schluss, dass Hadrian VI. wohl vergiftet wurde. Das Lexikon der Heiligen und Päpste geht jedoch von einem nicht unwahrscheinlichen Fiebertod aus, da in den zu diesem Zeitpunkt noch nicht trockengelegten Sümpfen rund um den Vatikan Millionen von Stechmücken zur Plage geworden sind. Er wird zunächst im Petersdom in Rom beigesetzt. 1. Oktober: Das Konklave 1523 wird mit 35 Kardinälen eröffnet. Bei den Buchmachern, also außerhalb des Konklaves, gilt Alessandro Farnese als Favorit für die Papstwahl vor Giulio de’ Medici – eine Geheimhaltung der Abläufe im Konklave lässt sich nicht durchsetzen, da die Botschafter täglich über die Wahl- und Lebensbedingungen berichten. 18./19. November: Das Konklave wählt Giulio de’ Medici durch Akzess zum neuen Papst, der den Namen Clemens VII. annimmt. Die Krönung erfolgt am 26. November.
Reformation
7. April: Neun Zisterzienserinnen verlassen das Kloster Marienthron und begeben sich mittellos über Torgau nach Wittenberg zu Martin Luther, auf deren Schrift De votis monasticis zur Verbindlichkeit von Klostergelübden sie sich beziehen. Zu den Frauen, die die gefährliche Flucht auf sich nehmen, gehören neben Katharina von Bora auch Ave von Schönfeld und Magdalena von Staupitz. 1. Juli: Die Augustiner Hendrik Vos und Johannes van Esschen sterben in Brüssel auf dem Scheiterhaufen, weil sie ihrem protestantischen Glauben treu bleiben. Sie sind die beiden ersten Märtyrer der Reformation in den Spanischen Niederlanden. Unter dem Eindruck dieser Ereignisse verfasst Martin Luther das Lied Ein neues Lied wir heben an. Herbst: Auf der Zweiten Zürcher Disputation kommt es zum offenen Bruch zwischen Huldrych Zwingli und seinen radikalen Anhängern – unter ihnen: Konrad Grebel und Felix Manz, die später die Täuferbewegung gründen. Der St. Gallener Schulmeister Christoph Schappeler wird als Prädikant an die Pfarrkirche St. Martin nach Memmingen berufen. Durch Mikael Agricola gelangt der Protestantismus nach Finnland.
Geistliche Lieder
Martin Luther schafft den reformatorischen Choral Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Thomas Müntzer schreibt das Adventslied Gott, heilger Schöpfer aller Stern.
Geboren Geburtsdatum gesichert 18. Januar: Johannes Haller der Jüngere, Schweizer evangelischer Theologe und Reformator († 1575) 25. Januar: Francesco Piccolomini, italienischer Philosoph († 1607) 20. Februar: Jan Blahoslav, tschechischer Humanist, Grammatiker und Komponist († 1571) 17. März: Giovanni Francesco Commendone, italienischer Kardinal und päpstlicher Nuntius († 1584)