miniatur|links|Aufstände und Schlachtenwährend des Bauernkrieges

zentriert|181px|Hernán Cortés, Zeichnung von Christoph Weiditz (1529) Hernán Cortés lässt den letzten Aztekenherrscher Cuauhtémoc hinrichten. zentriert|159px|Franz I. Franz I. von Frankreich gerät in habsburgische Gefangenschaft. zentriert|350px|Bernard van Orley: Schlacht bei Pavia Habsburgische Truppen besiegen die Franzosen im Kampf um die Vorherrschaft in Italien in der Schlacht bei Pavia. 1525 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 973/974 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1517/18 Aztekischer Kalender 6. Feuerstein – Chicuace Tecpatl (bis Ende Januar/Anfang Februar: 5. Rohre – Macuilli Acatl) Buddhistische Zeitrechnung 2068/69 (südlicher Buddhismus); 2067/68 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Holz-Hahnes 乙酉 (am Beginn des Jahres Holz-Affe 甲申) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 887/888 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3858/59 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 903/904 Islamischer Kalender 931/932 (Jahreswechsel 17./18. Oktober) Jüdischer Kalender 5285/86 (17./18. September) Koptischer Kalender 1241/42 Malayalam-Kalender 700/701 Seleukidische Ära Babylon: 1835/36 (Jahreswechsel April) Syrien: 1836/37 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1581/82 (Jahreswechsel April)

1525 ist das zentrale Jahr des Deutschen Bauernkrieges. Nachdem es bereits 1524 erste Aufstände gegeben hat, kommt es unter Anführern wie Matern Feuerbacher, Wendel Hippler und Florian Geyer zu organisierten Massenerhebungen. Anfänglich ist auch Martin Luther der Sache der Bauern gegenüber wohlwollend gestimmt, erst als es unter Jäcklein Rohrbach und seinem Haufen zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt, wendet er sich mit der Schrift Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern von den Bauernaufständen ab.

Auf Grund ihrer schlechteren Bewaffnung und militärischen Organisation bricht der Aufstand jedoch bald zusammen und wird vor allem durch Georg Truchsess von Waldburg-Zeil, genannt Bauernjörg, grausam niedergeschlagen. Nur der straff organisierte Schwarze Haufen Florian Geyers kann sich der völligen Vernichtung entziehen.

In der Schlacht bei Pavia während der Italienischen Kriege um die Vorherrschaft auf der Italienischen Halbinsel erleidet der französische König Franz I. eine vernichtende Niederlage gegen ein habsburgisches Heer und gerät in die Gefangenschaft Kaiser Karls V. Seine Mutter Luise von Savoyen übernimmt daraufhin die Regentschaft in Frankreich.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Italienische Kriege/Frankreich

Dem französischen König Franz I. gelingt es während der Italienischen Kriege um die Vorherrschaft auf der Italienischen Halbinsel, ein Bündnis mit dem Kirchenstaat zustande zu bringen, der sich – ebenso wie Frankreich – durch die Perspektive, im Norden und Süden von Habsburg umklammert zu werden, bedroht fühlt. Um Papst Clemens VII. zu unterstützen, kommt er mit einer Armee von 26.000 Söldnern – unter ihnen Franzosen, Italiener und Schweizer – über die Alpen und zieht in Mailand ein. Wenig später legt Franz einen Belagerungsring um die strategisch bedeutende alte Lombardenresidenz Pavia, die von einer 6.000 Mann starken Besatzung gehalten wird. Um diese zu entsetzen, entsendet der deutsche Kaiser Karl V. ein 23.000 Mann starkes Heer unter dem Befehl von Fernando Francesco d’Avalos di Pescara, der bereits in der Nacht des 23. Februar den Angriff beginnt. Gleichzeitig kommt auch ein Heer unter Vizekönig Charles de Lannoy aus Neapel.

miniatur|links|Schlacht bei Pavia In der bis zum nächsten Tag dauernden Schlacht bei Pavia besiegen die habsburgischen Truppen die Franzosen entscheidend. Der französische König Franz I. aus dem Haus Valois-Angoulême gerät in die Gefangenschaft Karls V.; bei dem Versuch, den König zu retten, kommen auch noch zahlreiche hochrangige französische Heerführer ums Leben, unter ihnen Guillaume Gouffier de Bonnivet, Louis II. de La Trémoille und Thomas de Foix, der wenige Tage später seinen Wunden erliegt.

Franz’ Mutter Luise von Savoyen übernimmt während der Gefangenschaft ihres Sohnes die Regentschaft in Frankreich. Franz I. wird am 19. Juni von Fernando Francesco d’Avalos nach Barcelona gebracht, ab dem 20. Juli hält er sich in Madrid auf. Dort ist er bereit, auf Italien und die Lehenshoheit in Flandern und im Artois zu verzichten. Der Forderung Karls V., auch Burgund zurückzugeben, verweigert sich der König von Frankreich jedoch. Am 11. August stimmt Franz I. im Waffenstillstand von Toledo allerdings dem Großteil der habsburgischen Forderungen zu.

Am 30. August schließen der englische König Heinrich VIII. und die französische Regentin Luise von Savoyen den Frieden von Moore. Darin erklärt sich Heinrich bereit, auf einige territoriale Ansprüche gegenüber Frankreich zu verzichten und erhält im Gegenzug von den Franzosen eine jährliche Rente von 20.000 Pfund. Frankreich begleicht seine Schulden gegenüber Königinwitwe Mary Tudor, und England setzt sich für die Freilassung von König Franz I. von Frankreich ein.

Deutscher Bauernkrieg

Der Deutsche Bauernkrieg zentriert|176px|Die 12 Artikel Der Oberschwäbische Haufen verfasstdie 12 Artikel. zentriert|164px|Georg Truchsess von Waldburg-Zeil Georg Truchsess von Waldburg-Zeilschlägt denBauernaufstand nieder. zentriert|350px|Weinsberger Bluttat Die Weinsberger Bluttat: Die Gräfin von Helfenstein bittet Jäcklein Rohrbach um Gnade für ihren Mann. zentriert|350px|Truppenbewegungen vor und nach der Schlacht von Frankenhausen In der Schlacht bei Frankenhausen werden die aufständischen Bauern vernichtend geschlagen.

24. Januar: Bauern der Landgrafschaft Klettgau richten ihre Beschwerden in 44 Artikeln an die Stadt Zürich. 16. Februar: Steinheimer Bauern fordern, einen eigenen Pfarrer zu wählen, der nur nach der neuen Lehre lehrt, und dass sie Holz selbst schlagen dürfen. Auch andere Dörfer im Hoheitsgebiet der Stadt Memmingen fordern gewisse Zugeständnisse. Am 23. Februar fordert die Stadt die Bauern auf, einen vierköpfigen Ausschuss zu benennen, der die Beschwerden gesammelt dem Rat überbringen soll. 24. Februar: Der Ausschuss der 27 Dörfer tritt in Memmingen zusammen. Ihre Forderungen bringen sie am 28. Februar in den sogenannten Memminger Artikeln dar. Der Stadtrat antwortet am 15. März und stimmt einigen der Artikel zu. Unter anderem werden die Bauern aus der Leibeigenschaft entlassen. 7. März: Durch Zusammenschluss des Baltringer Haufens, des Seehaufens und des Allgäuer Haufens wird die Christliche Vereinigung oder Oberschwäbische Eidgenossenschaft gegründet. Der Zusammenschluss erfolgt auf Initiative des Führers des Baltringer Haufens, Ulrich Schmied. Auch Sebastian Lotzer und Christoph Schappeler aus Memmingen sind bei der Gründung anwesend. 17. März: In der Marienkirche im thüringischen Mühlhausen wird der Ewige Rat gegründet, dem die Führer des Bauernheeres im Bauernkrieg angehören. 20. März: Der Oberschwäbische Haufen bringt im Deutschen Bauernkrieg seine Forderungen in Memmingen in den sogenannten Zwölf Artikeln vor. Sie werden während des Bauernkriegs in Drucken zusammen mit der Bundesordnung weit verbreitet. Sie zählen als die ersten Menschenrechte der Welt. 1. April: Das Evangelische Heer, ein Teil des Schwarzen Haufens von Florian Geyer von Geyersberg bricht aus dem Odenwald auf. Die Bauern marschieren zum Kloster Schöntal, das Vorräte beherbergt, erobern es und rauben es aus. 4. April: In der Schlacht bei Leipheim erleidet der Leipheimer Haufen eine vernichtende Niederlage. Sein Anführer Hans Jakob Wehe und sieben weitere Bauernführer werden am nächsten Tag hingerichtet. 12. April: Der neu entstandene Bildhäuser Haufen besetzt und plündert das Kloster Bildhausen. Der Ende März gegründete Deininger Haufen löst sich friedlich auf. 14. April: In der Schlacht am Leprosenberg am Karfreitag wird erstmals erkennbar, dass die Bauern den Konflikt militärisch nicht gewinnen können. 16. April: Bei der Weinsberger Bluttat erobern Bauern unter Jäcklein Rohrbach und der Schwarzen Hofmännin am Ostersonntag die Burg Weinsberg, plündern und zerstören sie; Graf Ludwig von Helfenstein und rund ein Dutzend weitere Adlige werden gefangen genommen, zum Tod verurteilt und vor den Toren von Weinsberg durch Spießrutenlaufen getötet – gegen den Willen anderer, gemäßigterer Bauernführer wie Wendel Hipler. Die Frau des Grafen, Margarethe von Helfenstein und ihr Sohn werden nicht getötet, sondern – angeblich auf einem Mistwagen – nach Heilbronn geschickt, nachdem die Gräfin manchen Quellen zufolge die Bauern noch erfolglos um das Leben ihres Mannes angefleht haben soll. 17. April: Vertrag von Weingarten, Auflösung des „Seehaufens“ und des „Allgäuer Haufens“ 19. April: Hans Sippel wird in Vacha zum Anführer des Werrahaufens gewählt. Dieser zieht in den nächsten Tagen das Werratal hinauf. 22. April: Im Frankfurter Zunftaufstand erzwingen die Aufständischen die Annahme der 46 Artikel durch den Rat der Reichsstadt Frankfurt am Main und übernehmen die politische Macht in der Stadt 23. April: Ein Bauernaufstand in Nußdorf (Pfalz) ist Anlass des Pfälzischen Bauernkrieges. 23. April: Der Werrahaufen erreicht die Stadt Lengsfeld. Landhofmeister Ludwig I. von Boyneburg muss die Forderungen der Bauern unterschreiben, ihnen 500 Meißnische Gulden zahlen und den Werrahaufen als Geisel in Richtung Meiningen begleiten. Am nächsten Tag erreichen sie Frauenbreitungen, wo die Bauern das Nonnenkloster plündern und das Herrenbreitunger Kloster kampflos einnehmen. In diesem Zusammenhang werden die ihnen verhassten Zwingburgen Burg Frankenberg und Wallenburg zerstört. 24. April: Stadtilm öffnet den aufständischen Bauern die Tore, nachdem Rat und Vogt der Stadt abgesetzt worden sind. Einige Bürger schließen sich den Bauern an. 27. April: Als der Werrahaufen Schmalkalden erreicht, kommt es dort zu einer innerstädtischen Revolte. Die Schmalkaldener schließen sich den Bauern an. 2. Mai: Vor Meiningen, das sich kurz zuvor mit dem Bildhäuser Haufen verbündet hat, löst sich der Werrahaufen auf. 4. Mai: Burg Wildenberg wird von Bauern des Hellen Haufens unter der Führung von Götz von Berlichingen niedergebrannt.

mini|links|hochkant|Wider die Mordischen vnd Räubischen Rotten der Bawren, Titelblatt von 1525 5. Mai: Martin Luther distanziert sich in der Schrift Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren von aufbegehrenden Bauern, die sich auch auf ihn berufen. 6. Mai: Im Bauernkrieg beginnt der Schwarze Haufen des Florian Geyer zusammen mit dem Fränkischen Heer den Sturm auf Würzburg, wo die Einnahme der Festung Marienberg an deren Besatzung scheitert. 7. Mai: Aufständische Bauern nehmen unter der Leitung von Götz von Berlichingen die Stadt Würzburg ein, die Festung Marienberg widersteht dem Landvolk. 7. Mai: Bei der Bauernschlacht bei Ostheim gegen eine Truppe der Markgrafschaft Ansbach verlieren mindestens 400 Bauern ihr Leben. Etwa 3000 geraten in Gefangenschaft. 8. Mai: Mit der Befreiung eines lutherischen Predigers beginnt der Salzburger Bauernkrieg. 9. Mai: In Brixen kommt es zu einem Aufstand gegen den Bischof unter Michael Gaismair. Am 13. Mai erreicht er die Einberufung des Tiroler Landtags in Innsbruck, mit dem er einen Kompromiss aushandeln kann. Dieser Kompromiss wird im August zurückgenommen und Gaismair verhaftet. 11. Mai: Hans Sippel und weitere Anführer des Werrahaufens werden auf dem Marktplatz in Eisenach durch das Schwert hingerichtet, nachdem sie am 7. Mai unter dem Vorwand von Verhandlungen in die Stadt gelockt wurden. 12. Mai: In der Schlacht bei Böblingen besiegt das Söldnerheer des Schwäbischen Bundes unter Truchsess Georg von Waldburg-Zeil aufständische württembergische Bauern.