zentriert|350px|Schlacht bei Mohács, osmanische Miniatur In der Schlacht bei Mohács siegen die Osmanen unter Süleyman dem Prächtigen über die Ungarn unter Ludwig II. 174px|Johann Zápolya 170px|Ferdinand Habsburg um 1530 Johann Zápolya wird ebenso wie der Habsburger Ferdinand I. zum König von Ungarn gewählt. 1526 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 974/975 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1518/19 Aztekischer Kalender 7. Haus – Chicome Calli (bis Ende Januar/Anfang Februar: 6. Feuerstein – Chicuace Tecpatl) Buddhistische Zeitrechnung 2069/70 (südlicher Buddhismus); 2068/69 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Feuer-Hundes 丙戌 (am Beginn des Jahres Holz-Hahn 乙酉) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 888/889 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3859/60 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 904/905 Islamischer Kalender 932/933 (Jahreswechsel 7./8. Oktober) Jüdischer Kalender 5286/87 (7./8. September) Koptischer Kalender 1242/43 Malayalam-Kalender 701/702 Seleukidische Ära Babylon: 1836/37 (Jahreswechsel April) Syrien: 1837/38 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1582/83 (Jahreswechsel April) Die beweglichen christlichen Feiertage ergaben sich durch den Ostertermin nach dem Julianischen Kalender. Ostersonntag fiel demnach auf den 1. April 1526.

Im Jahr 1526 neigt sich der Deutsche Bauernkrieg seinem Ende zu. Nur noch in Salzburg und Tirol gibt es unter der Führung von Michael Gaismair nennenswerte Aufstände und auch diese werden bis zum Sommer niedergeschlagen.

Anfang des Jahres scheinen auch die Italienischen Kriege nach mehr als 20 Jahren mit dem Frieden von Madrid zwischen dem deutschen König Karl V. und dem in Gefangenschaft befindlichen französischen König Franz I. endlich zu Ende zu gehen, doch im Mai flammen sie nach der Gründung der Liga von Cognac neuerlich auf, die im Herzogtum Mailand einmarschiert und die kaiserlichen Truppen dabei in einer schwachen Position trifft.

mini|links|Entwicklung der Machtbereiche in Ungarn nach der Schlacht bei Mohács Im Osten erwächst den zerstrittenen europäischen Mächten mit dem Osmanischen Reich unter Sultan Süleyman I. eine neue gefährliche Bedrohung. Die Osmanische Armee marschiert von Belgrad aus in Richtung Buda und fügt dem Königreich Ungarn in der Schlacht bei Mohács eine vernichtende Niederlage zu, bei der auch der ungarische König Ludwig II. ums Leben kommt. Nach der Eroberung Budas ziehen sich die Osmanen zwar wieder nach Belgrad zurück, verschleppen dabei aber über 100.000 Ungarn in die Sklaverei.

Um die Nachfolge als König von Ungarn streiten Ludwigs Onkel Johann Zápolya, der von den Osmanen unterstützt wird, und Ludwigs Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg. In den folgenden Jahren zerfällt Ungarn und Österreich wird in seinen ersten Türkenkrieg gezogen.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Italienische Kriege

14. Januar: König Karl V. und der gefangene französische König Franz I. schließen knapp ein Jahr nach der Schlacht bei Pavia den Frieden von Madrid. Der französische König verzichtet darin unter anderem auf Neapel und Mailand und sichert die Rückgabe Burgunds zu. Zugleich wird vereinbart, dass er im Gegenzug für seine Freilassung zwei Söhne als Geiseln nach Spanien zu geben hat. Am 18. März erfolgt am Bidasoa an der Grenze zu Frankreich der Austausch. Die beiden Prinzen werden von der Regentin Luise von Savoyen den Spaniern übergeben und Franz kehrt in seine Heimat zurück. Unmittelbar nach seiner Rückkehr erklärt er jedoch die Friedensbedingungen für erzwungen und für daher nichtig. Hierzu erhält er die Rückendeckung des Papstes, der nun angesichts der Machtfülle Karls V. zu dessen Gegner mutiert. 22. Mai: Franz I. bildet gemeinsam mit Papst Clemens VII., Francesco Sforza, dem Herzog von Mailand, sowie den Republiken Venedig und Florenz die Liga von Cognac gegen Kaiser Karl V.; wenig später beginnt der zweite Krieg zwischen Franz I. und Karl V. Die Truppen der Liga marschieren unter der Führung des Herzogs von Urbino, Francesco Maria I. della Rovere, im Herzogtum Mailand ein. Die kaiserlichen Truppen in der Lombardei befinden sich zu diesem Zeitpunkt in einer militärisch schwachen Position: sie sind zahlenmäßig nicht stark, der Sold steht seit langem aus und bei der einheimischen Bevölkerung sind sie verhasst. Georg von Frundsberg, der Sieger von Pavia, sammelt daraufhin in kaiserlichem Auftrag ein Landsknechtheer und zieht mit 20.000 Mann gegen die päpstlichen Truppen, die er am Jahresende bei Brescia schlägt. Doch die Soldzahlungen für die kaiserlichen Truppen bleiben aus, deren Unmut wächst.

Deutscher Bauernkrieg

miniatur|links|Der Memminger Vertrag mit den zehn Siegeln von 1526 Januar: Zwischen dem Fürststift Kempten und seinen Untertanen wird der Memminger Vertrag geschlossen, der den Bauern vom weltlich-geistlich regierten Fürststift gewisse Rechte gewährt. Der größte Vorzug für die Bauern ist dabei das Ende der willkürlichen Steuer- und Gebührenentscheide des Fürstabts.

9. Mai: In seinem Entwurf einer neuen Tiroler Landesordnung konzipiert der Bauernführer Michael Gaismair einen egalitären, christlich-demokratischen Knappen- und Bauernstaat. Er sammelt im Anschluss Getreue um sich und unterstützt den Bauernaufstand in Salzburg. Mai/Juni: Während er Radstadt belagert, schlägt Michael Gaismair erfolgreiche Gefechte gegen heranrückende Heere. 1. Juli: Die Pinzgauer Aufständischen erleiden bei Zell am See eine Niederlage gegen die Truppen des Schwäbischen Bundes. 2. Juli: Michael Gaismair und sein Bauernheer erleiden in der Schlacht bei Radstadt eine vernichtende Niederlage. Damit endet der Bauernkrieg in Tirol. Gaismair entkommt über die Alpen nach Venetien.

Protestantisch-katholische Gegensätze im Reich

mini|links|Der protestantische Torgauer Bund (lila) und der katholische Dessauer Bund (gelb) 27. Februar/5. März: Als Reaktion auf den Dessauer Bund mehrerer katholischer Fürsten schließen Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen in Gotha ein Verteidigungsbündnis, dem sich im Sommer eine Reihe weiterer Fürsten anschließen, darunter die Herzöge von Preußen, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow sowie Braunschweig-Lüneburg und Braunschweig-Grubenhagen (Torgauer Bund). 12. Juni: Dem Torgauer Bund treten mit dem Magdeburger Vertrag weitere norddeutsche Fürsten protestantischen Glaubens bei, was den politischen Einfluss der Vereinigung in der Zeit der Reformation stärkt. 25. Juni: Der Bundstag der Drei Bünde beschließt die zweiten Ilanzer Artikel, mit denen die Rechte der katholischen Kirche und des Bischofs stark beschnitten werden. 27. August: Der Reichstag zu Speyer beschließt in der Religionsfrage den Reichsständen zu erlauben, für sich also zu leben, zu regieren und zu halten, wie ein jeder solches gegen Gott, und Käyserl. Majestät hoffet und vertraut zu verantworten. Damit ist das Wormser Edikt faktisch aufgehoben; eine endgültige Entscheidung wird einem noch einzuberufenden Nationalkonzil vorbehalten.

Iberische Halbinsel

10. März: Der deutsche König Karl V., zugleich als Carlos I. König von Spanien, heiratet in Sevilla Isabella von Portugal, die Schwester des portugiesischen Königs Johann III. Der Hochzeit sind jahrelange Verhandlungen über kolonialpolitische Streitigkeiten und über die Höhe der Mitgift vorausgegangen. Wegen des engen Verwandtschaftsverhältnisses der beiden benötigen sie einen Dispens, den Papst Clemens VII. erteilt. Obwohl die Heirat des Kaiserpaars rein politisch motiviert ist, verlieben sich die Eheleute rasch ineinander und führen eine äußerst glückliche Ehe. Im Sommer übersiedelt das Paar nach Granada und logiert bis Jahresende in der Alhambra. Der Kaiser wird deshalb sogar von Mitgliedern des Staatsrates gerügt, seine Flitterwochen nicht zu lange auszudehnen.

Ungarn / Osmanisches Reich

April: Nachdem das Königreich Ungarn Tributzahlungen verweigert hat, marschiert ein osmanisches Heer von angeblich 50.000 bis 60.000 Mann unter Sultan Süleyman I. von Belgrad aus Richtung Buda. 12. Juli: Eine Vorhut unter Makbul Ibrahim Pascha erobert Peterwardein. 22. August: Die osmanische Armee überquert die Drau bei Mohács.

mini|hochkant|Schlacht bei Mohács, zeitgen. Darst. aus der osmanischen Bilderhandschrift Hünername 29. August: Die Türken unter Süleyman dem Prächtigen siegen in der Schlacht bei Mohács über die Ungarn. Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen, ertrinkt auf der Flucht. 10. September: Die Osmanen erobern Buda. Am 25. September wird Pest in Brand gesteckt. Danach rückt das osmanische Heer über Belgrad wieder ab. Nur in den Grenzfestungen liegen noch osmanische Truppen. 16. Oktober: Ludwigs Onkel Johann Zápolya wird in Tokaj von einer Mehrheitsvertretung des niederen und mittleren weltlichen Adels und der hohen Geistlichkeit zum König von Ungarn gewählt. Seine Wahl wird von einer weiteren Versammlung in Stuhlweißenburg am 10. November bestätigt und er wird am folgenden Tag als Johann I. mit der Stephanskrone gekrönt. 16. Dezember: Ludwigs Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg, der am 22. Oktober von einer Ständeversammlung bereits zum König von Böhmen gewählt wurde, wird von den Ständen in Preßburg zum König von Ungarn gewählt. Zu den wenigen ungarischen Unterstützern Ferdinands zählen prominente hohe Adelige, vor allem aus Westungarn. Im folgenden Jahr kommt es zum Bürgerkrieg in Ungarn.

Weitere Ereignisse in Europa

10. März: Mit dem kinderlosen Tod von Janusz III. stirbt die Linie der masowischen Piasten im Mannesstamm aus, und das Herzogtum Masowien wird als erledigtes Lehen durch die polnische Krone eingezogen. Seine Schwester Anna von Masowien muss trotz Unterstützung durch masowische Magnaten noch im selben Jahr auf den Herzogsthron verzichten. Der englische König Heinrich VIII., verheiratet mit Katharina von Aragon, verliebt sich in die Hofdame Anne Boleyn, die sich seinem Werben jedoch vorläufig entzieht.

Indien

21. Februar: Henrique de Menezes stirbt. Lopo Vaz de Sampaio wird sein Nachfolger als Generalgouverneur von Portugiesisch-Indien.

mini|links|hochkant|Das Sultanat von Delhi und Baburs Feldzug mini|hochkant|Erste Schlacht bei Panipat (Darst. spätes 16. Jh.) 20. April: In der Ersten Schlacht von Panipat besiegt Babur, ein Nachkomme Dschingis Khans und Timur Langs, Ibrahim Lodi, den letzten Sultan von Delhi, der in der Schlacht ums Leben kommt. Die Lodi-Dynastie erlischt; Babur besetzt Delhi und Agra und begründet auf dem Boden des bisherigen Sultanats das nordindische Mogulreich. Seinen ältesten Sohn Humayun, der an der Schlacht beteiligt war, entsendet er als Statthalter nach Badachschan.

Japan

9. Juni: Nach dem Tod von Go-Kashiwabara am 19. Mai wird sein jüngerer Bruder Go-Nara Tennō von Japan. Aufgrund finanzieller Probleme kann seine Krönungszeremonie allerdings erst im Jahre 1536 abgehalten werden.

Europäische Entdeckungsreisen