330px|Rückkehr von Ruhollah Chomeini nach IranBeginn der Islamischen Revolution: Ruhollah Chomeini kehrt nach rund 15-jährigem Exil in den Iran zurück 220pxMargaret Thatcher wird die erste weibliche britische Premierministerin mini|rechtsIn Kambodscha wird das Terrorregime der Roten Khmer unter Pol Pot durch die Vietnamesische Volksarmee gestürzt Jahreswidmungen Vereinte Nationen: „Internationales Jahr des Kindes“ Vogel des Jahres (Deutschland): Rauchschwalbe Wort des Jahres: Holocaust
Das Jahr 1979 begann mit der Vertreibung der Roten Khmer aus Kambodscha durch den Einmarsch vietnamesischer Truppen, der schon im Jahr zuvor begonnen hatte.
Danach stand das Jahr im Zeichen des Umsturzes in Iran. Über die Flucht des Schahs und die Rückkehr des schiitischen religiösen Führers Chomeini berichteten die internationalen Medien ausführlich. Aus der Vertreibung von Schah Mohammad Reza Pahlavi entwickelte sich die „Islamische Revolution“ – die neuen Machthaber gingen auf Konfrontation mit den USA, jener Macht, die das alte Regime am stärksten unterstützt hatte. Nach Ausbruch der Revolution floh der Schah außer Landes und begab sich in die USA, wo er sich einer medizinischen Behandlung unterzog. Nach einigem Zögern ließ Präsident Carter den gestürzten Machthaber, zu dem er ein persönliches Naheverhältnis pflegte, einreisen. Der Konflikt der neuen Machthaber im Iran mit den USA gipfelte im November in der Geiselnahme von Teheran.
In Irans Nachbarland Irak kam im Juli Saddam Hussein innerhalb der regierenden Baath-Partei an die Macht. Die ideologischen Gegensätze zwischen den beiden Ländern traten damit etwa sechs Monate nach Sturz des Schahregimes noch schärfer zutage. Besondere Bedeutung erhielten die Entwicklungen im islamischen Raum dadurch, dass das Jahr 1979 dem Jahr 1400 des islamischen Kalenders entsprach, in dem sich nach Überzeugung vieler Muslime der Mahdi offenbaren und den Beginn der Endzeit einläuten sollte. Diese Vorstellung ließ die Rückkehr Chomeinis in gerade diesem Jahr vielen Muslimen besonders signifikant erscheinen und stellte auch den Hintergrund der Besetzung der Großen Moschee von Mekka am 20. November des Jahres – dem Vorabend des islamischen Neujahrsfestes – dar.
Israel und Ägypten beendeten unter US-amerikanischer Vermittlung ihren seit 1947 andauernden Kriegszustand, erkannten sich gegenseitig an und Israel begann mit dem Rückzug aus der seit 1967 besetzten Sinai-Halbinsel. Bei den britischen Unterhauswahlen vom 3. Mai 1979 gingen die Konservativen als stärkste Partei hervor, Margaret Thatcher wurde neue Premierministerin. Hauptziel ihrer Politik war die Bekämpfung der Inflation, des britischen Handelsbilanzdefizits und die Privatisierung staatlicher Unternehmen. Am 2. Juni 1979 reiste Papst Johannes Paul II. zum ersten Mal in sein Heimatland Polen. Sein Eintreten für die Menschenwürde auf dem Warschauer Siegesplatz setzte ein wesentliches Zeichen auf dem Weg zum Zusammenbruch des Ostblocks.
Mit dem Einmarsch der sandinistischen Truppen in Managua am 19. Juli endete nach 35 Jahren die Diktatur der Somozas über Nicaragua. Die USA unterstützten den Widerstand gegen die nicaraguanische Revolution und so begann zwei Jahre später unter Ronald Reagan der Contra-Krieg. Das am 21. Dezember in London unterzeichnete Lancaster-House-Abkommen beendete die seit der 1964 ausgesprochenen einseitigen Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens andauernde weiße Minderheitsherrschaft und erklärte Simbabwe für unabhängig. In den letzten Tagen des Jahres 1979 begann mit der Landung sowjetischer Truppen in Kabul die sowjetische Intervention in Afghanistan.
Ereignisse 1979 ist Internationales Jahr des Kindes
Politik Januar
mini|Helmut Schmidt, Jimmy Carter, Valéry Giscard d’Estaing und James Callaghan auf der Konferenz von Guadeloupe im Jänner 1979 1. Januar: Die USA und die Volksrepublik China nehmen diplomatische Beziehungen auf. Die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan werden abgebrochen. 1. Januar: Hans Hürlimann wird neuer Bundespräsident der Schweiz. 1. Januar: Österreich und Ungarn heben die Visumpflicht im Reiseverkehr auf. 1. Januar: Auslösung des Kantons Jura aus dem Kanton Bern 7. Januar: Die vietnamesische Armee nimmt die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh ein und beendet damit die Herrschaft der Roten Khmer. 8. Januar: In der Akte von Montevideo akzeptieren Argentinien und Chile die päpstliche Vermittlung im Beagle-Konflikt. 9. Januar: Dominica wird Mitglied in der UNESCO. 10. Januar: Die Volksrepublik Kampuchea wird gegründet, nachdem vietnamesische Truppen die Roten Khmer von der Macht vertrieben haben. Heng Samrin fungiert als neues Staatsoberhaupt. 16. Januar: Schah Mohammad Reza Pahlavi verlässt Iran.
Februar 1. Februar: der Ajatollah Chomeini kehrt nach 15 Jahren im Exil wieder nach Iran zurück. 11. Februar: Der iranische Premierminister Schapur Bachtiar wird gestürzt. Die am 5. Februar 1979 von Chomeini eingesetzte Gegenregierung von Mehdi Bazargan übernimmt die Regierungsgeschäfte. 17. Februar: Chinesische Invasion Nordvietnams 20. Februar: Die Cassis-de-Dijon-Entscheidung wird vom Europäischen Gerichtshof verkündet.
März 1. März: In Schottland und Wales finden Referenden über die Einrichtung von regionalen gewählten Versammlungen bzw. Parlamenten statt. Während das Referendum in Schottland zwar angenommen wird, aber an zu geringer Stimmbeteiligung scheitert, lehnen die Abstimmenden in Wales den Plan im Referendum in Wales mit großer Mehrheit ab. 2. März: Die Regierung Albaniens erklärt den Ausnahmezustand. 16. März: Am 16. und 17. März gründen rund 500 Delegierte von AUD und anderen Initiativen zur Europawahl das Listenbündnis Die Grünen. 26. März: Unterzeichnung des Israelisch-Ägyptischen Friedensvertrages (Camp David I). 31. März: Abzug der letzten britischen Truppen von Malta.
April 1. April: Ajatollah Chomeini ruft die Islamische Republik Iran aus. 2. April: Der Rat der EWG verabschiedet die Vogelschutzrichtlinie. Vogelfallen aller Art werden darin verboten und die Einrichtung von Vogelschutzgebieten den Mitgliedsstaaten zur Pflicht gemacht. 4. April: Seeverkehrsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Brasilien 7. April: Der nach der Islamischen Revolution verhaftete langjährige Ministerpräsident Amir Abbas Hoveyda wird im Iran nach seinem Todesurteil auf dem Weg zur Hinrichtung erschossen. 10. April: Die Vereinigten Staaten regeln im Taiwan Relations Act die künftigen staatlichen Kontakte mit Taipeh. Dies ist durch die zu Jahresbeginn erfolgte Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Volksrepublik China und deren Ein-China-Politik erforderlich. 11. April: Die Bundesrepublik Deutschland schließt ein Wirtschaftsabkommen mit Ägypten. 27. April: Auf einer Konferenz in Hamburg wird das Internationale Übereinkommen zur Seenotrettung (SAR-Übereinkommen von 1979) verabschiedet. Es soll die Rettung von Menschen in Seenot unabhängig vom Unfallort durch eine Seenotrettungsorganisation sicherstellen.
Mai mini|hochkant|Walter Scheel (1996), der Vorgänger von Karl Carstens (→ 23. Mai)
1. Mai: Dänemark entlässt Grönland in die Selbstverwaltung. 3. Mai: Bei der Britischen Unterhauswahl erhält die Conservative Party 43,9 % der Stimmen und 339 der 646 Sitze im Unterhaus. 4. Mai: Margaret Thatcher wird von Königin Elisabeth II. zur neuen britischen Premierministerin ernannt. Sie folgt damit James Callaghan (Labour). 6. Mai: Nationalratswahl in Österreich. Die SPÖ mit Bundeskanzler Kreisky erhält 51,0 Prozent der Stimmen und 95 der 183 Sitze im Nationalrat. Kreisky bildet kurz darauf sein viertes Kabinett. 10. Mai: Die vier Staaten im von den USA verwalteten Treuhandgebiet Pazifische Inseln ratifizieren sowohl eine Verfassung für das neue Gemeinwesen Föderierte Staaten von Mikronesien als auch einen Assoziierungsvertrag mit den USA, die den militärischen Schutz des Gebietes übernehmen. Am 3. November 1986 tritt seine Unabhängigkeit in Kraft. 23. Mai: Wahl des deutschen Bundespräsidenten: Karl Carstens (CDU) wird zum Bundespräsidenten gewählt. 28. Mai: Der Beitrittsvertrag mit Griechenland zur europäischen Gemeinschaft (EG) wird unterzeichnet.
Juni mini|Die erste Reise von Papst Johannes Paul II. in sein Heimatland Polen
2. Juni–10. Juni: Papst Johannes Paul II. unternimmt seine 1. Apostolische Reise nach Polen. im Juni erste allgemeine Wahlen der 410 Mitglieder zum Europäischen Parlament 2. Juni: Der zweite Uganda-Tansania-Krieg geht zu Ende, den Ugandas Truppen unter Befehl des Diktators Idi Amin verlieren. 10. Juni: In den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft werden nach der ersten Direktwahl der Abgeordneten für das Europaparlament die am 7. und 10. Juni abgegebenen Stimmen ausgezählt. 18. Juni: In Wien unterschreiben Generalsekretär Leonid Breschnew für die UdSSR und US-Präsident Jimmy Carter die SALT-II-Verträge zur Begrenzung der nuklear-strategischen Waffensysteme beider Staaten. Der US-Senat verweigert später die Ratifizierung des Vertragswerkes. 25. Juni: Auf Alexander Haig, den NATO-Oberbefehlshaber in Europa, wird am Morgen von der RAF ein Mordanschlag in Belgien verübt, der misslingt. 26. Juni: Die Bundesrepublik Deutschland und Tuvalu nehmen diplomatische Beziehungen auf.
Juli 3. Juli: Franz Josef Strauß wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU für die Bundestagswahl 1980. Er setzt sich in einer Fraktionsabstimmung gegen Ernst Albrecht mit 135 zu 102 Stimmen durch. 3. Juli: Der Deutsche Bundestag beschließt, bei Mord und Völkermord die Verjährung endgültig aufzuheben. 12. Juli: Kiribati wird unabhängig von Großbritannien. 16. Juli: Der irakische Präsident Ahmad Hasan al-Bakr tritt zurück und Saddam Hussein wird sein Nachfolger. 19. Juli: Nicaraguanische Revolution 31. Juli: In Hessen wird mit Tagesablauf nach 31-monatiger Existenz die künstlich geschaffene Großstadt Lahn wegen anhaltender Ablehnung der Bevölkerung aufgelöst. Am 1. August entstehen wieder die alten Städte Gießen und Wetzlar sowie drei frühere Gemeinden.
August 3. August: Äquatorialguinea: Militärputsch, Verurteilung und Hinrichtung des gestürzten Präsidenten 11. August: In Nigeria finden die ersten Wahlen nach 14 Jahren von Bürgerkrieg und Militärdiktaturen statt. Es gewinnt Shehu Shagari. 13. August: Die Cap Anamur erreicht das Südchinesische Meer und nimmt die ersten vietnamesischen Flüchtlinge auf. Es ist der Beginn einer 7-jährigen Rettungsaktion, bei der über 11.000 Flüchtlinge vor dem Ertrinken und dem Hungertod gerettet werden. 19. August: Nach der vietnamesischen Invasion in Kambodscha verurteilt ein Tribunal der unter Heng Samrin gebildeten provisorischen Regierung die Rote-Khmer-Führer Pol Pot und Ieng Sary wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Massenmord zum Tod. Das Urteil bleibt für beide folgenlos. 23. August: Die iranische Armee beginnt mit der Bombardierung kurdischer Städte. Am 23. August wird Sakez, am 1. September Bokan, am 2. September Piranschar, am 3. September Mahabad und am 6. September Sardascht angegriffen. 26. August: Die Bildung einer gemeinsamen Aktionsfront assamesischer Organisationen markiert den äußeren Beginn der Assam-Bewegung. 27. August: Bei einem Bombenanschlag der IRA auf seine Yacht sterben Louis Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma und drei weitere Menschen.
September 6. September: Mit Chemikalien experimentierende Kinder lösen in Hamburg ein Explosionsunglück aus. Ein Kind stirbt, zwei werden verletzt. Die Stoffe hatten sie sich vom Firmenareal der Chemischen Fabrik Stoltzenberg besorgt. Sofort einsetzende Untersuchungen decken den zweiten Stoltzenberg-Skandal auf, der behördliche Mängel vor Augen führt. 14. September: Afghanistan, Amin stürzt Präsident Taraki. 16. September: Der afghanische Staatschef Nur Muhammad Taraki tritt zurück. mini|Flagge von St. Lucia (Version von 1979) 18. September: St. Lucia wird Mitglied der Vereinten Nationen.