330px|Israelische Truppen inspizieren ein zerstörtes FlugzeugSechstagekrieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn zentriert|340px|Der sowjetische Premierminister Alexei Kossygin (links) und US-Präsident Lyndon B. Johnson Juni 1967: Bei der Konferenz von Glassboro in New Jersey kommt es zu einem Gipfeltreffen zwischen dem sowjetischen Premierminister Alexei Nikolajewitsch Kossygin und US-Präsident Lyndon B. Johnson

Ereignisse Jahreswidmungen 1967 ist „Internationales Jahr des Tourismus“

Politik und Weltgeschehen 1. Januar: Roger Bonvin wird Bundespräsident der Schweiz 13. Januar: Étienne Gnassingbé Eyadéma wird Staatspräsident in Togo 14. Februar: Erste konzertierte Aktion zur Überwindung der Wirtschaftskrise unter Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) 14. Februar: Der Vertrag von Tlatelolco, einem Teil von Mexiko-Stadt, erklärt die Karibik und Lateinamerika zur atomwaffenfreien Zone. Als letzter Staat der Region ratifiziert Kuba im Jahr 2002 das Abkommen. 15. Februar bis 21. Februar: Bei der Parlamentswahl in Indien erhält die Kongresspartei (INC) 40,78 % der Stimmen (nach 44,72 % bei der Wahl 1962). Indira Gandhi, seit Januar 1966 Premierministerin Indiens, bleibt (bis März 1977) im Amt. 22. Februar: In Indonesien tritt der auf Lebenszeit gewählte Präsident Sukarno zurück und wird unter Hausarrest gestellt. Die Hintergründe dieses Schrittes bleiben unaufgeklärt. Neuer starker Mann wird General Suharto. 21. März: Guyana wird Mitglied in der UNESCO 11. April: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Belgien 12. April: Block A des Kernkraftwerk Gundremmingen geht in den kommerziellen Betrieb. Nach knapp zehn Jahren kommt es zu einem Unfall mit wirtschaftlichem Totalschaden. 21. April: Militärputsch in Griechenland 22. April: Der zu Ende gehende VII. Parteitag der SED beschließt die Einführung der Fünf-Tage-Woche in der DDR. Andererseits werden fünf Feiertage gestrichen. 6. Mai: Präsidentschaftswahl in Indien: Zakir Hussain wird zum Staatspräsidenten gewählt 30. Mai: Im Südosten Nigerias wird die unabhängige Republik Biafra ausgerufen. 2. Juni: Berlin: Während eines Staatsbesuchs des Schahs des Irans kommt es zu Demonstrationen und schweren Ausschreitungen. Der Student Benno Ohnesorg wird von dem West-Berliner Polizisten Kurras erschossen. Der Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz tritt am 26. September mit dem gesamten Senat zurück. Ohnesorgs Erschießung und der gerichtliche Freispruch für den Täter tragen zur Ausbreitung und Radikalisierung der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er-Jahre bei. 5.–10. Juni: Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen Nachbarn 5. Juni: Über der Demokratischen Republik Vietnam wird angeblich das 2.000. Flugzeug der USA abgeschossen. 8. Juni: Beim Angriff israelischer Kampfflugzeuge auf das US-amerikanische Spionageschiff Liberty werden 34 Navy-Angehörige getötet. 10. Juni: Israel besetzt im Sechstagekrieg Teile des Berges Hermon sowie die Golanhöhen auf syrischem Staatsgebiet. Syrien und Israel vereinbaren einen Waffenstillstand. 23. Juni: Bei der Konferenz von Glassboro treffen US-Präsident Lyndon B. Johnson und der sowjetische Premierminister Alexei Nikolajewitsch Kossygin aufeinander. Themen der Gespräche sind die Entspannung im Kalten Krieg sowie Stellvertreterkriege der beiden Supermächte. 24. Juni: Eine bolivianische Militäreinheit verübt ein Massaker an Bergleuten und Zivilisten auf dem Gelände des Zinnbergwerks Siglo XX und besetzt ferner das Zinnbergwerk Catavi. Etwa 20 Tote und 70 Verletzte sind die Folge der gegen gewerkschaftliche Betätigung gerichteten Militäraktion. 4. Juli: Der Freedom of Information Act tritt in den Vereinigten Staaten in Kraft. Das Gesetz gewährt jedem grundsätzlich das Recht, Auskünfte über Dokumente der Exekutive zu erhalten. 6. Juli: Beginn des Biafra-Krieges in Nigeria 10. Juli: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Trinidad und Tobago sowie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Thailand 12. Juli: In Newark bei New York beginnen die bis dahin schwersten Rassenunruhen der USA, die sich in der Folge über den ganzen Süden ausbreiten. Der Boxer Muhammad Ali verweigert den Kriegsdienst in Vietnam. 23. Juli: Rassenunruhen in Detroit – ausgelöst durch eine Polizeirazzia. Sie dauerten 5 Tage und gingen (mit 43 Todesopfern, 1189 Verletzten und über 7000 Verhaftungen) als die zweitbrutalsten Rassenunruhen der USA in die (US-)Geschichte ein. 8. August: Gründung der ASEAN (Vereinigung südostasiatischer Staaten) 3. September: In Südvietnam gewinnt General Nguyễn Văn Thiệu (mit 38 Prozent der Stimmen) die Wahl zum Präsidenten des Landes. 3. September: Letzter großer Umstieg von Links- auf Rechtsverkehr (Schweden) mini|150px|Aufbahrung des Leichnams von Che Guevara nach der Hinrichtung 29. September: Der afrikanische Kleinstaat Lesotho wird Mitglied in der UNESCO 1. Oktober: Bürgerschaftswahl in Bremen; danach beginnt die Ära Hans Koschnick (bis 1985) 9. Oktober: Che Guevara wird von einem Feldwebel der bolivianischen Armee ohne Gerichtsverhandlung erschossen. 10. Oktober: Der Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper (Weltraumvertrag) tritt in Kraft. 26. Oktober: An seinem 48. Geburtstag finden die Krönungsfeierlichkeiten von Schah Mohammad Reza Pahlavi und seiner Ehefrau Farah Pahlavi statt. 5. November: In der Antarktis werden vom Flugzeug aus die bis dahin unbekannte eisbedeckte Lyddan-Insel sowie der Stancomb-Wills- und der Hayes-Gletscher entdeckt. 21. November: Rahmenabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Paraguay über deutsche Entwicklungshilfe 28. November: Omar Bongo Ondimba wird Staatspräsident von Gabun 30. November: Ende der britischen Kolonialherrschaft im Südjemen; Ausrufung der Republik Südjemen 1. Dezember: Nicaragua. Gründung der deutschen Schule in Managua 13. Dezember: Der griechische König Konstantin II. wagt gegen das Obristen-Regime einen Gegenputsch. Nach dessen Scheitern geht er am Folgetag ins Exil nach Rom, jedoch ohne Abdankung. 15. Dezember: In den USA wird der Age Discrimination in Employment Act beschlossen. Er verbietet die Diskriminierung Älterer am Arbeitsplatz. 17. Dezember: Harold Holt, Premierminister Australiens, verschwindet beim Schwimmen im Meer; wahrscheinlich ertrinkt er. John McEwen wird kurzzeitig Premierminister, ihm folgt John Gorton.

Wirtschaft 1. Januar: Die Unternehmensberatung Roland Berger wird in München gegründet. Sie ist größte Strategieberatung europäischen Ursprungs. 31. Oktober: Nach 107 Jahren laufendem Betrieb zur Steinkohle-Förderung wird die Zeche Shamrock in Herne stillgelegt. 14. November: Das United States Patent Office erteilt Theodore Maiman ein Patent auf den von ihm entwickelten Rubinlaser. 12. Dezember: Aus Ost-Berlin wird bekannt, dass die heimische Währung Mark der Deutschen Notenbank ab Jahresbeginn 1968 in Mark der Deutschen Demokratischen Republik umbenannt wird. Die metall- und holzverarbeitende Wirtschaft senkt ihre Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden. Die Verpackungsmittelhersteller Schmalbach und Lubeca fusionieren zu Schmalbach-Lubeca. Ein Mindesturlaub von 15 Tagen wird in der DDR festgelegt. Mit den ersten Prototypen des Standard-Busses erscheint ein über verschiedene Bushersteller hinweg vereinheitlichter Linienbus, der die bis weit in die 1990er Jahre andauernde Ära der Standardbusse in Deutschland einleitet. Beteiligt an dem Projekt sind neben dem Verband Öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV) und seiner Mitglieder die Bushersteller Büssing, Magirus-Deutz, Mercedes-Benz, später auch MAN und Ikarus.

Wissenschaft und Technik 12. Januar: Nach seinem Tod wird der Körper James Bedfords in Kryostase versetzt. Der Verstorbene ist der erste Mensch, der sich auf diese Weise eine Wiederbelebung in Zukunft erhofft. 8. Februar: Das schwedische Mehrzweckkampfflugzeug Saab 37 absolviert seinen Erstflug.

mini|Saab JA 37 „Viggen“ der schwedischen Luftwaffe

18. Mai: Bei einem Experiment mit einer gestarteten Rakete wird der erste Röntgendoppelstern entdeckt. Der Pulsar Centaurus X-3 liegt im Sternbild Zentaur. 27. Juni: In Enfield Town wird von Barclays der erste Geldautomat in Betrieb genommen, der britische Schauspieler Reg Varney hebt als erster Mensch auf diese Weise Geld ab 25. August: Start des Farbfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland 8. September: In Darmstadt eröffnet Bundesforschungsminister Gerhard Stoltenberg das Europäische Raumflugkontrollzentrum. 27. Oktober: In Salto di Quirra wird die erste Schweizer Höhenforschungsrakete vom Typ Zenit gestartet. 30. Oktober: Die beiden unbemannten Sojus-Raumschiffe Kosmos 186 und 188 führen in einer Erdumlaufbahn das erste Rendezvous mit einer automatischen Ankopplung durch. 9. November: Erster Start der Saturn-5-Rakete, mit der später die erste Mondlandung durchgeführt wurde 28. November: Auf der Suche nach Radioquellen im Universum entdecken Jocelyn Bell Burnell und Antony Hewish den ersten Pulsar, der später als PSR B1919+21 bekannt werden sollte. 3. Dezember: Erste Herztransplantation durch Christiaan Barnard in Kapstadt 6. Dezember: Der Kardiologe Adrian Kantrowitz führt in Brooklyn an einem Kind die weltweit zweite Herztransplantation durch. Das mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt gekommene Baby überlebt die Operation um einige Stunden. Wolfgang Hilberg erfindet die Funkuhr. Milgram prägt den Begriff: Kleine-Welt-Phänomen

Kultur 1. Januar: Neuer Intendant der freien Volksbühne in Berlin wird Hansjörg Utzerath 1. Januar: Gründung des Slowinzischen Nationalparks in Polen 2. Januar: Telekolleg startet im Bayerischen Rundfunk, es führt zur Mittleren Reife, später auch zur Fachhochschulreife 5. Februar: Vicco von Bülow führt durch die erste Folge der ARD-Fernsehserie Cartoon, in der er auch als Loriot zeichnerisch Beiträge einbringt. 17. März: Uraufführung der Oper Mourning Becomes Electra von Marvin David Levy an der Metropolitan Opera in New York 24. April: im New Yorker Verlag Viking Press erscheint Susan E. Hintons Roman The Outsiders; das Buch gilt als das erste Werk der neuen Young-adult fiction 19. Mai: Uraufführung der Oper Bomarzo von Alberto Ginastera am Lisner Auditorium in Washington, D.C. 25. Mai: Erster Spatenstich der Ausgrabungen in Akrotiri auf der griechischen Insel Santorin durch Spyridon Marinatos. 1. Juni: Die Beatles veröffentlichen ihr epochales Pop-Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band

mini|Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennon und George Harrison als Wachsfiguren

16. Juni: Das Monterey Pop Festival (16.–18. Juni) in Kalifornien wird zu einem der wichtigsten Konzerte der Rock-Musikgeschichte. 29. September: Gründung der Band Tangerine Dream in West-Berlin. 1. Oktober: Das erste Lustige Taschenbuch erscheint. 18. Oktober: Der Zeichentrickfilm Das Dschungelbuch aus den Walt-Disney-Studios kommt in die US-amerikanischen Kinos. 27. Oktober: Uraufführung der Neufassung des Balletts Onegin von John Cranko nach der Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski durch das Stuttgarter Ballett im Großen Haus der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Diese Fassung beseitigte alle Schwächen der Erstfassung und hat diese vollständig von den Spielplänen verdrängt. 31. Oktober: Die 900-Jahr-Feier der Wartburg, der 150. Jahrestag des Burschenschaftsfestes und die 450-Jahr-Feier zur Reformation wurden 1967 in Eisenach in staatlicher Regie des DDR-Kulturministeriums mit einer Veranstaltungsserie begangen. 23. November: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Guinea. In Kraft seit dem 13. Juni 1987 24. Dezember: Gründung der Rockband Creedence Clearwater Revival Der Situationist Guy Debord publiziert „la société du spectacle“, dt. „Die Gesellschaft des Spektakels“