204px|zentriert|Ethel und Julius Rosenberg Ethel und Julius Rosenberg werden wegen Verrat des Atomgeheimnisses zum Tode verurteilt zentriert|146px|Hossein Ala Unter Premierminister Hossein Ala wird die iranische Ölindustrie verstaatlicht zentriert|350px|Unterzeichnung des Friedensvertrages von San Francisco Premierminister Shigeru Yoshida unterschreibt den Friedensvertrag von San Francisco
Das Jahr 1951 ist von den zunehmenden Feindseligkeiten zwischen Ostblock und westlicher Welt geprägt, die sich im Koreakrieg und der McCarthy-Ära, speziell dem Prozess gegen Ethel und Julius Rosenberg, widerspiegeln.
Überblick Koreakrieg Nachdem es den nordkoreanischen und chinesischen Truppen Anfang des Jahres im Koreakrieg gelungen war, Seoul einzunehmen, konnte die internationale Koalition einige Zeit später die Stadt wieder zurückerobern. Der Bewegungskrieg wandelte sich nun allerdings in einen Stellungskrieg. Oberbefehlshaber Douglas MacArthur plädierte in dieser Situation für eine Ausweitung des Krieges durch den Einsatz von Atombomben gegen die chinesischen Nachschublinien; US-Präsident Harry S. Truman lehnte dies jedoch mit Hinweis auf die dadurch mögliche Bedrohung des Weltfriedens ab und ließ MacArthur durch Ridgway ablösen. Dennoch testete die USA in Nevada ihre Atomwaffen gerade auch unter taktischen Bedingungen, d. h. unter Beteiligung von Infanterie-Truppen.
Bundesrepublik Deutschland Unterdessen gelang in der Bundesrepublik der Regierung Adenauer die allmähliche Emanzipation vom westlichen Besatzungsregime. Der jungen Bundesrepublik wurden weitere Kennzeichen staatlicher Souveränität zugestanden – das Bundesverfassungsgericht nahm seine Arbeit auf, ebenso das neue Außenministerium unter der Leitung von Adenauer selbst; auch durfte die Handelsmarine nunmehr die bundesdeutsche Flagge führen –, gleichzeitig wurde aber das Bekenntnis zu den westlichen Verbündeten bekräftigt und die Möglichkeit eines eigenen Verteidigungsbeitrages gegen eine mögliche Aggression aus dem Osten ausgelotet, gegen den Widerstand der SPD, die sich unter Kurt Schumacher konsequent gegen eine Remilitarisierung aussprach. Während die Amerikaner zunächst noch die Entnazifizierung weiterbetrieben, indem sie einige hochrangige SS-Offiziere hinrichtetenIm Kriegsverbrechergefängnis Landsberg, von 1946 bis 1958 unter US-amerikanischem Befehl, wurden am 7. Juni 1951 die letzten sieben von insgesamt 308 zum Tode verurteilten Kriegsverbrechern gehängt: Oswald Pohl, der als Hauptangeklagter des Prozesses Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS zum Tode verurteilt worden war, vier der im Einsatzgruppen-Prozess Verurteilten (Otto Ohlendorf, Erich Naumann, Paul Blobel, Werner Braune) sowie zwei in den Dachauer Prozessen Verurteilte – nämlich der Adjutant des Lagerkommandanten des KZ Buchenwald Hans-Theodor Schmidt und der Rapportführer des KZ-Außenlagerkomplexes Mühldorf Georg Schallermair, führte die wachsende Selbständigkeit der deutschen Justiz dazu, dass zunehmend NS-Täter von Amnestien profitieren konnten. Bis zum 31. Januar 1951 wurde 792.176 Personen eine Amnestie ausgesprochen.spiegel.de vom 21. Februar 2006: Amnesie und Amnestie
DDR Die Amnestierung von Nationalsozialisten durch die Bundesregierung wurde auch von der ostdeutschen Propaganda thematisiert, die zugleich durch Massenveranstaltungen wie die Weltjugendfestspiele Achtungserfolge erzielte. Grenz- und Luftzwischenfälle, die Verschleppung unliebsamer Kritiker aus West-Berlin in den Osten, sowie Schauprozesse, denen auch Jugendliche zum Opfer fielen, warfen dagegen Schatten auf die Rhetorik der kommunistischen Regierung in Ost-Berlin. Deren Forderung nach freien Wahlen in Gesamtdeutschland blieb angesichts der ideologischen Gegensätze zwischen Ost und West ohne Folgen. Ähnliche Vorgänge wie in der DDR spielten sich unterdessen auch in anderen Blockstaaten des Ostens ab, wie etwa die Schauprozesse von Jihlava in der Tschechoslowakei gegen Vertreter der Kirche zeigen.
USA Auch in den USA der so genannten McCarthy-Ära sorgte die Entwicklung in Korea und Europa für eine zunehmend schärfere Kalte-Kriegs-Rhetorik, die sich gegen Künstler und andere Intellektuelle mit linken Sympathien richtete und die sich besonders spektakulär im Prozess gegen Ethel und Julius Rosenberg zeigte, in dem der Richter dem Paar Verrat des Atomgeheimnisses an die Sowjetunion vorwarf, weswegen die beiden auch direkt für den Koreakrieg mitverantwortlich seien; über sie wurde entsprechend die Todesstrafe verhängt.
Griechenland und Türkei Die Aufnahme Griechenlands und der Türkei in die NATO sollte dem sowjetischen Einfluss auf dem Balkan und im Nahen Osten gegensteuern.
Großbritannien und Naher Osten Großbritannien hatte sich vor allem mit Selbständigkeitsbestrebungen von ägyptischer und iranischer Seite auseinanderzusetzen. Die ägyptische Regierung unter Premierminister Mustafa an-Nahhas Pascha und König Faruq hatte einseitig den Bündnisvertrag von 1936 aufgekündigt, was insbesondere die britische Hoheit über den Sueskanal und damit den freien Zugang Großbritanniens zu seinen verbleibenden asiatischen Kolonien gefährdete. Im Iran setzte unterdessen Premierminister Hossein Ala auf die Verstaatlichung der Erdölindustrie, die bis dahin in britischer Hand war. Die Labour-Regierung von Clement Attlee agierte in diesen Konflikten nicht immer glücklich und wurde daraufhin zu Gunsten des Konservativen Weltkriegs-Premiers Winston Churchill abgewählt.
Japan Der Friedensvertrag von San Francisco gab Japan die volle Souveränität zurück und beendete dadurch die Zeit der amerikanischen Besatzung.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Friedensverträge und Militärbündnisse in Folge des Zweiten Weltkriegs
1. September: Australien, Neuseeland und die USA schließen das ANZUS-Abkommen, ein gegenseitiges Verteidigungsbündnis. Es ergänzt den japanischen Friedensvertrag und das Bündnisabkommen der USA mit den Philippinen, die zum selben Zeitpunkt wirksam werden. 8. September: Abschluss des Friedensvertrags von San Francisco zwischen Japan und 48 Staaten. Er tritt zum 28. April 1952 in Kraft. 15. September: Die Volkskammer der DDR appelliert an den Bundestag, Wahlen für ganz Deutschland zuzustimmen. 20. September: Die NATO beschließt die Aufnahme von Griechenland und der Türkei, die am 18. Februar 1952 rechtskräftig wird. 24. Oktober: US-Präsident Truman verkündet das Ende des Kriegszustandes mit Deutschland.
Bundesrepublik Deutschland/Deutsche Demokratische Republik
1. Januar: Vorstellung der neuen deutschen Nationalhymne durch Bundespräsident Theodor Heuss. 1. Januar: Als erster Staat erklärt Indien den Kriegszustand mit Deutschland offiziell für beendet. 10. Januar: Der sozialdemokratische hessische Ministerpräsident Georg-August Zinn stellt in seiner Regierungserklärung den Hessenplan vor, ein umfassendes Entwicklungsprogramm für Wohnen, Soziales, Kultur, Bildung, Wirtschaft und Verkehr. 12. Januar: Bei der Wahl zum Berliner Oberbürgermeister kommt es zwischen Ernst Reuter (SPD) und Walther Schreiber (CDU) zum Patt, da beide gleich viele Stimmen erhalten. Schreiber zieht daraufhin seine Kandidatur zu Gunsten Reuters zurück. 15. März: Bundeskanzler Konrad Adenauer übernimmt zugleich das neu geschaffene Amt des Außenministers. Das Besatzungsstatut ist zuvor von der Alliierten Hohen Kommission entsprechend revidiert worden. 15. März: Das Gesetz über die Einrichtung eines Bundeskriminalpolizeiamtes tritt in Kraft. 16. März: Das Gesetz über den Bundesgrenzschutz wird in der Zeit der Wiederbewaffnungsdiskussion verabschiedet. Der Sonderpolizei des Bundes ist anfangs die Grenzsicherung aufgegeben. 10. April: Der Bundestag beschließt das Montan-Mitbestimmungsgesetz. 13. April: Die Vorläufige Niedersächsische Verfassung wird verabschiedet, die die staatlichen Grundlagen in der Zeit bis zur Wiedervereinigung des zweigeteilten Deutschlands regelt. 7. Juni: Die Alliierten vollstrecken in Landsberg die letzten Todesurteile gegen Naziverbrecher. 14. Juni: Erster offizieller Staatsbesuch Konrad Adenauers im Ausland (Italien). 22. Juni: Christian Fette wird Vorsitzender des DGB als Nachfolger des verstorbenen Hans Böckler. 25. Juni: Friedrich-Wilhelm Lübke wird Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. 26. Juni: Die FDJ wird in der Bundesrepublik verboten. 28. Juni: Karl Du Mont wird erster Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in den Niederlanden. 28. September: Das Bundesverfassungsgericht nimmt in Karlsruhe seine Arbeit auf. 3. Oktober: Im Werdauer Oberschülerprozess werden 19 Jugendliche wegen „Boykotthetze“ zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. 7. Oktober: Bürgerschaftswahl in Bremen. Die SPD mit dem bisherigen Bürgermeister Wilhelm Kaisen bleibt stärkste Partei und regiert anschließend in einer Koalition mit CDU und FDP. 3. Dezember: Bundeskanzler Konrad Adenauer zum ersten Staatsbesuch in England 16. November: Die Bundesregierung beantragt beim Bundesverfassungsgericht das Verbot für die KPD und die SRP.
1951 kommt es zu den ersten Amnestien für Personen, die wegen ihrer Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus verurteilt worden sind, wie z. B. für den Rüstungsmagnaten Krupp.
West- und Mitteleuropa
1. Januar: Eduard von Steiger wird erneut Bundespräsident der Schweiz. 10. März: Henri Queuille wird Regierungschef in Frankreich; er löst René Pleven ab. 19. Mai: Das Vereinigte Königreich erlaubt das Sprechen des Schottisch-Gälischen, des Walisischen, des Irischen, des Manx, des Kornischen und des Norn an Schulen, ohne dass der Sprecher dafür bestraft wird. 27. Mai: Der Sozialdemokrat Theodor Körner wird zum neuen Bundespräsidenten Österreichs gewählt. 16./17. Juli: Baudouin I. wird zum König von Belgien gekrönt, nachdem sein Vater Leopold III. zurückgetreten ist. 11. August: René Pleven wird erneut Regierungschef in Frankreich. 26. Oktober: Die Unterhauswahlen in Großbritannien werden von den Konservativen unter Winston Churchill gewonnen. Dieser wird erneut britischer Premierminister und löst den Labour-Politiker Clement Attlee ab; Außenminister wird Anthony Eden. 16. November: Kneppelfreed („Knüppelfreitag“) in Westfriesland
Die Sowjetunion und ihr Einflussgebiet
2. Januar: In der Volksrepublik Ungarn werden Grundnahrungsmittel, Benzin und Öl rationiert. 15. Februar: Polnisch-Sowjetischer Gebietsaustausch 2. Juli: In Babice, Tschechoslowakei, wird eine Sitzung des örtlichen kommunistischen Nationalausschusses von vier Bewaffneten überfallen und drei Ausschussmitglieder getötet. Das Verbrechen bildet den Anlass für die Schauprozesse von Jihlava, die sich vor allem gegen den Einfluss der Kirche auf die Landbevölkerung richten und in denen elf Personen zum Tode und 111 zu langen Zuchthausstrafen verurteilt werden. 11. September: Mit dem sogenannten Freiheitszug durchbrechen tschechoslowakische Eisenbahner und Regimegegner mit ihren Familien bei Selb die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland.
Türkei
25. Juli: Das Gesetz über strafbare Handlungen gegen Atatürk stellt in der Türkei das Andenken an den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk unter strafrechtlichen Schutz.
Korea
mini|Generalleutnant Matthew B. Ridgway (l.) im Januar 1951 Am 1. Januar beginnen 400.000 chinesische und 100.000 nordkoreanische Soldaten im Koreakrieg eine Offensive, der die 200.000 Soldaten Südkoreas und der UN-Streitkräfte nicht standhalten können. US-Streitkräfte und viele Zivilisten fliehen in den Süden. Am 3. Januar wird Seoul geräumt und in der Folge eine Verteidigungslinie zwischen dem Gelben Meer und dem Japanischen Meer gebildet. General Douglas MacArthur verlangt nun den Abwurf von Atombomben auf chinesische und nordkoreanische Städte, eine umfassende Seeblockade und den Einsatz nationalchinesischer Truppen. Dies lehnt die Regierung Truman jedoch ab. 4. Januar: Die Truppen Nordkoreas und Chinas nehmen Seoul ein.