zentriert|350px|Landung der Alliierten in der Normandie (Utah Beach) Am 6. Juni beginnt mit der Landung der westlichen Alliierten in der Normandie die Operation Overlord. zentriert|181px|Zerstörte Lagebesprechungsbaracke nach dem Anschlagzentriert|181px|Adolf Hitler und Benito Mussolini besichtigen die Baracke Claus Schenk Graf von Stauffenberg begeht ein Attentat auf Adolf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze. zentriert|168px|Erwin von Witzleben vor dem Volksgerichtshof Im Anschluss werden rund 700 Menschen verhaftet und über 100 Personen hingerichtet. 1944 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1392/93 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1936/37 (10./11. September) Baha'i-Kalender 100/101 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1348/49 (14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2487/88 (südlicher Buddhismus); 2486/87 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr des Holz-Affen 甲申 (seit 25. Januar, davor Wasser-Schaf 癸未) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 33 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1306/07 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4277/78 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1322/23 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1363/1364 (16./17. Dezember) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 18;Kōki 2604 Jüdischer Kalender 5704/05 (17./18. September) Koptischer Kalender 1660/61 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1119/20 Minguo-Kalender (China) Jahr 33 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2254/55 (Jahreswechsel April) Syrien: 2255/56 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2486/87 (1. April) Tibetischer Kalender 1690 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 2000/01 (April)

Das Jahr 1944 ist von der Eröffnung der „Zweiten Front“ in Westeuropa im Zweiten Weltkrieg gegen das Deutsche Reich und schweren Niederlagen der Wehrmacht an der Ostfront geprägt. Der Luftkrieg über Europa intensiviert sich weiter, wobei die Alliierten endgültig die Luftherrschaft erringen. Im Pazifikkrieg bereiten die Alliierten die Rückeroberung der Philippinen vor und drängen die Japaner im Zentralpazifik zurück. Sie erobern unter anderem die Marianen, von denen aus sie eine strategische Bomberoffensive gegen die japanischen Hauptinseln eröffnen. Auf alliierten Konferenzen in London, Bretton Woods, Dumbarton Oaks und Moskau wird bereits über die Nachkriegsordnung und die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen verhandelt.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Zweiter Weltkrieg

Politische und diplomatische Entwicklungen

1. Januar: Neuer Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B wird Generalfeldmarschall Erwin Rommel. 28. Februar: Die Testpilotin Hanna Reitsch unterbreitet Adolf Hitler den Vorschlag für das militärische Projekt „Selbstopfer“. Dieser ist nicht angetan, erlaubt aber die Vorbereitung solcher Angriffe. Etwa 70 Freiwillige werden ausgesucht und an das Kampfgeschwader 200 angegliedert. 2. März: Mit dem geheimen Kugel-Erlass des deutschen OKW wird die Erschießung von flüchtigen Kriegsgefangenen angeordnet, falls sie wieder ergriffen werden. 19. März: Das Königreich Ungarn wird von Deutschland im Unternehmen Margarethe besetzt.

22. März: In Ungarn wird durch Reichsverweser Miklós Horthy eine deutschfreundliche Regierung unter Döme Sztójay eingesetzt.

mini|links|hochkant|Gründungsaufruf „Council for a Democratic Germany“, New Yorker Staatszeitung und Herold, 1944 2. Mai: Ein Council for a Democratic Germany wird in New York auf möglichst breiter Basis gegründet. 26. Juni: Durch den Ryti-Ribbentrop-Vertrag wandelt sich die Zusammenarbeit zwischen der Republik Finnland mit dem Deutschen Reich während des Zweiten Weltkriegs zu einem formalen Militärbündnis. 22. Juli: Polen im Zweiten Weltkrieg: Das von der Sowjetunion gestützte Komitee der Nationalen Befreiung Polens gibt seine Gründung bekannt und spricht der polnischen Exilregierung in London die Legitimität ab. 2. August: Gründung des Antifaschistischen Rats der Volksbefreiung Mazedoniens; die Mazedonier werden von den Tito-Partisanen als Staatsvolk Jugoslawiens anerkannt. 4. August: Carl Gustaf Emil Mannerheim wird zum Präsidenten der Republik Finnland gewählt. Am 24. August schließt er einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. 23. August: Der Königliche Staatsstreich unter der Führung des rumänischen Königs Michael I. beendet die Militärdiktatur von Marschall Ion Antonescu und in weiterer Folge das Militärbündnis mit dem Deutschen Reich schließt Rumänien mit den Alliierten einen Waffenstillstand und erklärt Deutschland den Krieg. 26. August: Ministerpräsident Iwan Iwanow Bagrjanow erklärt die Neutralität Bulgariens und lehnt eine Allianz mit den Deutschen ab. 29. August: Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy entlässt die nazifreundliche Regierung Sztójay und ernennt den ihm treuen General Géza Lakatos zum Ministerpräsidenten.

29. August: Der slowakische Nationalaufstand gegen die Okkupation der Slowakei durch die deutsche Wehrmacht sowie gegen das slowakische Kollaborationsregime der Ludaken unter Jozef Tiso beginnt. Getragen von Teilen der slowakischen Armee liegt das Hauptgebiet des Aufstands in der Mittelslowakei, mit der Stadt Banská Bystrica als Zentrum. 2. September: Der amerikanische Finanzminister Henry Morgenthau erarbeitet einen 14-Punkte-Plan, wie mit dem besiegten Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfahren werden soll. 5. September: Die Kriegserklärung der UdSSR wird an Bulgarien gerichtet. 8. September: Nach dem Königlichen Staatsstreich erklärt Rumänien dem benachbarten Ungarn den Krieg. Am 12. September wird ein Waffenstillstand mit der Sowjetunion geschlossen. 12. September: Die Europäische Beratende Kommission legt im 1. Zonenabkommen (auch Londoner Protokoll genannt) die Grenze zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und den Besatzungszonen der Westmächte fest und beschließt ein „besonderes Besatzungssystem“ für Berlin. 15. September: Bulgarien wandelt sich zur neu gegründeten Volksrepublik mit Wassil Kolarow als provisorischem Präsidenten an der Spitze. 19. September: Waffenstillstand von Moskau zwischen Finnland und Russland. 21. September: Durch eine gezielte Indiskretion wird der Morgenthau-Plan des US-Finanzministeriums zum Nachkriegsdeutschland publik. US-Präsident Franklin D. Roosevelt distanziert sich nach stark ablehnenden Reaktionen bald von diesem Papier.

25. September: Adolf Hitler ordnet die Aufstellung des „Volkssturmes“ an. Jugendliche und Senioren werden zum Wehrdienst herangezogen. 15. Oktober: Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy wird im Kommandounternehmen Panzerfaust von SS-Truppen unter Otto Skorzeny unter Arrest gestellt und am folgenden Tag zur Abdankung gezwungen. Die Partei der Pfeilkreuzler unter Ferenc Szálasi übernimmt die Regierung. 15. Oktober: Ungarn schließt einen Waffenstillstand mit den Alliierten. 18. Oktober: Die seit 1. August zur Täuschung der Deutschen nur mehr auf dem Papier fortbestehende 1. US-Heeresgruppe wird offiziell aufgelöst. 28. Oktober: Der Slowakische Nationalaufstand endet, als die militärische Führung der Aufständischen nach dem Fall von Banská Bystrica den offenen Kampf gegen die Wehrmacht aufgibt und zum reinen Partisanenkampf übergeht. 21. November: Der Antifaschistische Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens beschließt die zweiten AVNOJ-Beschlüsse.

Deutsch-Sowjetischer Krieg/Balkan

mini|links|Sowjetische Offensiven an der Ostfront von Dezember 1943 bis April 1944 mini|hochkant|Sowjetische Soldaten bei Kämpfen um Puschkin, Januar 1944 14. Januar: Die sowjetische Leningrad-Nowgoroder Operation zur Aufhebung der Leningrader Blockade durch die Wehrmacht beginnt. 28. Januar: Die Rote Armee befreit die von der Wehrmacht eingekesselte Stadt Leningrad. 23. Februar: Generalkommissar Curt von Gottberg gründet die Weißruthenische Heimwehr. Sie soll unter dem Kommando von Franzischak Kuschal stehen, der bereits als Leiter des Weißruthenischen Selbstschutzkorps fungiert. 1. März: Nach der Leningrad-Nowgoroder Operation zieht sich die Wehrmacht auf die Panther-Stellung zurück. 4. März: An der Ostfront beginnt die Frühjahrsoffensive der Roten Armee: Das ist der Auftakt für den nach und nach nötigen Rückzug der deutschen Verbände aus der Ukrainischen SSR. 8. März: Adolf Hitler erlässt den Führerbefehl Nr 11 mit dem 29 Orte zu „Festen Plätzen“ bestimmt werden, die besonders hartnäckig verteidigt werden sollen. 8. April: Die Schlacht um die Krim beginnt. Nach zwei Tagen wird die deutsche Verteidigung durchbrochen. 13. April: Simferopol wird von sowjetischen Einheiten erobert. 17. April: Die Ende des Vorjahres begonnene Dnepr-Karpaten-Operation endet mit einem sowjetischen Sieg. 9. Mai: Die Rote Armee erobert Sewastopol. Die Schlacht um die Krim endet am 12. Mai. 18. Mai: Beginn der Deportation der Krimtataren von der Krim nach Zentralasien. Innerhalb weniger Tage (18. bis 20. Mai 1944) wurden etwa 189.000 Menschen unter fürchterlichen Bedingungen per Zug verfrachtet. 25. Mai bis 6. Juni: Das Unternehmen Rösselsprung ist die letzte der sieben feindlichen Offensiven der Wehrmacht gegen die jugoslawischen Partisanen unter Josip Broz Tito.

mini|Sowjetische Truppen beim Vormarsch in den karelischen Wäldern 10. Juni: Die sowjetische Wiborg-Petrosawodsker Operation gegen die finnische Armee beginnt. 10. Juni: Beim Massaker von Distomo ermorden Angehörige eines Regimentes der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division im Zuge einer „Vergeltungsaktion“ 218 der – an Partisanenkämpfen unbeteiligten – rund 1800 Dorfbewohner der Ortschaft Distomo in Mittelgriechenland und brennen das Dorf nieder.

mini|links|Aufgegebenes Kriegsmaterial der deutschen 9. Armee nahe Babrujsk (Weißrussland) Ende Juni 1944 22. Juni: Die sowjetische Sommeroffensive, in deren Verlauf die deutsche Heeresgruppe Mitte zerschlagen wird, beginnt. 25. Juni: Auf der Karelischen Landenge beginnt die Schlacht von Tali-Ihantala zwischen Streitkräften der Sowjetunion und den von Deutschland unterstützten finnischen Truppen. 3. Juli: Minsk wird von der sowjetischen Armee zurückerobert, 100.000 deutsche Soldaten geraten in Gefangenschaft. 13. Juli: Die Lwiw-Sandomierz-Operation beginnt. 17. Juli: 57.000 deutsche Kriegsgefangene werden in einem Triumphzug der Moskauer Bevölkerung vorgeführt.

mini|Die Rote Armee beim Einzug in Bukarest, Ende August 1944 20. bis 29. August: Die Operation Jassy-Kischinew, ein sowjetischer Großangriff auf dem Gebiet des früheren Bessarabiens und heutigen Republik Moldau zwischen den Städten Jassy und Kischinew, endet mit einem entscheidenden sowjetischen Sieg. Sowjetische Truppen erobern auf diese Weise in wenigen Tagen große Teile Rumäniens und reiben die gegnerischen deutschen Armeen in einer Kesselschlacht auf. Bei der Schlacht wird die deutsche 6. Armee größtenteils zerschlagen, nachdem sie südwestlich von Kischinew in einen Kessel geraten ist. Teile der 8. Armee können sich über die Karpaten nach Ungarn zurückziehen. 2. September: Massaker von Chortiatis 8. September: Die Ostkarpatische Operation beginnt. 14. September: Die Baltische Operation beginnt. 24. September: Die Belgrader Operation beginnt. 17. September: Partisanen der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee befreien zum zweiten Mal die bosnische Stadt Tuzla. September: Die Wehrmacht beginnt mit dem Rückzug aus Griechenland. 6. Oktober: Der Kampf um Ungarn beginnt. 7. bis 29. Oktober: Petsamo-Kirkenes-Operation 10. Oktober: Der Kurland-Kessel wird geschlossen. 10. Oktober: Die Rote Armee erreicht die deutsche Grenze in Ostpreußen.

mini|Jugoslawische Partisanen in der Innenstadt von Belgrad im Oktober 1944 20. Oktober: Belgrader Operation: Die Rote Armee nimmt Belgrad ein.

mini|links|alt=Zeitungsausschnitt mit Schlagzeile „Bestien wüteten in Ostpreußen“|Propagandaschlagzeile in der Braunschweiger Tageszeitung vom 27. Oktober 1944