miniatur|links|Banner an einem Schulhaus in Fürth zur Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs

zentriert|154px|Johan Laidoner in jungen Jahren Johan Laidonerist Anführer einesStaatsstreichs in Estland. zentriert|186px|Alexander I. König Alexander I. von Jugoslawien wird vonVlada dem Chauffeur ermordet. zentriert|350px|Februarkämpfe in Wien In Österreich kommt es zum Februaraufstand … zentriert|350px|Nachricht in La Stampa zur Ermordung von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß … und bald darauf zum Juliputsch. 1934 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1382/83 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1926/27 (10./11. September) Baha'i-Kalender 90/91 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1339/40 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2477/78 (südlicher Buddhismus); 2476/77 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr des Holz-Hundes 甲戌 (seit 14. Februar, davor Wasser-Hahn 癸酉) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 23 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1296/97 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4267/68 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1312/13 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1352/53 (15./16. April) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 9;Kōki 2594 Jüdischer Kalender 5694/95 (9./10. September) Koptischer Kalender 1650/51 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1109/10 Minguo-Kalender (China) Jahr 23 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2244/45 (Jahreswechsel April) Syrien: 2245/46 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2476/77 (1. April) Tibetischer Kalender 1680 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1990/91 (April)

Das Jahr 1934 wird von den Nationalsozialisten genutzt, um ihre Macht in Deutschland zu festigen und sich weiterer politischer Gegner zu entledigen, zum Beispiel während des von der NS-Propaganda so bezeichneten Röhm-Putsches. Die Veröffentlichung der Marburger Rede, der letzten öffentlichen regimekritischen Rede von Vizekanzler Franz von Papen, wird durch Propagandaminister Joseph Goebbels verhindert. Nach dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg vereint Adolf Hitler die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler auf sich und nennt sich fortan Führer und Reichskanzler.

In Österreich kommt es zum Bürgerkrieg. Der Februaraufstand des sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbundes gegen die austrofaschistische Diktatur wird mit Hilfe des Militärs und der christlichen Heimwehr rasch und blutig niedergeschlagen. Ende Juli versuchen Nationalsozialisten erfolglos, die Regierung Dollfuß zu stürzen („Juliputsch“). Dabei sterben etwa 200 Menschen, darunter Bundeskanzler Dollfuß. Sein Nachfolger wird der bisherige Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg.

Der jugoslawische König Alexander I. fällt gemeinsam mit dem französischen Außenminister Louis Barthou einem Attentat rechtsradikaler Ustaschas zum Opfer. Nachfolger wird sein Sohn Peter II. In einem Staatsstreich übernehmen in Estland Staatsoberhaupt Konstantin Päts und Armeechef Johan Laidoner die Macht. Päts verbietet politische Parteien und suspendiert die Meinungs- und Pressefreiheit. Zwei Monate später folgt in Lettland ein Staatsstreich durch Ministerpräsident Kārlis Ulmanis und vier Tage später wird auch in Bulgarien die gewählte Regierung durch einen Militärputsch gestürzt und ein autoritäres Regime installiert. Belgiens König Albert I. stirbt bei einem Kletterunfall; ihm folgt sein Sohn Leopold III. auf den Thron.

In China beginnt unter der Führung Mao Zedongs der fast einjährige Lange Marsch der Roten Armee, den nicht einmal 10 % der ursprünglich fast 100.000 Marschierenden überleben werden.

Die Oper Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch feiert nach ihrer Uraufführung im Mariinski-Theater von Leningrad einen Erfolg nach dem anderen, Italien gewinnt die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land, Donald Duck hat in dem Kurzfilm The Wise Little Hen seinen ersten Auftritt und vor den Philippinen wird die Perle Allahs gefunden, die bis 2016 als die größte Perle der Welt galt.

Chronologie 1. JanuarSchweiz: Marcel Pilet-Golaz wird Bundespräsident.Deutsches Reich: Das Land Mecklenburg wird gegründet. 26. Januar Deutsch-polnischer Nichtangriffspakt 9. Februar Die Balkanentente gegen Bulgarien wird geschlossen. 12. bis 15. Februar Österreich: Der Februaraufstand wird blutig niedergeschlagen. 23. Februar Leopold III. wird König der Belgier. 12. März Estland: Staatsstreich durch Konstantin Päts und Johan Laidoner 17. März Römische Protokolle zwischen Italien, Österreich und Ungarn 1. Mai Österreich: Die Maiverfassung tritt in Kraft. 11. Mai Deutsches Reich: „Aktion gegen Miesmacher und Kritikaster“ 15. Mai Lettland: Staatsstreich durch Kārlis Ulmanis. 19. Mai: Militärputsch in Bulgarien 20. Mai Der Saudi-Jemenitische Krieg endet mit dem Abkommen von Taif. 14. Juni Adolf Hitler auf Staatsbesuch in Italien. 30. Juni „Röhm-Putsch“ im Deutschen Reich 25. Juli Juliputsch in Österreich, Bundeskanzler Engelbert Dollfuß wird ermordet. 30. Juli Österreich: Kurt Schuschnigg wird Bundeskanzler. 2. August Deutsches Reich: Reichspräsident Paul von Hindenburg stirbt. 19. August Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs 18. September Die Sowjetunion wird in den Völkerbund aufgenommen. 9. Oktober Königreich Jugoslawien: König Alexander I. wird ermordet. 27. Oktober China: Der Lange Marsch von Mao Zedongs Kommunistischer Partei beginnt. Andauernde Ereignisse

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen Deutsches Reich

1. Januar: Das bereits am 14. Juli 1933 im nationalsozialistischen Deutschland verabschiedete Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses tritt in Kraft.

1. Januar: Das Land Mecklenburg wird aus den Ländern Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin gegründet. Gauleiter Friedrich Hildebrandt wird neuer Reichsstatthalter von Mecklenburg. 11. Januar: Das als unabhängiges privatwirtschaftliches Unternehmen getarnte Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) wird in Berlin gegründet. Die offizielle zentrale Nachrichten- und Presseagentur in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus ist faktisch Reichsbesitz und vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda beeinflusst. Im DNB gehen die beiden Vorgänger Wolffs Telegraphisches Bureau und Telegraphen-Union auf. 26. Januar: Deutschland und Polen schließen einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt. 30. Januar: Die deutschen Länder verlieren durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reichs ihre Souveränität. 14. Februar: Nach Abschaffung der Länderparlamente wird durch die Nationalsozialisten auch der Reichsrat, ein Verfassungsorgan der Weimarer Republik, aufgelöst. 16. Februar: Das Erste Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich wird beschlossen.Erstes Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich vom 16. Februar 1934. Im Reichsgesetzblatt, Teil I Nr. 17 vom 19. Februar 1934, S. 91, Digitalisat. 11. Mai: Joseph Goebbels eröffnet die sogenannte „Aktion gegen Miesmacher und Kritikaster“. Damit versucht die Reichspropagandaleitung der NSDAP einem Stimmungsumschlag in der Bevölkerung entgegenzuwirken und spontane Unmutsäußerungen und laute Kritik von enttäuschten Volksgenossen und Parteiangehörigen einzudämmen. Die Kampagne wird reichsweit bis Ende Juni fortgeführt. 14. Juni: Hitler befindet sich auf Staatsbesuch in Italien. Es kommt zu einem Treffen mit Benito Mussolini in Venedig. 17. Juni: Die Frankfurter Zeitung druckt in ihrer Abendausgabe die vom deutschen Vizekanzler Franz von Papen gehaltene regimekritische Marburger Rede vom selben Tag ab. Diese Ausgabe wird beschlagnahmt, jede weitere Veröffentlichung des Textes von Propagandaminister Joseph Goebbels verboten. 30. Juni: Die Nacht der langen Messer beginnt, in der die gesamte Stabsführung der SA von den Nationalsozialisten zur Verhinderung des angeblichen Röhm-Putsches ermordet wird. In der von Adolf Hitler befohlenen Aktion finden weitere missliebige Personen den Tod, was hinterher gesetzlich als „Staatsnotwehr“ bemäntelt wird. 1. Juli: Der am Vortag verhaftete Ernst Röhm wird von Theodor Eicke im Auftrag Hitlers in seiner Zelle in Stadelheim erschossen, nachdem er zuvor der Aufforderung, Suizid zu begehen, nicht nachgekommen ist.

3. Juli: Mit dem Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr versucht die Führung des Dritten Reichs die Handlungen der Nationalsozialisten zu rechtfertigen, die gegen die so genannten Röhm-Putschisten begangen wurden. 1. August: Das Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs wird vom Kabinett Hitler beschlossen. 2. August: Nach dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg wird am selben Tag die Reichswehr auf Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt. 19. August: Volksabstimmung über die Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in der Person Adolf Hitlers. 20. Oktober: Mit einer Razzia im Schwarzfischer, einem der schwulen Szenelokale der Stadt München, und im Glockenbachviertel beginnen die Nazis ihre deutschlandweite Verfolgung von Schwulen und Lesben. Vorwand ist die Empörung über den „Putschisten“ Ernst Röhm und seine relativ offen gelebte Homosexualität. An diesem Abend werden 145 Männer festgenommen, 39 von ihnen werden für mehrere Wochen in das Konzentrationslager Dachau verbracht. Eberhard Taubert gründet im Auftrag des Reichspropagandaministeriums das Institut zum Studium der Judenfrage.

Österreich

12. Februar: Als Polizei und die christlich-soziale Heimwehr das Hotel Schiff in Linz nach Waffen durchsuchen wollen, eröffnet der sozialdemokratische Republikanische Schutzbund unter dem lokalen Kommandanten Richard Bernaschek das Feuer. Damit beginnt in Österreich der Februaraufstand der Sozialdemokraten gegen das austrofaschistische Regime von Engelbert Dollfuß. Der Aufstand wird bis zum 15. Februar blutig niedergeschlagen. Die sozialdemokratische Parteileitung unter Otto Bauer, Julius Deutsch und anderen flüchtet in die Tschechoslowakei, was von den Vertretern des Ständestaates propagandistisch ausgewertet wird. Zahlreiche Beteiligte werden anschließend in standrechtlichen Verfahren abgeurteilt und hingerichtet. 17. März: In den Römischen Protokollen vereinbaren Italien, Österreich und Ungarn eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit. 1. Mai: Die unter dem Vorsitz von Otto Ender ausgearbeitete autoritäre Maiverfassung, die oktroyierte Verfassung des austrofaschistischen Ständestaates, tritt in Kraft.

mini|links|Polizei-Panzerwagen am Ballhausplatz, 25. Juli 1934 25. Juli: Beim nationalsozialistischen Juliputsch dringen als Soldaten des Bundesheeres und Polizisten verkleidete SS-Männer in das Bundeskanzleramt in Wien ein und ermorden Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Die übrigen Regierungsmitglieder können entkommen. Gleichzeitig dringt eine andere Gruppe von Putschisten in die Wiener Senderäume der RAVAG ein und erzwingt die Sendung der Falschmeldung, dass Engelbert Dollfuß die Regierungsgeschäfte an den ehemaligen steirischen Landeshauptmann Anton Rintelen übergeben habe. Dies soll der Aufruf für die Nationalsozialisten in ganz Österreich sein, mit der Erhebung gegen die Staatsmacht zu beginnen. Es kommt zu mehrtägigen Kämpfen in Teilen Kärntens, der Steiermark und Oberösterreichs und zu kleineren Aufständen in Salzburg. In den anderen Bundesländern bleibt es aber ruhig und bis zum 30. Juli ist der Putschversuch niedergeschlagen. Bereits am 26. Juli ist ein aus Deutschland kommender Kurier in der Ortschaft Kollerschlag aufgegriffen worden. Das bei ihm gefundene sogenannte Kollerschlager Dokument enthält umfangreiche Anweisungen für die Vorgangsweise während des Putsches.

30. Juli: Der bisherige Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg wird neuer österreichischer Bundeskanzler, neuer Vorsitzender der Vaterländischen Front und Vizekanzler wird Ernst Rüdiger Starhemberg.