zentriert|350px|Japanisch-Chinesischer Krieg:Japanische Reserve auf dem Marsch längs der Eisenbahnlinie nach Nanjing auf der Station Wuxi vor Nanjing, Dezember 1937 Der „Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke“löst den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg aus. zentriert|159px|Erste Seite der Enzyklika „Mit brennender Sorge“, Ausgabe aus dem Bistum Speyer, mit einem Vorsatz von Bischof Ludwig Sebastian, gedruckt in der Jäger’schen Druckerei Speyer, die deshalb enteignet wurde Papst Pius XI. veröffentlichtdie EnzyklikaMit brennender Sorge. zentriert|181px|Nikolai Jeschow In der stalinistischen Sowjetunion beginnt der „Große Terror“ durch Nikolai Jeschow. zentriert|350px|Die brennende Hindenburg Die „Hindenburg-Katastrophe“läutet das vorläufige Ende der Verkehrsluftschifffahrt ein. 1937 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1385/86 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1929/30 (10./11. September) Baha'i-Kalender 93/94 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1341/42 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2480/81 (südlicher Buddhismus); 2479/80 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr des Feuer-Büffels 丁丑 (seit 11. Februar, davor Feuer-Ratte 丙子) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 26 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1299/1300 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4270/71 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1315/16 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1355/56 (13./14. März) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 12; Kōki 2597 Jüdischer Kalender 5697/98 (5./6. September) Koptischer Kalender 1653/54 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1112/13 Minguo-Kalender (China) Jahr 26 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2247/48 (Jahreswechsel April) Syrien: 2248/49 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2479/80 (1. April) Tibetischer Kalender 1683 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1993/94 (April)

Im Jahr 1937 tobt in Spanien weiterhin der Bürgerkrieg, in den mittlerweile zahlreiche ausländische Mächte direkt oder indirekt eingreifen. Die deutsche Luftwaffe probt mit mehreren kriegsverbrecherischen Luftangriffen wie dem Luftangriff auf Gernika den Einsatz für den von Adolf Hitler bereits geplanten Großen Krieg.

In der Sowjetunion erreicht der Große Terror unter Josef Stalin einen Höhepunkt: In mehreren geheimen Prozessen werden hohe Offiziere verurteilt und hingerichtet. Die „Enthauptung“ der Roten Armee wird sich in den nächsten Jahren für das Land als beinahe fatal herausstellen.

In Asien löst der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg aus. Die kaiserliche japanische Armee hat mit den zerstrittenen chinesischen Truppen wenig Schwierigkeiten und besetzt in kurzer Zeit große Teile Chinas, wobei es auch hier zu Kriegsverbrechen wie dem Massaker von Nanking kommt.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen

Deutsches Reich

1. Januar: Um den Bedarf der Rüstungsindustrie zu decken, wird im Deutschen Reich die Verwendung von Edelstahl für andere Artikel verboten.

26. Januar: Die deutsche Reichsregierung erlässt das Groß-Hamburg-Gesetz zur Neuordnung der territorialen Ausdehnung Hamburgs. Ferner verabschiedet sie das Deutsche Beamtengesetz, das von den Beamten verlangt, ihre Arbeit im Dienst der nationalsozialistischen Bewegung zu verrichten. Februar: Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Frankenholzer Schulstreik 23. Februar: In einem Gespräch mit dem Schweizer Alt-Bundesrat Edmund Schulthess verspricht Adolf Hitler, die schweizerische Neutralität zu respektieren. 21. März: Die gegen die kirchenfeindliche Haltung des NS-Regimes in Deutschland gerichtete Enzyklika Mit brennender Sorge Papst Pius XI. wird in allen deutschen katholischen Gemeinden verlesen. 1. April: Das Groß-Hamburg-Gesetz tritt in Kraft: Mehrere Städte und Gemeinden gehören jetzt zu Hamburg, das im Gegenzug Cuxhaven an die preußische Provinz Hannover und Geesthacht sowie Großhansdorf und Schmalenbeck an die Landkreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn abgibt. 30. April: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt in Deutschland erstmals seit mehr als zehn Jahren unter die Ein-Millionen-Grenze. 19. September: Landsberg am Lech wird zur „drittwichtigsten Stadt der Nationalsozialisten“, zu Stadt der Jugend. 25. September: Der italienische Duce Benito Mussolini trifft zu einem viertägigen Staatsbesuch in Deutschland ein. Seine Stationen sind München und Berlin. 5. November: Hitler erklärt in einer geheimen Konferenz seine Absicht, Krieg zu führen (siehe Hoßbach-Niederschrift).

mini|links|Der ewige Jude, Fassade des Deutschen Museums, München, November 1937 8. November: Propagandaminister Joseph Goebbels eröffnet in der Bibliothek des Deutschen Museums in München die Schau Der ewige Jude. Die Wanderausstellung soll die Bevölkerung im Rahmen der antisemitischen Rassenideologie der Nationalsozialisten gegen die Juden aufhetzen. 19. November: Konrad Henlein, der Führer der Sudetendeutschen Partei in der Tschechoslowakei bittet Adolf Hitler um Unterstützung bei der Verstärkung des Minderheitenschutzes der Deutschen, nachdem mehrere Gesetzesanträge in Prag gescheitert sind. Die Sudetenkrise dämmert herauf. 31. Dezember: Die Grenzen des Deutschen Reichs werden völkerrechtlich auf diesen Stichtag festgelegt. Sie haben bis 1990 Geltung; erst mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag verliert Deutschland seine territoriale Souveränität über die Gebiete östlich von Oder und Neiße.

Spanischer Bürgerkrieg

3. Februar: Die Franquisten unter dem Kommando von Gonzalo Queipo de Llano beginnen im Spanischen Bürgerkrieg bei Ronda ihren Angriff auf Málaga. Die Schlacht von Málaga dauert nur fünf Tage, da die Republikaner auf den Einsatz von Panzern durch die italienischen Verbündeten der Nationalisten gänzlich unvorbereitet sind. 8. Februar: Nach dem Abzug der republikanischen Truppen und der Einnahme der Stadt durch die Nationalisten unter Gonzalo Queipo de Llano beginnt eine Massenflucht aus Málaga. In den folgenden drei Tagen nehmen spanische und deutsche Flugzeuge sowie zwei Kriegsschiffe die auf der Küstenstraße nach Almería Fliehenden unter Feuer. Das Massaker von Málaga kostet schätzungsweise insgesamt 10.000 Menschen das Leben. 6.–27. Februar: Die Schlacht am Jarama endet wegen der völligen Erschöpfung beider Seiten ohne Entscheidung und mündet in einen Grabenkrieg.

8. März: Mit dem Angriff des italienischen Corpo Truppe Volontarie unter Mario Roatta beginnt die bis zum 23. März dauernde Schlacht von Guadalajara. 12. März: Die Republikaner gehen in der Schlacht von Guadalajara zum Gegenangriff über. 23. März: Die Schlacht von Guadalajara endet mit einem Sieg der republikanischen Truppen. Damit wird die Umschließung Madrids durch die nationalistischen Truppen verhindert. General Francisco Franco ändert daraufhin seine Strategie und verlegt den Krieg in den Norden.

mini|links|Der Krieg im Norden (März–Oktober 1937) 31. März: Mit der Bombardierung von Durango durch deutsche und italienische Flugzeuge beginnt der Krieg im Norden. Der Luftangriff auf Durango dauert bis zum 4. April und kostet rund 300 Menschen das Leben. 19. April: General Francisco Franco ordnet in einem Dekret die Zusammenlegung von Falange und JONS mit der carlistischen Comunión Tradicionalista zur Falange Española Tradicionalista y de las JONS, der bis in die 1970er Jahre herrschenden Staatspartei in Spanien.

mini|Das von der Legion Condor zerstörte Gernika 26. April: Luftangriff auf Guernica: Flugzeuge der deutschen Legion Condor, angeführt von Wolfram von Richthofen, zerstören die baskische Stadt Guernica. Die Anzahl der Opfer ist bis heute umstritten und variiert zwischen 200 und 2000 Toten. Mai: Republikanische Einheiten versuchen unter dem Befehl des polnischen Kommunisten Karol Świerczewski vergeblich, aus dem belagerten Madrid auszubrechen. 3. Mai: Der Parteienkampf in der spanischen Frente Popular (Volksfront) eskaliert. In Barcelona stürmen 200 Polizisten unter Führung von Stalin-treuen Kommunisten die bisher von linksradikalen Kräften geführte Telefonzentrale der spanischen Post. Es kommt daraufhin zu Unruhen gegen die stalinistisch dominierte Zentralregierung in der ganzen Stadt, die mehrere Tage andauern. 4.–8. Mai: Bei den Maiereignissen in Barcelona kommt es zu Kämpfen republikanischer Einheiten untereinander. 29. Mai: Bei einem Luftangriff der Frente Popular auf das deutsche Panzerschiff Deutschland vor Ibiza werden über 30 Seeleute getötet und mehr als 70 verletzt. Das Schiff war in internationalem Auftrag zur Seekontrolle vor Spanien im Einsatz. 31. Mai: Das deutsche Panzerschiff Admiral Scheer zerstört als Strafaktion für den Angriff auf die Deutschland mit Luftunterstützung eine Küstenbatterie der Volksfront bei der spanischen Stadt Almería. 3. Juni: Der Stellvertreter von General Franco und Kommandeur für Nordspanien, Emilio Mola, kommt bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Burgos ums Leben. 19. Juni: Krieg im Norden: Bilbao fällt in die Hände der Nationalisten.

mini|Karte der Schlacht von Brunete

6. Juli: Mit einem Angriff der Republikaner beginnt die Schlacht von Brunete. Die Nationalisten gehen am 18. Juli zum Gegenangriff über. Die Schlacht endet am 25. Juli ohne Entscheidung. 24. August: Im Pakt von Santoña erklärt sich die Regierung des autonomen Baskenlandes bereit, sich den Nationalisten zu ergeben. Zahlreiche baskische Kämpfer schließen sich den Truppen Francos an. 24. August bis 7. September: Die Schlacht von Belchite, die mit einer Offensive der Republikaner beginnt, endet ohne Entscheidung. Die Stadt Belchite ist nach dem zweiwöchigen Kampf völlig zerstört. Den Republikanern gelingt es nicht, wie geplant auf Saragossa vorzurücken. 1. September: Santander wird von den Nationalisten erobert. 21. Oktober: Mit dem Fall der asturischen Hafenstadt Gijón verliert die Frente Popular ihren letzten Stützpunkt in Nordspanien an die Truppen von General Franco. 15. Dezember: Die bis zum 27. Februar dauernde Schlacht von Teruel beginnt.

Sowjetunion

23.–30. Januar: Der Große Terror unter Josef Stalin erreicht einen weiteren Höhepunkt: Im 2. Moskauer Prozess werden unter anderem Georgi Pjatakow, Nikolai Muralow und Leonid Serebrjakow zum Tode verurteilt und am 1. Februar erschossen. Karl Radek und Grigori Sokolnikow kommen vorerst mit Gefängnisstrafen davon (beide werden dort ermordet) 11. Juni: In Moskau wird der stellvertretende Volkskommissar für Verteidigung und Marschall der Sowjetunion Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski in einem geheimen Militärgerichtsprozess zum Tode verurteilt und am nächsten Tag hingerichtet. Im gleichen Prozess werden sieben weitere hohe Offiziere der Roten Armee verurteilt, die damit faktisch „enthauptet“ wird. 25. Juli: Der NKWD-Befehl Nr. 00439 („Über die Operation zur Ergreifung von Repressivmaßnahmen an deutschen Staatsangehörigen, die der Spionage gegen die UdSSR verdächtig sind“) wird von Nikolai Jeschow unterzeichnet. Als dessen Folge werden in den nächsten Jahren über 40.000 deutschstämmige Mitarbeiter von sowjetischen Rüstungs- und Transportbetrieben zum Tode verurteilt. 30. Juli: Der NKWD-Befehl Nr. 00447 („Über die Operation zur Repressierung ehemaliger Kulaken, Straftäter und anderer antisowjetischer Elemente“) wird von Nikolai Jeschow unterzeichnet. Allein in den nächsten zwei Jahren werden in der Sowjetunion über 387.000 Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet, 380.000 werden in Straflagern inhaftiert. 11. August: Der NKWD-Befehl Nr. 00485 („Über die Liquidierung polnischer Sabotage- und Spionage-Gruppen und Organisationen der POW [Polnische Militär-Organisation]“) wird von Nikolai Jeschow unterzeichnet: Mehr als 100.000 Menschen polnischer Herkunft werden in den nächsten beiden Jahren im Zuge der sogenannten „Polnischen Operation“ verurteilt und hingerichtet. 21. August: China und die UdSSR schließen (in Nanking) einen Nicht-Angriffspakt.