mini|links|Olympische Fackelläufer, 1936
zentriert|350px|Frontverlauf in den ersten zwei Jahren des Spanischen Bürgerkriegs Mit einem Militärputsch in Spanisch-Marokkobeginnt der Spanische Bürgerkrieg. zentriert|158px|Eduards Abdankungserklärung (Instrument of Abdication) Eduard VIII. verzichtet zugunsten der Beziehung zu Wallis Simpson auf die britische Krone. zentriert|182px|Jesse Owens beim Weitsprung bei den Olympischen Spielen In Berlin werden dieXI. Olympischen Sommerspiele propagandistisch ausgeschlachtet. 1936 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1384/85 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1928/29 (10./11. September) Baha'i-Kalender 92/93 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1340/41 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2479/80 (südlicher Buddhismus); 2478/79 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr der Feuer-Ratte 丙子 (seit 24. Januar, davor Holz-Schwein 乙亥) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 25 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1298/99 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4269/70 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1314/15 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1354/55 (23./24. März) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 11;Kōki 2596 Jüdischer Kalender 5696/97 (16./17. September) Koptischer Kalender 1652/53 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1111/12 Minguo-Kalender (China) Jahr 25 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2246/47 (Jahreswechsel April) Syrien: 2247/48 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2478/79 (1. April) Tibetischer Kalender 1682 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1992/93 (April)
Das Jahr 1936 bietet den Nationalsozialisten gleich mit zwei großen internationalen Sportereignissen die Gelegenheit, das Deutsche Reich nach außen glänzend zu präsentieren. Die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, bei denen erstmals ein Fackellauf durchgeführt wird, und insbesondere die Olympischen Sommerspiele in Berlin werden auch entsprechend propagandistisch ausgeschlachtet. Die perfekte Inszenierung wird aus Sicht der Nazis nicht einmal dadurch getrübt, dass mit Jesse Owens ein Afroamerikaner erfolgreichster Athlet der Spiele wird. Immerhin wird mit dem Deutschen Reich zum ersten Mal eine andere Nation als die Vereinigten Staaten erfolgreichste Nation bei Olympischen Sommerspielen.
Innenpolitisch wird die Unterdrückung und Verfolgung von Juden und anderen Minderheiten konsequent fortgesetzt und außenpolitisch wird immer unverhohlener der Krieg vorbereitet. Adolf Hitler kündigt die Verträge von Locarno und lässt die Wehrmacht im entmilitarisierten Rheinland einmarschieren, ein aggressiver Akt, dem Frankreich und Großbritannien keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzen. Mit dem faschistischen Italien Benito Mussolinis, das gerade Äthiopien überrannt und die Kolonie Italienisch-Ostafrika gegründet hat, wird die Achse Berlin-Rom geschlossen, mit dem Japanischen Kaiserreich der gegen die Sowjetunion gerichtete Antikominternpakt.
In Spanien bricht inzwischen der Bürgerkrieg aus. Die faschistische Falange und die nationale Rechte im Militär unter Francisco Franco versucht mit einem Putsch an die Macht zu gelangen, stößt jedoch auf unerwartet starke Gegenwehr der republikanischen Regierung. Nachdem Internationale Brigaden – Freiwilligenverbände bestehend aus Angehörigen zahlreicher europäischer und amerikanischer Nationen – die Republik bei ihrem Abwehrkampf unterstützen, entsendet das Deutsche Reich die Legion Condor zur Unterstützung der Faschisten, eine willkommene Generalprobe für die Kriegstauglichkeit der deutschen Streitkräfte.
Die britische Monarchie wird Ende des Jahres von einem Skandal erschüttert. König Edward VIII. gibt seiner Beziehung mit der in Scheidung lebenden Bürgerlichen Wallis Simpson den Vorzug und dankt ab. Sein Bruder Albert folgt ihm als George VI. auf den Thron nach.
Die kulturellen Höhepunkte des Jahres sind die Uraufführung von Sergei Prokofjews musikalischem Märchen Peter und der Wolf, Margaret Mitchells Roman Vom Winde verweht, die International Surrealist Exhibition in London, sowie die Premiere von Charlie Chaplins satirischem Stummfilm Modern Times.
Sportlich wird das perfekte Jahr für das Deutsche Reich durch den Sieg Max Schmelings im Boxen gegen den bisher ungeschlagenen Joe Louis ausgerechnet in New York „abgerundet“. Und dem Österreicher Sepp „Bubi“ Bradl gelingt der erste Sprung eines Menschen mit Skiern über 100 Meter.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen
Spanischer Bürgerkrieg
16. Februar: Das am 15. Januar von mehreren linken und liberalen Parteien gegründete Wahlbündnis Frente Popular gewinnt die Parlamentswahlen in Spanien. Premierminister Manuel Azaña bildet eine Regierung. 13. Mai: Nach der Wahl Manuel Azañas zum Präsidenten wird Augusto Barcia Trelles interimistisch Ministerpräsident. Am 16. Mai übernimmt Santiago Casares Quiroga das Amt.
13. Juli: Der spanische Oppositionspolitiker José Calvo Sotelo wird von Angehörigen der Guardia de Asalto und der Zivilgarde ermordet.
mini|links|Spanien in den ersten Monaten des Bürgerkriegs 17. Juli: Mit einem Militärputsch der nationalen Rechten unter General Emilio Mola und Francisco Franco in Spanisch-Marokko beginnt der bis 1939 dauernde Spanische Bürgerkrieg. 19. Juli: Santiago Casares Quiroga tritt als Ministerpräsident zurück. Ihm folgt Diego Martínez Barrio ins Amt, der allerdings schon nach drei Stunden von José Giral Pereira abgelöst wird. 19. Juli bis 16. August: Die Belagerung von Gijón endet mit der Einnahme der Stadt durch anarchistische Milizen. Die verteidigenden spanischen Armeesoldaten und Offiziere der Guardia Civil, die sich dem Franco-Aufstand angeschlossen haben, werden nach dem Ende der Kämpfe hingerichtet. 19. Juli bis 16. Oktober: Bei der Belagerung von Oviedo hält die Stadtgarnison unter dem Befehl von Oberst Antonio Aranda Mata, die sich gegen die Zweite Spanische Republik erhoben hat, der Belagerung der Regierungstruppen bis zum Eintreffen der nationalistischen Truppen stand.
mini|links|Der Alcázar von Toledo 21. Juli: José Moscardó, Militärgouverneur der Provinz Toledo, ruft in Toledo das Kriegsrecht aus. Am nächsten Tag beginnen republikanische Einheiten mit der Belagerung des Alcázars von Toledo.
24. Juli: In Burgos rufen die Nationalisten unter General Mola eine Gegenregierung aus. 7. August: Die nationalistische Armee erobert Almendralejo. 10./11. August: Die Nationalisten unter Juan Yagüe siegen in der Schlacht von Mérida. 11. August: Während der Offensive von Guipúzcoa erobern Nationalisten die alte baskische Hauptstadt Tolosa. 13. August: Beim Angriff von Francos Luftwaffe auf ein republikanisches Kriegsschiff kommen erstmals deutsche Soldaten in Spanien zum Einsatz.
mini|links|Belagerung von Badajoz 14. August: In der Schlacht von Badajoz gelingt den Truppen Francisco Francos einer der ersten größeren Siege im Spanischen Bürgerkrieg und die Eroberung der Stadt Badajoz. 16. August bis 4. September: Die Schlacht um Mallorca, eine amphibische Landung der republikanischen Armee, um die Insel Mallorca wieder unter die Kontrolle der Zweiten Spanischen Republik zu bringen, scheitert nach anfänglichen Erfolgen. Insgesamt gibt es auf beiden Seiten mindestens 1.500 Gefallene. 17. bis 21. August: Der Sieg in der Schlacht in der Sierra Guadalupe ist ein großer Schritt für die Nationalisten unter Juan Yagüe auf dem Marsch nach Madrid. Am 21. August fällt Guadalupe in die Hände von Major Antonio Castejón Espinosa. Am 27. August treffen sich die drei nationalistischen Truppenteile in Navalmoral und beginnen mit den ersten Luftangriffen auf Madrid.
September: Die drei Anarchistinnen Lucía Sánchez Saornil, Mercedes Comaposada und Amparo Poch y Gascón gründen gemeinsam mit anderen Frauen die anarchafeministische Organisation Mujeres Libres. Der basisdemokratischen Organisation gehören zeitweise über 20.000 Frauen an, die sich zivilgesellschaftlich engagieren, aber auch an der Front gegen die Franquisten kämpfen. 3. September: Republikanische Milizen versuchen bei Talavera de la Reina den Marsch der Nationalisten auf Madrid aufzuhalten. Die Schlacht von Talavera de la Reina endet mit einer Niederlage der Republikaner und leitet wenig später die Belagerung von Madrid ein.
mini|links|Kabinett Largo Caballero, Sept. 1936 4. September: Francisco Largo Caballero wird zum Ministerpräsidenten der Republik ernannt. 23. September: Die Nationalisten erobern San Sebastian im Baskenland und beenden damit die Offensive von Guipúzcoa. 26. September: Nationalistische Truppen treffen nördlich von Toledo ein. Die Republikaner brechen daraufhin die aussichtslos gewordene Belagerung des Alcázars von Toledo ab. 28. September: Nationalistische Truppen erobern im Spanischen Bürgerkrieg Toledo und befreien die eingeschlossenen Verteidiger des Alcázars. Mehr als 200 zurückgebliebene Republikaner werden massakriert. 29. September: Die spanischen Nationalisten ernennen General Francisco Franco zum Staatschef und militärischen Oberbefehlshaber. 9. Oktober: Nach einem Beschluss der Komintern vom 3. August werden mit Unterstützung Stalins die ersten Internationalen Brigaden zugunsten der Republikanischen Regierung aufgestellt. Militärischer Befehlshaber der XI. Internationalen Brigade wird Manfred Stern. Am 12. Oktober erreichen die ersten 650 Freiwilligen mit dem Dampfer Ciudad de Barcelona den Hafen von Alicante, wo sie in drei Bataillone aufgeteilt werden und direkt nach Madrid marschieren.
mini|Milizionäre bereiten die Verteidigung von Madrid 1936 vor. 16. Oktober: Mit der gesetzlichen Integration der nach dem Putsch ad hoc entstandenen Volksmilizen in die reguläre Armee entsteht die Volksarmee Ejército Popular de la República. Oktober: Die Belagerung von Madrid durch Franco-Truppen beginnt. 25. Oktober: Vom spanischen Hafen Cartagena werden auf Befehl der republikanischen Regierung über 500 t Gold, ca. dreiviertel der Goldreserven der spanischen Nationalbank, einer der größten Goldschätze weltweit, nach Odessa in die UdSSR verbracht, um sie vor dem Zugriff der Nationalisten zu schützen. Anfang November: Die deutsche „Legion Condor“ greift in den Spanischen Bürgerkrieg ein 20. November: Der Anführer der faschistischen Partei Falange, José Antonio Primo de Rivera, wird von den Republikanern hingerichtet. Sein Nachfolger wird Francisco Franco. Von Anhängern des Franquismus wird dieser Tag bis heute als 20-N begangen.
Deutsches Reich
1. Januar: Nur noch Mitglieder der Hitlerjugend sollen in Deutschland für die Beamtenlaufbahn zugelassen werden. 7. März: Deutschland kündigt die Verträge von Locarno. Truppen der Wehrmacht besetzen das entmilitarisierte Rheinland (Rheinlandbesetzung). Großbritannien verweigert Frankreich Unterstützung für eine militärische Rückeroberung, womit diese unterbleibt. 16. März: Rudolf Heß verbietet als „Stellvertreter des Führers“ allen studierenden Angehörigen der NSDAP die Mitgliedschaft bei einer Studentenverbindung.
mini|Stimmzettel zur Reichstagswahl 29. März: Die Reichstagswahl 1936 findet zugleich mit der Volksabstimmung zur Rheinlandbesetzung statt. Zugelassen für diese Scheinwahl ist nur eine Einheitsliste der NSDAP. Juden und sogenannte Jüdische Mischlinge sind nach dem Reichsbürgergesetz erstmals von der Wahl ausgeschlossen. Die Wahl bringt ebenso wie die Abstimmung – wie vom NS-Regime vorgesehen – eine deutliche Zustimmung. 17. Juni: Der Erlass über die Einsetzung eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern liefert die rechtliche Grundlage für die institutionelle Verklammerung des NSDAP-Parteiamtes Reichsführer SS mit dem des neu eingeführten staatlichen Amtes eines Chefs der Deutschen Polizei und ist damit vorläufiger Höhepunkt der bereits weit fortgeschrittenen Verschmelzung des SS-Apparats mit der Polizei der Weimarer Republik zu einem Instrument totaler und willkürlicher Führergewalt.