zentriert|170px|Ausschnitt der Nachrichten zum Aufstand in den „Universal International News“ Der Ungarische Volksaufstand wird mit sowjetischer Unterstützung blutig niedergeschlagen. zentriert|170px|Die 1996 wieder errichtete Brücke von Andau Über die Brücke von Andau fliehen rund 70.000 Menschen nach Österreich. zentriert|170px|Erinnerungstafel für die Opfer des Massakers von Tbilissi 1956 Nach antisowjetischen Kundgebungen in Georgien kommt es zum Massaker von Tiflis. zentriert|250px|Brennende Öltanks in Port Said während der Sueskrise Mit der Invasion des Gazastreifens und der Sinai-Halbinsel durch Israel beginnt die Sueskrise.
Im Jahr 1956 leitet Nikita Chruschtschow in der Sowjetunion die Entstalinisierung ein. Die Demonstrationen in Tiflis, der Posener Aufstand und der Ungarnaufstand werden infolge der sowjetischen Kontrolle des Ostblocks allesamt blutig niedergeschlagen.
Die drei nordafrikanischen Staaten Marokko, Tunesien und Sudan erhalten ihre Unabhängigkeit.
Mit dem Aufbau der Bundeswehr und der NVA beginnt die Wiederaufrüstung der beiden deutschen Staaten.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten
24. Februar: In der Sowjetunion billigt der XX. Parteitag der KPdSU die von Parteichef Nikita Chruschtschow verfolgte außenpolitische Linie, durch friedliche Koexistenz der Systeme die Entscheidung zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu suchen. Am folgenden Tag kritisiert Chruschtschow in seiner Geheimrede offen die Verbrechen der Stalinära und leitet damit die Entstalinisierung ein. 1. März: Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR 9. März: Niederschlagung antisowjetischer Demonstrationen in Tiflis durch die sowjetische Armee. 17. April: In ihrer Zeitung teilt die Kominform in Bukarest die Auflösung ihrer von kommunistischen Parteien getragenen Organisation mit. 28. Juni: Posener Aufstand in Polen 23. Oktober: In Ungarn beginnt der Volksaufstand. 30. Oktober: Ministerpräsident Imre Nagy gibt während des Ungarischen Volksaufstands das Ende des Einparteiensystems und die Auflösung der bisher machthabenden kommunistischen Partei der Ungarischen Werktätigen bekannt. 1. November: Ungarn erklärt unter der revolutionären Regierung Imre Nagys seinen Austritt aus dem Warschauer Pakt. 4. November: Sowjetische Panzer rücken in Ungarn ein und beginnen mit der gewaltsamen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands. Bei den Kämpfen, die in Budapest bis zum 15. November andauern, kommen etwa 2.500 Menschen ums Leben. Die erhoffte Hilfe aus dem Westen, welche Radio Free Europe angekündigt hat, bleibt aus. 22. November: Ungarns früherer Ministerpräsident Imre Nagy wird beim Verlassen der jugoslawischen Botschaft, in die er nach dem Scheitern des Volksaufstands geflüchtet ist, mit seinen Begleitern – trotz Zusicherung von Straffreiheit durch seinen Nachfolger János Kádár – vom sowjetischen KGB verhaftet und nach Rumänien verschleppt.
Bundesrepublik Deutschland
2. Januar: Mit dem Einrücken von ca. 1500 Freiwilligen beginnt der Aufbau der Bundeswehr als westdeutsche Nachkriegs-Streitkraft. 9. Juni: Das Wehrpflichtgesetz wird vom Deutschen Bundestag verabschiedet. 7. Juli: Der Deutsche Bundestag beschließt die Einführung der Wehrpflicht. 17. August: In der Bundesrepublik Deutschland wird die KPD als verfassungsfeindliche Partei eingestuft und verboten. 24. Oktober: Der Streik um Lohnfortzahlung bei Krankheit beginnt in Schleswig-Holstein und entwickelt sich zum längsten Arbeitskampf in Deutschland seit 1905 über insgesamt 114 Tage. 25. Oktober: Adolf Hitler wird vom Amtsgericht Berchtesgaden amtlich für tot erklärt. 27. Oktober: Abschluss des Luxemburger Vertrages, der die Angliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland zum 1. Januar 1957 zum Inhalt hat sowie die Moselkanalisierung 5. Dezember: Das Bundesverfassungsgericht bestätigt im Lübeck-Urteil den ablehnenden Bescheid des Bundesministeriums des Innern zu einem beantragten Volksbegehren über die Bildung eines deutschen Bundeslandes Freie und Hansestadt Lübeck.
Andernorts in Europa
1. Januar: Markus Feldmann wird Bundespräsident der Schweiz 13. Mai: Nationalratswahl in Österreich: ÖVP mit Bundeskanzler Raab stimmenstärkste Partei.
Sueskrise
26. Juli: Ägypten verstaatlicht den Sueskanal und löst damit die Sueskrise aus. 31. Oktober – 6. November: Britisch-französische Luftoffensive gegen Ägypten, gleichzeitig rücken israelische Truppen auf die Sinai-Halbinsel vor.
Afrika
1. Januar: Der Sudan erlangt seine Unabhängigkeit von Großbritannien und Ägypten 2. März: Marokko erlangt seine Unabhängigkeit von Frankreich. 20. März: Tunesien erlangt seine Unabhängigkeit von Frankreich. 9. August: In Südafrika demonstrieren 20.000 Frauen verschiedener ethnischer Herkunft und aus allen Landesteilen gegen den Native Urban Areas Act vor dem Regierungssitz in Pretoria.
Amerika
1. Januar: In Ottawa, Kanada, wird das Gebäude der sowjetischen Botschaft durch einen Brand völlig zerstört. 6. November: US-Präsident Dwight D. Eisenhower wird mit über 57 % der Stimmen gegen seinen demokratischen Herausforderer Adlai Ewing Stevenson im Amt bestätigt. 2. Dezember: Fidel Castro landet im Osten der Insel Kuba und beginnt seinen Guerillakrieg gegen den Diktator Fulgencio Batista.
Asien
23. März: Mit der Verkündung seiner ersten Verfassung erklärt sich Pakistan als erstes Land zur Islamischen Republik. Die Verfassung sieht überdies ein allgemeines aktives und passives Wahlrecht für alle Männer und Frauen ab 21 auf allen Ebenen vor. Unter dieser Verfassung wird jedoch wegen der Schwierigkeiten zwischen der zivilen und der militärischen Macht nie eine Wahl abgehalten.
mini|Änderungen des States Reorganisation Acts sowie des Bihar And West Bengal (Transfer Of Territories) Acts 1956 (mit zusätzlicher Darstellung der 1959 erfolgten Grenzkorrekturen zwischen Madras und Andhra Pradesh) 31. August: Mit dem States Reorganisation Act wird die Neugliederung der indischen Bundesstaaten beschlossen. Gemeinsam mit dem Bihar and West Bengal (Transfer of Territories) Act vom nächsten Tag tritt er am 1. November in Kraft.
Internationale Organisationen und Verträge
16. April: Österreich tritt dem Europarat bei. 17. Mai: Bulgarien wird Mitglied in der UNESCO 27. Juli: Rumänien wird Mitglied in der UNESCO. 10. Oktober: Finnland wird Mitglied in der UNESCO. 12. November: Tunesien, Marokko und Sudan werden Mitglieder der Vereinten Nationen. 21. November: Per Jacobsson aus Schweden wird Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). 18. Dezember: Japan wird Mitglied der Vereinten Nationen. 31. Dezember: Südafrika tritt aus der UNESCO aus.
Wirtschaft
15. Januar: In Nigeria wird beim Dorf Oloibiri das erste Ölfeld entdeckt. 4. Februar: Die DDR-Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa nimmt ihren ersten Linienverkehr auf der Flugroute Berlin–Warschau auf. 18. Februar: Afghanistan unterzeichnet ein neues Wirtschaftshilfeabkommen mit den USA. 31. März: Letztmals müssen in der Bundesrepublik Deutschland Steuermarken für das Notopfer Berlin auf Postsendungen geklebt werden. Das Aufkommen aus der nach der Berlin-Blockade eingeführten Notopfermarke sollte die wirtschaftliche Not West-Berlins verringern helfen. 29. April: Der Verlag Axel Springer AG gibt die erste Ausgabe der Sonntagszeitung Bild am Sonntag heraus. 3. Juni: Europaweit führen die Bahnverwaltungen das Zwei-Klassen-System ein. Die bisherige 1. Wagenklasse wird abgeschafft, aus der bisherigen 2. wird die 1. und aus der 3. die 2. Klasse. 17. Oktober: Das englische Kernkraftwerk Calder Hall wird als erste kommerziell genutzte Anlage von Königin Elisabeth II. feierlich eröffnet. 3. November: Der Bayerische Rundfunk strahlt den ersten Werbespot im deutschen Fernsehen aus. Für Persil werben die Schauspieler Beppo Brem und Liesl Karlstadt. 6. November: Am Sambesi wird mit dem Bau der Bogenstaumauer für die Kariba-Talsperre begonnen. 16. November: Beschluss des Schweizer Bundesrates zu sofortigem Sonntagsfahrverbot in der Schweiz 1956. 24. November: Mit der Jungfernfahrt eines in den Trumpf-Werken gebauten Prallluftschiffes setzt der Schokoladenhersteller seine Luftwerbung für Trumpf Schokolade in der Nachkriegszeit fort. 20. Dezember: Auf Anordnung der DDR-Regierung wird die Genex gegründet. Bürger der Bundesrepublik Deutschland können ihren Verwandten im anderen deutschen Teil Waren aus einem Geschenkkatalog zukommen lassen, die sie in D-Mark bezahlen. Die DDR eröffnet sich eine Devisenquelle. Die Nepal Rastra Bank, Zentralbank Nepals, wurde gegründet.
Wissenschaft und Technik Luftfahrt und Polarforschung
27. September: Der Testpilot Milburn G. Apt fliegt als Erster im Experimentalflugzeug Bell X-2 mit einer Geschwindigkeit von Mach 3,2. Kurze Zeit danach stürzt er nach einem Lenkmanöver mit der Maschine ab und kommt zu Tode. 31. Oktober: Das erste Flugzeug landet am Südpol. Die Expeditionsgruppe der US Navy um Konteradmiral George J. Dufek hat den Auftrag, den Bau der Amundsen-Scott-Südpolstation vorzubereiten. 11. November: Major R. L. Anderson und Robert S. Decker erreichen mit einem Hubschrauber Sikorsky HR-2 S den Geschwindigkeitsweltrekord von 261,9 km/h. Gründung der Amundsen-Scott-Südpolstation
Naturwissenschaften
14. Juni: Die US-amerikanischen Forscher Clyde L. Cowan und Frederick Reines informieren telegrafisch den Schweizer Physiker Wolfgang Pauli über den ihnen gelungenen Nachweis des Neutrinos, das Pauli als Elementarteilchen mehr als zwei Jahrzehnte zuvor hypothetisch aufgezeigt hatte. 17. September: Das erste Radioteleskop Deutschlands (Astropeiler Stockert) auf dem Stockert bei Münstereifel wird eingeweiht.
Rundfunk
3. Januar: Das Fernsehen der DDR nimmt seinen regulären Sendebetrieb auf. 5. Februar: Eröffnung des Stuttgarter Fernsehturms
Lehre und Forschung
15. Juni: Die Technische Universität Eindhoven entsteht als zweite Technische Hochschule in den Niederlanden. 13. Juli: Die erste Dartmouth-Konferenz beginnt. Auf ihr prägt John McCarthy den Begriff „artificial intelligence“ („Künstliche Intelligenz“).
Kultur Bildende Kunst
6. April: Das North Carolina Museum of Art wird eröffnet.
Film
27. Juni: Uraufführung des Films Moby Dick (Regie: John Huston) in den USA 17. Juli: Der Film High Society (deutscher Titel Die oberen Zehntausend) wird in den USA uraufgeführt. Grace Kelly und Bing Crosby besingen darin True Love. 16. August: Die Verfilmung von Carl Zuckmayers Drama Der Hauptmann von Köpenick mit Heinz Rühmann in der Titelrolle wird uraufgeführt. 15. November: In den USA hat der erste Spielfilm Elvis Presleys unter dem Titel Love me Tender Premiere.
Literatur
Philip K. Dick veröffentlicht seine Kurzgeschichte Minority Report.
Musik und Theater
28. Januar: Uraufführung des Theaterstücks Oper von der Kirmes von Emil František Burian in Prag 29. Januar: Uraufführung des Theaterstücks Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt im Schauspielhaus Zürich Januar: Gründung des Tölzer Knabenchores durch Gerhard Schmidt-Gaden in Bad Tölz 1. März: Uraufführung der Operette Pfälzer Musikanten von Hans Striehl am Landestheater Linz 15. März: Uraufführung des Musicals My Fair Lady am Mark Hellinger Theatre in New York 8. Mai: Das Schauspiel Blick zurück im Zorn (Look Back in Anger) des britischen Dramatikers John Osborne wird in London uraufgeführt. 24. Mai: In Lugano findet die erste Ausgabe des Eurovision Song Contest unter dem Titel Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea statt. 5. Juni: Medienaufruhr um die Hüftbewegungen von Elvis Presley beim Auftritt Hound Dog 17. Juni: Uraufführung der Oper Der Sturm von Frank Martin an der Staatsoper in Wien 23. September: Uraufführung der Oper König Hirsch von Hans Werner Henze an der Städtischen Oper in Berlin 15. Oktober: Uraufführung des Stücks Histoire de Vasco von Georges Schehadé im Schauspielhaus Zürich