zentriert|160px|Aldo Moro Der frühere italienische Ministerpräsident Aldo Moro wird von Roten Brigaden entführt und ermordet. zentriert|160px|Papst Paul VI. Papst Paul VI. stirbt nach 15-jährigem Pontifikat mit 81 Jahren. Johannes Paul I. stirbt nach nur 33 Tagen im Amt. zentriert|150px|Johannes Paul II Der bisherige Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła, wird nach dem kurzen Pontifikat Johannes Pauls I. als Johannes Paul II. zum Papst gewählt.
Während des ganzen Jahres 1978 wird die Oppositionsbewegung gegen das Schah-Regime im Iran stärker. Im Januar erscheint in der iranischen Zeitung Ettelā'āt ein Artikel über Ruhollah Chomeini, der bis dahin im Land totgeschwiegen wurde. Der exilierte Geistliche wird darin als „kommunistischer Verschwörer“ gebrandmarkt. Am 9. Januar kommt es in der Stadt Ghom zu Sympathiebekundungen der dortigen Studenten. Am 5. September – zu Beginn des Fastenmonats Ramadan – kommt es zu Kundgebungen im ganzen Land, wobei die Sicherheitskräfte mit äußerster Härte vorgehen und am 8. September, dem Schwarzen Freitag, wahllos in die Menge feuern und dabei 68 Menschen töten. Währenddessen zieht Chomeini von seinem Exil in Paris aus die Aufmerksamkeit der westlichen Medien auf sich.
In Afghanistan, dem nordöstlichen Nachbarland Irans, wird im April innerhalb der Saurrevolution Präsident Mohammed Daoud Khan vom Militär gestürzt. Die neuen Machthaber, darunter Nur Muhammad Taraki, rufen am 30. April die Demokratische Republik Afghanistan aus und bringen das Land auf einen radikal-sozialistischen Kurs. Das neue Regime wird rasch von der Sowjetunion und anderen Ostblockstaaten, darunter Bulgarien, bald aber auch von den USA offiziell anerkannt.
Im März wird der frühere zweifache italienische Ministerpräsident und Vorsitzende der Christdemokraten (Democrazia Cristiana), Aldo Moro, von den Roten Brigaden entführt. 54 Tage später, am 9. Mai, wird seine Leiche im Kofferraum eines in der Innenstadt Roms geparkten Autos gefunden.
Am 6. August stirbt Papst Paul VI. nach 15-jährigem Pontifikat in Castel Gandolfo. Die Entscheidung über seine Nachfolge scheint völlig offen. Spekulationen werden laut, wonach zum ersten Mal seit 400 Jahren wieder ein Nichtitaliener, vielleicht sogar ein Nichteuropäer Papst werden könnte. Als „papabile“ werden der Kuriendiplomat Sergio Pignedoli, Kardinalkämmerer Sebastiano Baggio und Kurienkardinal Pericle Felici genannt. Am 26. August schließlich fällt die Wahl auf den bisherigen Patriarchen von Venedig, Albino Kardinal Luciani, der als Johannes Paul I. zum Nachfolger Pauls VI. gewählt wird. Dass sein Pontifikat nach nur 33 Tagen völlig abrupt endet, lässt Gerüchte aufkommen. Aus dem folgenden Konklave geht am 16. Oktober der Pole Karol Wojtyła, Erzbischof von Krakau, als Papst Johannes Paul II. hervor. Seine Wahl wird, nur drei Jahre nach Verabschiedung der Schlussakte von Helsinki, als politisches Signal an die kommunistische Welt verstanden.
Ereignisse Jahreswidmungen Der Kranich (lat. Grus grus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland).
Politik und Weltgeschehen Januar 1. Januar: Willy Ritschard wird Bundespräsident der Schweiz. 6. Januar: In Frankreich entsteht die Datenschutz-Behörde Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés. 6. Januar: Eine Delegation des US-Kongresses unter US-Außenminister Cyrus Vance übergibt in einer feierlichen Zeremonie in Budapest die ungarischen Kroninsignien einschließlich der Stephanskrone, die sich seit Kriegsende in amerikanischer Hand befinden, zurück „an das ungarische Volk“. 7. Januar: Auf dem antarktischen Kontinent wird das erste Kind, Emilio Palma, geboren. Seine Mutter wurde bewusst in die Nähe von Hope Bay gebracht, um Ansprüche Argentiniens auf einen Anteil am Kontinent zu bekräftigen. 17. Januar: Die Poullain-Affäre kostet den nordrhein-westfälischen Finanzminister Friedrich Halstenberg (SPD) sein Amt. Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale kündigt am selben Tag nachträglich fristlos ihrem zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden Ludwig Poullain. 25. Januar: Swasiland wird Mitglied in der UNESCO.
Februar 2. Februar: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Komoren und der Bundesrepublik Deutschland. 15. Februar: Kap Verde wird Mitglied in der UNESCO. 16. Februar: Der deutsche Verteidigungsminister Georg Leber tritt von seinem Amt zurück. Den Anlass für den Sturz bildet dabei eine Abhör-Affäre des Militärischen Abschirmdienstes (MAD), für die er die Verantwortung übernimmt. 24. Februar: Aufnahme Spaniens in den Europarat
März 11. März: Bei einem später als Küstenstraßen-Massaker bekannt gewordenen Anschlag von PLO-Terroristen in Israel werden 37 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Der Vorfall wird zum Casus Belli für die Operation Litani. 13. März: Der frühere italienische Ministerpräsident Aldo Moro wird von der Terrorgruppe Brigate Rosse (Rote Brigaden) entführt und später ermordet. 13. März: In Assen nehmen Ambonesen 70 Menschen als Geiseln und verlangen die Freilassung von 21 molukkischen Gefangenen. Am Tag darauf beenden niederländische Elitekräfte die Geiselnahme, wobei eine Person später an bei der Aktion erlittenen Verwundungen stirbt. 18. März: Todesurteil gegen den ehemaligen pakistanischen Ministerpräsidenten Zulfikar Ali Bhutto wird verhängt.
April 27. April: Afghanistan. Militärputsch gegen Mohammed Daoud Khan. Taraki wird neuer Präsident und Hafizullah Amin zweiter Mann im Staat.
Mai 13. Mai: Komoren. Präsident Ali Soilih wird durch den ehemaligen Präsidenten Ahmed Abdallah unter Mitwirkung von Bob Denard gestürzt.
Juni 17. Juni: Jacques de Larosière, Frankreich, wird Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). 26. Juni: Das Schloss Versailles wird nach 2:00 Uhr nachts durch einen Sprengstoffanschlag bretonischer Separatisten erheblich beschädigt.
Juli 7. Juli: Die Salomonen werden von Großbritannien unabhängig. 10. Juli: Staatspräsident Mokhtar Ould Daddah von Mauretanien wird während eines Militärputschs gestürzt. 17. Juli: Ali Abdullah Salih wird Staatspräsident des Nordjemen. 25. Juli: In London wird das erste Retortenbaby geboren und der niedersächsische Verfassungsschutz inszeniert die Aktion Feuerzauber. 26. Juli: Das Landgericht Hamburg weist die Sexismus-Klage von Alice Schwarzer ab.
August 7. August: Hans Filbinger tritt als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zurück: Als Marinerichter hatte er in unnötiger Schärfe Todesurteile verfolgt, sowie ein Urteil gegen Wehrkraftzersetzung erst nach der Kapitulation gefällt, was er seit April stückweise zu leugnen versucht bzw. „vergessen“ hat. Sein Nachfolger im Amt wird Lothar Späth. 12. August: Der Friedensvertrag zwischen Japan und der Volksrepublik China wird unterzeichnet und später im Jahr ratifiziert. 19. August: Beim Brandanschlag auf das Kino Cinema Rex sterben in Abadan 430 Menschen. Hinter dem Terrorakt stehen schiitische Geistliche um Ruhollah Chomeini, die dem Schahregime schaden wollen. 21. August: Gründung der Deutschen Botschaftsschule Peking, Volksrepublik China 22. August: Ein FSLN-Kommando stürmt den Nationalpalast in Managua und nimmt nicaraguanische Parlamentarier, mehrere Minister sowie mehrere Familienangehörige des Diktators Anastasio Somoza Debayle als Geiseln. Mit dieser Aktion in der Revolution gelingt ihnen das Freipressen von 60 Gefangenen. 26. August: Johannes Paul I. wird zum Papst gewählt. 26. August: Sigmund Jähn fliegt als erster deutscher Raumfahrer in den Kosmos. 30. August: Eine polnische Tupolew Tu-134 wird auf dem Weg von Danzig nach Schönefeld (Ost-Berlin) von zwei DDR-Bürgern entführt und in Tempelhof (West-Berlin) zur Landung gezwungen. Von den 62 Passagieren nutzen neun die Gelegenheit zur Flucht aus der DDR.
September 8. September: In Teheran (Iran) kommt es bei Demonstrationen gegen Schah Mohammad Reza Pahlavi zu gewalttätigen Ausschreitungen auf dem Jaleh-Platz, in dessen Verlauf 64 Demonstranten den Tod finden. Der Tag geht als Schwarzer Freitag in die Geschichte Irans ein.
mini|hochkant=1.1|V.l.n.r: Anwar as-Sadat, Jimmy Carter und Menachem Begin in Camp David am 17. September
17. September: Abschluss des Camp-David-Abkommens 19. September: Die Salomonen werden Mitglied bei den Vereinten Nationen. 20. September: Johannes Rau wird Ministerpräsident in NRW als Nachfolger von Heinz Kühn. 29. September: Pieter Willem Botha wird Ministerpräsident von Südafrika.
Oktober 1. Oktober: Tuvalu wird unabhängig von Großbritannien. 16. Oktober: Johannes Paul II. wird zum Papst gewählt.
November 2. November: Namibia wird Mitglied in der UNESCO. 3. November: Dominica wird unabhängig von Großbritannien. 5. November: In Österreich ergibt eine Volksabstimmung 50,47 % Stimmen gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf, des ersten und einzigen kommerziellen Kernkraftwerks in Österreich. Die Brennelemente waren schon angeliefert. 6. November: Bayern: Nachdem die Landtagswahlen vom 15. Oktober 1978 der CSU über 59 % der Stimmen gebracht hatten, wird Franz Josef Strauß als Nachfolger von Alfons Goppel zum Ministerpräsidenten gewählt. 11. November: Maumoon Abdul Gayoom wird Staatspräsident auf den Malediven. 23. November: der Genfer Wellenplan zur Neuordnung der Sendefrequenzen der Rundfunksender im Lang- und Mittelwellenbereich tritt in Kraft. 25. November: Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Oman über wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit 27. November: Es wird die Gründung der Arbeiterpartei Kurdistans (, PKK) im Dorf Ziyaret () bei Diyarbakır bekanntgegeben. Vor der Gründung war die Partei als „Apocular“ bekannt. Gründer, Vorsitzender, Stratege und Ideologe der PKK ist Abdullah Öcalan. 29. November: In Bonn wird ein Protokoll über den Verlauf der innerdeutschen Grenze unterzeichnet, das die strittigen Abschnitte an der Elbe und der Bode ausklammert. Die gemeinsame Grenzkommission beider deutscher Staaten beendet mit diesem Ergebnis ihre Tätigkeit.
Dezember 5. Dezember: Afghanistan. Unterzeichnung eines Vertrages über „Freundschaft, gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit“ durch Taraki in Moskau 8. Dezember: Dominica wird Mitglied bei den Vereinten Nationen. 17. Dezember: Parlamentswahlen in Belgien 19. Dezember: Investitionsschutzabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Jemen. 19. Dezember: Das Pogrom von Kahramanmaraş, auch Kahramanmaraş-Massaker genannt, beginnt. Es dauert bis zum 26. Dezember und kostet mehr als 100 Menschen das Leben. 22. Dezember: Argentinien startet die Operation Soberanía um Chile zu besetzen. 25. Dezember: Vietnamesische Invasion Kambodschas 27. Dezember: Spaniens neue Verfassung tritt in Kraft. Die Vereinten Nationen entsenden Mission UNIFIL in den Libanon, um den Libanesischen Bürgerkrieg beenden zu helfen. Beitritt Liechtensteins zum Europarat
Wirtschaft 10. Januar: Das Ostberliner Büro des Hamburger Nachrichtenmagazins Der Spiegel ist nach einer Entscheidung des DDR-Außenministeriums zu schließen. Das Magazin hatte zuvor über eine Opposition im Lande berichtet. 15. März: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Mauritius 10. April: Die Volkswagen AG eröffnet in den USA als erster ausländischer Automobilproduzent in Westmoreland County (Pennsylvania) ein Montagewerk, welches das Modell Rabbit aus zugelieferten Teilen herstellt. 3. Mai: Der DEC-Mitarbeiter Gary Thuerk geht mit dem Versenden von 400 Werbemitteilungen als erster Spammer in die Computer-Geschichte ein. 13. Juli: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Argentinien sowie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Indonesien 22. September: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Schweden Gründung des Unternehmens Home Depot in Atlanta durch Bernie Marcus und Arthur Blank 20. Oktober: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Neuseeland
Wissenschaft und Technik