zentriert|350px|Zerstörter Wald auf der Westerplatte Mit dem deutschen Angriff auf die Westerplatte in Danzig beginnt der Überfall auf Polen und der Zweite Weltkrieg. zentriert|184px|Joachim von Ribbentrop und Josef Stalin Das Deutsche Reich und die Sowjetunion schließen einen Nichtangriffspakt. zentriert|157px|Sowjetischer Aufruf an polnische Soldaten vom 17. September 1939, in dem die Schuld am Krieg der polnischen Regierung zugeschoben wird Die Sowjetunion greift Polen im Osten des Landes an. 1939 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1387/88 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1931/32 (11./12. September) Baha'i-Kalender 95/96 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1343/44 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2482/83 (südlicher Buddhismus); 2481/82 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr des Erde-Hasen 己卯 (seit 19. Februar, davor Erde-Tiger 戊寅) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 28 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1301/02 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4272/73 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1317/18 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1357/58 (20./21. Februar) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 14; Kōki 2599 Jüdischer Kalender 5699/5700 (13./14. September) Koptischer Kalender 1655/56 (11./12. September) Malayalam-Kalender 1114/15 Minguo-Kalender (China) Jahr 28 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2249/50 (Jahreswechsel April) Syrien: 2250/51 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2481/82 (1. April) Tibetischer Kalender 1685 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1995/96 (April)

Im Jahr 1939 beginnt mit dem Überfall auf Polen durch Truppen der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa. Frankreich und Großbritannien erklären auf Basis der britisch-französischen Garantieerklärung für Polen dem Großdeutschen Reich den Krieg.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Europa vor dem Krieg

Das Deutsche Reich und seine Expansionspolitik Kriegsvorbereitungen

1. Januar: Das im Vorjahr eingeführte Pflichtjahr für arbeitslose, ledige, weibliche Jugendliche unter 25 Jahren wird ausgeweitet.

mini|links|Das Gebiet der Freien Stadt Danzig 6. Januar: Der deutsche Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop konferiert in München mit seinem polnischen Amtskollegen Oberst Józef Beck über die „Danzig-Frage“. 27. Januar: Adolf Hitler setzt den Flottenrüstungsplan „Z-Plan“ in Kraft.

14. Februar: Das 35.000-Tonnen-Schlachtschiff Bismarck hat in Hamburg seinen Stapellauf. 1. März: Adolf Hitler erklärt den 9. November zum staatlichen Feiertag (Gedenktag für die Bewegung – Hitler-Ludendorff-Putsch). Der Tod von 16 „Blutzeugen“ bzw. ihre durch die Teilnahme am Putsch gezeigte Todesbereitschaft wird von der NS-Propaganda von 1924 bis 1945 thematisiert.

mini|links|Aufteilung der Tschechoslowakei: 1 – sudetendeutsche Gebiete werden dem Deutschen Reich angeschlossen (September/Oktober 1938); 2 – Polen besetzt Gebiete in Teschen (Oktober 1938); 3 – Ungarn besetzt Grenzgebiete teils ungarischer Ethnie (November 1938) sowie 4 – die ruthenischsprachige Karpatoukraine (März 1939); 5 – im März 1939 wird die „Rest-Tschechei“ von Deutschland faktisch annektiert und zum Protektorat Böhmen und Mähren erklärt; 6 – von der Tschechoslowakei bleibt nur der deutsche Satellitenstaat Slowakei.

14. März: Auf Druck des nationalsozialistischen Deutschen Reichs erklärt sich die Slowakei unter Jozef Tiso für unabhängig von der Tschechoslowakei. 15. März: Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in die Tschecho-Slowakische Republik erfolgt die Zerschlagung der Tschechoslowakei, Hitler reist nach Prag und verbringt die Nacht auf dem Hradschin. 15. März: Nach der Unabhängigkeitserklärung der Slowakei und der Zerschlagung der Rest-Tschechei durch Deutschland erklärt die Karpatenukraine ihre Unabhängigkeit, wird jedoch im Widerspruch zum Wiener Schiedsspruch noch am selben Tag von Ungarn annektiert. 16. März: Der Erlass über die Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren wird in Prag durch Hitler unterzeichnet; zum Reichsprotektor wird Konstantin von Neurath ernannt. 20. März: Die USA protestieren in Berlin gegen die Annexion Böhmens und Mährens. 21. März: Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop verlangt in Berlin vom polnischen Botschafter Józef Lipski die „Rückgabe“ Danzigs. 22./23. März: Einem deutschen Ultimatum Folge leistend unterzeichnet Litauens Regierung in der Nacht einen Staatsvertrag zur Übergabe des Memellandes an das Deutsche Reich. 23. März: Das Deutsche Reich schließt mit der neu entstandenen Slowakei einen Staatsvertrag. 23. März: Polen ordnet eine umfassende Teilmobilmachung seiner Streitkräfte an, Polens Außenminister, Oberst Józef Beck, bittet Großbritannien um den Abschluss eines Beistandspakts. 26. März: Polens Botschafter in Berlin, Józef Lipski, teilt Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop die Weigerung seiner Regierung zur Gewährung exterritorialer Zugangswege nach Danzig mit. 27. März: In Danzig wird für die Schutz- und Landespolizei und die NS-Organisationen der Alarmzustand angeordnet. 31. März: Der britische Premierminister Neville Chamberlain verkündet eine Britisch-französische Garantieerklärung für Polen. 3. April: Führerweisung Hitlers: Angriffskrieg gegen Polen (Fall Weiß) 7. April: Das faschistische Italien beginnt mit der Annexion des Königreichs Albanien. Der kurze Feldzug ist bis zum 12. April abgeschlossen. Der albanische König Zogu I. flieht nach Griechenland. 15. April: Der Reichsgau Sudetenland wird gebildet. 21. April: Die acht ehemaligen österreichischen Bundesländer werden durch Gesetz zu Reichsgauen umgebildet. 27. April: Mit einem Memorandum kündigt das Deutsche Reich das deutsch-britische Flottenabkommen wegen behaupteter unfreundlicher Haltung des Vertragspartners. Jedoch wurde die Aufrüstung der Flotte im Z-Plan von Adolf Hitler drei Monate zuvor bereits gebilligt. 28. April: Der deutsch-polnische Nichtangriffspakt wird vom Deutschen Reich gekündigt, nachdem Polen das Verlangen nach einer Annexion Danzigs und einen Korridor nach Ostpreußen ablehnt. 3. bis 9. Mai: Adolf Hitler ist auf Staatsbesuch in Italien. 21. Mai: Die Nationalsozialisten verleihen erstmals das mit kleinen Vorteilen verbundene Mutterkreuz. Sie versprechen sich von diesem Verdienstorden eine höhere Gebärfreudigkeit. 31. Mai: Die Unterzeichnung des deutsch-dänischen Nichtangriffspaktes erfolgt in Berlin. 7. Juni: Estland und Lettland schließen einen Nichtangriffsvertrag mit Deutschland. 19. August: Die Seekriegsleitung entsendet 14 U-Boote in den Nordatlantik in Wartepositionen. Aus Kiel laufen aus: U 45, U 46, U 47, U 48 und U 52, aus Wilhelmshaven: U 28, U 29, U 33, U 34, U 37, U 38, U 39, U 40 und U 41. 21. August: Panzerschiff Admiral Graf Spee läuft aus Wilhelmshaven aus, um eine befohlene Warteposition im Südatlantik anzusteuern. 23. August: Auf Beschluss des Danziger Senats wird der Gauleiter von Danzig Albert Forster als Staatsoberhaupt der Freien Stadt Danzig eingesetzt. 23. August: Britische Handelsschiffe werden angewiesen, keine deutschen Häfen mehr anzulaufen.Chronik des Seekriegs

24. August: Deutschland und die Sowjetunion schließen einen Nichtangriffspakt mit geheimem Zusatzprotokoll zur Teilung Polens. 25. August: Das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein trifft in Danzig ein. Die von ihr am 1. September dort begonnene Beschießung der Westerplatte gilt als der Beginn des Zweiten Weltkrieges. 30. August: Der Ministerrat für die Reichsverteidigung wird geschaffen.

Diskriminierungs- und Unterdrückungspolitik

1. Januar: Die auf dem Namensänderungsgesetz basierende Namensänderungsverordnung für Juden im Deutschen Reich tritt in Kraft. Diese zielt darauf ab, jüdische Deutsche anhand ihrer Vornamen kenntlich zu machen. Sofern sie nicht ohnehin bereits einen jüdischen Vornamen tragen, der „im deutschen Volk als typisch angesehen wird“, müssen sie nun zusätzlich den Vornamen Israel oder Sara annehmen. 31. Januar: Durch eine Verordnung zum Reichsbürgergesetz erlöschen die Approbationen für jüdische Apotheker, Zahnärzte und Tierärzte. 31. Januar: In einer Rede im Reichstag kündigt Adolf Hitler im Falle eines neuen Weltkrieges die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ an. 31. Januar: Die letzten Ausgaben der – bereits 1938 enteigneten und „arisierten“ – auflagenstarken österreichischen Tageszeitungen Neues Wiener Journal und Neue Freie Presse erscheinen. Sie werden vom NS-Regime mit dem der Ostmärkischen Zeitungsverlagsgesellschaft einverleibten Neuen Wiener Tagblatt verschmolzen. 22. Februar: Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller verfügt die Einziehung der Führerscheine, Fahrzeugscheine und Anhängerscheine, die auf Juden ausgestellt sind. 30. März: Im Memeler Dampfboot wird eine Verordnung über die Anmeldung jüdischen Eigentums veröffentlicht. Die etwa 500 in Memel lebenden Juden müssen bis zum 31. Mai ihren Schmuck abgeben. 30. April: In Deutschland tritt das Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden in Kraft. Es hebt den Mieterschutz für Juden auf und leitet den Ghettoisierungsprozess ein. Deutsche Juden müssen ihre Wohnungen verlassen und werden in „Judenhäusern“ konzentriert.

mini|hochkant|Verordnung über die Errichtung einer Volkskartei vom 21. April 1939 17. Mai: Mit der Volkszählung im Deutschen Reich hoffen der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS und die Geheime Staatspolizei unter anderem, Datenmaterial für eine Judenkartei zu erhalten. 18. Mai: Im NS-Staat werden die ersten 900 inhaftierten Frauen aus dem KZ Lichtenburg in das neu errichtete KZ Ravensbrück verlegt. Mai/Juni: Bei der Irrfahrt der St. Louis versuchen 937 nahezu ausnahmslos deutsche Juden auf der St. Louis, einem Passagierschiff der Hamburger Reederei HAPAG vergeblich, dem NS-Regime zu entkommen. Weder in Kuba, noch in den USA oder Kanada erhalten sie eine Landeerlaubnis und kehren schließlich nach Europa zurück. Die meisten von ihnen überleben den Zweiten Weltkrieg nicht. 26. Juni: Das Institut zur Erforschung der Judenfrage wird in Frankfurt am Main gegründet. 4. Juli: Im Deutschen Reich wird die Diskriminierung von Juden mit der Schaffung der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland fortgesetzt. 18. August: Mit einem Runderlass beginnt die euphemistisch so genannte Kinder-Euthanasie, die 1940 beginnend mit der Aktion T4 auf die systematischen Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus ausgeweitet wird. 5. September: Im Deutschen Reich wird eine Verordnung gegen Volksschädlinge erlassen. 27. September: Heinrich Himmler gründet das Reichssicherheitshauptamt (Zusammenlegung von Sicherheitspolizei (Sipo) und Sicherheitsdienst (SD)). Das RSHA gilt als wichtigstes Organ der Terrorherrschaft des NS-Regimes. 21. Oktober: Adolf Hitler und Benito Mussolini schließen ein Abkommen zur Umsiedlung der deutschen und der ladinischen Minderheit in Südtirol.

Innenpolitik

1. Januar: Das am 30. April 1938 beschlossene Jugendschutzgesetz und die Arbeitszeitverordnung treten in Kraft. 2. Januar: Der Postsparkassendienst wird im gesamten Deutschen Reich eingeführt. 17. Februar: Das Reichsarbeitsministerium erlässt die Reichsgaragenordnung. 1. April: Potsdam wird durch die Eingemeindung der ca. 30.000 Einwohner zählenden Stadt Babelsberg und anderer Orte zur Großstadt.

Spanischer Bürgerkrieg

In der Schlussphase des Spanischen Bürgerkrieges erobern die Truppen Francisco Francos am 14. Januar Tarragona, am 26. Januar die katalanische Hauptstadt Barcelona und am 4. Februar Girona.