mini|links|hochkant|Nach seiner Ernennung zum Reichskanzler verlässt Adolf Hitler im Auto die Reichskanzlei.
zentriert|155px|Hitler 1933 Adolf Hitler übernimmt die Macht im Deutschen Reich. zentriert|185px|Franklin D. Roosevelt unterzeichnet den Banking Act Franklin D. Roosevelt beschreitet den Weg des New Deal. zentriert|350px|KZ Dachau Das KZ Dachau wird als erstesKonzentrationslager in Deutschland eröffnet. 1933 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1381/82 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1925/26 (10./11. September) Baha’i-Kalender 89/90 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1338/39 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2476/77 (südlicher Buddhismus); 2475/76 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr des Wasser-Hahns 癸酉 (seit 26. Januar, davor Wasser-Affe 壬申) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 22 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1295/96 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4266/67 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1311/12 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1351/52 (25./26. April) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 8;Kōki 2593 Jüdischer Kalender 5693/94 (20./21. September) Koptischer Kalender 1649/50 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1108/09 Minguo-Kalender (China) Jahr 22 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2243/44 (Jahreswechsel April) Syrien: 2244/45 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2475/76 (1. April) Tibetischer Kalender 1679 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1989/90 (Jahreswechsel April)
Die Politik des Jahres 1933 ist geprägt durch die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler im Deutschen Reich und das damit verbundene Ende der Weimarer Republik und den Beginn des „Dritten Reichs“. Praktisch zeitgleich beginnt in Österreich durch die von der christlich-sozialen Bundesregierung unter Engelbert Dollfuß so bezeichnete „Selbstausschaltung des Parlaments“ die Zeit des austrofaschistischen Ständestaates, womit nach Italien (1922), Albanien (1925), Polen (1926), Litauen (1926) und Jugoslawien (1929) zwei weitere kurz nach dem Ersten Weltkrieg entstandene Demokratien in Europa scheitern.
In Portugal tritt die Verfassung des faschistischen Estado Novo unter António de Oliveira Salazar in Kraft und auch in Spanien befindet sich die junge Demokratie in der Defensive, was sich unter anderem im Zulauf für die neugegründete faschistische Falange Española zeigt.
Im Deutschen Reich führen die Nationalsozialisten das Einparteiensystem ein und beginnen innerhalb kurzer Zeit mit der „Gleichschaltung“ der Länder und dem damit verbundenen Terror gegen Juden, Minderheiten und Andersdenkende und der Errichtung von Konzentrationslagern, das erste dieser Lager ist das KZ Dachau.
Nach einer inszenierten Volksabstimmung tritt Deutschland aus dem Völkerbund aus, ebenso wie Japan, womit die eklatante Ohnmacht der nach dem Ersten Weltkrieg zur Wahrung des Friedens gegründeten völkerrechtlichen Organisation offengelegt wird.
Wirtschaftlich ist das Jahr überschattet von der seit 1929 andauernden Weltwirtschaftskrise. In den Vereinigten Staaten beginnt der neu gewählte Präsident Franklin D. Roosevelt mit der Bekämpfung der Großen Depression mit dem New Deal. Ein erster Schritt ist die Gründung der Tennessee Valley Authority zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Außenpolitisch bemüht sich Roosevelt um eine Good Neighbor Policy mit den lateinamerikanischen Staaten und unterzeichnet die antiinterventionistische Konvention von Montevideo. Im Dezember wird nach 15 Jahren überdies die bundesweite Prohibition in den Vereinigten Staaten abgeschafft.
In der Ukraine fallen der aus der Zwangskollektivierung entspringenden Hungerkatastrophe des Holodomor Millionen von Menschen zum Opfer, während die politische Führung der Sowjetunion um Josef Stalin bemüht ist, das Geschehen vor der Weltöffentlichkeit herunterzuspielen.
Chronologie 1. JanuarSchweiz: Edmund Schulthess wird zum vierten Mal Bundespräsident.
Nicaragua: Juan Bautista Sacasa wird als Präsident in sein Amt eingeführt. 2. Januar Nicaragua: Nach 20-jähriger Okkupation verlassen die letzten Einheiten des United States Marine Corps das Land. 4. Januar Weimarer Republik: Adolf Hitler und Franz von Papen vereinbaren Vorbereitungen für eine Regierungsübernahme. 30. Januar Deutsches Reich: (Machtergreifung) Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. 31. Januar Deutsches Reich: In Mössingen findet der einzige größere Streik gegen die „Machtergreifung“ Adolf Hitlers statt. 1. Februar Deutsches Reich: Reichstag auf Wunsch Hitlers von Reichspräsident Paul von Hindenburg aufgelöst 3. Februar Hitlers erste Ansprache vor Befehlshabern der Reichswehr (Ziel der Außenpolitik: Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung) – Liebmann-Aufzeichnung 4. Februar Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes; die Grundrechte der Weimarer Verfassung, insbesondere Versammlungs- und Pressefreiheit werden eingeschränkt 20. Februar Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 von Hitler mit Industriellen wegen finanzieller Wahlkampfunterstützung 27. Februar Reichstagsbrand in der Nacht zum 28. Februar 28. Februar Reichstagsbrandverordnung 3. März Deutsches Reich: der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann wird verhaftet. 4. März Vereinigte Staaten: Amtseinführung von Franklin D. Roosevelt als 32. US-Präsident
Österreich: „Selbstausschaltung des Parlaments“, Beginn des Austrofaschismus
Deutsches Reich: Die SPD-Zeitung Vorwärts erscheint zum letzten Mal. 5. März Deutsches Reich: Reichstagswahlen, die NSDAP erreicht über 43 % der Stimmen. 13. März Errichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 15. März Österreich: Der Nationalrat wird von der Bundesregierung mit Waffengewalt am Zusammentreten gehindert. 21. März Deutsches Reich: Tag von Potsdam, Staatsakt in der Garnisonkirche 22. März Die ersten Häftlinge werden ins neu errichtete Konzentrationslager Dachau gebracht. 23. März Der Deutsche Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz. 27. März Japan erklärt seinen Austritt aus dem Völkerbund. 31. März Österreich: Die Dollfuß-Regierung verbietet den Republikanischen Schutzbund.
Deutsches Reich: Im Reichsgesetzblatt wird die Lex van der Lubbe veröffentlicht, ein rückwirkend geltendes Strafgesetz zum Reichstagsbrand. 1. April: Durch die Nationalsozialisten organisierter Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen. 7. April Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 7. April Im Zweiten Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich erhält die nationalsozialistische Regierung in Deutschland die Befugnis, Reichsstatthalter einzusetzen. 10. April Adolf Hitler erklärte den 1. Mai als „Feiertag der nationalen Arbeit“ zum Staatsfeiertag. 26. April Erlass des kommissarischen preußischen Innenministers Hermann Göring zur Bildung des Geheimen Staatspolizeiamtes 29. April Hermann Göring gründet den Reichsluftschutzbund, der seine Mitglieder über luftschutzmäßige Vorbeugung, Brandbekämpfung, den Schutz vor Gasangriffen, Erste Hilfe und das Meldewesen ausbildet. 2. Mai Gewerkschaften werden verboten. 3. Mai Nach dem Verbot der Arbeiterwohlfahrt wird im Dritten Reich die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt gegründet. 10. Mai Bücherverbrennung missliebiger Autoren
Gründung der Deutschen Arbeitsfront und Abschaffung des Streikrechts 17. Mai Adolf Hitler hält vor dem Reichstag die „Friedensrede“ 26. Mai Österreich: Verbot der Kommunistischen Partei 27. Mai Deutsches Reich: Tausend-Mark-Sperre: Für jede Reise nach Österreich werden 1.000 Reichsmark Gebühr abverlangt. 20. Juni Siam: Jüngere Offiziere der Volkspartei putschen gegen Ministerpräsident Phraya Manopakorn Nititada. 21. Juni Deutsches Reich: SA-Leute beginnen den Terror der Köpenicker Blutwoche. Am Folgetag wird der SPD deutschlandweit jede Betätigung verboten. 14. Oktober Joseph Goebbels erklärt den Austritt des Deutschen Reichs aus dem Völkerbund. Zugleich verlässt Deutschland die Genfer Abrüstungskonferenz. 29. OktoberSpanien: Gründung der faschistischen Falange 11. November Österreich: Die Todesstrafe für Mord, Brandstiftung und öffentliche Gewalttätigkeit durch boshafte Beschädigung fremden Eigentums wird wieder eingeführt. 12. November Deutsches Reich: Reichstagswahl nach Einheitsliste und Volksabstimmung über den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund 17. November Die USA erkennen die seit Ende 1922 existierende Sowjetunion völkerrechtlich an. 19. November Spanien: Bei den Parlamentswahlen gewinnen die Rechtsparteien, die bisher regierenden Liberalen und Sozialisten erleiden eine vernichtende Niederlage. 15. Dezember Deutsches Reich: Zwangsvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zum Deutschen Gemeindetag Andauernde Ereignisse
Ereignisse
Politik und Weltgeschehen Deutsches Reich
Obwohl die Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl am 6. November 1932 erstmals Verluste haben hinnehmen müssen, gelingt es nicht, eine stabile Reichsregierung zu etablieren. Das Kabinett Papen wurde am 3. Dezember 1932 mit Unterstützung durch Reichspräsident Paul von Hindenburg vom Kabinett Schleicher abgelöst. Der vom „Verrat“ seines früheren Weggefährten Kurt von Schleicher zutiefst enttäuschte Franz von Papen trifft sich am 4. Januar im Kölner Haus des Bankiers Kurt Freiherr von Schröder mit Adolf Hitler zu Geheimverhandlungen, bei denen sie eine gemeinsame Regierungsübernahme vereinbaren. Diesem Gespräch folgten weitere, zuletzt auch unter Anwesenheit des Staatssekretärs des Reichspräsidenten Otto Meissner und dem Sohn des Reichspräsidenten Oskar von Hindenburg.
Am 30. Januar 1933 erfolgt die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg. Hindenburg, der sich lange gesträubt hat, wird mit dem Hinweis beruhigt, dass ein von einer konservativen Kabinettsmehrheit „eingerahmter“ (von Papen) NSDAP-Führer nur eine geringe Gefahr bedeute. Hitler bildet daraufhin eine so genannte Nationale Regierung aus Konservativen, Deutschnationalen und Nationalsozialisten. Von Papen wird Vizekanzler, der Regierung gehören außer Hitler nur zwei weitere Nationalsozialisten an, nämlich Wilhelm Frick als Innenminister und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich und kommissarischer preußischer Innenminister.
mini|links|Tag von Potsdam, Rede Hitlers in der Garnisonkirche Bereits am 1. Februar wird der Reichstag auf Wunsch Hitlers vom Reichspräsidenten aufgelöst. Die letzte freie Wahl am 5. März wird zu einem überwältigenden Erfolg für die NSDAP, die 43,9 % der Stimmen erhält. Die Einberufung des neuen Reichstags wird am 21. März mit dem Tag von Potsdam öffentlichkeitswirksam zelebriert.
Von Beginn der Machtergreifung an beginnen die Nationalsozialisten mit der Ausschaltung der Demokratie und der Gleichschaltung des Reiches. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes vom 4. Februar werden die Grundrechte der Weimarer Verfassung, insbesondere die Versammlungs- und Pressefreiheit, eingeschränkt. Am 13. März wird das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Propagandaminister Joseph Goebbels gegründet.
Am 23. März beschließt der wegen des Reichstagsbrandes am 28. Februar in der Krolloper tagende Reichstag nach einer Rede Hitlers das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (auch Ermächtigungsgesetz), das der Regierung Hitler quasi diktatorische Vollmachten überträgt. Nur die Abgeordneten der SPD unter Otto Wels stimmen gegen dieses Gesetz. Mit den Gesetzen vom 31. März und 7. April werden den Ländern ihre relativen Souveränitätsrechte entzogen und Reichsstatthalter eingesetzt.
3. Februar: Hitler hält seine erste Ansprache vor Befehlshabern der Reichswehr (Ziel der Außenpolitik: Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung).