zentriert|340px|Französische Fallschirmspringer in der Schlacht um Điện Biên Phủ Französische Fallschirmjäger während der Schlacht um Điện Biên Phủ 145px|zentriert|Präsident des Verfassungsschutz Otto John bei seiner Pressekonferenz in Ost-Berlin Pressekonferenz von Otto John, Präsident des Verfassungsschutzes, in Ost-Berlin zentriert|195px|Lage des Suezkanals Suezkanal: Ägypten und Großbritannien schließen das Suez-Abkommen

1954 endete der Indochinakrieg mit der Niederlage Frankreichs in der Schlacht um Điện Biên Phủ. Mit dem Algerienkrieg begann gleichzeitig ein weiterer kolonialer Befreiungskrieg gegen Frankreich.

In Deutschland sorgte derweil der Präsident des Verfassungsschutzes, Otto John, mit seinem Abtauchen in der DDR für einen Skandal.

In den USA erreichte die McCarthy-Ära mit dem Communist Control Act of 1954 ihren Höhepunkt.

Ereignisse Politik 1. Januar: Rodolphe Rubattel wurde Bundespräsident der Schweiz 25. Januar: Beginn der Berliner Außenministerkonferenz (bis zum 18. Februar 1954) 1. Februar: Der eindringliche Appell des französischen Armenpriesters Abbé Pierre, für Obdachlose, die während des außergewöhnlich harten Winters von 1953/54 vom Kältetode bedroht sind, zu spenden, löst in Frankreich eine außergewöhnliche Welle der Hilfsbereitschaft aus. 19. Februar: Die Krim kommt zur Ukraine, eine ukrainische Stadt zu Russland. 25. Februar: Gamal Abdel Nasser wurde Präsident von Ägypten. 1. März: Die USA zündeten im Pazifik die bisher stärkste Wasserstoffbombe (600-fache Stärke der Hiroshimabombe). 13. März: Die Việt Minh kämpfen in der Điện Biên Phủ gegen die Franzosen. 21. April: Im Grenzverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich wird kein Visum mehr benötigt. 28. April: In Colombo (Sri Lanka) trafen die Ministerpräsidenten von Indien, Pakistan, Birma, Ceylon und Indonesien zu einer Asienkonferenz zusammen, auf der unter anderem die aktuelle Situation in Französisch-Indochina beraten wird. 14. Mai: Den Haag: Ratifikation der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. 16. Mai: Der Beginn des Kengir-Aufstandes im Gulag. 17. Mai: USA: Der Supreme Court der Vereinigten Staaten von Amerika verbot die Rassentrennung an öffentlichen Schulen 20. Mai: Chiang Kai-shek nahm eine neue Amtsperiode als Präsident der nach dem Chinesischen Bürgerkrieg nunmehr hauptsächlich auf Taiwan beschränkten Republik China auf. 29.–31. Mai: Erste Bilderberg-Konferenz 14. Juni: In Berlin wurde das Kuratorium Unteilbares Deutschland gegründet. Die überparteiliche Organisation verfolgt das Ziel, den Gedanken an die deutsche Einheit wachzuhalten und die deutsche Wiedervereinigung anzustreben. 18. Juni: Rund 400 von der CIA ausgebildete „Freiheitskämpfer“ drangen auf Intervention der United Fruit Company in Guatemala ein, um den demokratisch gewählten Präsidenten Jacobo Arbenz Guzmán mit der Operation PBSUCCESS zu stürzen. 11. Juli: Das Parlament Paraguays wählte per Akklamation den General Alfredo Stroessner als einzigen Kandidaten zum künftigen Präsidenten des Landes. 17. Juli: Die Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1954 wurde in Berlin abgehalten, aus der Theodor Heuss als Sieger hervorgeht. 20. Juli: Otto John, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, setzte sich in die Deutsche Demokratische Republik ab 21. Juli: Auf der Genfer Konferenz wurde nach dem Indochinakrieg die Teilung Vietnams beschlossen 22. Juli: Laos wurde unabhängig 22. Juli: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA 9. August: Die Türkei, Griechenland und Jugoslawien schlossen in Bled den auf zwanzig Jahre befristeten Balkanpakt. 18. August: Offenbach am Main wurde mit der Geburt ihres einhunderttausendsten Einwohners zur jüngsten Großstadt Hessens. 24. August: US-Präsident Dwight D. Eisenhower unterschrieb den Communist Control Act of 1954, ein Gesetz, das die Mitgliedschaft in und die Unterstützung der Kommunistischen Partei der USA kriminalisiert. 24. August: Der brasilianische Präsident Getúlio Dornelles Vargas tötet sich mit einem Pistolenschuss selbst, nachdem er am Tag zuvor wegen einer vorausgegangenen Attentatsaffäre die Unterstützung des Militärs verloren hat. An seine Stelle tritt João Café Filho. 30. August: Die Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) scheiterte an der Ablehnung des EVG-Vertrags durch die französische Nationalversammlung 28. September: in London beginnt auf Einladung des britischen Außenministers Anthony Eden eine Konferenz mit dem Ziel, die Bundesrepublik in das westliche Bündnissystem zu integrieren. Sie wird als Neunmächtekonferenz bekannt (sieben europäische Staaten (Großbritannien, Frankreich, Italien, Beneluxländer und Deutschland) sowie die NATO-Staaten USA und Kanada nahmen teil). 2. Oktober: Mit den Pariser Verträgen wird die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und die Aufnahme in die NATO beschlossen 4. Oktober: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich 19. Oktober: Ägypten und Großbritannien schließen das Suez-Abkommen, das den Abzug stationierter britischer Streitkräfte innerhalb von zwanzig Monaten vorsieht. Das internationale Statut der Suezkanal­zone erkennt Ägypten im Vertrag an. 23. Oktober: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich. In Kraft seit dem 28. Juli 1955 23. Oktober: Der Brüsseler Pakt wird erweitert und in die Westeuropäische Union (WEU) umgewandelt. 26. Oktober: Die Übergabe der Verwaltung in der Zone A an Italien durch die Alliierte Militärregierung bewirkt das Ende des Freien Territoriums Triest. In der Zone B steuert bereits Jugoslawien die Geschicke. 31. Oktober: In Algerien startet die Nationale Befreiungsfront (Front de Libération Nationale) Aktionen gegen die französische Kolonialherrschaft und verlangt die Unabhängigkeit des Landes 1. November: Der Algerienkrieg bricht aus. 8. November: Der äthiopische Kaiser Haile Selassie I. trifft zum ersten offiziellen Staatsbesuch der Bundesrepublik Deutschland ein.chronik.net Tageseintrag für 8. November 1954Auswärtiges Amt: Äthiopien – Beziehungen zu Deutschland 16. November: Der Deutsche Bundestag wählt Eugen Gerstenmaier zu seinem Präsidenten. Er folgt im Amt auf den verstorbenen Hermann Ehlers. 24. November: Theodor Blank, Konrad Adenauers Beauftragter zur Wiederbewaffnung, wird in Augsburg von Protestierern niedergebrüllt 2. Dezember: Nach einer Außenministerkonferenz in Moskau wird angekündigt, dass der Ostblock reagieren werde, wenn eine militärische Integration in Westeuropa und die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland erfolge 10. Dezember: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Spanien. In Kraft seit dem 14. März 1956 14. Dezember: Wilhelm Hoegner wird Ministerpräsident der Viererkoalition in Bayern, bestehend aus SPD, BP, GB/BHE und FDP. Einzige Oppositionspartei war die CSU.

Wirtschaft 30. März: In Toronto wird der erste Abschnitt der Yonge-University-Linie der Toronto Subway in Betrieb genommen. Es ist die erste U-Bahn in Kanada. 16. August: Die erste Ausgabe des wöchentlichen Sportmagazins Sports Illustrated erscheint in den USA. 4. Dezember: Das erste Schnellrestaurant der Fastfood-Kette Burger King bedient in Miami im US-Bundesstaat Florida seine Kunden. Erstmals erreicht der Ernährungsstand der Bundesrepublik Deutschland wieder den Ernährungsstand Deutschlands aus der Vorkriegszeit. Allerdings hat sich das Essverhalten geändert: Es wird deutlich mehr Obst sowie weniger Fleisch gegessen und weniger Alkohol getrunken. Erstmals Weihnachtsgeld für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Streik in der bayerischen Metallindustrie 1954 – eine herbe Niederlage für die IG Metall, also für die Mitglieder.

Wissenschaft und Technik 9. Januar: Die britische Nordgrönlandexpedition misst bei ihrer Überwinterungsstation North Ice mit −65,9 °C die bislang niedrigste Temperatur auf der Insel Grönland. 21. Januar: Das erste atomgetriebene U-Boot, die „Nautilus“, wird von der US-Marine in Dienst gestellt 6. Februar: Vorstellung des Mercedes-Benz 300 SL 13. Februar: Mit dem Errichten der Mawson-Station für Forschungszwecke in der Antarktis untermauert Australien seine Ansprüche auf ein Australisches Antarktis-Territorium. 1. Juni: Das erste Kernkraftwerk der Welt wird in Obninsk bei Moskau in Betrieb genommen. 27. Juni: Das nahe Moskau gelegene Kernkraftwerk Obninsk, das erste kommerzielle Kernkraftwerk der Welt, beginnt mit dem Einspeisen von Strom in das sowjetische Stromnetz. 7. August: Die Universidad Austral de Chile wird gegründet. 23. August: Erstflug des Transportflugzeugs Lockheed C-130 Hercules; der Typ wird 2025 immer noch gebaut.

mini|100px|Gründerstaaten des CERN (blau)

29. September: In Genf wird von zwölf europäischen Staaten die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) gegründet. 29. September: Das zweistrahlige Kampfflugzeug McDonnell F-101 wird im Erstflug in den Vereinigten Staaten erprobt. 18. Oktober: Texas Instruments kündigt das weltweit erste Transistorradio an. 16. Dezember: Dem Chemiker Tracy Hall gelingt es, mit einer selbst entwickelten Presse synthetische Diamanten reproduzierbar herzustellen. 23. Dezember: Der Arzt Joseph Edward Murray führt mit seinem Team in einer fünfeinhalbstündigen Operation die erste erfolgreiche Nierentransplantation am Peter Bent Brigham Hospital in Boston durch. Der eineiige Zwilling Ronald Herrick spendete seinem Bruder Richard eine Niere. Einführung des Farbfernsehens mit der Fernsehnorm NTSC in den USA Mit der Wigomat wird die weltweit erste Filterkaffeemaschine in Deutschland patentiert

Kultur 24. Januar: Erstausstrahlung des Hörspiels Under Milk Wood von Dylan Thomas (Regie: Douglas Cleverdon) durch den britischen Radiosender BBC 3. Das Werk avancierte schnell zum berühmtesten Hörspiel der Rundfunkgeschichte. Die deutsche Ursendung erfolgte am 20. September durch den NWDR Hamburg unter dem Titel Unter dem Milchwald. Die Regie führte Fritz Schröder-Jahn. 20. Februar: Uraufführung der Operette Der dritte Wunsch von Nico Dostal am Opernhaus Nürnberg Februar: Das Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro wird eröffnet 1. April: Uraufführung der Oper The Tender Land von Aaron Copland in der City Centre Opera in New York 12. April: Bill Haley nimmt in New York den Song Rock Around the Clock auf und verhilft damit dem Rock ’n’ Roll zum Durchbruch. 1. Mai: Pablo Picasso malt das Porträt Sylvette 13. Mai: Uraufführung des Musicals The Pajama Game, zu dem Richard Adler und Jerry Ross die Musik sowie George Abbott und Richard Bissell das Libretto schrieben 23. Juni: Uraufführung der Oper Die Witwe von Ephesus von Hermann Reutter in Köln Juni: Veröffentlichung der Geschichte der O 5. Juli: Elvis Presley nimmt im Sun Studio in Memphis (Tennessee) den alten Blues-Song That's All Right auf und beginnt damit seine Karriere als Rock-’n’-Roll-Star. 13. Juli: In Deutschland wird mit Ewald Balser in der Rolle des Professors Ferdinand Sauerbruch der Arztfilm Sauerbruch – Das war mein Leben uraufgeführt. 29. Juli: Der Fantasy-Klassiker Der Herr der Ringe wird in England veröffentlicht. 17. August: Uraufführung der Oper Penelope von Rolf Liebermann bei den Salzburger Festspielen 21. August: In São Paulo wird der zur 400-Jahr-Feier geschaffene Parque do Ibirapuera für die Bevölkerung zur Nutzung freigegeben. 6. September: Bei den Filmfestspielen von Venedig wird der Film La Strada des Regisseurs Federico Fellini mit Giulietta Masina in der Hauptrolle uraufgeführt. Oktober: Eröffnung der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam 4. November: Uraufführung des Musicals Fanny von Harold Rome am Majestic Theatre in New York City Heut liegt was in der Luft: Bully Buhlan & Mona Baptiste Mr. Sandman: The Chordettes Gründung des jamaikanischen Plattenlabels Studio One Liste der Nummer-eins-Hits in Deutschland (1954)

Religion