Das 21. Jahrhundert begann mit dem 1. Januar 2001 und endet mit dem 31. Dezember 2100. Es ist das aktuelle Jahrhundert.

Voraussichtliche Ereignisse Politik Nach Schätzungen der UNO von 2016 wird die Weltbevölkerung bis 2100 auf 11,2 Milliarden steigen. 2024 wurde ein Peak im Jahr 2084 mit 10,3 Milliarden Menschen prognostiziert, mit einer (geringeren) Prognose von 10,2 Milliarden für das Jahr 2100. Das klimapolitische Zwei-Grad-Ziel könnte verfehlt werden, nach den meisten Prognosen gegen 2050, nach optimistischen Prognosen gegen 2090. Es besteht weiterhin die Gefahr der Vernichtung großer Teile der Menschheit durch einen Atomkrieg.

Wissenschaft und Technik Die Generation Y ist die erste Generation, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Weitere technologische Bereiche des frühen 21. Jahrhunderts betreffen künstliche Intelligenz, Robotik, das Internet der Dinge, 3D-Druck und autonome Mobilität. Die technologische Singularität könnte eintreten. Die PDP-11, ein in den 1970er-Jahren entwickelter Computer, wird in Kernkraftwerken von General Electric noch verwendet. Das soll bis 2050 so bleiben. Die Technikfolgenabschätzung beschäftigt sich infolgedessen mit den z. B. gesellschaftlichen Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts.

Wirtschaft Der Afro soll im Jahr 2028 in fast ganz Afrika eingeführt werden. Die Prekarisierung von Arbeit (in Industriestaaten) wird sich wahrscheinlich durch neuere Faktoren, wie die Scheinselbstständigkeit, die Arbeit auf Abruf und das Job-Sharing, ausweiten. Eine Automatisierung (durch Robotik und KI) der Arbeitswelt bei routine- und wissensintensiven Arbeiten könnte die Menschheit mehr Arbeitsplätze kosten, als der Wandel erbringt. Einer Studie der Oxford-Universität zufolge sind von 700 Berufen 47 % sehr wahrscheinlich von Computern ersetzbar.Christin Löchel: Der neue Fischer Weltalmanach 2019, Band 60. Originalausgabe. Fischer Taschenbuch, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-72019-4, S. 736. Laut dem Weltwirtschaftsforum werden 65 % der heutigen (2018) Grundschüler später bisher noch unbekannte Berufe ausüben.

Gesellschaft 60 % der Weltbevölkerung werden um 2030 in Megastädten oder Stadtlandschaften leben. 2050 werden es laut der UN 70 % sein. Um 2050 wird jeder vierte Mensch in Afrika leben, sofern der bisherige Trend anhält. Afrikanische Staaten, wie Angola, Niger und Tansania, könnten ihre Bevölkerung bis Ende des Jahrhunderts verfünffachen. In einigen mittel- und osteuropäischen Ländern (Polen, Litauen, Ukraine, …) werden schon bis 2050 die Einwohnerzahlen um etwa 15 % sinken. Die weltweit durchschnittliche Lebenserwartung soll bis 2100 auf 82,6 Jahren ansteigen (aktuell bei Geburt: 71,9 Jahre). Haupteinwanderungsländer für Migration können laut UN bis 2050 die USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Australien und Russland sein. Aufgrund des demografischen Wandels sind 25 % der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 über 60 Jahre alt.

Religion Der Islam wird ab 2075 die Weltreligion mit den wahrscheinlich meisten Anhängern sein.

Fauna Fünf der sieben Arten der großen Menschenaffen werden voraussichtlich aussterben (beide Gorilla-Arten und die drei Orang-Utan-Arten). Weniger gefährdet sind Schimpansen und Bonobos. Die genetische Vielfalt der Nutztiere sinkt. Von 8800 bekannten Zuchtrassen sind 17 % vom Aussterben bedroht und 7 % sind ausgestorben. Umfang und Ausmaß der Bedrohungen von Bestäubern werden diskutiert (Bienensterben).

Ereignisse/Entwicklungen Politik Mit Stand vom Januar 2025 steht die Weltuntergangsuhr des Bulletin of the Atomic Scientists auf 90 Sekunden vor Mitternacht. Als erstes Land weltweit führen die Niederlande am 1. April 2001 ein Gesetz ein, welches die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Weitere Staaten ziehen nach, u. a. Deutschland am 1. Oktober 2017. Am 11. September 2001 werden durch islamistische Terroranschläge beide Türme des World Trade Centers in New York City zerstört und das Pentagon in Washington, D.C. schwer beschädigt. Als Reaktion darauf rufen die USA einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus aus und fordern eine internationale Allianz gegen den Terrorismus. Schlagwörter wie „Das alte Europa“, „Die Achse des Bösen“, „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ und „Präventivschlag“ begleiten die Politik des US-Präsidenten George W. Bush. In vielen westlichen Ländern werden schärfere Sicherheitsbestimmungen als Schutz gegen Terrorismus erlassen. Datenschützer und Bürgerrechtler drücken ihre Besorgnis darüber aus. Die Taliban, von den USA einst unterstützte Glaubenskrieger in Afghanistan, werden zum ersten Ziel der Vereinigten Staaten. In einem Blitzkrieg wird das Land eingenommen und der neue Präsident Hamid Karzai tritt sein Amt an. Am 28. September 2001 wird der Ausschuss zur Bekämpfung des Terrorismus als Nebenorgan des UN-Sicherheitsausschusses gegründet. Osttimor wird am 20. Mai 2002 nach drei Jahren UN-Verwaltung in die Unabhängigkeit entlassen. Der internationale Strafgerichtshof nimmt am 1. Juli 2002 seine Tätigkeiten gegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen auf. Begleitet von weltweiten Protesten in unterschiedlichsten Ländern beginnt am 20. März 2003 der Irakkrieg. Saddam Hussein flieht, wird erst am 13. Dezember 2003 gefangen genommen und am 30. Dezember 2006 nach einem langen Prozess durch den Strang hingerichtet. Es entstehen Spannungen innerhalb der EU durch die Teilnahme einiger Mitgliedsstaaten an diesem Krieg. In den folgenden Jahren (Stand Ende Nov. 2006) destabilisiert sich die Situation zwischen Sunniten und Schiiten zusehends zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Am 11. März 2004 werden durch Terroranschläge in Spaniens Hauptstadt Madrid (Madrider Zuganschläge) 191 Menschen getötet und mehr als 1500 verletzt. Angriffsziele der islamischen Terroristen, die zehn Bomben in Reisetaschen versteckten, waren vier Züge in den Vororten von Madrid. Bei einem späteren Polizeieinsatz sprengen sich sieben Verdächtige in ihrem Appartement in die Luft. Die damalige spanische Regierung unter José María Aznar macht voreilig die ETA verantwortlich. NATO-Osterweiterung – Am 29. März 2004 treten sieben osteuropäische Staaten der NATO bei. Am 1. Mai 2004 erfolgt die Osterweiterung der Europäischen Union um zehn neue Mitglieder. Dies war die fünfte und bisher größte Erweiterung der Europäischen Union. Am 7. Juli 2005 wird die Innenstadt Londons durch vier Anschläge erschüttert. Drei der Sprengsätze wurden in der U-Bahn und einer in einem Doppelstockbus der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs gezündet. Im Oktober und November 2005 kommt es zu gewalttätigen Unruhen in Frankreich. Der Menschenrechtsrat der UN wird am 15. März 2006 als Nachfolger der Menschenrechtskommission gegründet. Montenegro erklärt am 3. Juni 2006 nach einer Volksabstimmung seine Unabhängigkeit von Serbien. Libanonkrieg 2006 – Am 12. Juni 2006 bricht ein neuer Krieg im Nahen Osten aus. Nach der Entführung zweier israelischer Soldaten durch Hisbollah-Milizionäre reagiert Israel mit Luftangriffen und später mit dem Einmarsch in den Süden des Libanon. Tausende Hisbollah-Raketen werden auf Nordisrael abgefeuert. Am 1. Januar 2007 erfolgt Teil II der Osterweiterung der Europäischen Union, indem Bulgarien und Rumänien der EU beitreten. Der Kosovo erklärt am 17. Februar 2008 einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien. Kaukasuskrieg 2008 – Am 7. August 2008 eskaliert der Konflikt zwischen Georgien und Russland um die autonomen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien im Kaukasus. Die beiden Provinzen streben nach Unabhängigkeit von Georgien und nach Eingliederung in die Russische Föderation und werden dabei von Russland unterstützt. Operation Gegossenes Blei – Israel geht mit Luftangriffen im Gazastreifen gegen die Terrororganisation Hamas vor, die zuvor Israel mit Raketen beschossen hatte. Barack Obama wird am 20. Januar 2009 der erste afroamerikanische Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika NATO-Osterweiterung – Am 1. April 2009 treten Albanien und Kroatien der NATO bei, die nun 28 Mitgliedstaaten umfasst. Bei einem Flugunfall von Smolensk 2010 am 10. April 2010 sterben der polnische Präsident Lech Kaczyński mit seiner Frau und 94 weitere polnische Politiker, Militärs und Würdenträger. Die Delegation war auf dem Weg zur Gedenkfeier des 70. Jahrestags des Massakers von Katyn. In der Volksrepublik China findet 2010 die bisher umfangreichste Volkszählung statt. In der Arabischen Welt findet 2011 ein politischer Umbruch, der sogenannte Arabische Frühling, statt. Der Südsudan erklärt am 9. Juli 2011 nach einer Volksabstimmung seine Unabhängigkeit vom Sudan. Am 1. Juli 2013 tritt Kroatien der Europäischen Union bei und wird dadurch der 28. EU-Mitgliedstaat. 2014 kommt es zu einer Revolution in der Ukraine, worauf Russland die Krim annektiert und einen Krieg im Osten des Landes entfacht. Die Annexion der Krim und die Eskalation im Donbass markieren den Beginn des umfassenden Russisch-Ukrainischen Krieges. Diese Ereignisse führen zu einer angespannten Lage zwischen der NATO und Russland. In der Volksrepublik China wird am 14. Juni 2014 per Staatsrat das Sozialkredit-System beschlossen. Sozialverhalten und staatsbürgerliche Rolle der Bevölkerung z. B. werden so mit einem Online-Ratingsystem über ein Punktekonto belohnt oder bestraft. Im Juli 2014 nutzt die Terrororganisation Islamischer Staat die politischen Unruhen des Arabischen Frühlings, des Irakkriegs und des Bürgerkriegs in Syrien und ruft auf Teilen des Gebiets des Iraks und Syriens, die sie unter Kontrolle hat, ein Kalifat aus. Am 3. August 2014 beginnt der Islamische Staat (IS) mit einem Völkermord an den Jesiden. Aufgrund verschiedener Bürgerkriege und anderer Konflikte erreicht 2015 eine sogenannte Flüchtlingswelle Europa. Am 13. November 2015 wurden durch Terroranschläge in Paris 130 Menschen getötet. Es ist der größte Terroranschlag des IS in Europa. Durch die Terroranschläge des IS am 22. März 2016 in Brüssel starben 35 Menschen. Zusätzlich gab es 300 Verletzte. Zielorte waren der U-Bahnhof Maalbeek und der Flughafen Brüssel-Zaventem. Durch das EU-Mitgliedschaftsreferendum am 23. Juni 2016 wurde der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU beschlossen. Am 22. Mai 2017 wurden beim Terroranschlag in Manchester auf ein Konzert der Sängerin Ariana Grande 23 Menschen getötet und 116 Personen verletzt. Der russische Doppelagent Sergei Wiktorowitsch Skripal wurde am 4. März 2018 mit seiner Tochter durch ein Nervengift der Nowitschok-Reihe vergiftet und bewusstlos in der englischen Stadt Salisbury aufgefunden. Am 27. April 2018 trafen sich Kim Jong-un und Südkoreas Präsident Moon Jae-in in Panmunjeom innerhalb der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Beide traten jeweils über die Landesgrenze des anderen Partners und Kim Jong-un gab ein Versprechen zur Denuklearisierung Nordkoreas ab. Rechtspopulismus und Nationalismus diverser Parteien Europas und den USA sind z. B. durch u. a. stärkere Medienresonanz stark ins öffentliche Interesse gerückt und konnten Stimmenzuwächse in Wahlen erzielen, besonders von Protestwählern. Soziale Probleme einer Gesellschaft sind Anonymität, Vereinsamung (besonders unter alten Menschen; allgemein verstärkt) und die steigende Ungleichheit zwischen vermögensarmen Bevölkerungsschichten und solchen mit hohem Vermögen. Die übermäßige Nutzung von sozialen Netzwerken kann Depressionen auslösen und den Selbstwert schädigen oder Selbstinszenierung fördern. Am 31. Januar 2020: Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union.