250px|Jahr 1989Jahr 1989. 250px|Fall der Berliner MauerMit dem Fall der Berliner Mauer erlangen die DDR-Bürger Reisefreiheit.250pxDie Sowjetischen Truppen werden aus Afghanistan abgezogen. Das Jahr 1989 stand maßgeblich unter dem Einfluss der politischen Umwälzungen in den europäischen Ostblockstaaten, welche durch wachsenden Protest der Bevölkerung hervorgerufen wurden. Mit den ersten demokratischen Parlamentswahlen in Polen, dem Abbau der Grenzanlagen Ungarns zu Österreich ab Mai, der Grenzbefestigungen der Tschechoslowakei im Dezember und dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 kam es zur Öffnung des Eisernen Vorhangs. Dies leitete das Ende des Kalten Krieges ein und markierte das Ende des „kurzen 20. Jahrhunderts“. In China löste dagegen das Militär am 3. und 4. Juni 1989 die monatelange Besetzung des Platzes des himmlischen Friedens mit dem Tian’anmen-Massaker gewaltsam auf und unterband die Bestrebungen von Studenten nach weitergehender Öffnung der Gesellschaft und Demokratie.
Die Sowjetunion zog indessen ihre Truppen aus Afghanistan zurück; damit endete der zehn Jahre lang andauernde Sowjetisch-Afghanische Krieg. Im Januar 1989 trat George H. W. Bush das Amt des 41. Präsidenten der Vereinigten Staaten an. Bundespräsident Richard von Weizsäcker wurde am 23. Mai 1989 im Amt bestätigt.
Jahreswidmungen
Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland) Die Stieleiche (Quercus robur) ist Baum des Jahres (Kuratorium Baum des Jahres/Deutschland) Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Januar 1. Januar: Jean-Pascal Delamuraz wird Bundespräsident der Schweiz. 1. Januar: Durch einen Bericht von Michael R. Gordon in der New York Times wird die Beteiligung der Unternehmen Imhausen-Chemie und Salzgitter AG an einer Chemiewaffenfabrik in Rabta, Libyen bekannt. 1. Januar: Das von den USA und Kanada geschlossene Freihandelsabkommen Canada–United States Free Trade Agreement tritt in Kraft. 1. Januar: Das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen tritt in Kraft. 2. Januar: Ranasinghe Premadasa wird neuer Staatspräsident von Sri Lanka. 10. Januar: Der Kubanische Militäreinsatz in Angola mündet nach dreizehnjähriger Präsenz in einen beginnenden gestaffelten Truppenabzug aus Angola. 17. Januar: Beim Stockton-Massaker werden fünf Schüler einer Grundschule in Stockton (Kalifornien) bei einem Amoklauf getötet und dreißig verletzt. Der Fall führte zu Änderungen im Waffenrecht. mini|links|George H. W. Bush 20. Januar: Amtseinführung von George H. W. Bush als 41. US-Präsident. Er folgt Ronald Reagan, der nach zwei Amtszeiten nicht wiedergewählt werden konnte. 21. Januar: in der Volksrepublik Ungarn verzichtet die Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei auf ihre Führungsrolle. 29. Januar: Die Wahl zum West-Berliner Abgeordnetenhaus endet sensationell: Die CDU/FDP-Koalition (Senat Diepgen IV) unter Eberhard Diepgen verliert ihre Mehrheit, die FDP scheitert mit 3,9 % an der 5-%-Hürde, die CDU erhält 8,7 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 1985, die 1983 gegründete Partei Die Republikaner zieht erstmals in ein westdeutsches Landesparlament ein.
Februar mini|Union des Arabischen Maghreb (dunkelgrün), Arabischer Kooperationsrat (rot) und (geplante) Erweiterungen
2. Februar: Ergebnislos gehen die Wiener MBFR-Verhandlungen über eine Truppenreduzierung in Europa nach 16-jähriger Dauer zu Ende. 3. Februar: Umsturz in Paraguay, Absetzung des Diktators Alfredo Stroessner (danach bis zu seinem Tod im Exil in Brasilien). 6. Februar: Erstes Treffen am Runden Tisch in Warschau. Die Kommunisten geben Macht ab. 14. Februar: Durch eine Fatwa abgesichert ruft der iranische Revolutionsführer Ruhollah Chomeini zur Tötung des Schriftstellers Salman Rushdie auf. Sein Buch Die satanischen Verse richte sich gegen den Islam, den Propheten und den Koran. 15. Februar: Der im Mai 1988 begonnene sowjetische Truppenrückzug aus Afghanistan ist abgeschlossen. Damit endet die am 25. Dezember 1979 begonnene sowjetische Intervention in Afghanistan. 15. Februar: Die Parlamentswahl in Sri Lanka wird durch die regierende United National Party gewonnen. 16. Februar: In Bagdad gründen Irak, Jordanien, Ägypten und die Jemenitische Arabische Republik (Nordjemen) den Arabischen Kooperationsrat. Ziel des vor allem auf irakisches Betreiben gegründeten Bündnisses soll die Einheit, Solidarität und Stärkung der arabischen Nation sein. Trotz einiger Kooperationsabkommen und weiterer Abkommenentwürfe entsteht nur eine Art Freihandelszone. 17. Februar: In Marrakesch gründen Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien die Union des Arabischen Maghreb. Der Zusammenschluss bezweckt das Anstreben einer Wirtschaftsunion und eine einheitliche Politik in Belangen Nordafrikas. 24. Februar: Staatsgäste aus 163 Ländern nehmen an der Bestattung des japanischen Kaisers Hirohito teil. Dieser hatte von 1926 bis zu seinem Tod regiert.
März 9. März: In Wien beginnen Abrüstungsverhandlungen in Europa, an deren Ende der im Jahr 1992 wirksam werdende Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa stehen wird. 12. März: Landtagswahlen in den österreichischen Bundesländern Kärnten, Tirol und Salzburg bringen für die regierenden Parteien SPÖ und ÖVP deutliche Verluste; die rechtsgerichtete FPÖ unter ihrem Parteiobmann Jörg Haider erhält deutlich mehr Stimmen als bei der jeweiligen Wahl zuvor. 12. März: Kommunalwahl in Hessen bestätigen den Trend: herbe Verluste für CDU und FDP, Stagnation bei SPD und Grünen, deutliche Hinzugewinne für die rechtsradikalen Parteien NPD und Republikaner 13. März: Ein geomagnetischer Sturm legt die Stromversorgung in der kanadischen Provinz Québec lahm. 13. März: Eine unterirdische Sprengung im DDR-Kalirevier Merkers verursacht einen Gebirgsschlag. In der Gemeinde Völkershausen werden fast 80 % der 360 Wohnhäuser im Ort und fast alle historischen Gebäude beschädigt (Gebirgsschlag Völkershausen) 16. März: Das Abgeordnetenhaus von Berlin wählt mit den Stimmen von SPD und Alternativer Liste den Sozialdemokraten Walter Momper zum Regierenden Bürgermeister von West-Berlin. 26. März: Wahl der obersten Volksversammlung in Laos 26. März: Erstmals dürfen die Bürger der Sowjetunion ihre Vertreter im Volksdeputiertenkongress frei wählen. 28. März: Serbien beendet die Autonomie des Kosovo und der Vojvodina.
April 2. April: Wahl von Zine el-Abidine Ben Ali als Staatspräsident in Tunesien 5. April: Wiederzulassung der Solidarność in Polen 9. April: Massaker vor dem Parlamentsgebäude in Tiflis, Georgische Sowjetrepublik
Mai 2. Mai: Ungarn beginnt, marode Zäune an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn abzubauen. 7. Mai Kommunalwahlen in der DDR. Oppositionelle stellten zahlreiche Wahlmanipulationen fest. 9. Mai: Slobodan Milošević wird Präsident von Serbien. 23. Mai: Die Bundesversammlung wählt Richard von Weizsäcker zur zweiten Amtszeit als Bundespräsident.
Juni mini|Tadeusz Mazowiecki (1989)
3. Juni: Tod von Ajatollah Ruhollah Chomeini im Iran. Ajatollah Ali Chamenei rückt an seine Stelle. 3. Juni: Mit zirka 18.000 Fahrzeugen demonstrieren Berliner gegen das vom rot-grünen Senat unter Walter Momper (SPD) verordnete Tempolimit 100 auf der AVUS und sammeln über 100.000 Unterschriften. Die AVUS war die einzige limitfreie Autobahn innerhalb West-Berlins. 4. Juni: Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking, China 4. Juni: Bei den ersten demokratischen Parlamentswahlen in Polen gewinnt das „Bürgerkomitee“ und Tadeusz Mazowiecki (Solidarność) wird designierter erster nicht-kommunistischer Ministerpräsident. Mit dieser Wahl beginnt die politische Wende im Ostblock. 6. Juni: Ajatollah Ali Chamenei wird Staatsoberhaupt im Iran auf unbestimmte Zeit. 6. Juni: Zu chaotischen Zuständen kommt es in Teheran bei den Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Ruhollah Chomeini. Fünf Millionen Menschen sind auf den Straßen der iranischen Hauptstadt. 11. Juni: France-Albert René wird als Staatspräsident der Seychellen in seinem Amt bestätigt. 12. und 13. Juni: Staatsbesuch des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow in Bonn, der damaligen Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl unterzeichnen eine Gemeinsame Erklärung.Gemeinsame Erklärung (PDF; 52 kB) 18. Juni: zweite Runde der teilweise freien Parlamentswahlen in Polen. Das „Bürgerkomitee Solidarność“ gewinnt alle 161 der in freier Wahl vergebenen Sitze im Sejm und 99 von 100 Sitzen im neuerrichteten Senat. 18. Juni: Bei der Europawahl in Deutschland erhält die rechtspopulistische Kleinpartei Die Republikaner 7,1 Prozent der Stimmen und zieht mit sechs Abgeordneten in das Europaparlament ein. 19. Juni: Anschlag der Provisional Irish Republican Army auf die Quebec Barracks der britischen Streitkräfte in Osnabrück. 23. Juni: Wiederzulassung Ägyptens zur Arabischen Liga 27. Juni: Der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock schneiden an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn symbolisch mit Bolzenschneidern einen Signalzaun durch. Die symbolträchtigen Fotos gehen um die Welt.2. Mai 1989: Beginn des Abbaus der Grenzanlagen zwischen Ungarn und ÖsterreichAlois Mock – Europäische Sternstunden (ORF, 43 min) 30. Juni: Umar al-Baschir wird nach einem unblutigen Militärputsch Präsident der Republik Sudan.
Juli 9. Juli: Carlos Menem wird Präsident von Argentinien. 17. Juli: Österreich beantragt die Aufnahme in die EG. 19. Juli: Der bisherige Staatsratsvorsitzende Wojciech Jaruzelski wird mit einer Stimme Mehrheit zum polnischen Staatspräsidenten gewählt. Die Opposition hat ihn in einer Kompromisslösung akzeptiert. 20. Juli: Die Militärregierung Myanmars stellt die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi erstmals unter Hausarrest.
August 6. August: Jaime Paz Zamora wird Präsident Boliviens. 19. August: „Paneuropäisches Picknick“ an der ungarischen Grenze zu Österreich bei Sopron, kurzzeitig wird ein Grenztor geöffnet, dabei können zirka 700 DDR-Bürger fliehen. 23. August: am 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes bilden über eine Million Menschen eine über 600 km lange Menschenkette, um für die Unabhängigkeit der baltischen Staaten zu demonstrieren. Die Kette verbindet die Hauptstädte Tallinn, Riga und Vilnius. 24. August: Wojciech Jaruzelski wird erster Staatspräsident Polens und Tadeusz Mazowiecki Ministerpräsident. 25. August: Deutsch-ungarisches Geheimtreffen auf Schloss Gymnich bei Bonn auf Initiative des ungarischen Ministerpräsidenten Miklós Németh. Németh, sein Außenminister Gyula Horn und Botschafter Horváth treffen Bundeskanzler Helmut Kohl, seinen Berater Horst Teltschik und Außenminister Hans-Dietrich Genscher.mdr.de: Das Geheimtreffen auf Schloss Gymnichbundesregierung.de: Geheimtreffen auf Schloss Gymnich 31. August: Dschibuti wird Mitglied in der UNESCO.
September 2. September: in Kapstadt (Südafrika) schlagen Polizeikräfte die Demonstration Purple Rain Protest nieder. 4. September: Erste Montagsdemonstration in Leipzig. 11. September: Ungarn öffnet seine Grenze zu Österreich, Deutsche aus der DDR gelangen hier in den Westen. 23. September: Souveränitätserklärung Aserbaidschans. 26. September: Aus Kambodscha ziehen sich die letzten vietnamesischen Truppen zurück. 30. September: Hans-Dietrich Genscher verkündet vom Balkon der Prager Botschaft die Ausreisegenehmigung für alle DDR-Flüchtlinge, die in die Botschaft geflüchtet sind. 30. September: Die Konföderation Senegambia geht zu Ende. Gambia verweigert sich dem Drängen Senegals auf Vereinigung beider Staaten.
Oktober mini|40. Jahrestag der DDR mini|Sondermarke 40 Jahre DDR
1. Oktober: Erste Sonderzüge mit DDR-Flüchtlingen aus der Deutschen Botschaft in Prag von Prag über das Gebiet der DDR nach Hof in Bayern.