zentriert|350px|Berlin, zerstörtes Varieté „Wintergarten“ Berlin, zerstörtes Varieté Wintergarten zentriert|350px|Das zerstörte Hiroshima, mit einer Signatur von Paul Tibbet Das von einer Atombombe zerstörte Hiroshima, mit einer Signatur von Paul Tibbets, Pilot der Enola Gay
Das Jahr 1945 markiert die später so genannte Stunde Null, das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit den Beginn der Nachkriegszeit.
In Europa wird die Wehrmacht an der Ostfront von der Roten Armee in ihrer Winteroffensive an die Oder zurückgedrängt, während mit der Ardennenoffensive ein letzter Vorstoß gegen die Alliierten an der Westfront scheitert und die deutschen Städte im Bombenkrieg zerstört werden.
Im Februar diskutieren Roosevelt, Churchill und Stalin auf der Konferenz von Jalta die Nachkriegsordnung. An der Westfront gelingt den Alliierten Ende März die Überschreitung des Rheins als letzte Barriere vor der Besetzung Deutschlands. Ende April marschiert die Rote Armee in Berlin ein. Adolf Hitler begeht am 30. April im Führerbunker Suizid, die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht tritt am 8. Mai um 23:01 Uhr MEZ in Kraft.
Deutschland und Österreich werden in Besatzungszonen eingeteilt, am 5. Juni übernehmen die Alliierten in der Berliner Erklärung formal die Regierungsgewalt in Deutschland. Am 20. November beginnt der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher.
In Asien werden die Japaner im Pazifikkrieg von den US-Streitkräften Insel für Insel an die japanischen Hauptinseln zurückgedrängt, halten jedoch unter anderem in China (siehe Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg) noch weite Gebiete. Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August und dem Eintritt der Sowjetunion in den Krieg gegen Japan (8. August) leitet die erste öffentliche Ansprache des Kaisers an die Bevölkerung die Kapitulation ein (15. August). Die Kapitulationszeremonie am 2. September an Deck des amerikanischen Schlachtschiffes USS Missouri beendet den Zweiten Weltkrieg.
Die Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen am 26. Juni und das Potsdamer Abkommen vom 2. August bilden den Rahmen der politischen Weltordnung der kommenden Jahrzehnte, geprägt vom Kalten Krieg.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Zweiter Weltkrieg
Politische und diplomatische Entwicklungen
1. Januar: Das im Vorjahr gegründete Lubliner Komitee unter dem Vorsitz von Edward Osóbka-Morawski wird mit sowjetischer Unterstützung in die Provisorische Regierung der Volksrepublik Polen umgebildet. Die Polnische Exilregierung in London unter Tomasz Arciszewski verliert die Unterstützung der Westalliierten. 16. Januar: Adolf Hitler zieht sich dauerhaft in den Führerbunker unter der Reichskanzlei zurück. 20. Januar: Die ungarische Regierung unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Béla Miklós bietet den Alliierten die Kapitulation an und erklärt sich bereit, gegen die Deutschen zu kämpfen, die den Westen des Landes besetzt halten. 20. Januar: Franklin D. Roosevelt wird für eine vierte Amtszeit als US-Präsident vereidigt. 30. Januar bis 2. Februar: Die Konferenz von Malta findet statt. 3. Februar: Die Sowjetunion erklärt sich bereit, nach der deutschen Niederlage Japan den Krieg zu erklären.
4. bis 11. Februar: Auf der Jalta-Konferenz legen Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin die Grundzüge der Nachkriegsordnung für Europa fest. 10. Februar: Prinz Ernst Heinrich von Sachsen vergräbt mit zwei Söhnen und einem Revierförster den Schatz der Sachsen in der Nähe von Schloss Moritzburg, bevor er nach Sigmaringen flüchtet. 12. Februar: Abschluss des Abkommens von Varkiza, das die Entwaffnung und Demobilisierung der Griechischen Volksbefreiungsarmee ELAS vorsieht. 15. Februar: Eine Verordnung des deutschen Reichsjustizministers Otto Georg Thierack führt zum Bilden von Standgerichten in „feindbedrohten Reichsverteidigungsbezirken“, die Zivil- wie Militärpersonen verurteilen dürfen. 24. Februar: Das Königreich Ägypten unter Faruq erklärt Deutschland und Japan den Krieg. 3. März: Finnland erklärt den Achsenmächten den Krieg. 7. März: Geschichte Jugoslawiens: Die neu vereinte Regierung des Demokratischen Föderativen Jugoslawien, die aus der Fusion des AVNOJ und der jugoslawische Exilregierung in London entstand, nimmt ihre Arbeit auf. Die jugoslawische Exilregierung löst sich auf. 19. März: Nerobefehl: Hitler ordnet an, alle Verkehrs-, Nachrichten- und Industrieanlagen, die in die Hand der Alliierten fallen könnten, zu zerstören.
12. April: Nach dem Tod von Präsident Franklin D. Roosevelt wird Harry S. Truman als 33. Präsident der USA vereidigt. 16. bis 19. April: Schlacht um die Seelower Höhen. Damit beginnt die Schlacht um Berlin. 25. April: Elbe Day, in Torgau feiern sowjetische und US-amerikanische Soldaten das erstmalige Zusammentreffen ihrer Kampfverbände auf reichsdeutschem Boden. 27. April: Die provisorischen Staatsregierung unter Karl Renner proklamiert die Österreichische Unabhängigkeitserklärung. 30. April: Die Rote Armee hisst die sowjetische Fahne auf dem Reichstagsgebäude. Adolf Hitler, der Diktator des Dritten Reiches, begeht mit Eva Braun Suizid. In seinem politischen Testament ernennt er Joseph Goebbels zu seinem Nachfolger als Reichskanzler. 1. Mai: Goebbels ersucht die Sowjetunion um einen Waffenstillstand. Josef Stalin beharrt jedoch auf einer bedingungslosen Kapitulation. Joseph und Magda Goebbels ermorden daraufhin mit Unterstützung von Helmut Kunz und Ludwig Stumpfegger ihre sechs Kinder und begehen ebenfalls Suizid. 2. Mai: Die am 29. April im Auftrag des Generaloberst Heinrich von Vietinghoff und des Höchsten SS- und Polizeiführers in Italien, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Wolff von zwei Beauftragten (Oberstleutnant Hans Lothar von Schweinitz und SS-Sturmbannführer Eugen Wenner) in Caserta vor dem britischen Feldmarschall Harold Alexander unterzeichnete Teilkapitulation der deutschen Streitkräfte in Italien tritt in Kraft. 2. Mai: General Helmuth Weidling unterzeichnet die Kapitulation Berlins. 2. Mai: Karl Dönitz fungiert nach dem Tod Hitlers als deutscher Reichspräsident in Schleswig-Holstein und übernimmt als Vorsitzender der Regierung Dönitz Machtbefugnisse. Er beauftragt Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, eine geschäftsführende Reichsregierung zu bilden. 3. Mai: Das Kabinett Schwerin von Krosigk konstituiert sich in Flensburg im Sonderbereich Mürwik als geschäftsführende Reichsregierung im Deutschen Reich. Zahlreiche hochrangige Nazis wie Heinrich Himmler und Joachim von Ribbentrop setzen sich über die Rattenlinie Nord nach Flensburg ab.
4. Mai (18:30 Uhr): Auf dem Timeloberg am Ortsrand von Wendisch Evern wird die Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande unterzeichnet: Das bedeutet das faktische Ende aller Kampfhandlungen im weitaus größten Teil jenes Territoriums, das zu diesem Zeitpunkt noch von deutschen Truppen gehalten wird. Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg kapituliert mit Einverständnis der Regierung Dönitz vor Feldmarschall Montgomery. Das Ansinnen des Oberkommandos der Wehrmacht, nur vor den Westalliierten zu kapitulieren und im Osten weiterzukämpfen, wird von SHAEF-Kommandeur Dwight D. Eisenhower zurückgewiesen. 4. Mai: Karl Scharnagl wird von der amerikanischen Besatzungsmacht als Oberbürgermeister von München eingesetzt. Am selben Tag wird Konrad Adenauer zum Kölner Oberbürgermeister ernannt. 5. Mai: Mit dem Inkrafttreten der Kapitulation vom Timeloberg endet die Besetzung Dänemarks durch die Wehrmacht des Deutschen Reiches. In den Niederlanden ist es der Tag der Befreiung: Der kanadische General Charles Foulkes und der deutsche Oberbefehlshaber Johannes Blaskowitz verhandeln im Beisein von Prinz Bernhard als Kommandant der inländischen Streitkräfte in den Ruinen des weitgehend zerbombten Hotel de Wereld in Wageningen hinsichtlich der Kapitulation der deutschen Truppen in den Niederlanden. 6. Mai: Der von Kurt Schumacher initiierte Ortsverein Hannover der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wird ins Leben gerufen und ist erste Keimzelle für den Wiederaufbau der SPD.
mini|Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht am 7. Mai 1945 in Reims 7. Mai: Um 2.41 Uhr unterzeichnet Generaloberst Alfred Jodl im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Nordwest- und Mitteleuropa in Reims die Gesamtkapitulation aller Verbände der Wehrmacht des Deutschen Reiches. Dies führt am 8./9. zum Ende des Kriegs in Europa. Daraufhin wird vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) in Berlin ein Dokument unterzeichnet, das die Ratifizierung dieser Erklärung bedeutet. 8. Mai: Hugo Blaschke, der Leibzahnarzt Hitlers, identifiziert in einem medizinischen Institut auf Veranlassung der sowjetischen Militärführung die verbrannten Leichen von Adolf Hitler und Eva Braun u. a. anhand der erhaltenen Gebisse. 8./9. Mai: Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und aller Teilstreitkräfte erfolgt durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel für das OKW und das Heer, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg für die Kriegsmarine und Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff für die Luftwaffe.Militärische Kapitulationsurkunde auf documentArchiv.de. 9. Mai: Um 0:01 Uhr tritt die Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft und wird im Auftrag von Dönitz durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in Berlin-Karlshorst ratifiziert. Der Reichssender Flensburg strahlt den letzten Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) aus.
mini|links|Terje Rollem übernimmt nach der Kapitulation die Festung Akershus vom deutschen Kommandanten 11. Mai: Fähnrich Terje Rollem, Mitglied der Widerstandsgruppe Milorg, nimmt vom deutschen Kommandanten Major Wilhelm Nichterlein offiziell die Festung Akershus in Oslo entgegen. Damit endet die Besatzung Norwegens durch deutsche Wehrmachttruppen. 4. September: Der Wettertrupp Haudegen auf der arktischen norwegischen Inselgruppe Spitzbergen kapituliert als letzte Einheit der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Deutsch-Sowjetischer Krieg/Balkan
mini|Verlauf der Operationen vom 12. Januar bis 30. März 1945 12. Januar: Die Rote Armee beginnt die Weichsel-Oder-Operation als Großoffensive von den Weichsel-Brückenköpfen aus. Bereits zwei Wochen später steht sie vor Breslau und Frankfurt (Oder) und beendet damit die Deutsche Besetzung Polens. 13. Januar: Die Schlacht um Ostpreußen, die blutigste und längste Schlacht des Jahres, beginnt. 17. Januar: Die Rote Armee zieht in Warschau ein. 17. Januar: Der sowjetische Vize-Verteidigungsminister Nikolai Bulganin ordnet die Verhaftung des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg an, der Tausende von ungarischen Juden vor der Deportation bewahrt hat. 18. Januar: Das Budapester Ghetto in Pest wird von der Roten Armee befreit. 68.000 Personen überlebten die Internierung; ca. 3000 Tote werden gefunden, die meisten von ihnen in Massengräbern. 19. Januar: Die Rote Armee erobert die polnische Stadt Łódź und befreit das Ghetto Litzmannstadt, in dem nur noch rund 1000 der ursprünglich etwa 160.000 Bewohner leben. Leopold Okulicki löst die polnische Heimatarmee nach der vollständigen Besetzung Polens durch die Sowjetunion offiziell auf. Dennoch wird er vom NKWD bald darauf in eine Falle gelockt und verhaftet. 20. Januar: Der Roten Armee gelingt die Eroberung Tilsits. 25. Januar: Mit einem Vorstoß der Roten Armee zur Ostsee wird der Großteil Ostpreußens vom Deutschen Reich abgeschnitten. Am nächsten Tag beginnt die Kesselschlacht von Heiligenbeil.
mini|Befreite Häftlinge, Auschwitz-Birkenau, 1945 mini|links|Foto vom Torhaus des KZ Auschwitz-Birkenau, Aufnahme kurz nach der Befreiung 1945. Aufnahme Stanisław Mucha