Burbach ist eine Gemeinde im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.
Geografie mini|Lage des Ortes Burbach innerhalb der Gemeinde Burbach. mini|Gliederung Die Gemeinde Burbach liegt im Siegerland zwischen den nordöstlichen Ausläufern des Westerwalds und den südöstlichen des Rothaargebirges. Sie liegt westlich der Höh im Tal der Heller, die einen östlichen Zufluss der Sieg darstellt. Die Gemeinde Burbach ist die südlichste in Westfalen. Zu den Bergen gehören zum Beispiel Walkersdorfer Berg mit Die Burg mit oder Simberg mit Höhe.
Nachbargemeinden im Kreis Siegen-Wittgenstein: Wilnsdorf und Neunkirchen im Lahn-Dill-Kreis: Haiger und Breitscheid im Westerwaldkreis: Liebenscheid und Stein-Neukirch im Landkreis Altenkirchen (Westerwald): Emmerzhausen und Daaden
Gemeindegliederung Die Gemeinde Burbach besteht aus den Ortsteilen des „Oberen Freien Grundes“: Burbach, Wahlbach, Würgendorf, Gilsbach Lippe
sowie aus den Dörfern des Hickengrundes: Holzhausen, Lützeln Niederdresselndorf und Oberdresselndorf.
Geschichte mini|hochkant=1.5|Burbach von Nordwesten gesehen.
Ca. 500–400 v. Chr. entdeckten keltisch-germanische Stämme das Eisenerz, bauten erste Schmelzöfen und erbauten die Wallburg auf dem Burgberg. Ab etwa 700 erfolgte die fränkische Besiedelung.
Die ersten Erwähnungen der Region gehen auf das 11. Jahrhundert zurück. Ein schriftliches Dokument bezeichnet am 28. April 1048 die Räume Burbach und Neunkirchen als „praedium virorum liberorum“, also als Gebiet der freien Männer, daher die Bezeichnung „Freier Grund“. Im 11. Jahrhundert wurde eine Kirche gebaut und aus dem Jahr 1219 stammt die erste schriftliche Erwähnung des Namens „Burbach“.Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 8, Nr. 7. 1367 erfolgte die Zerstörung der Snorrenburg auf dem Römer im Ortskern von Burbach. Die Doppelherrschaft von Nassau und Sayn entwickelt sich. Der erste urkundlich erwähnte nassauische Vogt in Burbach war 1467 Gerhard Buckinck. Nassau und Sayn begründeten 1478 ein gemeinsames Gericht in Burbach, das aber ständig umstritten blieb. 1530 wurde das Kirchspiel Burbach lutherisch und 1568 sammelte Wilhelm von Oranien seine Truppen auf der Ginsberger Heide. 1584 wurde das Kirchspiel Burbach reformiert. 1607 wurde der Hickengrund, bisher zum Gericht Haiger gehörig, der Vogtei Burbach unterstellt.
Im Dreißigjährigen Krieg musste die Vogtei Burbach Arbeitskräfte zum Ausbau der Dillenburger Schlossbefestigung stellen. 1743–1806 nassauische Regierung durch den oranischen Hof in Den Haag über die Verwaltung in Dillenburg. Am 4. Juli 1758 fielen im großen Brand von Burbach über 160 Gebäude in Schutt und Asche, die Alte Vogtei bleibt stehen. 1760 wanderten zahlreiche Familien nach Amerika aus. 1774 wurde das inzwischen baufällig gewordene Kirchenschiff abgebrochen. Zwei Jahre später erfolgte der erste Gottesdienst in der wiederaufgebauten, aber noch nicht ganz fertigen Kirche. 1780 wurde für die neue Kirche eine neue Orgel angeschafft. 1799 fand die Doppelherrschaft im Freien Grund durch Heirat ein Ende. Im selben Jahr am 3. Juli vernichtete ein Feuer 21 Wohnhäuser und zugehörige Höfe in Burbach.Zurückgeblättert..., Siegener Zeitung vom 30. Juli 2011, S. 43 1806 blieben der Freie Grund und der Hickengrund nassauisch, während der Rest des Siegerlandes Teil des Großherzogtums Berg wurde.
Am 26. Oktober 1816 erfolgte eine Inbesitznahme des Raumes Burbach durch Preußen als Folge des Wiener Kongress zur Neuordnung Europas nach der napoleonischen Zeit. Ein Jahr später als das übrige Siegerland kam Burbach zu Preußen und wurde zunächst von Koblenz aus regiert. 1817 wurde der Kreis Siegen innerhalb Westfalens gebildet. 1844 entstand das Amt Burbach aus den 30 Jahre früher gebildeten Bürgermeistereien Dresselndorf, Neunkirchen und Burbach. 1848 wurde das Amtsgericht und heutige Ärztehaus an der Jägerstraße gebaut.
1860 wurde eine Anbindung an die heutige B 277 gebaut. Am 1. Juli 1861 wurden die Bahnlinie Betzdorf-Burbach und am 12. Januar 1861 die Bahnlinie Burbach-Dillenburg aufgenommen. 1876 wurde die Freiwillige Feuerwehr Burbach gegründet und ab 1905 kam Elektrizität nach Burbach. Im gleichen Jahr wurde das heutige Rathaus bezogen. 1907 stellte die Peterszeche, das größte Bergwerk der Gemeinde, ihre Förderung ein. Während des Zweiten Weltkriegs erfolgten im Jahr 1944 Luftangriffe und am 29. März 1945 wurde Burbach von den Amerikanern eingenommen.
Durch die Gebietsreform im Siegerland entstand auf Grund des Zweiten Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Siegen am 1. Januar 1969 die Großgemeinde Burbach durch eine Zusammenfassung von den bis dahin selbständigen und dem Amt Burbach angehörigen Gemeinden Burbach, Gilsbach, Holzhausen, Lippe, Lützeln, Niederdresselndorf, Oberdresselndorf, Wahlbach und Würgendorf. 1976 wurde das Amtsgericht geschlossen. 1982 wurde die Alte Vogtei, das älteste Fachwerkhaus in Burbach, restauriert. Von 1983 bis 1989 erfolgte ein Aufbau und Einrichtung des Museums „Leben und Arbeiten in Burbach“ in der ehemaligen Zehntscheune der Vogtei. 1986 wurde das Bürgerhaus Burbach eingeweiht.
Zwischen 1994 und 1998 erfolgte der Erwerb des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Hauses Herbig durch den Heimatverein „Alte Vogtei“. Das Gebäude wurde denkmalgerecht restauriert. 1999 wurde die Umgehungsstraße durch die Leimkaute, nördlich der Dorfmitte von Burbach, gebaut.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Burbach Amtliche Einwohnerzahlen der Gemeinde Burbach seit ihrer GründungLandesdatenbank NRW
Jahr Einwohner 1969 13.044 1970 13.192 1971 13.456 1972 13.517 1973 13.561 1974 13.656 1975 13.617 1976 13.558 1977 13.370 1978 13.268 Jahr Einwohner 1979 13.382 1980 13.515 1981 13.330 1982 13.178 1983 13.186 1984 13.186 1985 13.168 1986 13.243 1987 13.422 1988 13.516 Jahr Einwohner 1989 13.780 1990 14.017 1991 14.299 1992 14.564 1993 14.674 1994 14.740 1995 14.807 1996 14.882 1997 14.799 1998 14.939 Jahr Einwohner 1999 14.962 2000 15.064 2001 15.076 2002 15.036 2003 14.985 2004 14.947 2005 14.872 2006 14.770 2007 14.709 2008 14.641 Jahr Einwohner 2009 14.486 2010 14.443 2011 14.317 2012 14.453 2013 14.418
Kernort Burbach Einwohnerzahlen des Kernortes Burbach700 Jahre Neunkirchen, Verlag Otto Braun, Neunkirchen 1988Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968 Jahr Einwohner 1810 585 1818 574 1850 789 1885 888 1895Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 110 / 111 900 1900 1072 Jahr Einwohner 1910 1124 1913Heinrich Gamann: Geschichte des Freiengrundes, Druck der Westdeutschen Verlagsanstalt, Neunkirchen 1925, S. 6. 1145 1925genealogy.net: Amt Burbach 1306 1933 1403 1939 1456 1950 2164 Jahr Einwohner 1961 2619 1967 3487 1985 3960 1994Rolf Betz: (PDF; 7,4 MB), ca. 1995 4568
Häuserzahlen Kernort Burbach Jahr 1447E. Weidenbach: Geschichte der Grafschaft Sayn und der Bestandtheile derselben, Druck E. Weidenbach, Dillenburg 1874, S. 287. 1548 1589 1698 1704 1706 1725 1788 1810 1846 1850 1867 Häuser 20 48 48 60 71 71 75 81 81 110 112 127
Politik
Gemeinderat Die 32 Sitze des Gemeinderats verteilen sich nach der Kommunalwahl am 14. September 2025 wie folgt:Ratswahl 2025, Gemeinde Burbach CDU SPD GRÜNE FDP UWGB Gesamt 2025 16 7 3 1 5 32 2020Ratswahl 2020, Gemeinde Burbach 17 8 3 1 3 32
Bürgermeister Seit Anfang November 2025 ist Jonas Becker (CDU) der neue Bürgermeister und löst Christoph Ewers (CDU) ab. Ewers (* 1962) wurde viermal zum Bürgermeister gewählt, und zwar 2003, 2009, 2014 und 2020. Zu den weiteren Vorgängern zählten Hermann-Josef Droege, Volkmar Klein und der am 19. Oktober 1989 gewählte Hartmut Hering (alle CDU).Siegerländer Chronik vom 1. September 1989 bis 31. August 1990. In: Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Siegerländer Heimatkalender 66. Ausgabe, Verlag für Heimatliteratur 1991, S. 173, 174.
Wappen und Banner
Wappen
Banner Beschreibung des Banners: „Von Gelb zu Blau längsgestreift mit dem Gemeindewappen im Schild in der oberen Hälfte.“
Städtepartnerschaft Mit der tschechischen Stadt Tanvald besteht seit 2007 eine offizielle Städtepartnerschaft, nachdem es schon 1995 eine Freundschaftserklärung zwischen den beiden Städten gegeben hatte.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswert ist die Evangelisch-reformierte Kirche
Bauwerke
Naturdenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Bahnhofsgebäude
Durch das Gemeindegebiet verläuft im Nordosten die Autobahn A 45 (Sauerlandlinie). Zudem wird das Gemeindegebiet im Osten von der B 54 erschlossen, die von Siegen kommend in Richtung Limburg an der Lahn verläuft.
Die Gemeinde ist am Burbacher Bahnhof über die Bahnstrecke Betzdorf–Haiger von Betzdorf über Haiger nach Dillenburg an das Streckennetz der Deutschen Bahn AG angeschlossen. In Haiger bestehen Anschlüsse in Richtung Siegen und Gießen/Frankfurt am Main und in Betzdorf Richtung Siegen und Köln. Bedient wird der Bahnhof von der Linie RB 96 Betzdorf–Dillenburg der Hessischen Landesbahn. Der Güterverkehr wird durch die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein durchgeführt.
Busverbindungen bestehen durch die VGWS zu sämtlichen Nachbargemeinden, welche von der VWS durchgeführt werden. Der zentrale Umstiegspunkt ist die Haltestelle Burbach Post, welche verknüpft ist mit dem Bahnhof Burbach (Kr Siegen). Zudem verkehrt in der Gemeinde ein Bürgerbus seit 2007.
Liniennr. Startpunkt Linienweg Endpunkt Takt Bemerkungen SB4 Burbach Post/Bhf Wahlbach – Gilsbach – Oberwilden – Wilnsdorf – Rödgen Siegen ZOB 120 Nur Mo–Fr R24 Burbach Post/Bhf Wahlbach – Zeppenfeld Neunkirchen 60 Weiter als R22 in Richtung Siegen ZOB R25 Burbach Post/Bhf Haigerseelbach – Wilnsdorf – Eisern Siegen ZOB 120 Nur Mo–Fr L220 Burbach Post/Bhf Würgendorf–Holzhausen–Niederdresselndorf Lützeln 60 L221 Burbach Post/Bhf (Schulzentrum) – Grundschule Burbach – (Wahlbach) Gilsbach Wende unregelmäßig Einzelne Fahrten Mo–Fr sowie das gesamte Wochenende als TaxiBus L222 Burbach Post/Bhf Siegerlandkaserne Lippe / Flughafen Siegerland unregelmäßig Einzelne Fahrten Mo–Fr sowie das gesamte Wochenende als TaxiBus BBB-1 Burbach Rathaus Burbach Ortsverkehr Burbach Rathaus 120 Bürgerbus Burbach BBB-2 Burbach Rathaus Gilsbach – Wahlbach Burbach Rathaus 120 Bürgerbus Burbach BBB-3 Burbach Rathaus Lippe Burbach Rathaus 120 Bürgerbus Burbach
Im Süden des Gemeindegebietes liegt der Siegerlandflughafen.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde die in Burbach geboren sind oder gewirkt haben Wilhelm Killing (1847–1923), Mathematiker Werner Kolb (1895–1975), Ingenieur und Generalmajor der Reserve Ewald Sahm (1904–1979), Bürgermeister, Gemeindedirektor, Kreistagsabgeordneter, Unternehmer, Inhaber des Bundesverdienstkreuzes Hermann Schmidt (1917–1983), Politiker Karl-Wilhelm Dahm (* 1931), evangelischer Theologe und Sozialwissenschaftler, Universitätsprofessor in Münster, bis 2000 Direktor des Instituts für Christliche Gesellschaftswissenschaften, Mitglied der EKD-SynodeNäheres zu Jugend und Ausbildung bei sto-ms.de Bernhard Dahm (1932–2023), deutscher Historiker, bis 1997 Universitätsprofessor in Passau, Lehrstuhl für Südostasien-Wissenschaften Ulrich Eibach (* 1942), ehem. Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn und bis Ende 2007 Klinikpfarrer sowie Beauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland für Fortbildung und Fragen der Ethik in Biologie und Medizin. Falk Heinrichs (* 1960), Politiker Markus Hering (* 1960), Schauspieler und Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater Volkmar Klein (* 1960), Politiker Volker Dally (* 1961), evangelisch-lutherischer Pastor, Theologe und Missionswissenschaftler Dirk Müller (* 1975), Autorennfahrer Cem İslamoğlu (* 1980), deutsch-türkischer Fußballspieler Christian Dünnes (* 1984), Volleyball-Nationalspieler und Teilnehmer bei den Olympischen Sommerspielen 2012
Siehe auch Liste von Bergwerken in Burbach
Literatur