Die elektrischen Tagebaulokomotiven AEG Bo Bo 22t wurden 1908 bei AEG in zwei bekannten Exemplaren gefertigt. Die Lokomotiven wurden für die Grube Felix bei Klettwitz verwendet, sie waren die ersten elektrischen Tagebaulokomotiven in dieser Grube. Nach dem Auskohlen und Schließung der Grube Felix wurden die Lokomotiven ausgemustert und verschrottet.
Geschichte
Die Lokomotiven gehörten mit den Lokomotiven im Tagebau PhönixFrank Barteld Kohlebahnen im Meuselwitz-Rositzer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2013, ISBN 978-3-935961-15-8, Seite 37 und den Tagebaulokomotiven SSW 379-380 in Kausche zu den ersten elektrischen Tagebaulokomotiven in Deutschland. Sie wurden 1908 für den Abraumbetrieb in der Grube Felix bei Klettwitz verwendet. Die Lokomotiven zogen 15 bis 18 kleine zweiachsige Kippwagen aus Holz mit einem Nutzvolumen von je 5,3 .Andreas Schild: 135 Jahre Zugförderung im Braunkohlenrevier der Lausitz, Selbstverlag Andreas Schild, Cottbus, 3. Auflage, 2015 Die Lokomotiven wurden nur für den Abraumbetrieb eingesetzt, für die Kohleförderung zur Brikettfabrik Felixwww.kuladig.de: Internetseite über die Brikettfabrik Felix wurde zuerst eine Kettenbahn verwendet, später sollen dafür auch 44t-AEG-Lokomotiven verwendet worden sein.Norbert Jurk, Nächster Halt Senftenberg II, wwww.buchglueck.de, Senftenberg, 2015, ISBN 978-3-944316-12-3, S. 52 Außerdem gab es einen direkten Anschluss von der Brikettfabrik Felix zum Bahnhof Klettwitz der Bahnstrecke Finsterwalde–Schipkau, damit konnte die Kohle an die Kunden abgefahren werden.
Die beiden Lokomotiven AEG 624 und 625 werden in der Literatur noch um 1917 und 1920 erwähnt. Weitere Lokomotiven dieses Typs hat es nicht gegeben. Stattdessen wurden ab 1909 die ersten ähnlichen Maschinen AEG Bo Bo 36t mit stärkeren Motoren und mehr Masse in Dienst gestellt. Ob auch die Grube Felix derartige Maschinen erhalten hat, wie in der Literatur behauptet,Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft: Elektrische Tagebaulokomotiven, 1952, BTJ 5741 konnte bisher nicht nachgewiesen werden. 1942 wurden die Grube und Brikettfabrik Felix geschlossen, nach dem Zweiten Weltkrieg zählte letztere als Reparationsgut in die Sowjetunion und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Grube Felix wurde ab 1949 von dem Tagebau Klettwitz geschluckt.
Technik
Die Lokomotiven gehen auf die ein Jahr zuvor gebauten ersten elektrischen Abraumlokomotiven bei Phönix zurück und gehörten somit zu ersten elektrischen Tagebaulokomotiven. Ihre Form, der tief liegende mittlere Führerstand und die beiden flach gehaltenen Vorbauten, wurde für viele folgenden Lokomotiven verwendet. Die AEG-Lokomotiven hatten einen Aufbau mit stabilem Rahmen sowie Drehgestellrahmen, die über die Drehzapfen mit dem Hauptrahmen verbunden waren. Durch anheben des Lokkastens konnten in der Werkstatt problemlos die Fahrmotoren gewechselt werden. Die Loks besaßen einen etwas außermittig gelegenen Stromabnehmer auf dem Führerhausdach, das ermöglichte ein Beladen des Abraumzugs von oben. Auf allen weiteren vorhandenen Aufnahmen sind die Lokomotiven mit dieser Ausführung zu sehen.
Die Antriebsmotoren vom Typ U32A2 in Tatzlagerbauart waren eigenbelüftet. Die großen Räder waren im Drehgestell mit jeweils einer Blattfeder pro Seite ohne Federausgleich abgefedert. Die Mittelpufferkupplung war an den Drehgestellen befestigt. Die Lokomotiven hatten zwei Scheinwerfer an den Vorbauten.
Die elektrische Ausrüstung bestand aus Gleichstromtechnik. Die Fahrstrom floss von der Fahrleitung über den zentral gelegenen Nockenfahrschalter mit Widerstandssteuerung zu den Fahrmotoren, die als Reihenschlussmaschinen ausgeführt waren und vollständig gekapselt waren.Georg Klein: Die deutsche Braunkohlenindustrie 1, Handbuch für den deutschen Braunkohlenbergbau, in Die deutsche Braunkohlenindustrie, Halle 1933. Man kann davon ausgehen, da auf Fotos von 1917 nur eine Lokomotive mit zweiachsigen hölzernen Abraumwagen zu sehen ist, dass sie zur Betriebszeit keine Druckluftbremse und Druckluftausrüstung besaßen, sondern dass alles nur mit Hand- bzw. Elektrischer Bremse funktionierte.
Literatur Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft: Elektrische Tagebaulokomotiven, 1952, BTJ 5741 Andreas Schild: 135 Jahre Zugförderung im Braunkohlenrevier der Lausitz, Selbstverlag Andreas Schild, Cottbus, 3. Auflage, 2015
Weblinks
www.kuladig.de: Internetseite über die Grube Felix
Einzelnachweise
Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 550 V Kategorie:Triebfahrzeug (Deutschland) Kategorie:Schienenfahrzeug (AEG) Kategorie:Tagebaulokomotive