mini|hochkant|Herbert Kroemer (2008) Herbert Kroemer, auch Herbert Krömer geschrieben (* 25. August 1928 in Weimar; † 8. März 2024), war ein deutscher Physiker und Hochschullehrer, der im Jahr 2000 den Nobelpreis erhielt.

Leben Herbert Kroemer begann nach dem Abitur am Friedrich-Schiller-Gymnasium Weimar 1947 mit dem Physikstudium an der Universität Jena und besuchte unter anderem Vorlesungen bei Friedrich Hund.

Als er während der Berliner Luftbrücke zu einem Praktikum in Berlin war, nutzte er die Gelegenheit zur Flucht nach Westdeutschland und setzte sein Studium an der Georg-August-Universität Göttingen fort. Er promovierte 1952 bei Richard Becker auf dem Gebiet der Theoretischen Physik über Effekte von heißen Elektronen in Transistoren und arbeitete anschließend als „angewandter Theoretiker“, wie er es selbst nannte, im Fernmeldetechnischen Zentralamt (FTZ) der Deutschen Bundespost.

1954 ging er in die USA und arbeitete bei verschiedenen Forschungseinrichtungen an der Princeton University und in Palo Alto. Er lehrte von 1968 bis 1976 als Professor für Physik an der University of Colorado at Boulder und wechselte anschließend an die University of California, Santa Barbara.

Herbert Kroemer starb am 8. März 2024 im Alter von 95 Jahren.

Werk Herbert Kroemer arbeitete nicht an Themen, die gerade „aktuell“ waren, sondern bevorzugte Bereiche, deren Bedeutung erst Jahre später deutlich wurde. So veröffentlichte er in den 1950er Jahren Arbeiten über das Konzept eines Heterojunction bipolar transistors, der Frequenzen im Gigahertzbereich ermöglicht. 1963 entwickelte er das Konzept von Doppelheterostrukturlasern, das Grundkonzept von Halbleiterlasern. Beide Konzepte waren ihrer Zeit weit voraus und konnten erst nach der Entwicklung der Epitaxie in den 1980er Jahren verwirklicht werden.

In seiner Zeit in Santa Barbara verschoben sich seine Hauptaktivitäten von der Theorie in den experimentellen Bereich. So war er Ende der 1970er Jahre maßgeblich an der Entwicklung der Molekularstrahlepitaxie beteiligt, wobei er neue Materialkombinationen wie Galliumphosphid und Galliumarsenid auf Siliciumsubstraten herstellte und untersuchte. Nach 1985 verschob sich sein Interesse auf die Materialkombinationen Indiumarsenid, Galliumantimonid und Aluminiumantimonid.

Ihm wurde im Jahr 2000 zusammen mit Schores Alfjorow der Nobelpreis für Physik für die Entwicklung von Halbleiterheterostrukturen für Hochgeschwindigkeits- und Optoelektronik verliehen. Der dritte Preisträger war Jack Kilby für die Entwicklung Integrierter Schaltkreise.

Zusammen mit Charles Kittel schrieb er ein Lehrbuch über Thermodynamik.Charles Kittel, H. Kroemer: Thermodynamik. Elementare Darstellung der Thermodynamik auf moderner quanten-statistischer Grundlage. 5. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2001.

Auszeichnungen 1972: Fellow der American Physical Society 1973: J. J. Ebers Award, IEEE 1982: Heinrich-Welker-Medaille, International Symposium on GaAs and Related compounds 1983: National Lecturer, IEEE Electron Devices Society 1986: Jack Morton Award, IEEE 1994: Alexander-von-Humboldt-Forschungspreis 2000: Nobelpreis für Physik 2001: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2003: Mitglied der National Academy of Sciences 2006: Ehrendoktorwürde der Universität Duisburg-Essen 2007: Ehrenmitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt 2008: Ehrendoktorwürde der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Universität Jena Der Asteroid (24751) Kroemer wurde nach ihm benannt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Nobelpreisträger für Physik Kategorie:Persönlichkeit der Elektrotechnik Kategorie:Hochschullehrer (University of Colorado at Boulder) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Santa Barbara) Kategorie:Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Fellow der American Physical Society Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband Kategorie:Ehrendoktor der Friedrich-Schiller-Universität Jena Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann