mini|Das Netz des MVV vor dem 10. Dezember 2023

Die Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV, eigene Schreibweise Münchner VerkehrsVerbund) koordiniert die Zusammenarbeit der im Verbund beteiligten Verkehrsunternehmen (Straßenbahnen, Busse, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge) in der bayerischen Landeshauptstadt München und deren Umland. Zu den wichtigsten Aufgaben des MVV gehören die Verkehrsplanung, die Tarifierung und die Kundeninformation.

Im Jahr 2019 beförderten die Verkehrsunternehmen im MVV knapp 737 Millionen Fahrgäste, die rund 7,5 Milliarden Personenkilometer zurücklegten.

Geschichte mini|Entwicklung der Fahrgastzahlen des MVV von 1996 bis 2013

Schon in den 1950er Jahren wurden in München angesichts des immer stärker zunehmenden Individualverkehrs Forderungen nach einem leistungsstarken öffentlichen Personennahverkehr laut. Als nach Abschluss der Finanzierungsverhandlungen 1965 mit dem Bau der U-Bahn München und 1967 mit dem Bau der S-Bahn München begonnen wurde, musste ein einheitliches Tarifsystem für alle Verkehrsmittel geschaffen werden, außerdem standen die Olympischen Sommerspiele 1972 an. In: mvv-muenchen.de, abgerufen am 10. Januar 2025. Ein halbes Jahr vor Aufnahme des U-Bahn-Betriebs waren strittige Fragen zur Finanzierung und der Verteilung der Einnahmen geklärt und es konnte das Vertragswerk unterzeichnet werden. 5. April 1971: Die MVV GmbH wurde durch die Deutsche Bundesbahn und die Landeshauptstadt München gegründet (mit jeweils einem Anteil von 50 %). Für München unterzeichnete der Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel den Vertrag und wird Aufsichtsrats-Vorsitzender. Der Freistaat Bayern und die umliegenden Landkreise sind im Aufsichtsrat vertreten. 1. Juni 1971: Der MVV begann seine Tätigkeit. 28. Mai 1972: Beginn des Verbundverkehrs in München. Integration der S-Bahn (13 Vorortzugverbindungen), U-Bahn (12 km Netzlänge), Straßenbahn (125 km Netzlänge), Omnibus (276 km Netzlänge) sowie „Überlandbuslinien“ der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bundespost zu einem einheitlichen Netz. Der erste Verbundfahrplan tritt in Kraft. 28. Mai 1978: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis München wird in den MVV integriert. 27. Mai 1979: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis Ebersberg wird in den MVV integriert. 7. Januar 1980: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis Erding wird in den MVV integriert. 1. Juni 1980: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis Fürstenfeldbruck wird in den MVV integriert. 23. Mai 1982: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis Starnberg und Nordteil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen wird in den MVV integriert. 13. September 1982: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis Dachau wird in den MVV integriert. 1. Januar 1986: Das MVV-Abo wird eingeführt. 29. Mai 1988: Der weitere Regionalbusverkehr im Landkreis Freising wird in den MVV integriert. Ebenso sind seitdem die Regionalzüge zwischen Freising und Moosburg zum MVV-Tarif nutzbar. 17. Mai 1992: Die Regionalzüge zwischen Grafing Bf und Aßling sowie zwischen Ebersberg und Tulling sind zum MVV-Tarif nutzbar. 25. August 1995: Gründung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) durch den Freistaat Bayern. Die BEG trat nun als Bestellerin der Nahverkehrsleistungen gegenüber der Deutschen Bahn auf. 30. April 1996: Umstrukturierung im Zuge der Bahnreform. Gesellschafter wurden der Freistaat Bayern und kommunale Gebietskörperschaften. Der Bund, bisher Rechtsträger der Deutschen Bundesbahn, schied aus; die Landeshauptstadt München war nicht mehr als Träger der Stadtwerke München, sondern als Bestellerin von Zugleistungen vertreten. Die Verkehrsunternehmen formieren sich im MVV-AV e. V. Seit 1997 besitzt der MVV einen Fahrgastbeirat.Interview auf abendzeitung-muenchen.de. 29. November 1998: Betriebsaufnahme der Bayerischen Oberlandbahn, bis Holzkirchen im MVV. 30. Mai 1999: Tarifreform im Zeitkartentarif: aus 141 Waben werden 16 Ringe. 27. Juni 2001: Gründung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Tochtergesellschaft der Stadtwerke München. Sie übernahm von den Stadtwerke München Verkehrsbetriebe den Betrieb von U-Bahn, Stadtbus und Tram im MVV. Zeitgleich lösten sich die Stadtwerke München Verkehrsbetriebe auf.

mini|Karte der MVV-Verbundsraumerweiterungen seit 2015

13. Dezember 2015: Erstmals seit 1992 wird wieder eine Schienenverkehrsstrecke in den MVV integriert und der Landkreis Rosenheim teilweise eingebunden. Die Strecke des sogenannten Filzenexpress zwischen Haltepunkt Tulling und Wasserburg (Inn) Bahnhof in den Ringen 13 bis 15 kommt hinzu (heute Zone 5). Im Rahmen einer im Januar 2020 gestarteten Studie zur Erweiterung des Verbundgebietes sollen die Grundlagen für einen möglichen Betritt von weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten ermittelt werden. Die Untersuchung umfasst die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen (südlicher Teil), Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg, Landshut, Mühldorf und Rosenheim sowie die kreisfreien Städte Rosenheim und Landshut. Als letzter Verkehrsverbund Deutschlands veröffentlichte der MVV bis zur 50. Ausgabe 2022 einen Gesamtfahrplan in gedruckter Fassung. Als Begründung für die Einstellung gab der MVV an, dass die bereits zu dem Zeitpunkt vorgesehene Erweiterung des MVV-Gebiets das Buch unhandlich gemacht hätte, während die Nachfrage ohnehin gesunken und die Druckkosten gestiegen seien. Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 traten die kreisfreie Stadt Rosenheim und die Landkreise Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach dem MVV bei. Der Rosenheimer Kreistag stimmte dem entsprechenden Beschluss am 15. Februar 2023 zu, die Kreistage in Miesbach und Bad Tölz am 23. bzw. 27. Februar 2023 und der Stadtrat Rosenheim am 1. März 2023. Zum 15. Dezember 2024 wurde die Bahnstrecke München-Mühldorf bis Dorfen in den MVV-Tarif integriert. Zum 1. Januar 2025 traten die Landkreise Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau dem MVV bei. Zum 1. Januar 2026 traten die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Landshut und Mühldorf sowie die Stadt Landshut dem MVV bei. 2024 begannen Verhandlungen zu einem „Zusammenschluss“ mit dem Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) mit dem Ziel einer Vereinfachung und Angleichung des Tarifsystems und Nutzung von Synergiepotenzial. Die Kooperation könnte Ende 2026 mit einer Übergangskonstruktion beginnen. Zum 1. Januar 2027 werden der Landkreis Ostallgäu sowie die kreisfreie Stadt Kaufbeuren dem MVV beitreten.

Logo Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund änderte während seines Bestehens, von Varianten abgesehen, zweimal das Logo. Das ursprüngliche Logo zeigte in hellblauer Farbe ein Netz, wobei der Schriftzug MVV nicht immer abgebildet wurde. Dies änderte sich am 1. Februar 1996, als der MVV sein Logo durch einen dunkelblauen MVV-Schriftzug änderte, wobei das letzte „V“ als Häkchen dargestellt und, ergänzend zur blauen Schrift, von einem grünen Kreis umrahmt wurde, der auf Höhe des Schriftzugs offen war.Münchner Verkehrs- und Tarifverbund: 50 Jahre MVV. 1972–2022. (Anhang des MVV-Gesamtfahrplan 2022.) München, 2021. S. 2ff. Später führte der MVV eine Logo-Alternative mit Symbolen unter dem Schriftzug, die für die Verkehrsmittel S-Bahn (S), U-Bahn (U), Bus, Straßenbahn (Tram) sowie Regionalbahn (R) standen, ein. Zum 50-jährigen Bestehen führte der MVV zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 ein neues Logo mit zwei Varianten ein. Neben dem erneut blauen MVV-Schriftzug bezeichnet sich das Unternehmen in einer Alternative auch als Münchner VerkehrsVerbund. Links vom Logo ist ein Signet, das im Zentrum einen grünen Punkt hat, der von einem in derselben Farbe nach unten links offenen Kreis umschlossen ist, der wiederum von einem im selben Blau wie das MVV-Logo umschlossenen Kreis umrundet ist. In Abbildungen mit den Schriftzügen ist das Signet zum Schriftzug hin offen. In Varianten ohne Schriftzug ist der Kreis geschlossen. Gemäß MVV steht der Punkt für den Fahrgast, der im Mittelpunkt steht, der innere Kreis für die Mobilitätsleistungen und der äußere Kreis für den MVV.Münchner Verkehrs- und Tarifverbund: Eine runde Sache: Der neue Auftritt des MVV In: conTakt Magazin, Ausgabe: Winter 2022/2023. (PDF; 3 MB), S. 8f. Die Farben orientieren sich dabei am alten Design, wurden aber für einen stärkeren Kontrast und für Menschen mit Sehschwäche angepasst, wodurch die Lesbarkeit verbessert werden sollte.Münchner Verkehrs- und Tarifverbund: Der Münchner VerkehrsVerbund präsentiert seinen neuen Außenauftritt, abgerufen am 11. Dezember 2022.

Verbundgebiet

mini|Fahrgastraum eines S-Bahn-Triebwagens der Baureihe 423 vor der Modernisierung

Das Verbundgebiet des MVV umfasst die Landeshauptstadt München, die Landkreise München, Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Landshut, Miesbach, Mühldorf am Inn, Rosenheim, Starnberg und Weilheim-Schongau sowie die kreisfreien Städte Landshut und Rosenheim.

Ferner gilt der MVV-Tarif an den Bahnhöfen Kufstein (Bezirk Kufstein in Österreich), Eggmühl (Landkreis Regensburg), Klosterlechfeld (Landkreis Augsburg) und Schmiechen (Landkreis Aichach-Friedberg), sowie in MVV-Buslinien in den Gemeinden Loiching, Niederviehbach (alle Landkreis Dingolfing-Landau), Attenhofen, Mainburg (alle Landkreis Kelheim), Jetzendorf, Reichertshausen, Schweitenkirchen (alle Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm), Adelzhausen, Aichach, Dasing, Ried, Merching, Mering, Schmiechen (alle Landkreis Aichach-Friedberg), Lechbruck (Landkreis Ostallgäu) sowie saisonal im Rißtal (Bezirk Schwaz in Österreich); hinzu kommt das Einzugsgebiet der beiden saisonal betriebenen BergBus-Linien, das zusätzlich die österreichischen Gemeinden Vils und Thiersee, sowie die Gemeinden Halblech, Schwangau, Pfronten, Nesselwang, Rückholz, Seeg und Roßhaupten im Landkreis Ostallgäu umfasst.

Das Verbundgebiet umfasst eine Fläche von über 13.600 Quadratkilometern mit etwa 4,15 Millionen Einwohnern. Das Gebiet umfasst die Planungsregionen München und Oberland, dazu kommen Landkreise aus den Regionen Landshut und Südostoberbayern. Größte Städte sind neben der Metropole München die Städte Landshut, Rosenheim, Freising, Dachau, Germering, Fürstenfeldbruck und Erding.

Verkehrsmittel mini|S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 423

20px S-Bahn

Das Münchner S-Bahn-Netz wird von der DB Regio betrieben, hat eine Länge von 441 km und reicht bis ins Münchner Umland hinaus. Auf 9 S-Bahn-Linien (wobei im Westen die Linie S1 ab Neufahrn und die S2 ab Dachau in je zwei Äste verzweigen) fahren 237 S-Bahn-Züge der Baureihe ET 423, 16 Züge der Baureihe ET 424 und 36 Züge der Baureihe ET 420. Die Anzahl der S-Bahnhöfe beträgt 150, davon sind acht Bahnhöfe unterirdisch gebaut. Pro Werktag befördert die S-Bahn München ca. 840.000 Fahrgäste.

mini|U-Bahn-Wagen Typ C2 an der Haltestelle Studentenstadt

20px U-Bahn

Das Münchner U-Bahn-Netz wird von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betrieben, die die Verkehrsleistungen von ihrer Muttergesellschaft Stadtwerke München einkauft. Auf 103,1 km Streckenlänge fahren 8 Linien 100 U-Bahnhöfe an. Dazu werden 562 Wagen (sechs Wagen bilden einen Langzug) der Baureihen A, B, C19 und C2 eingesetzt. Beschleunigung und Halt der Züge erfolgen in der Regel computergesteuert; die Pünktlichkeit beträgt nach Angaben der MVG 98 %.

Die einzige Linie, die den Stadtbereich verlässt, ist die U6, die in Garching endet.

mini|Tram Typ T

20px Tram (Straßenbahn)

Das Münchner Straßenbahnnetz wird von der MVG betrieben, die die Verkehrsleistungen von den Stadtwerken München einkauft. Das Netz besteht aus 13 Tages- und 4 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 79 km 166 Haltestellen anfahren. Eingesetzt werden 114 Züge der Baureihen P, R2.2, R3.3, S und T. In: mvg.de, abgerufen am 10. Januar 2025.

Die Linie 25 verlässt als einzige Tramlinie das Münchner Stadtgebiet. Sie endet in Grünwald.

mini|MVG-Stadtbus der Linie 100 am Ostbahnhof

20px StadtBus