Friedrichshain-Kreuzberg ist der zweite Berliner Bezirk.Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel Am hatte er Einwohner.
Der flächenkleinste der zwölf Berliner Bezirke hat zugleich die höchste Bevölkerungsdichte und das geringste Durchschnittsalter. Er entstand 2001 mit der Berliner Verwaltungsreform durch Fusion der bis dahin eigenständigen und durch die Spree getrennten Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg.
Das zentral gelegene Friedrichshain-Kreuzberg gilt als kreativ und ist bekannt für ein vielseitiges Nacht- und Kulturleben.The 9 Coolest Neighbourhoods in Berlin, culturetrip.com, abgerufen am 25. Januar 2020.
Geographie
Lage mini|links|Die Oberbaumbrücke (2019) verbindet Kreuzberg mit Friedrichshain. In der Nähe der Alexandrinenstraße 12 im Ortsteil Kreuzberg liegt der geometrische Schwerpunkt Berlins. () Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg grenzt im Norden an den Bezirk Mitte und Bezirk Pankow, im Osten an den Bezirk Lichtenberg, im Süden an den Bezirk Treptow-Köpenick und Neukölln. Im Westen und Südwesten grenzt er an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg.
Ortsteile Friedrichshain-Kreuzberg ist einer von zwei Bezirken (neben dem Bezirk Mitte), die aus Teilen des ehemaligen Ost- und West-Berlin bestehen. Die beiden Ortsteile des heutigen Bezirks, Friedrichshain und Kreuzberg, sind durch die Spree voneinander getrennt. Die Oberbaumbrücke verbindet beide Altbezirke und ist damit zum Wahrzeichen des neuen Verwaltungsbezirks geworden, was im Bezirkswappen zum Ausdruck gebracht wird.
mini|Blick auf Friedrichshain-Kreuzberg, 2024
Beide Ortsteile gehören zu den Szenevierteln Berlins und erleben durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum einen Strukturwandel in Form von Gentrifizierung (Sozioökonomische Stadtteilaufwertung). Da Kreuzberg und Friedrichshain seit der Fusion im Sprachgebrauch mitunter als Einheit betrachtet werden, haben sich Verkürzungen wie „Kreuzhain“, „Xhain“ oder „FR-KR“ etabliert.Kreuzhain": ein junger Bezirk, BVBI, abgerufen am 17. Januar 2020.Xhain.net, Nachrichten aus Friedrichshain-Kreuzberg, abgerufen am 17. Januar 2020.
Eine Kuriosität ist, dass die Flussinsel Großer Wall im Ortsteil Hakenfelde des Bezirks Spandau der Verwaltung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg unterstellt ist.
Eine Reihe von historischen Stadtteilbezeichnungen auf dem Gebiet des Bezirks, wie zum Beispiel Luisenstadt und Tempelhofer Vorstadt, leben in den Bezeichnungen der Grundbücher weiter.
mini|Gründerzeitviertel in Kreuzberg
Ortsteilund Ortslagen Fläche(km²) Einwohner Einwohnerpro km² Lage 0201 Friedrichshain Stralau Oberbaum City Boxhagen 9,78 0202 Kreuzberg SO 36 Kreuzberg 61 10,40
Parks mini|Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain
Volkspark Friedrichshain Märchenbrunnen Görlitzer Park Viktoriapark (am Kreuzberg) Park an der Spree nahe der East Side Gallery
Ortslagen, Straßen und Plätze
Karl-Marx-Allee Frankfurter Tor Checkpoint Charlie Kreuzberg mit Nationaldenkmal Bergmannkiez Kreuzberg 36 mit Kottbusser Tor, Oranienstraße und Oranienplatz Boxhagener Platz Wrangelkiez mit Schlesischem Tor Admiralbrücke Südstern mini|Fahrradwracks in der Warschauer Straße Oberbaumbrücke und Oberbaum City Riehmers Hofgarten (denkmalgeschütztes Gründerzeit-Ensemble) Rigaer Straße Zossener Straße
Umwelt Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zählt mit etwa 12.600 Meldungen im Jahr 2017 an das Ordnungsamt zu den am meisten durch Müll im öffentlichen Raum belasteten Berliner Bezirken.Versinkt Neukölln im Dreck? In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 12. Januar 2020. Die öffentliche Verschmutzung wird durch private Sperrmüllablagerungen, nicht entfernte Fahrradwracks, Abfall jeglicher Art, weggeworfene Flaschen und Zigarettenreste hervorgerufen. Die Gewässer im Landwehrkanal und der Spree sind durch die geringe Abfallbeseitigung ebenfalls von Vermüllung belastet.Die Dinge aus der Tiefe, taz, abgerufen am 29. Juli 2024.
Geschichte mini|Teil der Berliner Mauer (1961–1989), seit 1990: East Side Gallery
1920–2000 Bei der Gründung Groß-Berlins 1920 entstand der Bezirk Friedrichshain, er umfasste den größten Teil der Stralauer Vorstadt, einen kleinen Teil der Königsstadt und Stralau. Der Name Friedrichshain war als Stadtgebietsname neu und leitete sich vom Volkspark am Rande des damaligen Bezirks her, der wiederum auf den König Friedrich II. Bezug nahm.
Der Bezirk Kreuzberg wurde 1920 aus der Tempelhofer Vorstadt, der Oberen Friedrichsvorstadt, der südlichen Friedrichstadt und einem großen Teil der Luisenstadt gebildet. Seinen Namen erhielt er nach der im Südwesten gelegenen Anhöhe, dem Kreuzberg im heutigen Viktoriapark.
Bis nach dem Mauerfall befand sich der Stadtbezirk Friedrichshain in Ost-Berlin, der Stadtbezirk Kreuzberg in West-Berlin. Die Teilung war das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs. So hatten sie eine unterschiedliche politische und verwaltungstechnische Entwicklung genommen.
Seit 2001 mini|Die Europäische Filmakademie in Friedrichshain (2025) Am 1. Januar 2001 wurden die zuvor eigenständigen Berliner Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain zum neuen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vereinigt. Ein Ergebnis der Zusammenlegung war, dass ein neues Bezirksamt gebildet wurde und der Sitz festzulegen war. Das Rathaus des neuen Bezirks und der Sitz des Bezirksbürgermeisters bzw. der Bezirksbürgermeisterin wurde das bisherige Rathaus Friedrichshain in der Rathaus-Passage (seit 2018: Rigaer Passage) in der Frankfurter Allee 35/37.Durch einen Münzwurf des Kreuzberger Rechtsamtsleiters auf Vorschlag des Friedrichshainer Bürgermeisters Helios Mendiburu im Einverständnis mit dem Kreuzberger Bürgermeister Franz Schulz, am 4. April 2000 wurde darüber entschieden.Cay Dobberke, Johannes Metzler: Senat hält ungewöhnliche Entscheidungsmethode in „Friedrichshain/Kreuzberg“ für zulässig. In: Der Tagesspiegel, 5. April 2000. Im ehemaligen Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4–11 wurden Teile des Bezirksamtes und ein Bürgeramt untergebracht. Außerdem wurde es Sitz und Tagungsort der Bezirksverordnetenversammlung.Hans-Jürgen Mende und Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon Friedrichshain-Kreuzberg. Haude & Spener, Berlin 2003, S. 97. Es gibt weitere Außenstellen. Ein neues Bezirkswappen wurde dem Bezirk am 7. Oktober 2003 vom Senat des Landes Berlin verliehen.
Im Jahr 2014 fand ein Flächentausch mit dem benachbarten Bezirk Tempelhof-Schöneberg statt (Lilienthaldreieck, Yorckstraße), um Flächen für sportliche Nutzungen beider Bezirke besser handhaben zu können. In: Berliner Abendblatt, 28. Februar 2014. Abgerufen am 13. April 2014.
Bevölkerung
Überblick Am zählte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Einwohner auf einer Fläche von 20,2 Quadratkilometern. Am gleichen Stichtag lag die Bevölkerungsdichte bei Einwohnern pro Quadratkilometer. Friedrichshain-Kreuzberg zählte damit zu den am dichtesten besiedelten Orten in Deutschland und Europa.
Jahr Einwohner 2001 245.712 2002 247.508 2003 249.267 2004 252.069 2005 255.181 2006 259.071 2007 260.437 2008 262.251 2009 259.967 2010 261.090 Jahr Einwohner 2011 265.361 2012 269.471 2013 273.517 2014 275.691 2015 278.393 2016 281.323 2017 283.974 2018 289.120 2019 290.386 2020 289.787 Jahr Einwohner 2021 289.014 2022 266.340 2023 266.958 2024 266.583 2025 267.258
ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Die unten stehenden Einwohnerzahlen (Stand: jeweils 31. Dezember) basieren, abweichend von der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf Daten des Einwohnermelderegisters des Berliner Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.Statistischer Bericht A I 5-hj 2/24. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2024. Bestand-Grunddaten. (PDF; 700 kB) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2025.
Bevölkerungsstruktur Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Struktur der Bevölkerung von Friedrichshain-Kreuzberg am 31. Dezember 2024.
Geschlecht Anzahl Anteil männlich 150.002 51,2 % weiblich 142.622 48,8 %Insgesamt 292.624 100 % Altersgruppen unter 20 48.125 16,4 % 20 bis unter 40 111.536 38,1 % 40 bis unter 65 100.814 34,5 % ab 65 32.149 11,0 % Insgesamt 292.624 100 % Herkunft Anzahl Anteil Deutsche ohne Migrationshintergrund 147.450 50,4 % Deutsche mit Migrationshintergrund 55.182 18,9 % Ausländer 89.992 30,7 % Insgesamt 292.624 100 % Wohnlagen einfache Wohnlagen bzw. ohne Angabe 76.818 26,2 % mittlere Wohnlagen 145.343 49,7 % gute Wohnlagen 70.463 24,1 % Insgesamt 292.624 100 % Religion Anzahl Anteil evangelisch 24.175 8,3 % römisch-katholisch 17.094 5,8 % sonstige bzw. keine 251.355 85,9 % Insgesamt 292.624 100 %
Das Durchschnittsalter lag am 31. Dezember 2024 bei 39,4 Jahren (Berliner Durchschnitt: 42,8 Jahre). Damit ist Friedrichshain-Kreuzberg der Berliner Bezirk mit der jüngsten Bevölkerung.
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat einen geschätzten muslimischen Bevölkerungsanteil von rund 20 %. Menschen mit türkischer Herkunft bildeten die größte Minderheitengruppe innerhalb des Bezirks.Muslime in Berlin – Ergebnisse und Empfehlungen
Wirtschaft
Unternehmen Zwei der umsatzstärksten Unternehmen Berlins, das Medienunternehmen Axel Springer SE und der Internethändler Zalando, haben ihren Firmensitz im Bezirk. Zahlreiche deutsche Jungfirmen, die im 21. Jahrhundert gegründet wurden, siedelten sich nach dem Jahr 2000 hier an. mini|Firmensitz des Mode- und Kosmetikhändlers Zalando (Stand: 2024) AUTO1 Group, Online-Autohändler, Verwaltungsstandort Bundesdruckerei, staatliche Sicherheitsdruckerei Coca-Cola, Deutschlandsitz elumeo Gruppe, CDAX gelisteter Edelsteinschmuck-Hersteller, Firmensitz enpal, Firmensitz HelloFresh, Firmensitz rebuy, Online-Händler, Firmensitz Rocket Internet, Beteiligungsunternehmen, Firmensitz Solaris (Kreditinstitut), Firmensitz Universal Music Deutschlandsitz
mini|Im Bezirk sind viele Gewerbe im Besitz türkischstämmiger Berliner
Gewerbe und Handwerk Im Jahr 2014 wurden in Friedrichshain-Kreuzberg 4276 Gewerbeanmeldungen und 2736 Gewerbeabmeldungen verzeichnet.
Die Handwerkskammer Berlin, ein Unternehmensverband für Handwerksbetriebe, hat ihren Sitz in Friedrichshain-Kreuzberg. Im Jahr 2015 waren von den 30.015 in Berlin vertretenen Handwerksfirmen insgesamt 1.894 im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gemeldet. Hrsg. von der IHK Berlin, abgerufen am 1. Juli 2017.
Medien mini|Hauptsitz der Axel Springer SE (Stand: 2026) Axel Springer SE, Medienunternehmen Der Tagesspiegel, Tageszeitung Neues Deutschland, Tageszeitung taz, Tageszeitung Handelsblatt-Today, Redaktion Die Zeit, Online-Redaktion 11 Freunde, Magazin für Fußballkultur Cicero, Zeitschrift Flux FM, Radiosender nebenan.de, Internet-Plattform Florida Entertainment, Fernsehproduktion X-Filme Creative Pool, Filmproduktion Hansa Studios, Tonstudio
Infrastruktur
Straßenverkehr Die Bundesstraßen B 1, B 5, B 96 und B 96a führen durch Friedrichshain-Kreuzberg. Die Karl-Marx-Allee in Friedrichshain zählt mit einer Breite von über 60 Metern zu den breitesten Berliner Innenstadtstraßen.Bei der Karl-Marx-Allee geht Schönheit vor Sicherheit. In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 19. Januar 2020. Zahlreiche Wohngebietsstraßen, die oft eng bebaut sind, erschließen den Bezirk.
Die geringste Pkw-Dichte im Vergleich zu allen Bezirken gab es im Jahr 2023 mit 171 pro 1000 Einwohner in Friedrichshain-Kreuzberg (berlinweit: 278, deutschlandweit: 580).So hat sich die Pkw-Dichte in Berlins Bezirken entwickelt. In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 9. September 2024. Die ansässige Bevölkerung des Innenstadtbereichs zählt damit zu den Pkw-ärmsten in Deutschland.
Öffentlicher Personennahverkehr mini|Regionalbahnhof Ostkreuz Die S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S5, S7, S8, S9, S25, S26, S41, S42, S75 und S85 sowie die U-Bahn-Linien U1, U2, U3, U5, U6, U7 und U8 führen durch den Bezirk.