Marzahn-Hellersdorf ist der zehnte Bezirk von Berlin.Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel. Am hatte er Einwohner. Er entstand 2001 durch die Fusion der Bezirke Marzahn und Hellersdorf.

Der Bezirk ist durch weiträumige Neubaugebiete der 1970er und 1980er Jahre charakterisiert. Er wird landschaftlich durch den Flusslauf der Wuhle und das Wuhletal geprägt. Die höchsten natürlichen Erhebungen sind die Ahrensfelder Berge und der Kienberg. Letzterer befindet sich direkt neben den Gärten der Welt, einem thematisch angelegten Erholungspark, der zu den besucherreichen Anziehungspunkten in Berlin zählt.

Geographie Lage Der Bezirk liegt im Nordosten Berlins und grenzt im Westen an den Bezirk Lichtenberg, im Süden an den Bezirk Treptow-Köpenick sowie im Norden an den Landkreis Barnim und im Osten an den Landkreis Märkisch-Oderland des Landes Brandenburg.

Erhebungen Die Anhöhen des Bezirks entstanden in der Eiszeit und wurden durch Ablagerung von Schutt und durch den Aushub beim Bau von Wohnhäusern erhöht und verdichtet. Die Ahrensfelder Berge sind mit 112 und die höchsten Erhebungen im Bezirk. Der Kienberg () und die Biesdorfer Höhe () sind weitere Anhöhen in Marzahn-Hellersdorf.

Gewässer mini|hochkant=2.2|Wuhletal

Wuhle Neue Wuhle Wuhlebecken (Wuhlesee) Wuhleteich Biesdorfer Baggersee Kaulsdorfer Seen (Butzer See, Habermannsee/Kiessee, Elsensee) Hönower Weiherkette

Ortsteile Der Bezirk besteht aus fünf Ortsteilen. Die Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf bildeten von 1986 bis 2001 den eigenständigen Berliner Bezirk Hellersdorf. Die Ortsteile Biesdorf und Marzahn bildeten den Bezirk Marzahn. Der Ortsteil Marzahn setzt sich aus der Flur des Dorfes Marzahn und dem nördlichen Teil der Flur Friedrichsfelde zusammen.

mini|hochkant=0.8|Ahrensfelder Terrassen Marzahn-Nord mini|hochkant=0.8|Schloss Biesdorf mini|hochkant=0.8|Dorfkirche Kaulsdorf

Ortsteileund Ortslagen Fläche(km²) Ein­wohner Ein­wohnerpro km² Lage 1001 Marzahn Marzahn-Nord Marzahn-Mitte Marzahn-Süd 19,54 1002 Biesdorf Biesdorf-Nord Biesdorf-Süd 12,44 1003 Kaulsdorf Kaulsdorf-Nord Kaulsdorf-Süd 8,81 1004 Mahlsdorf Mahlsdorf-Nord Mahlsdorf-Süd 12,94 1005 Hellersdorf Hellersdorf-Nord Hellersdorf-Mitte Hellersdorf-Süd 8,10

Geschichte

1920–1990 Alle fünf Ortsteile, aus denen der Bezirk besteht, stammen ursprünglich aus dem Landkreis Niederbarnim und wurden 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz nach Berlin eingemeindet. Zusammen mit den Ortsteilen Lichtenberg und Friedrichsfelde bildeten sie bis 1979 den Bezirk Lichtenberg. Durch den Aufbau des Neubaugebietes Marzahn wuchs Ende der 1970er Jahre vor allem der Ortsteil Marzahn, sodass 1979 aus den fünf aktuell den Bezirk bildenden Ortsteilen und dem nördlichen Teil von Friedrichsfelde (Gebiet westlich des Eisenbahnringes, umgangssprachlich nach der S-Bahn-Station Friedrichsfelde-Ost genannt) der Bezirk Marzahn gebildet wurde.

mini|center|hochkant=2.0|Großwohnsiedlungen in Hellersdorf und Kaulsdorf, erbaut zwischen 1970 und 1990

Nachdem die Einwohnerzahl – bedingt durch die Entstehung der Neubaugebiete in Hellersdorf und Kaulsdorf – weiter gestiegen war, wurde am 1. Juni 1986 aus den Ortsteilen Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf der Bezirk Hellersdorf gegründet, der bis zur Bezirksreform 2001 eigenständig blieb.

Seit 1990 Im Jahr 1997 wurde das neugebaute Stadtzentrum Helle Mitte fertiggestellt, das seitdem das urbane Zentrum von Hellersdorf bildet. In den 2000er Jahren kam es zu einem starken Zuzug in die Einfamilienhausgebiete Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf, während im nördlichen Teil des Bezirks die Abwanderung geringer wurde.

Zum 1. Januar 2001 wurde der Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Rahmen der Berliner Bezirksreform gegründet.

Nach Steglitz-Zehlendorf weist der Bezirk seit dem Jahr 2018 die zweitniedrigste Kriminalitätsrate auf.

Bevölkerung Überblick Am zählte der Bezirk Marzahn-Hellersdorf Einwohner auf einer Fläche von 61,8 km². Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei Einwohnern pro Quadratkilometer.

Jahr Einwohner 2001 256.089 2002 252.802 2003 249.676 2004 248.561 2005 247.572 2006 247.130 2007 246.193 2008 244.637 2009 244.165 2010 246.225 Jahr Einwohner 2011 249.232 2012 251.879 2013 254.226 2014 256.173 2015 259.373 2016 262.015 2017 266.684 2018 268.739 2019 269.967 2020 273.731 Jahr Einwohner 2021 277.639 2022 274.346 2023 280.500 2024 282.847 2025 285.222

ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die unten stehenden Einwohnerzahlen (Stand: jeweils am 31. Dezember) basieren, abweichend von der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf Daten des Einwohnermelderegisters des Berliner Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.Statistischer Bericht A I 5-hj 2/24. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2024. Bestand-Grunddaten. (PDF; 0,7 MB) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2025.

Bevölkerungsstruktur Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Struktur der Bevölkerung von Marzahn-Hellersdorf am 31. Dezember 2024.

Geschlecht Anzahl Anteil männlich 146.277 49,7 % weiblich 147.814 50,3 % insgesamt 294.091 100 %     Altersgruppen unter 20 59.921 20,4 % 20 bis unter 40 74.829 25,4 % 40 bis unter 65 95.145 32,4 % ab 65 64.196 21,8 % insgesamt 294.091 100 % Herkunft Anzahl Anteil Deutsche ohne Migrationshintergrund 206.507 70,2 % Deutsche mit Migrationshintergrund 29.941 10,2 % Ausländer 57.643 19,6 % insgesamt 294.091 100 %   Wohnlagen einfache Wohnlagen bzw. ohne Angabe 148.066 50,4 % mittlere Wohnlagen 134.522 45,7 % gute Wohnlagen 11.503 3,9 % insgesamt 294.091 100 % Religion Anzahl Anteil evangelisch 16.846 5,7 % römisch-katholisch 9.926 3,4 % sonstige bzw. keine 267.319 90,9 % insgesamt 294.091 100 %

In Marzahn-Hellersdorf hat es hinsichtlich der Demografie seit den 1990er Jahren beträchtliche Veränderungen gegeben. 1991 betrug das Durchschnittsalter der beiden Bezirke 30,5 Jahre. Es erhöhte sich bis 2009 um knapp zwölf Jahre auf 42,4 Jahre. Am 31. Dezember 2024 betrug das Durchschnittsalter im Bezirk 43,4 Jahre (Berliner Durchschnitt 42,8 Jahre).

Wirtschaft

Unternehmen mini|Hasse & Wrede Gebäude mini|Eastgate Berlin, 2018

Im Jahr 2012 waren von den 30.862 in Berlin ansässigen Handwerksbetrieben insgesamt 2.547 in Marzahn-Hellersdorf gemeldet. Das waren 47 Betriebe mehr als im Jahr zuvor.

Die Pyramide im Bezirk zählt zu den höchsten Hochhäusern Berlins und ist ein Büroraumstandort.

Marzahn-Hellersdorf verfügt mit dem Berlin eastside über das flächengrößte zusammenhängende Gewerbegebiet der Stadt. Die wichtigsten größeren Unternehmen sind:

Berlin Industrial Group, Technologiefirma Augenklinik Marzahn, Privatklinik Alba AG, Recyclinganlage in Mahlsdorf Harry-Brot GmbH, Produktionsstätte Hasse & Wrede, Tochterunternehmen der Knorr-Bremse AG Niles Werkzeugmaschinen GmbH, Teil der Kapp-Niles Gruppe Eastgate Berlin, Geschäfts- und Einkaufszentrum

Wirtschaftsverband Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis e. V. (MHWK) wurde 1991 von Marzahner Unternehmen unter dem Motto „Gemeinsam zum Erfolg“ gegründet. Dieser Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen Marzahn-Hellersdorfer Unternehmen und Angehöriger freier Berufe gegenüber Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft wahrzunehmen. Durch Informationen und Beratung bietet der MHWK außerdem seinen Mitgliedern Unterstützung bei ihren Aufgaben als Arbeitgeber, Unternehmer oder Freiberufler.

Infrastruktur mini|Allee der Kosmonauten

Öffentlicher Personennahverkehr

Durch Marzahn-Hellersdorf führen die S-Bahn-Linien S5, S7, S75 sowie die U-Bahn-Linie U5. Des Weiteren führen mehrere Straßenbahn- und Buslinien durch den Bezirk.

Individualverkehr mini|Rettungshubschrauber des UKB

Über die auf gemeinsamer Trasse verlaufenden Bundesstraßen B 1 und B 5 sowie die B 158 und über die Landsberger Allee/Landsberger Chaussee hat der Bezirk Anbindungen an die Bundesautobahn 10 (Berliner Ring) mit den Anschlussstellen Berlin-Hohenschönhausen, Berlin-Marzahn und Berlin-Hellersdorf.

Luftverkehr Ein Luftrettungszentrum ist am Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn eingerichtet und wird von der DRF Luftrettung betrieben. Auf dem Klinikgelände ist der Intensivtransporthubschrauber Christoph Berlin stationiert, der im Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr sowohl für Primäreinsätze (Notfallrettung) als auch für Sekundäreinsätze (Intensiv- und Verlegungsflüge) eingesetzt wird. Ein Hubschrauberlandeplatz ist Teil des Klinikareals.

Energieversorgung Marzahn-Hellersdorf ist der Berliner Bezirk mit den meisten Solaranlagen in der Metropole. Bis einschließlich 2023 wurden Kollektoren mit einer installierten Nennleistung von rund 46 MW errichtet.Solarenergie in Berlin im Jahr 2023: Diese drei Bezirke sind Spitzenreiter, Berliner Zeitung, abgerufen am 5. August 2024.

Politik

Bezirksverordnetenversammlung Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Marzahn-Hellersdorf am 20. September 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Die BVV tritt in der Regel einmal im Monat zusammen. Die Tagung ist öffentlich, und Bürger können sich mittels Einwohneranfragen beteiligen. Die Sitzungen werden seit 2010 als Live-Stream im Internet übertragen und können auch nachverfolgt werden.

Bei der Wahl zur BVV 2001 kam die PDS (heute: Linkspartei) auf 51,1 % der gültigen Stimmen. Bei der Wahl 2021 erreichte sie nur noch 19,9 % und wurde damit nur noch drittstärkste Kraft. 2023 belegte sie mit 15,8 % den vierten Platz.

Bezirksbürgermeister mini|hochkant=1.2|Rathaus und Bezirksamt von Marzahn-Hellersdorf

2001–2006: Uwe Klett (PDS) 2006–2011: Dagmar Pohle (Die Linke) 2011–2016: Stefan Komoß (SPD) 2016–2021: Dagmar Pohle (Die Linke) 2021–2023: Gordon Lemm (SPD) seit 2023: Nadja Zivkovic (CDU)

Marzahn-Hellersdorf ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister und in der AG Ressourcensteuerung vertreten.

Bezirksamt Mitglieder des Bezirksamts sind (Stand: 2026):

Name Partei Funktion Geschäftsbereich Nadja Zivkovic CDU Bezirksbürgermeisterin Wirtschaftsförderung, Straßen, Grünflächen, Umwelt- und Naturschutz,Personal und Finanzen Gordon Lemm SPD Stellvertretender Bezirksbürgermeister Jugend, Familie und Gesundheit Stefan Bley CDU Bezirksstadtrat Schule, Sport, Weiterbildung, Kultur und Facility Management Heike Wessoly CDU Bezirksstadträtin Stadtentwicklung Juliane Witt Linke Bezirksstadträtin Soziales und Bürgerdienste N. N. AfD Bezirksstadtrat Ordnungsamt

Abgeordnetenhaus Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Jahr 2026 führte im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zu folgendem Ergebnis:

Wahlkreis Gebiet stärkstePartei Stimmen-anteil Direktkandidat Stimmen-anteil Wahlkreis 1 Marzahn-Nordost AfD 44,2 % Gunnar Lindemann 45,1 % Wahlkreis 2 Marzahn-Nordwest AfD 36,1 % Anneliese Dummer 35,7 % Wahlkreis 3 Hellersdorf-Nord AfD 42,3 % Jeannette Auricht 43,4 % Wahlkreis 4 Marzahn-Mitte / Biesdorf AfD 27,4 % Martin Koblischke 26,4 % Wahlkreis 5 Mahlsdorf / Kaulsdorf-Süd AfD 26,0 % Katharina Günther-Wünsch (CDU) 31,6 % Wahlkreis 6 Hellersdorf-Süd / Kaulsdorf-Nord AfD 36,2 % Jörn Geißler 33,9 %

Bundestagswahlen Bei Bundestagswahlen bildet der Bezirk den Wahlkreis 84 Berlin-Marzahn – Hellersdorf. Er wurde von 1990 bis 1998 durch Gregor Gysi und von 2002 bis 2017 durch Petra Pau (beide Die Linke, zuvor PDS) als direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete gewonnen. Bei den Bundestagswahlen 2021 gewann Mario Czaja (CDU) den Wahlkreis, 2025 Gottfried Curio (AfD).

Wappen