zentriert|161px|Maximilian III. Joseph Maximilian III. Joseph erlässt den Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis. zentriert|179px|Kurfürst Johann Philipp Johann IX. Philipp von Walderdorff wird Erzbischof und Kurfürst von Trier. zentriert|350px|Europa 1748–1766 Der Siebenjährige Krieg in Europa beginnt. 1756 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1204/05 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1748/49 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1161/62 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2299/2300 (südlicher Buddhismus); 2298/99 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr der Feuer-Ratte 丙子 (am Beginn des Jahres Holz-Schwein 乙亥) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1118/19 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4089/90 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1134/35 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1169/70 (Jahreswechsel 25./26. September) Jüdischer Kalender 5516/17 (24./25. September) Koptischer Kalender 1472/73 (10./11. September) Malayalam-Kalender 931/932 Seleukidische Ära Babylon: 2066/67 (Jahreswechsel April) Syrien: 2067/68 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1812/13 (Jahreswechsel April)

Im Jahr 1756 beginnt nach der sogenannten „Umkehr der Allianzen“ im europäischen Mächtegleichgewicht mit dem Einmarsch preußischer Truppen im Kurfürstentum Sachsen der Dritte Schlesische Krieg.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Siebenjähriger Krieg in Europa

16. Januar: Friedrich II., König in Preußen, und George II. von Großbritannien schließen die Konvention von Westminster. In dem von General Hans Karl von Winterfeldt verhandelten Garantievertrag verpflichten sich die beiden Vertragsparteien, sich einem Ein- und Durchmarsch der Truppen anderer Staaten durch das Kurfürstentum Hannover zu widersetzen und den Frieden in Deutschland aufrechtzuerhalten. 1. Mai: Umkehrung der Allianzen: Frankreich unter König Ludwig XV., bislang verbündet mit Preußen, wendet sich nach der Konvention von Westminster dem bisherigen Gegner Österreich zu und die beiden Mächte schließen den Vertrag von Versailles. Das Defensivbündnis für den Fall eines österreichisch-preußischen Krieges wird vom österreichischen Kanzler Wenzel Anton Kaunitz über Ludwigs Mätresse Madame de Pompadour eingefädelt. Mit dieser Annäherung endet der 240 Jahre währende Habsburgisch-französische Gegensatz. 29. August: 70.000 preußische Soldaten marschieren in das Kurfürstentum Sachsen ein und besetzen am 10. September Dresden. Damit beginnt der Dritte Schlesische Krieg. 1. Oktober: In der Schlacht bei Lobositz besiegen die Preußen unter Friedrich dem Großen die österreichische Armee unter Maximilian Ulysses Browne. 13. Oktober: Friedrich II. erhält während seines Zuges von Lobositz nach Sachsen die Nachricht über das Auftauchen des österreichischen Entsatzheeres. 14. Oktober: Es erfolgt der Ausbruch der sächsischen Truppen über die Elbe in der Sächsischen Schweiz. Der sächsische Oberkommandierende Friedrich August Graf Rutowski verhandelt über die Kapitulationsbedingungen. 16. Oktober: Die sächsische Armee unter Graf Friedrich August Rutowski ist gezwungen, sich nach der Belagerung bei Pirna im Siebenjährigen Krieg den preußischen Truppen zu ergeben. 17. und 19. Oktober: In Pirna werden sächsische Bataillone in die preußische Armee gepresst. Aus 18.500 sächsischen Soldaten gebildet entstehen zehn neue Regimenter. 18. Oktober: Die schwedische Schärenflotte wird gegründet. Als Kommandeur wird General Augustin Ehrensvärd eingesetzt. Die moderne Galeerenflotte ist eine Reaktion auf die Unterlegenheit Schwedens im letzten Russisch-Schwedischen Krieg. Im November wird die preußische Armee auf die Winterquartiere verteilt und Friedrich II. weilt im Palais Brühl zu Dresden.

Europa

November: König Georg II von Großbritannien ernennt William Pitt, einen Parlamentarier, der sich durch feurige Reden einen Namen gemacht hat, zum Minister für das Southern Department in dessen Zuständigkeit auch die Kolonien in Nordamerika und der Karibik liegen. Maßgeblich verantwortet Pitt fortan die britische Außenpolitik und Militärstrategie.

Der Krieg in den Kolonien in Asien und Amerika

19. Juni: Der mit den Franzosen im Dritten Karnatischen Krieg verbündete Nawab des bengalischen Fürstentums Murshidabad erobert Kalkutta von den Briten. 15. August: Siebenjähriger Krieg in Nordamerika: Die Franzosen erobern das britische Fort Oswego am Ontariosee. 8. September: Kittanning, ein Hauptdorf der Lenni Lenape am Allegheny River im heutigen Pennsylvania, wird von der britischen Pennsylvania-Miliz unter John Armstrong zerstört.

Weitere Ereignisse im Heiligen Römischen Reich

16. Februar: Johann IX. Philipp von Walderdorff wird Erzbischof von Trier und damit gleichzeitig Kurfürst. Er folgt dem am 18. Januar verstorbenen Franz Georg von Schönborn. Kurfürst Maximilian III. Joseph erlässt für Bayern das Zivilgesetzbuch Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis (CMBC). Das vier Teile und über 800 Paragraphen umfassende Werk ist zur Gänze durch Wiguläus von Kreittmayr erarbeitet worden und ist für viele Jahrzehnte Rechtsgrundlage für das Zivilrecht im Herzogtum Bayern.

Weitere Ereignisse in Indien

Suraj Mal aus der Volksgruppe der Jats wird Maharadscha von Bharatpur im Nordwesten Indiens.

Nordasien Die zuvor von den westmongolischen Dsungaren beherrschten Altaier unterstellen sich angesichts der chinesischen Eroberung des Dsungarischen Khanats den Russen, um nicht unter chinesische Herrschaft zu fallen.

Südostasien

April: Borommakot, König von Ayutthaya in Siam, lässt seinen ältesten Sohn und Kronprinzen Thammathibet wegen zahlreicher Vergehen zu Tode foltern.

mini|links|Der Goldene Brief

7. Mai: Der birmanische König Alaungpaya aus der Konbaung-Dynastie schreibt neben drei weiteren Briefen einen Brief an den britischen König George II., in dem er den Briten eine Handelsniederlassung an der birmanischen Küste anbietet. Der Brief ist aus purem Gold und mit 12 Rubinen verziert. Er befindet sich heute in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover.

mini|hochkant|Festlichkeit bei dem Paravicini von einheimischen Herrschern umgeben ist

Im Vertrag von Paravicini vereinbaren am 9. Juni 48 Herrscher aus Westtimor und der nahegelegenen Inseln Solor, Roti, Sawu, Sumba ein Bündnis mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie, die sich zu diesem Zeitpunkt mit Portugal in einem Kampf um die Vormachtstellung in der Region befindet. Treibende Kraft hinter dem Vertrag und Namensgeber ist der niederländische Diplomat Johannes Andreas Paravicini. Die bis heute bestehende politische Teilung der Insel Timor wird damit zementiert.

Wirtschaft

Staatliche Lenkung

mini|links|König Friedrich II. auf einer seiner Inspektionsreisen, begutachtet den Kartoffelanbau 24. März: Der König in Preußen, Friedrich II., ordnet mit dem Kartoffelbefehl den Kartoffelanbau in Schlesien an. Für Pommern wurde der Anbau von Kartoffeln bereits einige Jahre zuvor angeordnet. In Portugal wird weltweit erstmals ein Weinbaugebiet, die Weinregion Alto Douro, gesetzlich definiert und geschützt. Der Portweinerzeuger Real Companhia Velha wird am 10. September gegründet.

Unternehmensgründungen und -abwicklungen

mini|Moskowskije Wedomosti, Erstausgabe

An der im Vorjahr gegründeten Lomonossow-Universität in Moskau erscheint die erste nichtstaatliche Zeitung Russlands, Moskowskije Wedomosti. Die serbische Bierbrauerei Apatinska pivara wird gegründet. Johann Christoph Voigtländer gründet das Unternehmen Voigtländer zur Herstellung optischer Instrumente. Die moralische Wochenschrift Der Freund stellt ihr Erscheinen nach rund zwei Jahren ein.

Wissenschaft und Technik

Der Königlich-Preußische Hofzahnarzt Philipp Pfaff veröffentlicht das erste Buch über Zahnheilkunde in deutscher Sprache. Der schwedische Mineraloge Axel Frederic Cronstedt entdeckt die Stoffgruppe der Zeolithe. Erfindung geschlossener Backöfen in England, die die Produktion von Koks entscheidend verbessern

Kultur

Architektur und Bildende Kunst

30. Juli: Der Architekt Bartolomeo Francesco Rastrelli präsentiert der russischen Zarin Elisabeth den renovierten Katharinenpalast in Zarskoje Selo. Das vermutlich von Friedrich Seltendorff im Auftrag des Leipziger Ratsherrn Johann Caspar Richter auf dem Grundstück von Richters Frau Christiana Regina im barocken Stil errichtete Gohliser Schlösschen wird erbaut, aus Kostengründen verzögert sich jedoch der Innenausbau. Vor dem Alten Rathaus in Timișoara wird die Statue des Heiligen Nepomuk und der Maria errichtet. Die École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon wird gegründet.

Literatur

Als neues Buch erscheint Idyllen von Salomon Gessner.

Musik und Theater

11. März: Die Donner-Ode von Georg Philipp Telemann hat mit großem Erfolg ihre Uraufführung in St. Jakobi in Hamburg. Der Text stammt vom Kopenhagener Hofprediger Johann Andreas Cramer. Anstoß für die Komposition war das Erdbeben von Lissabon im Vorjahr.

mini|hochkant|Porträt Mozarts in der 1. Auflage

Leopold Mozart veröffentlicht in Augsburg den Versuch einer gründlichen Violinschule. In Moskau wird das Peter-Theater gegründet.

Gesellschaft

mini|hochkant|Illustration zu Casanovas Flucht aus den Bleikammern, 1788 Giacomo Casanova gelingt in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November die Flucht aus den Bleikammern des Dogenpalastes in Venedig.

Religion

1. März: Papst Benedikt XIV. veröffentlicht die Enzyklika Ex quo. Er forderte darin die griechisch-katholischen Christen auf, den Gebrauch des neuen Euchologions von 1754 zu fördern und zu verbreiten. In dieser Enzyklika geht Benedikt XIV. sehr ausführlich auf die große und mehrjährige Redaktionstätigkeit ein und beschreibt die umfangreichen Änderungen gegenüber dem byzantinischen Ritus. 16. Oktober: Mit der Enzyklika Ex omnibus christiani beantwortet Papst Benedikt XIV. ein Schreiben der französischen Bischofskonferenz aus dem Vorjahr. Er lobt ihre Treue zum Heiligen Stuhl und versichert sie seines persönlichen Schutzes und der Unterstützung der ganzen Kirche.

Katastrophen

18. Februar: Das Erdbebengebiet Kölner Bucht wird vom Erdbeben bei Düren erschüttert, einem Erdbeben der Stärke 6 fast im Zentrum des heutigen Düren. Zwei Menschen kommen ums Leben, und es gibt schwere Verwüstungen. Die Erschütterungen sind in fast ganz Mitteleuropa zu spüren. 7. Oktober: Die Markusflut an der Nordsee verursacht im Bereich der Elbe etwa 600 Tote.

Geboren

Erstes Quartal

1. Januar: Christina von Brühl, deutsche Landschaftsarchitektin († 1816) 3. Januar: Jérôme Pétion de Villeneuve, französischer Revolutionär († 1794) 6. Januar: Gaspare Landi, italienischer Maler († 1830) 10. Januar: Benjamin Smith, US-amerikanischer Politiker († 1826) 14. Januar: Joseph Marius von Babo, deutscher Schriftsteller († 1822) 19. Januar: Michel Gaudin, französischer Finanzminister († 1841) 19. Januar: Guillaume-Antoine Olivier, französischer Arzt und Zoologe († 1814) 20. Januar: Miguel Domínguez, mexikanischer Beamter und Politiker († 1830) 21. Januar: Claude François Chauveau-Lagarde, französischer Advokat († 1841) 21. Januar: Jean-Antoine Constantin, französischer Maler und Zeichner († 1844) 22. Januar: Vincenzo Righini, italienischer Komponist und Sänger († 1812)

mini|Mozarts Taufeintrag vom 28. Jänner 1756 27. Januar: Wolfgang Amadeus Mozart, Komponist aus Salzburg († 1791) 29. Januar: Henry Lee, US-amerikanischer Kavallerieoffizier, Generalmajor und Politiker († 1818) 30. Januar: Joseph Preindl, österreichischer Organist und Komponist († 1823) 5. Februar: Mathias von Flurl, bayerischer Professor und Begründer der bayerischen Mineralogie und Geologie († 1823) 6. Februar: Aaron Burr, US-amerikanischer Politiker und US-Vizepräsident († 1836) 7. Februar: Johann Heinrich Michael Andresse, preußischer Jurist († 1824)