miniatur|links|Frieden von St. Petersburg
zentriert|160px|Du contrat social ou Principes du droit politique, Vorblatt der Erstausgabe Amsterdam Jean-Jacques Rousseaus Werk Du Contract Social ou Principes du Droit Politique erscheint. zentriert|180px|Peter III., Katharina II. und ihr Sohn Paul Katharina die Große wird durch einen Putsch gegen ihren Mann Peter III. Kaiserin von Russland. zentriert|350px|Schlacht bei Reichenbach Preußen unter Friedrich dem Großen siegt in der Schlacht bei Reichenbach gegen Österreich unter Leopold Joseph von Daun. 1762 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1210/11 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1754/55 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1167/68 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2305/06 (südlicher Buddhismus); 2304/05 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Wasser-Pferdes 壬午 (am Beginn des Jahres Metall-Schlange 辛巳) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1124/25 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4095/96 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1140/41 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1175/76 (22./23. Juli) Jüdischer Kalender 5522/23 (17./18. September) Koptischer Kalender 1478/79 (10./11. September) Malayalam-Kalender 937/938 Seleukidische Ära Babylon: 2072/73 (Jahreswechsel April) Syrien: 2073/74 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1818/19 (Jahreswechsel April)
Das Jahr 1762 bringt eine Wende im seit 1756 andauernden Krieg in Europa. Nach dem Tod der russischen Zarin Elisabeth kommt ihr Neffe Peter III., ein Bewunderer Friedrichs des Großen, an die Macht. Der neue Zar wird zwar schon nach einem halben Jahr von Anhängern seiner Gattin Katharina gestürzt und wenig später ermordet, in seiner kurzen Regierungszeit schließt Russland aber mit Preußen den Frieden von St. Petersburg und scheidet damit aus der anti-preußischen Koalition aus. Friedrich gelingt es daraufhin, auch mit Schweden Frieden zu schließen. Die Kaiserkrönung Katharinas II. am 3. Oktober ändert nichts an der neuen, für Preußen günstigen Situation in Europa. Die Schlacht bei Freiberg am 29. Oktober wird schließlich zur letzten Schlacht des Siebenjährigen Krieges.
Auch in den Kolonien flackert der Krieg nur noch einmal kurz auf. Der Angriff Frankreichs auf Neufundland wird von den Briten jedoch nach knapp drei Monaten endgültig zurückgeschlagen.
Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau veröffentlicht sein staatstheoretisches Werk Du Contract Social ou Principes du Droit Politique, das sofort in mehreren Staaten verboten wird, und ihm einen Haftbefehl in Paris und Genf einbringt.
In Rom wird der Trevi-Brunnen nach mehrjähriger Bauzeit fertiggestellt, und der Salzburger Leopold Mozart arrangiert eine erste Konzertreise durch Europa für seinen sechsjährigen Sohn Wolfgang und dessen vier Jahre ältere Schwester Nannerl.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Russland
miniatur|links|hochkant|Kaiser Peter III., Gemälde von Alexei Petrowitsch Antropow, 1762 5. Januar: Nach dem Tod der Kaiserin Elisabeth besteigt ihr Neffe Peter III. den russischen Thron. Der neue Kaiser leitet ein umfangreiches Reformprogramm ein. 18. Februar: Mit dem Befreiungsmanifest Peters III. erfolgt die Aufhebung der adeligen Dienstpflicht.
9. Juli: Katharina II. wird nach einem Putsch der Kaiserlichen Garde unter Grigori Grigorjewitsch Orlow, dem Geliebten Katharinas, zur alleinigen Kaiserin ausgerufen, ihr außerhalb Sankt Petersburg weilender Gemahl Peter III. von der Entwicklung völlig überrascht. Er wird zur Unterzeichnung einer Abdankungsurkunde gezwungen und auf dem kaiserlichen Landgut Ropša unter der Bewachung Alexei Grigorjewitsch Orlows interniert. 17. Juli: Peter III. stirbt in seinem Landhaus Ropscha bei Sankt Petersburg unter ungeklärten Umständen. Ob er eines natürlichen Todes stirbt, oder von den Verschwörern ermordet wird, lässt sich nicht eindeutig klären. 3. Oktober: In der Moskauer Mariä-Entschlafens-Kathedrale wird Katharina II. zur Kaiserin gekrönt. 14. Oktober: Katharina erlässt ein Manifest, in dem der Kaiserliche Senat ausdrücklich die Erlaubnis erhält, Ausländern die Ansiedlung im Land zu gestatten. Das Manifest findet vorläufig noch nicht die gewünschte Resonanz im Ausland.
Der Siebenjährige Krieg in Europa
miniatur|links|hochkant|Joshua Reynolds: John Stuart, 3. Earl of Bute 4. Januar: Der britische Premierminister John Stuart, 3. Earl of Bute, bislang entschiedener Gegner eines Kriegs mit Spanien, erklärt dem Königreich Spanien den Krieg. 5. Januar: Die Thronbesteigung Peters III. in Russland führt zum zweiten Mirakel des Hauses Brandenburg: Peter, ein Bewunderer Friedrichs des Großen, vollzieht eine Kehrtwendung im Siebenjährigen Krieg. 16. März: August Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, schließt für Preußen in Stargard einen Waffenstillstand mit Russland. 7. April: Schweden und Preußen schließen – auf drei Monate befristet – den Waffenstillstand von Ribnitz. 5. Mai: Russland und Preußen schließen den Frieden von Sankt Petersburg. Russland scheidet damit aus der Front der Gegner Preußens aus und gibt ohne Entschädigungen die besetzten oder bereits annektierten Gebiete Ostpreußen, Hinterpommern und Neumark zurück. Ferner wird vereinbart, ein Bündnis herzustellen, mit dem Peter III. seine dynastischen Ziele in Holstein mit preußischer Unterstützung durchsetzen will. Friedrich stimmt bedenkenlos zu und verspricht, dafür 20.000 Mann zur Verfügung zu stellen.
12. Mai: Im Gefecht bei Döbeln besiegen preußische Truppen unter Prinz Heinrich von Preußen ein österreichisches Korps. Der österreichische Befehlshaber von Zedtwitz gerät in Gefangenschaft. Mit dem siegreichen Vorstoß ist das preußische Hauptziel erreicht, die Vereinigung von Reichsarmee und Österreichern zu verhindern. Die militärische Aktion eröffnet außerdem erfolgreich den preußischen Feldzug in Sachsen. 22. Mai: Schweden und Preußen schließen den Frieden von Hamburg, mit dem die Situation vor dem Krieg zwischen den beiden Ländern wiederhergestellt wird.
miniatur|links|Karte der Schlacht bei Wilhelmsthal 24. Juni: In der Schlacht bei Wilhelmsthal treffen alliierte und französische Truppen nahe dem gleichnamigen Schloss aufeinander. Nach dem Sieg der Alliierten müssen sich die Franzosen aus Norddeutschland zurückziehen.
miniatur|Schlacht bei Burkersdorf 21. Juli: In der Schlacht bei Burkersdorf siegen die Preußen unter Friedrich dem Großen, weil es ihm gelingt, die Österreicher unter Leopold Joseph Daun in ein Gefecht mit abziehenden russischen Einheiten zu verwickeln und ihre Kampfkraft dadurch zu schwächen. 15. August: Auch die Schlacht bei Reichenbach kann Friedrich der Große für sich entscheiden, verzichtet jedoch darauf, die Österreicher zu verfolgen, da er seine Hauptaufgabe in der Eroberung von Schweidnitz sieht, das am 9. Oktober fällt. 21. September: An der Brücker-Mühle, einer steinernen Straßenbrücke über die Ohm bei Amöneburg, treffen in einer Schlacht die Verbündeten Preußens und Frankreichs aufeinander. Die Schlacht bleibt nach 14 Stunden, mehr als 500 Toten und 1300 Verwundeten ohne klaren Sieger, am 15. November wird von den Beteiligten in der Mühle ein Waffenstillstand unterzeichnet.
miniatur|links|Karte der Schlacht bei Freiberg 29. Oktober: Die Schlacht bei Freiberg im Kurfürstentum Sachsen erweist sich hinterher als letzter Waffengang im Siebenjährigen Krieg. Friedrichs Bruder Heinrich von Preußen besiegt darin seinen österreichischen Gegenspieler Andreas Hadik von Futak. 24. November: Die am 9. Mai begonnene spanische Invasion in Portugal scheitert. 24. November: Preußen und Österreich schließen einen Waffenstillstand. Der sächsische Kronprinz Friedrich Christian besucht Friedrich II. in seinem Hauptquartier in Meißen, um mit ihm, in Abstimmung mit dem Warschauer Hof und im Auftrag Österreichs, Friedensverhandlungen einzuleiten.
miniatur|Hubertusburg wird zur Friedenshandlung gewählet, Illustration aus dem Neueröffneten Historischen Bildersaal
30. Dezember: Auf Schloss Hubertusburg in Sachsen beginnen Friedensverhandlungen.
Der Krieg in den Kolonien Nordamerika und Karibik
Anfang des Jahres: Starke britische Flottenkontingente werden von Kanada in die Karibik verlegt.
miniatur|links|Der französische Angriff auf St. John’s 24. Juni: Die Franzosen landen von Brest kommend 1.500 Soldaten unter dem Kommando von Charles-Henri-Louis d’Arsac de Ternay auf Neufundland und besetzen St. John’s. 13. Juni: Die Belagerung von Havanna durch britische Truppen beginnt. 13. August: Britische Truppen nehmen nach zweimonatiger Belagerung Havanna, die Hauptstadt der spanischen Kolonie Kuba, ein. 18. September: Die französischen Truppen auf Neufundland kapitulieren vor den Briten. Kommandant Ternay gelingt es, nach Frankreich zu entkommen. William Allen gründet in Pennsylvania die Stadt Allen’s Town.
Philippinen
mini|Karte mit dem Aufmarschplan der britischen Truppen 23. September: Die im August vom indischen Madras aus zur Invasion der spanisch beherrschten Philippinen ausgesendete britische Kriegsflotte der Britischen Ostindien-Kompanie erreicht mit 14 Schiffen die Bucht von Manila. Die Spanier sind vom Auftauchen der Briten völlig überrascht. In der veralteten Festung Intramuros sind nur 565 Soldaten stationiert. Weitere Verteidigungskräfte setzen sich aus Milizen zusammen, die kurzfristig von Mönchen des Augustinerordens organisiert worden sind, jedoch keine militärische Ausbildung besitzen. 6. Oktober: Britische Truppen nehmen nach nur zweitägigem Beschuss Manila, die Hauptstadt der spanisch regierten Philippinen, ein. Anschließend wird die Stadt geplündert, da sie nur einen Teil des von den Eroberern verlangten Lösegeldes aufbringen kann. Die Briten können jedoch lediglich Teile der heutigen Provinzen Bulacan, Cavite, Rizal und Laguna besetzen, sodass in großen Teilen der Philippinen die alte spanische Kolonialverwaltung intakt und in Funktion bleibt. 3. November: In der Provinz Pangasinan bricht der Palaris-Aufstand von Bauern gegen die spanische Kolonialherrschaft aus. In den Gemeinden Paniqui, Malasiqui, Bayambang, Manaoag, Santa Barbara, San Jacinto, Dagupan, Calasiao, und Mangaldan verbreitet sich der Aufstand sehr schnell.
Heiliges Römisches Reich / Italien
miniatur|hochkant|Joseph Wenzel zu Fürstenberg 29. April: Nach dem Tod von Fürst Joseph wird sein Sohn Joseph Wenzel Fürst von Fürstenberg-Stühlingen.
miniatur|links|hochkant|Marco Foscarini 31. Mai: Nach dem Tod von Francesco Loredan am 19. Mai wird Marco Foscarini zum neuen Dogen von Venedig gewählt. Bereits kurz nach seiner Wahl erkrankt er schwer.
Großbritannien
König George III. beruft im Mai aus persönlichen Gründen Thomas Pelham-Holles, 1. Duke of Newcastle-upon-Tyne, als Premierminister ab und ersetzt ihn durch John Stuart, 3. Earl of Bute.
Südamerika
19. September: Nach dem Vertrag mit den Ndyuka im Jahr 1760 schließt die niederländische Kolonialmacht in Suriname nach mehrmonatigen Verhandlungen auch mit der Maroons-Gruppe der Saramaccaner, die am Oberlauf des Suriname und des Saramacca siedeln, einen Friedensvertrag. Der Vertrag wird neben den Niederländern und den ehemaligen Sklaven auch von drei Einheimischen unterschrieben.
Asien
31. August: Nach dem Tod von Momozono wird seine Schwester Go-Sakuramachi 117. Tennō von Japan. Sie ist die letzte von insgesamt zehn japanischen Kaiserinnen. Erekle II. wird nach dem Tod seines Vaters König von Kartlien und vereinigt es mit seinem Reich Kachetien.
Wirtschaft
30. April: Mit der Berufung einer Restaurierungskommission ruft Kurfürst August II. mit Heinrich von Brühl das Rétablissement ins Leben, mit dem die kursächsische Wirtschaft, die schwer unter dem Siebenjährigen Krieg leidet, wieder in Schwung gebracht werden soll. Als Präsident der Kommission wird Thomas von Fritsch eingesetzt.