zentriert|350px|Ruinen von Ayutthaya Der birmanische Herrscher Hsinbyushin erobert Ayutthaya,die Hauptstadt des Königreiches der Thai,und zerstört die Stadt fast vollständig. zentriert|148px|Royal Greenwich Observatory Der Nautical Almanac des Royal Greenwich Observatory ermöglicht zum ersten Mal, Längengrade auf See verlässlich zu bestimmen. zentriert|192px|Charles Townshend Die nach Charles Townshend benannten Townshendgesetze zur Besteuerung der britischen Kolonien werden erlassen. 1767 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1215/16 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1759/60 (Jahreswechsel 11./12. September) Bengalischer Solarkalender 1172/73 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2310/11 (südlicher Buddhismus); 2309/10 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Feuer-Schweins 丁亥 (am Beginn des Jahres Feuer-Hund 丙戌) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1129/30 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4100/01 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1145/46 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1180/81 (29./30. Mai) Jüdischer Kalender 5527/28 (23./24. September) Koptischer Kalender 1483/84 (11./12. September) Malayalam-Kalender 942/943 Seleukidische Ära Babylon: 2077/78 (Jahreswechsel April) Syrien: 2078/79 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1823/24 (Jahreswechsel April)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Großbritannien und seine amerikanischen Kolonien
29. Juni: Das britische Parlament erlässt die von Finanzminister Charles Townshend eingebrachten sogenannten Townshend Acts, die den amerikanischen Kolonien Einfuhrzölle auferlegen. Bei den in den Gesetzen aufgeführten Waren handelt es sich um Artikel des täglichen Gebrauchs, zum Beispiel Tee, Glas, Blei, Farben, Lack, Papier und Leder. Die 13 Kolonien reagieren mit Boykottmaßnahmen gegen britische Waren. Zentrum der Boykottbewegung ist die Stadt Boston, wo Samuel Adams an der Spitze der antibritischen Agitation steht. 11. September: Frederick North, 2. Earl of Guilford, folgt dem am 4. September überraschend verstorbenen Charles Townshend als britischer Schatzkanzler.
mini|links|hochkant|Augustus Henry Fitzroy, 3. Duke of Grafton Wegen der schweren Gichtanfälle von William Pitt wird Lord High Treasurer Augustus FitzRoy Ende des Jahres de facto Premierminister von Großbritannien.
Spanien und seine Kolonien
27. Februar: König Karl III. verbietet die Jesuiten und ordnet ihre Vertreibung aus Spanien an. Auslöser für das Jesuitenverbot ist der Madrider Hutaufstand des Vorjahres, für den gegen jede Beweislage der Orden verantwortlich gemacht wird. Am 2. April unterzeichnet Karl III. auch einen Erlass, der die Verbannung der Jesuiten aus den amerikanischen Besitzungen Spaniens verordnet. Dies bedeutete den Todesstoß für die paraguayischen Jesuitenreduktionen, deren Bewohner mit brutaler Gewalt vertrieben werden.
Mittel- und Osteuropa
23. Juni: In Polen-Litauen wird die Konföderation von Radom gegründet, um Reformen zu verhindern und die Goldene Freiheit zu verteidigen. Marschall der Konföderation ist Karol Stanisław Radziwiłł, tatsächlich ist jedoch der russische Botschafter in Polen, Nikolai Wassiljewitsch Repnin, die treibende Kraft hinter der Konföderation. Oktober: In Polen-Litauen tritt der Repnin-Sejm zusammen, dessen Inhalte vom russischen Diplomaten Nikolai Wassiljewitsch Repnin diktiert werden. Bereits am 13. Oktober sind die wichtigsten Vertreter der polnischen Opposition, unter ihnen Hetmann Wacław Rzewuski und Józef Andrzej Załuski, in Warschau verhaftet worden.
mini|links|hochkant|Élie-Salomon-François Reverdil 21. November: Auf Betreiben des Hofmarschalls Conrad Holck entlässt König Christian VII. den Justizrat Élie-Salomon-François Reverdil, womit die Ideen der Aufklärung und der Bauernbefreiung in Dänemark und Norwegen einen Rückschlag erleiden.
Šćepan Mali erhebt sich zum Regenten von Montenegro, indem er sich als russischer Zar Peter III. ausgibt, der nach der Palastrevolution von 1762 nach Montenegro entkommen wäre. Der aufgeklärt-absolutistische Markgraf Karl Friedrich von Baden schafft in seinem Herrschaftsbereich die Folter ab.
Entdeckungsfahrten Louis Antoine de Bougainville
1. Februar: Die Fleute Étoile sticht von Rochefort aus in See, um die erste französische Weltumseglung unter Louis Antoine de Bougainville zu unterstützen, die im Dezember des Vorjahres begonnen hat. An Bord sind unter anderem der Botaniker und Arzt Philibert Commerçon mit seiner als Mann verkleideten Assistentin Jeanne Baret. Am 13. Juni trifft das Schiff bei Rio de Janeiro mit Bougainvilles Boudeuse zusammen.
Samuel Wallis/Philipp Carteret
11. April: Beim Austritt aus der Magellanstraße, wo die britische Expedition fast vier Monate aufgehalten worden ist, werden die Schiffe von Samuel Wallis und Philipp Carteret endgültig getrennt, obwohl sowohl Wallis’ HMS Dolphin als auch Carterets HMS Swallow einen nordwestlichen Kurs einschlagen.
mini|links|Samuel Wallis wird von der Königin von Otaheite empfangen 18. Juni: Samuel Wallis sichtet als erster Europäer die Insel Tahiti und tauft sie zu Ehren des britischen Königs King George Island. Drei Tage später geht er an Land und bleibt mit seiner Mannschaft fünf Wochen. Am 26. Juli tritt die Dolphin die Weiterreise an. Samuel Wallis gilt auch als Entdecker der Insel Pinaki, der Inseln Nukutavake, Vairaatea, Paraoa, Manuhangi und Nengonengo im Tuamotu-Archipel sowie von Mehetia, dem östlichsten Eiland der Gesellschaftsinseln. Auf der Rückfahrt über Batavia entdeckt Wallis noch die Inseln Howe, Tapuaemanu, Mopihaa und Fenua Ura.
mini|Pitcairn 2. Juli: Philipp Carteret erreicht eine Insel, die er nach dem Seekadetten Robert Pitcairn, einem Sohn von John Pitcairn, benennt, der die Insel zuerst gesichtet hat. An den folgenden Tagen sichtet man drei weitere, in Europa bislang unbekannte Inseln im Tuamotu-Archipel: das Mururoa-Atoll, Nukutepipi und Anuanuraro. Nach langer Fahrt mit zahlreichen Entbehrungen gelangt die Swallow zu den Santa-Cruz-Inseln, die Carteret Königin-Charlotte-Inseln nennt. Von hier aus steuert er weiter nach Nordwesten und entdeckt am 29. August den St.-Georgs-Kanal im heutigen Bismarck-Archipel, der Neubritannien und Neuirland voneinander trennt. Carteret erkennt die Landmassen erstmals als zwei eigenständige Inseln. 28. Oktober: Philipp Carteret entdeckt die Admiralitätsinseln wieder, die holländischen Seefahrern schon bekannt waren. Nun steuert er durch die Molukken hindurch, kartiert trotz seines nur eingeschränkt seetüchtigen und leckenden Schiffes die gesamte Westküste von Celebes und kommt am 15. Dezember nach Mangkassar.
Afrika
Mwambutsa Syarushambo Butama wird Nachfolger von Mutaga III. Senyamwiza als König von Burundi.
Siamesisch-Birmanischer Krieg
mini|hochkant|Der Verlauf des Krieges seit 1765 7. April: Der birmanische Herrscher Hsinbyushin aus der Konbaung-Dynastie erobert nach mehr als einjähriger Belagerung Ayutthaya, die Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches der Thai, und zerstört die Stadt fast vollständig. Der siamesische König Ekathat kommt ebenso wie sein designierter Nachfolger auf der Flucht ums Leben. Die mehr als 400 Jahre dauernde Ayutthaya-Periode ist damit zu Ende. Der chinesischstämmige Gouverneur und Heerführer Taksin hat bereits im Januar gegen die siamesische Militärführung revoltiert und das Schlachtfeld verlassen, wobei er den Belagerungsring der Birmanen durchbrochen hat und mit seiner Einheit nach Südosten nach Chon Buri und weiter nach Rayong gezogen ist. Dort hält er eine Versammlung ab, auf der er sich angesichts der aufgelösten Staatsordnung in Ayutthaya zum Oberhaupt (chao) aus eigenem Recht ausrufen lässt und feudale Titel an örtliche Dorfoberhäupter vergibt. Im Juni erobert Taksins Armee die Provinz Chanthaburi, die sich nach dem Fall Ayutthayas selbstständig gemacht hat. Dadurch kontrolliert er die gesamte Ostküste mit mehreren kleineren Häfen und dazugehörigen Schiffen. Oktober: Taksin stößt mit seiner Armee nach Westen, in die birmanisch besetzte zentralthailändische Ebene vor. Er nimmt die Festung Thonburi ein und lässt den birmanisch eingesetzten Kommandanten hinrichten. Die Nachricht davon alarmiert die birmanischen Besatzungstruppen bei Ayutthaya, deren Hauptarmee aber bereits nach Birma zurückgekehrt ist. Den gegen ihn entsandten Truppen tritt Taksin entgegen, gewinnt die ersten kleineren Gefechte und überrennt schließlich die birmanische Garnison. Die dieser unterstellten siamesischen Truppen laufen dabei möglicherweise zu Taksin über. Taksin lässt Ayutthaya aber nicht wiederaufbauen, sondern erwählt die kleine Festungsstadt Thonburi am westlichen Ufer des Mae Nam Chao Phraya zur neuen Hauptstadt. 28. Dezember: Taksin lässt sich zum König des neugegründeten Königreichs Thonburi krönen.
Erster Mysore-Krieg in Indien
mini|hochkant|Südindien 1767 Januar: Der Erste Mysore-Krieg zwischen der Britischen Ostindien-Kompanie und dem Königreich Mysore unter Hyder Ali beginnt mit dem Einmarsch des Marathenreichs ins nördliche Mysore. Die Marathen stoßen bis zum Fluss Tungabhadra vor, bevor Hyder Ali um Waffenstillstand bitten kann. Gegen die Zahlung einer großen Summe ziehen sie sich hinter den Fluss Kistna zurück. Zeitgleich dringt nun aber eine Armee des Nizam von Hyderabad nach Mysore vor. Dank der Unterstützung der zwei britischen Einheiten unter Colonel Joseph Smith ist diese Invasion ausgesprochen erfolgreich. Im Mai kommt es zu Friedensverhandlungen zwischen Mysore und Hyderabad, Hyder Ali und der Nizam von Hyderabad verbünden sich nun gegen die Briten und greifen gemeinsam den Kompanieaußenposten in Changama an. Hyder kann Kaveripattinam erobern, aber am 26. September wird er in der Schlacht bei Tiruvannamalai wieder zurückgeworfen. Die bevorstehende Regenzeit treibt Hyder zur Eile an. Er überrennt einige weitere Außenposten und belagert im November Ambur, bis im Dezember britische Verstärkungen eintreffen und die Belagerung aufgehoben werden muss.
Wirtschaft
6. April: In Pforzheim wird der Grundstein für die deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie gelegt. Markgraf Karl Friedrich von Baden erlaubt dem Franzosen Jean Francois Autran, eine Taschenuhrenfabrik im Waisenhaus zu eröffnen. Die Erweiterung zu einer Schmuck- und Stahlwarenfabrik erfolgt noch im gleichen Jahr. Im Waisenhaus wird überdies eine „Zeichenschule“ eröffnet, die der jungen örtlichen Schmuck- und Uhrenindustrie qualifizierte Nachwuchskräfte zur Verfügung stellen soll. Die Goldstadt bildet bis heute das Zentrum der deutschen Schmuckindustrie. 3. Juli: In Trondheim wird die erste Tageszeitung in Norwegen herausgegeben, die heutige Adresseavisen. Die Königliche Dänische Ackerakademie muss nach vier Jahren Tätigkeit wieder schließen. Die Chemische Fabrik Gebrüder Gravenhorst stellt erstmals Braunschweigisches Grün in großer Menge und Reinheit her.
Wissenschaft und Technik Geodäsie und Kartografie
mini|Die ursprüngliche Mason-Dixon-Linie Der Astronom Charles Mason und der Geometer Jeremiah Dixon vollenden nach vierjähriger Tätigkeit die Vermessung der Grenze zwischen den Kolonien Pennsylvania und Maryland. Die Mason-Dixon-Linie ist noch heute die Grenze zwischen den beiden Staaten. Die Britische Ostindien-Kompanie gründet den Survey of India.
Naturwissenschaften
Der erste Nautical Almanac des britischen Royal Greenwich Observatory erscheint. Der Benediktinermönch Placidus Fixlmillner beginnt im oberösterreichischen Stift Kremsmünster mit regelmäßigen Wetteraufzeichnungen, die er in einer Wetterchronik festhält. Der norwegische Zoologe Peter Ascanius veröffentlicht den ersten von fünf bebilderten Bänden seines Hauptwerks Icones rerum naturalium.
Technische Errungenschaften