zentriert|350px|Die Unabhängigkeitserklärung wird dem Kontinentalkongress vorgelegt, Gemälde von John Trumbull (um 1816) Die Abgeordneten der Dreizehn Kolonien unterzeichnen auf dem Zweiten Kontinentalkongress die unter anderem von ... zentriert|167px|Die Originalurkunde der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten ... Thomas Jefferson entworfene Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. zentriert|173px|Titelseite von Adam Smiths Hauptwerk Der Wohlstand der Nationen Adam Smith veröffentlicht An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations. 1776 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1224/25 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1768/69 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1181/82 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2319/20 (südlicher Buddhismus); 2318/19 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Feuer-Affen 丙申 (am Beginn des Jahres Holz-Schaf 乙未) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1138/39 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4109/10 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1154/55 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1189/90 (20./21. Februar) Jüdischer Kalender 5536/37 (13./14. September) Koptischer Kalender 1492/93 (10./11. September) Malayalam-Kalender 951/952 Seleukidische Ära Babylon: 2086/87 (Jahreswechsel April) Syrien: 2087/88 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1832/33 (Jahreswechsel April)

miniatur|links|Washington Crossing the Delaware, Gemälde von Emanuel Leutze, 1851 Im Jahr 1776 entstehen mit der Verabschiedung der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika die Vereinigten Staaten von Amerika, womit die im Vorjahr ausgebrochene Rebellion gegen die sogenannten Intolerable Acts des Königreichs Großbritannien endgültig zum Unabhängigkeitskrieg mutiert. Nach dem anfänglichen Erfolg bei der Belagerung von Boston, bei der die britischen Belagerer vertrieben werden können, erleiden die Kolonisten im Laufe des Jahres aber einige empfindliche Niederlagen. Erst als General George Washington nach der Überquerung des Delaware River im Dezember einen Sieg in der Schlacht von Trenton erringt, kann der Kampfgeist und die Moral der Kontinentalarmee wiederhergestellt werden.

In allen österreichischen Ländern der Habsburgermonarchie wird unter dem Einfluss von Joseph von Sonnenfels per Erlass der Erzherzogin Maria Theresia die Folter abgeschafft. In Südamerika bricht der Spanisch-Portugiesische Krieg aus und James Cook bricht in Plymouth mit der Resolution zu seiner dritten – und letzten – Weltumseglung auf.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

miniatur|links|hochkant|Titelseite von Thomas Paines Streitschrift Common Sense 10. Januar: Thomas Paine veröffentlicht das Pamphlet Common Sense, das Thomas Jeffersons Unabhängigkeitserklärung entscheidend beeinflussen wird. Unter anderem wird darin erstmals der Name Vereinigte Staaten von Amerika vorgeschlagen. 15. Januar: Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg / Soldatenhandel unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel: In den Subsidienverträgen überlässt Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel eigene Soldaten an Großbritannien zum Einsatz in Nordamerika. 5. Februar: Auch Hanauer Truppen werden den Briten vertraglich zur Verfügung gestellt. 27. Februar: Die Schlacht von Moores Creek Bridge ist eine der ersten Kampfhandlungen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, bei der die Amerikaner ein Regiment schottischer Loyalisten an der Überquerung der Brücke hindern.

17. März: Die Belagerung von Boston endet. Die britischen Truppen beginnen damit, Boston auf dem Seeweg zu räumen. Einheiten unter dem Befehl von George Washington und Henry Knox ist es gelungen, ihre Artillerie in günstige Stellungen zu positionieren, welche die Stadt bestreichen können. Der gegnerische Befehlshaber William Howe ordnet daher eine Evakuierung an. Washington zieht im Anschluss mit seiner Truppe sofort nach New York weiter, weil er einen Angriff der Krone an diesem strategisch wichtigen Punkt erwartet. 8. Juni: In der Schlacht von Trois-Rivières vereiteln die Briten einen Gegenangriff der amerikanischen Armee. 12. Juni: Die von George Mason formulierte Virginia Declaration of Rights wird vom in Williamsburg tagenden Konvent von Virginia einstimmig angenommen. 4. Juli: In der Independence Hall in Philadelphia proklamieren die 13 britischen Kolonien in Amerika die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika. Eine Urkunde über die Resolution des Kontinentalkongresses wird Ende Juli ausgefertigt und am 2. August von den meisten Delegierten unterzeichnet. 8. Juli: Beim ersten öffentlichen Verlesen der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten wird in Philadelphia auch die Liberty Bell geläutet. Während der Monate Juli und August lässt General Howe mit der Unterstützung der Flotte seines Bruders Richard Howe jeweils 32.000 britische und fremde Berufssoldaten, vom Gegner unbehelligt, auf Staten Island anlanden. In dieser Zeit kann Washington 20.000 untrainierte Soldaten des Kongresses und Milizsoldaten versammeln und lässt zusätzlich auf und um Manhattan Island schwere Befestigungen bauen. Die Hälfte seiner Truppen bewegt er zu den ebenfalls neu errichteten Befestigungsanlagen auf den Brooklyn Heights und überlässt Manhattan Generalmajor Israel Putnam. Zwischen dem 22. und 25. August landen 20.000 von Howes Männern auf Long Island.

miniatur|links|Schlacht von Long Island 27. August: Die Briten gewinnen gegen die Truppen der Kolonisten unter Befehl von Generalmajor John Sullivan in der Schlacht von Long Island und besetzen danach New York City.

15. September: Britisch-hessischen Truppen gelingt die erfolgreiche Landung bei Kips Bay an der Ostküste Manhattans. Die Amerikaner ziehen sich nach Harlem Heights zurück. 16. September: In der Schlacht von Harlem Heights siegen die Amerikaner. 22. September: Nathan Hale wird von den Briten wegen Spionage gehängt. Er wird in der Folge zu einem der Nationalhelden der Vereinigten Staaten.

miniatur|links|Karte der Schlacht von Valcour 11. Oktober: Mit der vernichtenden Niederlage im Seegefecht bei Valcour Island endet die Invasion von Kanada durch die Amerikaner. 18. Oktober: Die unentschiedene Schlacht von Pell’s Point erlaubt es dem amerikanischen Oberkommandierenden George Washington, den Hauptteil seiner Armee nach White Plains zu verlegen und so zu verhindern, dass diese in Manhattan eingeschlossen wird. 28. Oktober: Die Schlacht von White Plains bei New York City gewinnen Briten und ein hessisches Regiment über die amerikanischen Kolonisten unter George Washington. Ihre Chance, die Truppen der Siedler vollends zu dezimieren, lassen die Briten unter dem Befehl von William Howe ungenutzt. 16. November: Die Schlacht von Fort Washington ist die folgenreichste Niederlage der Kontinentalen Armee im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die britische Armee und ihre hessischen Verbündeten zwingen die amerikanische Besatzung des Forts zur Aufgabe und erringen damit die Kontrolle über die strategisch wichtige Insel Manhattan.

miniatur|Die Kapitulation der hessischen Truppen 25. Dezember: George Washington überschreitet mit seinen Männern den Delaware River und besiegt am nächsten Tag in der Schlacht von Trenton, New Jersey, in britischen Diensten stehende hessische Regimenter vernichtend. Der außerordentliche Erfolg des relativ kleinen Gefechtes stellt den Kampfgeist und die Moral der amerikanischen Seite wieder her. Nach ihrem überraschenden Sieg zieht sich die Kontinentalarmee wieder in ihr Lager nach Pennsylvania zurück. Nach Auswertung der strategischen Lage fällen Washington und sein Stab jedoch die Entscheidung, sich dem erwarteten massiven britischen Gegenschlag wieder in Trenton zu stellen und die Kontinentalarmee zieht am 30. Dezember erneut nach New Jersey. General Washington platziert seine Truppen defensiv an der südlichen Seite des Assunpink Creek im Süden der Stadt und lässt umgehend mit Schanzarbeiten beginnen. 31. Dezember: Der Kontinentalarmee droht die Selbstauflösung, da die Dienstzeit der meisten Soldaten an diesem Tag endet. Mit einer patriotischen Ansprache und einer Prämie von zehn Dollar pro Kopf erreicht Washington schließlich, dass die meisten Soldaten einen weiteren Monat in der Armee verbleiben.

Weitere Ereignisse in Nordamerika

Die im Vorjahr von Tubac aufgebrochene Expedition von Juan Bautista de Anza erreicht bei San Gabriel die Pazifik-Küste. Nach einer mehrwöchigen Pause wendet sich der Zug der Expedition entlang der Küste nach Norden und erreicht schließlich Monterey. Von dort aus beginnt man mit der Erforschung der San Francisco Bay, die de Anza erstmals am 28. März erreicht. 29. Juni: Mitglieder der Expedition gründen in einer Lagune, die sie Nuestra Señora de los Dolores nennen, eine Mission. Sie erhält in Gedenken an den Heiligen Franz von Assisi den Namen San Francisco de Asís, die erste europäische Siedlung auf dem Gebiet des späteren San Francisco. Die Weihe eines kleinen Behelfsbaus erfolgt am 17. September. Zur Sicherung der Mission wird am Golden Gate ein Presidio gebaut. Die Quäker schaffen die Sklaverei unter ihren Mitgliedern ab.

Südamerika

Februar: Der Spanisch-Portugiesische Krieg um Besitzungen in Südamerika beginnt. Portugiesische Schiffe unter Robert MacDouall und Jorge Hardcastle greifen Rio Grande de São Pedro an. Eine spanische Flotte muss nach einem verlorenen Seegefecht abdrehen. Zu Land drängen die Portugiesen die Spanier aus dem umstrittenen Gebiet. Nach einer Belagerung und einem verlorenen Gefecht muss die Stadt kapitulieren. Spanien reagiert darauf mit der Entsendung einer starken Flotte von sechs Linienschiffen, acht Fregatten und etwa 100 Transportern. Diese transportieren etwa 9000 Soldaten und die nötige Ausrüstung. Das Kommando der spanischen Streitkräfte wird Vizekönig Pedro de Cevallos übertragen. 1. August: Das neue spanische Vizekönigreich des Río de la Plata wird vom Vizekönigreich Peru abgetrennt. Der Gouverneur von Buenos Aires, Pedro de Cevallos, wird am 15. Oktober 1777 als erster Vizekönig eingesetzt.

Europa

2. Januar: In allen österreichischen Ländern der Habsburgermonarchie wird unter dem Einfluss von Joseph von Sonnenfels per Erlass der Erzherzogin Maria Theresia die Folter abgeschafft. Im selben Jahr reformiert Sonnenfels als Direktor der Illuminationsanstalt auch die öffentliche Beleuchtung der Stadt Wien mit Öllampen.

Asien

1. März: Das Marathenreich schließt mit der Britischen Ostindien-Kompanie den Vertrag von Purandhar. 5. März: Yeongjo, Herrscher des koreanischen Königreichs Joseon, stirbt im Gyeonghuigung-Palast von Seoul. Seine Nachfolge tritt am 27. April sein Enkel Jeongjo an. Da dessen Vater Sado jedoch wegen seines gewalttätigen Verhaltens hingerichtet worden ist, und es nach konfuzianischem Ethos der Joseon-Monarchie verwerflich ist, wenn sich ein Mitglied der Yangban (herrschende Klasse) kriminell oder unehrenhaft verhält, wird anfänglich die Legitimität seiner Thronfolge aufgrund seiner Herkunft infrage gestellt. Frühjahr: Im Siamesisch-Birmanischen Krieg 1775–1776 beginnen die birmanischen Truppen des Königreichs Ava unter Hsinbyushin eine Gegenoffensive, die sie bis nach Phitsanulok führt. Sie werden jedoch von den siamesischen Armeen Taksins zurückgeschlagen, die Ende des Jahreserneut Chiang Mai einnehmen. Das Königreich Lan Na, seit dem 17. Jahrhundert Vasall Avas, wird zu einem Vasallenstaats des siamesischen Königreichs Thonburi. Es ist jedoch nach mehreren Kriegen, die auf seinem Gebiet stattfanden, verwüstet und zu weiten Teilen entvölkert.

James Cooks dritte Südseereise

miniatur|hochkant|James Cook, 1776, Nathaniel Dance-Holland, National Maritime Museum