zentriert|350px|Concord Minuteman Der Schuss, der um die ganze Welt gehört wurde: Die Gefechte von Lexington und Concord sind der Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. zentriert|167px|Papst Pius VI. Giovanni Angelo Graf Braschi wird zum Papst gewählt und gibt sich den Namen Pius VI. zentriert|173px|Daniel Boone (1820 erstelltes, unvollendetes Ölgemälde von Chester Harding, das einzige zu Boones Lebenszeiten erstellte Porträt) Daniel Boone beginnt mit dem Bau der Wilderness Road von Virginia nach Kentucky. 1775 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1223/24 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1767/68 (Jahreswechsel 11./12. September) Bengalischer Solarkalender 1180/81 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2318/19 (südlicher Buddhismus); 2317/18 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Holz-Schafes 乙未 (am Beginn des Jahres Holz-Pferd 甲午) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1137/38 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4108/09 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1153/54 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1188/89 (3./4. März) Jüdischer Kalender 5535/36 (24./25. September) Koptischer Kalender 1491/92 (11./12. September) Malayalam-Kalender 950/951 Seleukidische Ära Babylon: 2085/86 (Jahreswechsel April) Syrien: 2086/87 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1831/32 (Jahreswechsel April)
miniatur|links|1775 beansprucht das Königreich Großbritannien die Hoheit über die roten und rosa Gebiete auf dieser Karte, Spanien herrscht über das orange Gebiet westlich des Mississippi River. Die rote Fläche ist das Gebiet der dreizehn Kolonien nach der Proklamation von 1763. Im Jahr 1775 beginnt mit den Gefechten von Lexington und Concord und der darauf folgenden Belagerung von Boston der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg zwischen dem Königreich Großbritannien und den 13 amerikanischen Kolonien. Im Sommer tritt der Zweite Kontinentalkongress zusammen und verabschiedet nach anfänglichen Ausgleichsbemühungen die Declaration of the Causes and Necessity of Taking Up Arms. Die Milizen der Kolonisten und die im Laufe des Jahres gegründeten regulären Militäreinheiten sind am Beginn des Krieges so erfolgreich, dass sogar eine Invasion Kanadas versucht wird, die von britischen Einheiten jedoch am letzten Tag des Jahres in der Schlacht von Québec abgewehrt werden kann.
Von Neuspanien aus werden in der Zwischenzeit mehrere Expeditionen in den westlichen Teil des nordamerikanischen Kontinents entsandt, die unter anderem nach Kalifornien und zum Teil bis nach Alaska vordringen. Einer vermutlich durch eine dieser Expeditionen ausgelösten Pockenepidemie an der Pazifikküste Nordamerikas fallen rund 30 % der dortigen Bevölkerung zum Opfer.
In Europa wird König Ludwig XVI. von Frankreich gekrönt und gegen Anna Maria Schwegelin wird in Kempten der letzte Hexenprozess auf deutschem Boden durchgeführt. Auf der Südhalbkugel dringt James Cook auf seiner zweiten Weltreise mit den beiden Schiffen Resolution und Adventure in antarktische Gewässer vor, ohne jedoch den antarktischen Kontinent selbst zu entdecken, und kehrt schließlich nach dreijähriger Fahrt mit zahlreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Objekten an Bord nach England zurück.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
9. Februar: Die britische Regierung erklärt ihre nordamerikanische Kolonie Massachusetts zur abtrünnigen Provinz. Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und seinen Kolonisten in Nordamerika, zieht herauf. 8. März: Im Pennsylvania Journal and the Weekly Advertiser erscheint Thomas Paines Abhandlung African Slavery in America, das erste gedruckte Plädoyer für die Freilassung von Sklaven im Lande.
mini|links|Patrick Henry bei seiner berühmten Rede, Druck von 1776 23. März: Der Abgeordnete Patrick Henry hält in der St. John’s Episcopal Church in Richmond vor der Virginia Convention eine Rede, die mit den Worten Give me Liberty, or give me Death! endet. Die Convention stimmt anschließend dafür, dass Virginia Truppen in den Krieg mit England schickt. 18./19. April: Paul Revere, William Dawes und Samuel Prescott und einigen anderen Reitern gelingt es, nach einem nächtlichen Ritt nach Lexington und Concord im Auftrag von Joseph Warren die Miliz der Kolonie Massachusetts vor den anrückenden Briten zu warnen.
19. April: Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg zwischen dem Königreich Großbritannien und den Dreizehn Kolonien beginnt mit den Gefechten von Lexington und Concord. Die British Army hat den Befehl, militärische Vorräte zu beschlagnahmen beziehungsweise zu zerstören. Die durch Spionage vorgewarnten amerikanischen „Patrioten“ haben diese jedoch bereits in Sicherheit gebracht. Rebellierende Minutemen fügen den Briten teils schwere Verluste zu. Die Gefechte sind in Amerika bekannt als „shot heard ’round the world“ („Der Schuss, der um die ganze Welt gehört wurde“). In der folgenden Nacht beginnt die Belagerung von Boston durch koloniale Milizen unter Artemas Ward. 10. Mai: Der Zweite Kontinentalkongress in den amerikanischen Kolonien tritt in Philadelphia zusammen. Die Schaffung einer gemeinsamen Armee wird beschlossen. 10. Mai: In der Schlacht von Ticonderoga wird die 52 Mann starke britische Besatzung des gleichnamigen Forts von aufständischen Kolonisten unter Ethan Allen und Benedict Arnold gefangen genommen. Es fällt nur ein einziger Schuss und niemand wird beim Kampf ernsthaft verletzt. Nach diesem Erfolg autorisiert der Kontinentalkongress im Juni General Philip Schuyler, eine Invasion in Kanada zu beginnen. 20. Mai: In Charlotte im Mecklenburg County von North Carolina wird angeblich die Mecklenburg Declaration of Independence unterzeichnet. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um ein sagenhaftes Ereignis. 24. Mai: John Hancock wird als Nachfolger von Peyton Randolph zum Präsidenten des Kontinentalkongresses gewählt. 31. Mai: Das Mecklenburger Sicherheitskomitee verabschiedet die Mecklenburg Resolves, mit denen alle Gesetze, die vom britischen König oder dem Parlament stammen, für ungültig erklärt werden. 15. Juni: George Washington, ein Plantagenbesitzer aus Virginia, wird zum Oberbefehlshaber des neu gegründeten Kontinentalheeres gewählt.
17. Juni: Im Kampf um Boston kommt es zur Schlacht von Bunker Hill. Die britische Armee unter William Howe überquert den Mystic River und vertreibt die amerikanischen Milizen aus den befestigten Stellungen an Bunker Hill und Breed’s Hill. Es ist jedoch ein Pyrrhussieg für Howe. Das unmittelbare Ziel wird erreicht, aber der Angriff demonstriert den amerikanischen Durchhaltewillen, verursacht beträchtliche britische Verluste und verändert den Status der Belagerung nicht.
mini|links|Unterschriften unter der Palmzweigpetition 5. Juli: Die sogenannte Palmzweigpetition ist ein letzter Appell des Zweiten Kontinentalkongresses der 13 amerikanischen Kolonien an den britischen König George III., unter dem Schlagwort No taxation without representation die Wirtschafts- und Steuerpolitik des britischen Mutterlandes diesen Kolonien gegenüber zu ändern. Der Appell erreicht London am 14. August, wird von George III. jedoch nicht zur Kenntnis genommen. Das Verhalten des Königs bestärkt die Vertreter der Unabhängigkeitsbewegung, während die Befürworter eines Ausgleichs nunmehr auf einsamen Posten stehen oder ihre Meinung zugunsten der offenen Rebellion ändern. 6. Juli: Der Zweite Kontinentalkongress verabschiedet die Declaration of the Causes and Necessity of Taking Up Arms, die von John Dickinson auf der Grundlage eines Entwurfs von Thomas Jefferson verfasst worden ist. Darin werden die Gründe formuliert, warum die 13 Kolonien zu den Waffen greifen. Wie in der Palmzweigpetition vermeidet der Kontinentalkongress eine direkte Kritik an König George III. 26. Juli: Benjamin Franklin wird vom amerikanischen Kontinentalkongress zum Generalpostmeister bestimmt und soll das Postwesen innerhalb der 13 englischen Kolonien organisieren. Der United States Postal Service wird gegründet.
mini|hochkant|Proclamation of Rebellion, Druck von 1775 23. August: Mit der Proclamation of Rebellion stellt die britische Regierung unter König Georg III. fest, dass sich die Dreizehn Kolonien im Zustand der offenen Rebellion gegen die Krone befinden. Die britischen Amtsträger werden aufgefordert, „bis zum Äußersten zu gehen, um einer solchen Rebellion Widerstand zu leisten und sie zu unterdrücken“. Die Proklamation fordert darüber hinaus die Untertanen im gesamten Britischen Weltreich einschließlich derjenigen im Vereinigten Königreich selbst auf, jeden, der „verräterischen Schriftverkehr mit den Rebellen weiterverbreite“, zur Bestrafung anzuzeigen.
miniatur|links|Die Einschiffung von Montgomerys Truppen bei Crown Point, gezeichnet von Sydney Adamson, Rasterdruck graviert von J.W. Evans 28. August: Die Generäle Richard Montgomery und Philip Schuyler beginnen mit dem Versuch einer amerikanischen Invasion von Kanada. 27. Oktober: George III. hält eine Thronrede vor dem Parlament. Darin lässt er durchscheinen, dass die Regierung die Absicht habe, die Krise mit Waffengewalt zu beenden. Zu diesem Zweck wolle sie sogar „freundliche Hilfsangebote aus dem Ausland“ in Betracht ziehen, um die Rebellion zu unterdrücken, ohne dass Brite gegen Brite kämpfen müsse. Eine proamerikanische Minderheit im Parlament warnt daraufhin die Regierung davor, die Kolonisten in die Unabhängigkeit zu drängen.
mini|hochkant|Invasionsrouten von Montgomery und Arnold in Kanada 2. November: Richard Montgomery erobert das britische Fort St. John in Kanada. Die dafür notwendige 45-tägige Belagerung trägt aber entscheidend zur Schwächung seiner Truppen bei, auch wenn er am 13. November praktisch kampflos Montreal übernehmen kann, wo die Aufständischen zunächst als Befreier begrüßt werden.
mini|links|hochkant|Dunmores Proklamation 7. November: John Murray, 4. Earl of Dunmore, königlicher Gouverneur der britischen Kolonie Virginia, unterzeichnet Dunmores Proklamation. Darin verspricht er denjenigen im Besitz aufständischer Kolonisten befindlichen Sklaven die Freiheit, die ihren Eigentümern entfliehen und sich den königlichen Streitkräften anschließen, um Schwarze Loyalisten zu werden. Die offiziell am 15. November verkündete Proklamation veranlasst nach ihrer Veröffentlichung zwischen 800 und 2000 Sklaven sich durch Flucht der Herrschaft ihrer Eigentümer zu entziehen und sich bei den Truppen von Lord Dunmore für den Kriegsdienst zu melden. Diese werden im sogenannten Ethiopian Regiment organisiert. Der zweite Virginia-Konvent reagiert darauf am 14. Dezember mit einer unmissverständlichen Erklärung, in der angekündigt wird, dass alle flüchtigen Sklaven, die sich nicht innerhalb von 10 Tagen ergeben, hingerichtet werden würden. 10. November: Durch Beschluss des 2. Kontinentalkongresses wird mit den Continental Marines der Vorgänger des United States Marine Corps gegründet. Am 6. Dezember verabschiedet der Kontinentalkongress eine Antwort auf die Proclamation of Rebellion. Während die Delegierten ihre Loyalität zur Krone bekräftigen, betonen sie zugleich, dass das britische Parlament keine politische Autorität über die Kolonien ausüben könne, da diese nicht demokratisch repräsentiert seien. 9. Dezember: In der Schlacht von Great Bridge siegen die amerikanischen Patrioten, erobern wenig später Norfolk und vertreiben die Briten anschließend aus Virginia.
miniatur|Der Tod von General Montgomery in der Schlacht von Québec 31. Dezember: Die Briten besiegen in der Schlacht von Québec amerikanische Truppen und verhindern damit die Eroberung Kanadas im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. General Montgomery kommt in der Schlacht ums Leben. Er gilt als der erste und höchstrangige General der amerikanischen Streitkräfte, der je in einem Gefecht getötet wurde.