mini|links|Friedrich II. zieht nach dem Hubertusburger Frieden am 30. März in Berlin ein und wird von seinen Untertanen gefeiert, Radierung, Johann Lorenz Rugendas
zentriert|156px|Allegorische Darstellung des Hubertusburger Friedens Mit dem Frieden von Hubertusburg endet der Siebenjährige Krieg. zentriert|184px|Östliches Nordamerika mit der Trennungslinie der Königlichen Proklamation von 1763 und der Linie aus dem Vertrag von Fort Stanwix 1768 Die Königliche Proklamation von 1763 beschränkt das Siedlungsgebiet in den britischen Kolonien in Nordamerika. zentriert|350px|Pontiac fordert zum Kampf gegen die Briten auf Mehrere Indianerstämme erheben sich im Pontiac-Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft in Nordamerika. 1763 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1211/12 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1755/56 (Jahreswechsel 11./12. September) Bengalischer Solarkalender 1168/69 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2306/07 (südlicher Buddhismus); 2305/06 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Wasser-Schafes 癸未 (am Beginn des Jahres Wasser-Pferd 壬午) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1125/26 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4096/97 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1141/42 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1176/77 (11./12. Juli) Jüdischer Kalender 5523/24 (7./8. September) Koptischer Kalender 1479/80 (11./12. September) Malayalam-Kalender 938/939 Seleukidische Ära Babylon: 2073/74 (Jahreswechsel April) Syrien: 2074/75 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1819/20 (Jahreswechsel April)
Im Jahr 1763 endet mit dem Pariser Frieden und dem Frieden von Hubertusburg der Siebenjährige Krieg. Großer Verlierer dieses Krieges ist Frankreich, das beinahe alle seine bisherigen Kolonien, insbesondere Neufrankreich in Nordamerika, verliert. Für Friedrich den Großen wird der Friedensschluss hingegen zu einem Triumph, mit dem Preußen sich als neue Großmacht in Europa etabliert.
Das Königreich Großbritannien, das ebenfalls zu den Gewinnern des Krieges zählt, bekommt allerdings schnell Probleme in den von Frankreich übernommenen nordamerikanischen Kolonien. Unter dem Häuptling Pontiac bricht dort ein Aufstand aus, der das neue Kolonialreich an den Rand einer Niederlage bringt. Der britische König George III. versucht zwar, mit einer Siedlungsbeschränkung den Frieden mit den Indianern wiederherzustellen, die Königliche Proklamation von 1763 wird von den englischen Siedlern aber weitgehend ignoriert.
Im Osten Europas endet mit dem Tod von August III. die Personalunion Sachsen-Polen. Während in Polen-Litauen bis zur Wahl eines neuen Königs ein Interrex eingesetzt wird, folgt im Kurfürstentum Sachsen Augusts Sohn Friedrich Christian auf den Thron, der das von Thomas von Fritsch entwickelte Rétablissement des vom Krieg verwüsteten Staates vorantreibt.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Siebenjähriger Krieg
mini|links|Karte aus dem Jahr 1763, die die neuerworbenen britischen Kolonien in Florida zeigt Großbritannien/Portugal und Frankreich/Spanien unterzeichnen am 10. Februar den Pariser Frieden und beenden ihre Kriegshandlungen während des Siebenjährigen Krieges. Der Friedensvertrag spricht Großbritannien das bis dahin spanische Florida zu, das in die Kolonien Ost- und Westflorida geteilt wird. Spanien erhält dafür die Herrschaft über das nach der Belagerung von Havanna britisch kontrollierte Kuba zurück und beginnt am 4. November dort auf Anweisung von König Carlos III. mit dem Bau der Festungsanlage San Carlos de La Cabaña. Dabei werden 4.000 von der Halbinsel Yucatán verschleppte mexikanische Sklaven als Bauarbeiter eingesetzt.
Frankreich muss Kanada sowie die Gebiete östlich des Mississippi und um die Großen Seen an die britische Krone abtreten. Darüber hinaus muss es Spanien mit seinen westlich des Mississippi gelegenen Gebieten (Louisiana) für den Verlust Floridas entschädigen. Frankreich verliert außerdem sein afrikanische Kolonie Senegambia und seine indischen Besitzungen mit Ausnahme einiger Handelsstützpunkte, unter anderem Pondicherry und Karikal.
Am 15. Februar unterzeichnen Preußen, Kursachsen und Österreich den Frieden von Hubertusburg, womit der Siebenjährige Krieg endgültig beendet ist. Der Friedensschluss besteht aus zwei Friedensverträgen: Im Vertrag zwischen Preußen und Österreich verzichtet Maria Theresia für sich und ihre Erben entschädigungslos auf alle Gebietsansprüche gegenüber Preußen für die nach dem Ersten Schlesischen Krieg abgetretenen Gebiete. Der Besitz Schlesiens und der Grafschaft Glatz wird Preußen damit endgültig bestätigt. Friedrich II. seinerseits verpflichtet sich, auf Entschädigungen für Verluste während des Krieges zu verzichten. Außerdem verpflichtet er sich in einem geheimen Zusatzabkommen, Maria Theresias Sohn Joseph seine brandenburgische Kurstimme für die bevorstehende Königswahl zu geben. Im zweiten Vertrag zwischen Preußen und Kursachsen wird der status quo vor dem Krieg wiederhergestellt.
Großbritannien
8. April: John Stuart, 3. Earl of Bute, tritt als Premierminister des Vereinigten Königreichs zurück. Sein Nachfolger wird George Grenville.
23. April: In einer Ausgabe des North Briton bezeichnet der Abgeordnete John Wilkes die Rede von König George III. anlässlich der Parlamentseröffnung als „Lüge“. Kurz darauf wird ein Blankohaftbefehl auf ihn und die Herausgeber der Zeitung ausgestellt. Die politische Affäre wird sich über viele Jahre hinausziehen.
Sachsen / Polen
mini|links|hochkant|Friedrich Christian als Kurfürst Mit dem Tode des polnischen Königs August III., der als Friedrich August II. auch Kurfürst von Sachsen war, erlischt am 5. Oktober die Personalunion Sachsen-Polen. Für Polen-Litauen wird bis zur Wahl eines neuen Königs Primas Władysław Aleksander Łubieński als Interrex eingesetzt. Augusts Sohn Friedrich Christian wird Kurfürst von Sachsen. Zu seinen ersten Handlungen zählt die Entlassung des umstrittenen Premierministers Heinrich von Brühl. Die seit dem Vorjahr tagende Restaurierungskommission unter Thomas von Fritsch legt am 19. November ihren Abschlussbericht vor, mit einem Plan, wie die zerrütteten Staatsfinanzen Kursachsens neu geordnet und dem vom Krieg verwüsteten und geplünderten Land durch wirtschaftlichen Wiederaufbau neue Impulse gegeben werden sollen. Das so genannte Rétablissement wird in den nächsten Jahren konsequent und erfolgreich umgesetzt.
mini|hochkant|Maria Antonia, Kurfürstin von Sachsen Nach nur 74 Regierungstagen stirbt Friedrich Christian jedoch schon am 17. Dezember an den Pocken. Nachfolger als sächsischer Kurfürst wird sein minderjähriger Sohn Friedrich August III. unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria Antonia von Bayern als Regentin und seines Onkels Franz Xaver als Kur-Administrator. Sie führen das Rétablissement seines Vorgängers fort.
Russland
22. Juli: Russlands Kaiserin Katharina II. erlässt ein Einladungsmanifest für ausländische Siedler, mit dem diesen Religionsfreiheit, Befreiung vom Militärdienst, Selbstverwaltung auf lokaler Ebene mit Deutsch als Sprache, finanzielle Starthilfe und 30 Jahre Steuerfreiheit in Aussicht gestellt wird. Katharina II. von Russland lässt im Kaukasus die Festung Mosdok errichten, die erste Befestigungsanlage der späteren Kaukasischen Linie.
Weitere Ereignisse in Europa
mini|links|hochkant|Alvise Mocenigo IV. 19. April: Nach dem Tod von Marco Foscarini am 31. März wird Alvise Mocenigo IV. im ersten Wahlgang einstimmig zum neuen Dogen von Venedig gewählt. Während seiner Regierungszeit setzt sich der rasante Niedergang der Republik, ihr Machtverlust innerhalb der europäischen Mächte und die Stagnation ihrer Wirtschaft fort.
mini|hochkant|Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim 5. Juli: Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim wird Erzbischof von Mainz und damit gleichzeitig Kurfürst. Er folgt dem am 4. Juni verstorbenen Johann Friedrich Karl von Ostein. Nachdem er mehrfach darum gebeten hat, erhält Ricardo Wall von König Karl III. die Entlassung als spanischer Staatsminister. Sein Nachfolger wird Jerónimo Grimaldi. Wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten in seiner Amtsführung als Säckelmeister wird Jost Niklaus Joachim Schumacher auf Betreiben des Joseph Rudolf Valentin Meyer, der eine Privatfehde gegen die Familie Schumacher führt, seiner Ehren und Ämter für verlustig erklärt und muss Luzern verlassen. Sein Verwandter Franz Plazid Schumacher muss mit seiner Familie ebenfalls die Stadt verlassen. Als Josts Sohn Lorenz Plazid Schumacher, der sich in Wien aufhält, von der Verbannung seines Vaters erfährt, kehrt er entgegen dem Rat seines Vaters aufgebracht nach Luzern zurück.
Asien
Frühjahr: Unter dem Eindruck der Britischen Invasion auf den Philippinen und des darauf folgenden Palaris-Aufstands führt Diego Silang aus dem Volk der Ilokano eine weitere Revolte gegen die Spanischen Kolonialherren. Er wird allerdings am 28. Mai in seinem eigenen Haus von einem Freund erschossen. Seine Frau Gabriela Silang führt die Revolution fort, wird jedoch am 20. September bei einem Überfall auf ein spanisches Armeelager gefangen genommen und noch am gleichen Tag gehängt. 29. November: Hsinbyushin wird nach dem Tod seines Bruders Naungdawkyi Herrscher im birmanischen Königreich Ava. Der König aus der Konbaung-Dynastie residiert vorläufig noch in der Hauptstadt Sagaing.
Britische Kolonien in Nordamerika
mini|Karte der Kampfhandlungen während des Pontiac-Aufstandes 27. April: Pontiac, Kriegshäuptling der Ottawa, fordert mehrere Indianerstämme der Algonkin zum Kampf gegen die Briten auf, nachdem diese im Anschluss an den Siebenjährigen Krieg begonnen haben, systematisch Siedlungen und Befestigungen in ihrem Gebiet anzulegen. Die Indianer erhalten vage Unterstützungszusagen von französischen Jägern und Händlern.
mini|links|Lageplan von Fort Detroit 1763 7. Mai: Mit einem Angriff auf Fort Detroit beginnt der Pontiac-Aufstand, eine große Revolte der Indianer gegen die britische Kolonialherrschaft. Weder Fort Detroit noch Fort Pitt können erobert werden. Erfolg haben die Indianer hingegen unter anderem bei Fort Sandusky (Ohio) (erobert am 16. Mai), Fort St. Joseph (Michigan) (25. Mai), Fort Miami (heute Fort Wayne, Indiana) (27. Mai), Fort Michilimackinac (Michigan) (4. Juni), Fort Ouiatanon (nahe Lafayette, Indiana) (1. Juli), Fort Presque Isle (heute Erie, Pennsylvania) (16. Juni) und Fort Le Boeuf (heute Waterford, Pennsylvania), das am 19. Juni überrascht wird. Angehörige der Seneca, die als einzige aus dem Volk der Irokesen am Aufstand teilnehmen, erobern Fort Venango (Pennsylvania) und brennen es nieder. Mai/Juni: Auf Vorschlag von General Jeffrey Amherst verwenden die Briten mit Pockenerregern verseuchte Decken, um die Indianer durch eine Seuche zu dezimieren. Es handelt sich um einen der ersten dokumentierten Versuche biologischer Kriegführung, der allerdings ohne nennenswerten Erfolg bleibt. 7. Oktober: Die Königliche Proklamation von 1763 beschränkt das Siedlungsgebiet in den von Frankreich nach dem gewonnenen Franzosen- und Indianerkrieg übernommenen britischen Kolonien in Nordamerika. Die Proklamation wird von den britischen Siedlern weitgehend ignoriert. 12. Oktober: Potawatomi, Anishinabe und Wyandot schließen mit den Briten Frieden. 30. Oktober: Pontiac bricht die Belagerung von Fort Detroit ab.
Südamerikanische Kolonien
mini|Brasilien 1763 27. Januar: Rio de Janeiro löst Salvador da Bahia als Hauptstadt des portugiesischen Vizekönigreichs Brasilien ab. 23. Februar: Unter der Führung von Cuffy beginnt in der zu Niederländisch-Guayana gehörenden und im Eigentum der Niederländischen Westindien-Kompanie befindlichen Kolonie Berbice (heute Teil von Guyana) ein Sklavenaufstand.