zentriert|148px|Robert Rogers Robert Rogers nimmt die Kapitulation des letzten französischen Forts im Nordamerikanischen Krieg entgegen zentriert|192px|Georg III. von Großbritannien Georg III. wird König von Großbritannien und Irland sowie Kurfürst von Hannover. zentriert|350px|Schlacht bei Sainte-Foy Die Schlacht bei Sainte-Foy wird zu einer der blutigsten Schlachten auf kanadischem Boden. 1760 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1208/09 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1752/53 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1165/66 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2303/04 (südlicher Buddhismus); 2302/03 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Metall-Drachen 庚辰 (am Beginn des Jahres Erde-Hase 己卯) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1122/23 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4093/94 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1138/39 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1173/74 (Jahreswechsel 12./13. August) Jüdischer Kalender 5520/21 (10./11. September) Koptischer Kalender 1476/77 (10./11. September) Malayalam-Kalender 935/936 Seleukidische Ära Babylon: 2070/71 (Jahreswechsel April) Syrien: 2071/72 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1816/17 (Jahreswechsel April)
Im Jahr 1760 endet der Krieg in Nordamerika zwischen den beiden Kolonialmächten Frankreich und Großbritannien mit einem Sieg der Briten. Mit der Kapitulation Montréals und der Festung Detroit endet de facto die französische Kolonialzeit in Nordamerika, die bisherige Kolonie Neufrankreich wird von Großbritannien übernommen. Die Kolonie Louisiana befindet sich zwar formell noch in französischem Besitz, ist von Frankreich militärisch aber nicht mehr haltbar.
mini|links|Verlauf des Krieges 1760 Der Krieg in Europa geht hingegen unvermindert weiter. Obwohl Friedrich der Große in einzelnen Schlachten zwar kleinere Erfolge erzielen kann, wird Preußen jedoch mehr und mehr in die Defensive gedrängt und von den gegnerischen Mächten Österreich und Russland zunehmend eingeschnürt, unter anderem befinden sich Ostpreußen, Sachsen und Schlesien in der Hand des Gegners. Kurzzeitig wird sogar Berlin besetzt und geplündert.
In Großbritannien folgt Georg III. seinem Großvater Georg II. auf den Thron und wird gleichzeitig Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Er ist der erste Monarch aus dem Herrscherhaus Hannover, der in Großbritannien geboren und dessen Muttersprache Englisch ist.
Chronologie 1. FebruarFriedrich II. wird Landgraf von Hessen-Kassel. 20. FebruarGefecht bei Koßdorf 28. AprilSchlacht bei Sainte-Foy 23. JuniSchlacht bei Landeshut 25. JuniTokugawa Ieharu wird Shōgun in Japan. 8. JuliGefecht auf dem Restigouche-Fluss 16. JuliGefecht bei Emsdorf 31. JuliSchlacht bei Warburg 15. AugustSchlacht bei Liegnitz 20. AugustGefecht bei Strehla 10.–14. OktoberBelagerung von Wittenberg 15. OktoberSchlacht bei Kloster Kampen 25. OktoberGeorg III. wird König von Großbritannien. 3. NovemberSchlacht bei Torgau Andauernde Ereignisse Dritter Karnatischer Krieg in Indien (seit 1756) Siebenjähriger Krieg in Europa (seit 1756) als Teil der Schlesischen Kriege (seit 1740) Siebenjähriger Krieg in Nordamerika (seit 1754) als Teil der Franzosen- und Indianerkriege (seit 1689) Aufgeklärter Absolutismus in Preußen und Österreich (seit 1740) Höfischer Absolutismus in Frankreich (seit 1648) Qing-Dynastie in China (seit 1644) Edo-Zeit in Japan (seit 1603)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Großbritannien, Irland, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg
Der britische König Georg II., gleichzeitig in Personalunion Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg („Kurhannover“), stirbt nach 33 Jahren Regierung am 25. Oktober an einer Aortendissektion und wird als letzter britischer Monarch in der Westminster Abbey beigesetzt. Da sein Sohn Friedrich Ludwig von Hannover bereits verstorben ist, folgt ihm sein Enkel Georg III. auf den Thron. Dieser ist der dritte britische Monarch aus dem Haus Hannover, doch der erste, der in Großbritannien geboren wurde und dessen Muttersprache Englisch ist. Sofort wird in den verschiedenen europäischen Herrscherhäusern nach einer geeigneten Gemahlin gesucht, die mit der 17-jährigen Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz Anfang des folgenden Jahres gefunden wird.
Georgs Amtsantritt wird zunächst von Politikern aller Parteien begrüßt, er bevorzugt jedoch Minister aus den Reihen der Tories. Da die Ländereien der Krone beim Amtsantritt des neuen Königs wenig Einkommen lukrieren, tritt er das Crown Estate an die HM Treasury ab und erhält als Gegenleistung eine jährliche Zahlung, die Zivilliste.
Siebenjähriger Krieg in Europa
20. Februar: Bei Koßdorf kommt es im Siebenjährigen Krieg zu einem Gefecht zwischen preußischen und österreichischen Truppen, bei dem die Preußen zwar die Oberhand behalten, ihr General Ernst Heinrich von Czettritz jedoch in Gefangenschaft gerät. 28. Februar: In einem Gefecht bei der Isle of Man besiegt ein Verband der britischen Royal Navy einen aus drei Fregatten bestehenden französischen Verband, der zuvor Truppen in Irland gelandet hat. Der französische Kommodore François Thurot, ein bekannter Freibeuterkapitän, fällt, die französischen Schiffe ergeben sich den Briten.
23. Juni: Die Schlacht bei Landeshut endet mit einer schweren Niederlage preußischer Truppen gegen die österreichische Armee unter Gideon Ernst von Laudon. Der preußische Heerführer Heinrich August de la Motte Fouqué ist prominentester Gefangener. 14. bis 30. Juli: Die Preußen beschießen Dresden, das seit der Übergabe im Herbst des Vorjahres von 13.000 Österreichern besetzt gehalten wird. Die Dresdner Innenstadt wird bei der erfolglosen Belagerung schwer beschädigt. 16. Juli: Im Gefecht bei Emsdorf gelingt den alliierten Truppen unter dem Befehl von Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel ein Sieg über ein französisches Korps.
mini|links|Schlacht bei Warburg 31. Juli: In der Schlacht bei Warburg siegen britische Truppen mit ihren deutschen Alliierten gegen Frankreich und geben die Stadt anschließend zur Plünderung frei.
mini|Schlacht bei Liegnitz 15. August: Friedrich II. von Preußen erringt mit letzter Kraft dank seines legendären Reitergenerals Hans Joachim von Zieten einen Sieg bei Liegnitz. 20. August: Das Reichsheer kann einen preußischen Rückzug nach Torgau im Gefecht bei Strehla nicht aufhalten. 9. Oktober: Unter Gottlob Heinrich von Tottleben und Sachar Grigorjewitsch Tschernyschow (Generalfeldmarschall) rücken russische Einheiten in Berlin ein. Tottleben bezieht sein Quartier im Haus des Kaufmanns Johann Ernst Gotzkowsky. Österreichische Einheiten unter Franz Moritz von Lacy besetzen die Vorstädte und das Umland. Der preußischen Hauptstadt wird eine Kontribution von 500.000 Talern abverlangt. Wegen Plünderungen durch Österreicher und Sachsen kommt es zum Streit mit der russischen Führung und sogar zu einzelnen Scharmützeln zwischen den Verbündeten. Auf das Gerücht, dass sich die preußische Hauptarmee nähere, ziehen sich die Eroberer bis zum 13. Oktober wieder zurück.
mini|links|Bombardierung Wittenbergs, Kupferstich aus Georgis Wittenbergischer Klage-Geschichte 10. Oktober: Die Belagerung von Wittenberg durch die Reichsarmee beginnt. Die Stadt, das Schloss und die Schlosskirche erleiden bei der Bombardierung am 13. Oktober schwere Schäden. Die „Thesentür“, ursprünglich aus Holz, geht verloren. Am 14. Oktober muss Stadtkommandant Konstantin Nathanael von Salenmon die Stadt übergeben. 15. Oktober: Französische Truppen bezwingen in der Schlacht bei Kloster Kampen nahe Wesel alliierte Einheiten unter dem Befehl des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel.
mini|Schlacht bei Torgau 3. November: In der Schlacht bei Torgau, der letzten großen Schlacht im Siebenjährigen Krieg besiegt die preußische Armee unter Friedrich dem Großen die Österreicher unter Feldmarschall Leopold Joseph von Daun, muss aber schwere Verluste in Kauf nehmen. Im Auftrag von Kurfürst Georg III. beginnt der Bau der Befestigungsanlagen auf dem Klüt bei Hameln.
Der Krieg in den Kolonien Nordamerika
28. April: Die Franzosen unter General François-Gaston de Lévis besiegen die britische Garnison von Québec unter General James Murray in der Schlacht bei Sainte-Foy und belagern daraufhin erfolglos Québec. 8. Juli: Britische Kriegsschiffe vernichten im Gefecht auf dem Restigouche-Fluss (Kanada) ein französisches Geschwader mit Hilfslieferungen für Montreal. 8. September: Die Garnison von Montreal kapituliert vor den Briten unter General Jeffrey Amherst. Damit endet de facto die französische Herrschaft in Kanada. 29. September: Der britische Major Robert Rogers nimmt die kampflose Kapitulation des französischen Forts Detroit entgegen.
Indien
mini|Ansicht von Pondichéry vor der Eroberung durch die Briten 22. Januar: Die zahlenmäßig weit überlegenen Briten unter Sir Eyre Coote besiegen die französischen Truppen unter Thomas Arthur de Lally-Tollendal im Dritten Karnatischen Krieg in der Schlacht von Vandarachi und marschieren auf die französische Stadt Pondicherry zu, die sie im März erreichen und bis zum Ende des Jahres belagern.
Weitere Ereignisse in Europa
1. Februar: Nach dem Tod von Wilhelm III. wird sein katholischer Sohn Friedrich II. Landgraf von Hessen-Kassel. Er unternimmt einige vergebliche Versuche, die Grafschaft Hanau-Münzenberg wieder mit Hessen-Kassel zu vereinigen, was aber am Widerstand Großbritanniens und der protestantischen Landstände scheitert. Der dänische König Friedrich V. stellt den Schweizer Élie-Salomon-François Reverdil als Hauslehrer für seinen Sohn Christian ein. Reverdil beginnt den Kronprinzen für die Ideen der Aufklärung zu interessieren.
Karibik und Südamerika
mini|hochkant|Francisco Cajigal de la Vega 5. Februar: Agustín Ahumada y Villalón, Vizekönig von Neuspanien, stirbt nach einem Schlaganfall. Bis sein Nachfolger Francisco Cajigal de la Vega aus Kuba eintrifft, übernimmt übergangsweise die Real Audiencia von Mexico die Regierungsgeschäfte. Cajigal verlässt Havanna am 28. März und erreicht Mexiko-Stadt am 28. April. Während seiner kurzen Amtszeit bis zum Oktober senkt er Steuern, um die Wirtschaft weiter anzukurbeln und hebt die Handelsbeschränkungen für Eisen und Stahl sowie für Produkte aus Florida auf. Im Oktober übergibt er das Vizekönigreich an Joaquín de Montserrat und geht wieder als Gouverneur nach Havanna. Mai: In Port Maria beginnt Tacky’s Rebellion, ein Sklavenaufstand in Jamaika gegen die britischen Kolonialherren. Er wird im Juli blutig niedergeschlagen. Zahlreiche Überlebende fliehen in die umliegenden Berge und schließen sich den dortigen Maroons an.
mini|links|Saramacca-Dorf am Suriname, 1955 Die niederländischen Kolonialherren schließen am 10. Oktober mit den aufständischen Ndyuka, einer Gruppe der Maroons in Suriname einen Friedensvertrag. Erster durch die Kolonialmacht anerkannter gaanman, Stammesoberhaupt der Ndyuka wird Fabi Labi Beyman vom Dikan-lo. Als äußeres Zeichen und Symbol ihrer Herrscherwürde und Anerkennung ihrer Unabhängigkeit von den Niederländern erhält er ein Zepter, einen Stab mit Silberknauf. Auch mit den Saramaccanern, die am Oberlauf des Suriname und des Saramacca siedeln, werden Friedensverhandlungen aufgenommen.
Europäische Kolonien in Asien
Als Hans Albrecht von Plüskow für die Niederländische Ostindien-Kompanie die im Vorjahr vom Gouverneur von Portugiesisch-Timor, Vicento Ferreira de Carvalho, gekaufte Stadt Lifau in Besitz nehmen will, sieht er sich einer Streitmacht der mit den Portugiesen verbündeten Topasse gegenüber. Plüskow wird besiegt und von Topasse-Herrscher Francisco da Hornay III. ermordet.