miniatur|links|hochkant|Papstwappen Leo X.
zentriert|161px|Vasco Núñez de Balboa Vasco Núñez de Balboa erreicht den Pazifik. zentriert|179px|König Christian II. Christian II. wird König von Dänemark und Norwegen. zentriert|350px|Schlacht bei Novara In der Schlacht bei Novara besiegen die Eidgenossen eine französische Streitmacht unter Louis de La Trémoille. 1513 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 961/962 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1505/06 Aztekischer Kalender 7. Feuerstein – Chicome Tecpatl (bis Ende Januar/Anfang Februar: 6. Rohre – Chicuace Acatl) Buddhistische Zeitrechnung 2056/57 (südlicher Buddhismus); 2055/56 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Wasser-Hahns 癸酉 (am Beginn des Jahres Wasser-Affe 壬申) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 875/876 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3846/47 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 891/892 Islamischer Kalender 918/919 (Jahreswechsel 8./9. März) Jüdischer Kalender 5273/74 (31. August/1. September) Koptischer Kalender 1229/30 Malayalam-Kalender 688/689 Seleukidische Ära Babylon: 1823/24 (Jahreswechsel April) Syrien: 1824/25 (Jahreswechsel Oktober) Spanische Ära 1551 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1569/70 (Jahreswechsel April)
Im Jahr 1513 stirbt Papst Julius II., was den Humanisten Erasmus von Rotterdam zu der Satire Julius vor der verschlossenen Himmelstür inspiriert. Zu seinem Nachfolger wählt das Konklave Giovanni de’ Medici, der den Namen Leo X. annimmt.
Der Krieg der Heiligen Liga gegen Frankreich hat mittlerweile fast ganz Europa erfasst. Obwohl die Republik Venedig die Seiten wechselt, gerät Frankreich insbesondere gegen die eidgenössischen Reisläufer immer weiter in die Defensive und muss unter anderem das Herzogtum Mailand aufgeben. Auch Heinrich VIII. von England greift zugunsten Kaiser Maximilians I. in den Krieg ein. Das wiederum bewegt König Jakob IV. von Schottland dazu, die Auld Alliance mit Frankreich wiederzubeleben und in England einzumarschieren. In der Schlacht von Flodden Field erleiden die Schotten jedoch eine vernichtende Niederlage und Jakob IV. kommt ums Leben. Nachfolger auf dem Thron wird sein 17 Monate alter Sohn Jakob V.
Auf der anderen Seite der Welt erblickt der Conquistador Vasco Núñez de Balboa nach einer verlustreichen Expedition durch die Landenge von Panama als erster Europäer den Pazifischen Ozean vom amerikanischen Kontinent aus, und die goldbesessenen Spanier hören erstmals von dem sagenhaften Inkareich im Süden.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Italienische Kriege
23. März: Wegen Gebietsstreitigkeiten mit Kaiser Maximilian I. und der päpstlichen Drohung, die Liga von Cambrai wieder aufleben zu lassen, wechselt die Republik Venedig unter dem Dogen Leonardo Loredan im Krieg um Mailand die Seite, verlässt die Heilige Liga und verbündet sich mit dem von der Liga bekämpften Frankreich unter König Ludwig XII. 25. Mai: Antoniotto Adorno vertreibt mit Hilfe Ludwigs XII. den Dogen Giano di Campofregoso aus Genua und wird vom französischen König zum Statthalter Genuas ernannt.
6. Juni: In der Schlacht bei Novara besiegen die Eidgenossen eine französische Streitmacht unter dem Feldherrn Louis de La Trémoille. Der aus Mailand geflohene Herzog Maximilian Sforza kann dadurch wieder zurückkehren, die Franzosen verlieren das Herzogtum Mailand und allen weiteren Besitz in Italien. 12. Juni: Der vertriebene Doge Giano di Campofregoso unterzeichnet mit seinem Verwandten Ottaviano di Campofregoso sowie Ramón Folch de Cardona, Vizekönig von Neapel, an der Trebbia einen Pakt zur Rückeroberung Genuas. 20. Juni: Nach der Niederlage der Franzosen wird die Familie Adorno mit Hilfe des neapolitanischen Vizekönigs Ramón Folch de Cardona wieder aus Genua vertrieben. Neuer Doge wird Ottaviano di Campofregoso. 4. Juli: Nachdem das Gerücht aufgetaucht ist, dass Luzerner Ratsherren Söldner für die französische Seite anwerben, kommt es zu einem Aufstand, bei dem die Stadt drei Tage lang belagert wird. Da dabei die städtischen Vorgärten verwüstet werden, erhält er den Namen Zwiebelnkrieg. Die Unruhen flackern sporadisch noch bis 1515 auf. 26. Juni bis 28. Juli: Bei einer Kirchweih in Köniz macht das Gerücht die Runde, dass mehrere Berner Ratsherren Pensionen von Frankreich erhalten. Rund 300 Bewaffnete marschieren daraufhin nach Bern und dringen in die Stadt ein. Der Könizer Aufstand, der sich auch auf weitere umliegende Gemeinden ausdehnt, endet schließlich mit dem Könizbrief, der der Landschaft ein Mitbestimmungsrecht bei zukünftigen Bündnissen mit ausländischen Mächten mittels Ämterbefragung einräumt. Außerdem werden die Freiheitsbriefe der Landgemeinden erneuert, die Aufständischen erhalten Straffreiheit. 16. August: Kaiser Maximilian I. und König Heinrich VIII. von England bezwingen mit ihren Truppen in der Schlacht bei Guinegate eine französische Streitmacht unter dem Befehl von Ludwig I., Herzog von Longueville. 8. bis 13. September: Der Dijonerzug der Eidgenossen endet mit der Kapitulation der Stadt Dijon. 7. Oktober: In der Schlacht von La Motta werden die Venezianer von spanischen Truppen unter dem Befehl Ramón de Cardonas besiegt. Die Spanier kämpfen auf Seiten der Heiligen Liga.
Schottland / England
Nach der für Frankreich desaströsen Schlacht bei Guinegate eilt der schottische König Jakob IV. gemäß den Vereinbarungen der Auld Alliance seinem Bündnispartner zu Hilfe und fällt in Nordengland ein.
miniatur|links|hochkant|Das neue Wappen von Thomas Howard, 2. Duke of Norfolk 9. September: In der Schlacht von Flodden Field trifft die schottische Invasionsarmee unter der Führung von Jakob IV. auf eine englische Armee unter Thomas Howard. Die Schlacht endet mit einer vernichtenden Niederlage der Schotten und dem Tod ihres Königs. Der siegreiche englische Feldherr erhält daraufhin seine in den Rosenkriegen verlorengegangene Herzogswürde zurück und bekommt von König Heinrich VIII. sogar eine Wappenbesserung angefügt. 21. September: Der 17 Monate alte Jakob V. wird im Stirling Castle zum Nachfolger seines Vaters als König von Schottland gekrönt. Seine Mutter Margaret Tudor ist von ihrem Ehemann als Regentin bestimmt, solange sie unverheiratet bleibt.
Heiliges Römisches Reich
15. Februar: Im Zweiten Aachener Gaffelbrief wird der Erste Gaffelbrief aus dem Jahr 1450 erneuert und die Stellung der Zünfte in der Regierung der Freien Reichsstadt Aachen und des Aachener Reichs gestärkt. Mai: Kurz nach dem Rektorat von Georg Tannstetter brechen in Wien gewalttätige Studentenunruhen aus. Der Lateinische Krieg hält bis ins nächste Jahr an. 6. Oktober: Die Bundschuh-Bewegung in Lehen wird niedergeschlagen, die Anführer, unter ihnen Kilian Mayer, nach kurzem Prozess hingerichtet. Joß Fritz und Stoffel von Freiburg können entkommen.
miniatur|links|Die Dreizehn Alten Orte der Schweizer Eidgenossenschaft, Stich von 1572 17. Dezember: Entstehung und Wachstum der Alten Eidgenossenschaft: Appenzell wird als 13. Ort in die Eidgenossenschaft aufgenommen.
Kalmarer Union
miniatur|hochkant|Die Kalmarer Union Anfang des 16. Jahrhunderts
Nach dem Tod von Johann I. am 20. Februar wird in Dänemark und Norwegen sein Sohn Christian II. zum König gewählt. Schweden, wo Sten Sture der Jüngere als Reichsverweser regiert, stellt die Kalmarer Union jedoch wie schon gegenüber Johann I. in Frage.
Osteuropa
Großfürst Wassili III. begibt sich am 14. Juni mit seinen Brüdern nach Borovsk, das zum Sammelpunkt der moskowitischen Truppen für den zweiten Feldzug gegen Smolensk bestimmt worden ist. Am 11. September schließt er sich dem Truppenaufmarsch vor dieser wichtigen Festung im litauisch-russischen Grenzbereich an, kehrt aber nach vierwöchiger vergeblicher Belagerung am 21. November wieder nach Moskau zurück.
Osmanisches Reich
Sultan Selim I. lässt seinen Bruder Korkud, der ihm zur Macht verholfen hat, den er jedoch wie seine anderen Brüder und Neffen als Gefahr für seinen Thron sieht, festnehmen, nachdem dieser einen Fluchtversuch unternommen hat. Als letzter Bruder des Sultans wird Korkud am 13. März hingerichtet. Anschließend lässt Selim eine dreitägige Staatstrauer anordnen. Vir und Zavelim fallen als letzte Orte in Herzegowina in osmanische Hände. Skanderbeg Crnojević, letzter Abkömmling der Dynastie Crnojević, wird als osmanischer Sandschak-Bey von Montenegro eingesetzt.
Portugal und seine Kolonien
Um die Sicherheit portugiesischer Schiffe gegenüber Angriffen von Türken und Arabern zu gewährleisten, unternimmt Afonso de Albuquerque, Gouverneur von Portugiesisch-Indien, als erster Europäer eine gewaltsame Aufklärungsfahrt durch das Tor der Tränen ins Rote Meer. Er führt einen erfolgreichen Kaperkrieg gegen arabische und türkische Schiffe, scheitert aber im März bei der Belagerung von Aden. 28./29. August: Portugal erobert die marokkanische Stadt Azemmour von den Wattasiden und dehnen die Algarve jenseits des Meeres damit weiter nach Süden aus. An dem Eroberungsfeldzug nimmt unter anderem auch Fernão de Magalhães teil. Durch die Vermittlung von Francisco Serrão dürfen die Portugiesen im Sultanat Ternate eine Faktorei errichten. König Manuel I. führt in Portugal eine Verwaltungsreform durch, im Zuge derer zahlreiche Stadtrechte neu oder erstmals vergeben werden.
Spanien: Entdeckungsreisen und Kolonialismus
27. März: Der spanische Konquistador Juan Ponce de León sichtet erstmals Florida und hält es für eine weitere Insel. Er landet während des Osterfests (pascoa florida) am 2. April auf der vermeintlichen Insel und nimmt sie für Spanien in Besitz. 22. April: Auf der Entdeckungsreise des spanischen Konquistadoren Juan Ponce de León in den Gewässern um Florida bemerkt sein Navigator Antón de Alaminos eine starke Meeresströmung, die Jahrzehnte später den Namen Golfstrom erhält.
miniatur|Núñez de Balboas Reise durch Panama (Ida=Hinweg) 1. September: Der spanische Conquistador Vasco Núñez de Balboa macht sich auf der Suche nach Gold und dem sagenhaften „Südmeer“ mit 190 Männern, unter ihnen auch Francisco Pizarro, auf den Weg durch die Landenge von Panama. Dabei flieht Balboa auch vor der spanischen Gerichtsbarkeit, die ihn wegen Meuterei aburteilen will. 25. September: Vasco Núñez de Balboa erblickt nach knapp einmonatigem Marsch als erster Europäer mit seiner Expedition den Pazifischen Ozean vom amerikanischen Kontinent aus. Vier Tage später steht er an dessen Ufer und nimmt die von ihm so genannte Südsee (mar del sur) für die spanische Krone in Anspruch. Zu diesem Zeitpunkt umfasst die Expedition nur noch 69 Mann. Auf dem Rückweg hören sie von einem Einheimischen zum ersten Mal vom Inka-Reich im Süden. Das Requerimiento wird verfasst, eine im Auftrag von Ferdinand II. von Palacios Rubios verfasste Aufforderung an die indigene Bevölkerung Amerikas zur bedingungslosen Kapitulation und gleichzeitigen Unterwerfung unter die spanische Krone. zwischen 1513 und 1515: Die spanischen Eroberer verschleppen die letzten Indianer vom Stamm der Arawak von den islas inútiles (nutzlosen Inseln) als Sklaven nach Hispaniola, woraufhin die beiden Inseln Bonaire und Curaçao entvölkert zurückbleiben.
Urkundliche Ersterwähnungen
Der Ort Ohl wird erstmals urkundlich erwähnt.
Wirtschaft
Der hoch verschuldete Herzog Ulrich von Württemberg wandelt unter dem Einfluss der Ehrbarkeit eine geplante Vermögenssteuer in eine Verbrauchssteuer um, die vor allem die arme Bevölkerung trifft. Insbesondere die Reduzierung der für den Handel notwendigen Maßgewichte erregt allgemeine Empörung, da dadurch auf dem Markt weniger Waren für denselben Preis zu erhalten sind. Im folgenden Jahr führt das zum Aufstand des Armen Konrad.
Wissenschaft und Technik
miniatur|links|hochkant|Die Karte des Piri Reis