zentriert|169px|Ulrich von Württemberg Herzog Ulrich von Württembergschlägt den Aufstanddes Armen Konrad nieder. zentriert|171px|Mary Tudor als Königin von Frankreich, 1514 Die englische PrinzessinMary Tudor heiratet denfranzösischen König Ludwig XII. zentriert|350px|Schlacht bei Orscha Mit der Schlacht bei Orschawird die russische Westexpansion vorläufig gestoppt. 1514 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 962/963 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1506/07 Aztekischer Kalender 8. Haus – Chicuei Calli (bis Ende Januar/Anfang Februar: 7. Feuerstein – Chicome Tecpatl) Buddhistische Zeitrechnung 2057/58 (südlicher Buddhismus); 2056/57 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Holz-Hundes 甲戌 (am Beginn des Jahres Wasser-Hahn 癸酉) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 876/877 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3847/48 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 892/893 Islamischer Kalender 919/920 (Jahreswechsel 25./26. Februar) Jüdischer Kalender 5274/75 (20./21. September) Koptischer Kalender 1230/31 Malayalam-Kalender 689/690 Seleukidische Ära Babylon: 1824/25 (Jahreswechsel April) Syrien: 1825/26 (Jahreswechsel Oktober) Spanische Ära 1552 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1570/71 (Jahreswechsel April)

Im Jahr 1514 beginnt die Sächsische Fehde zwischen Herzog Georg von Sachsen und dem ostfriesischen Grafen Edzard I., deren Kampfhandlungen überwiegend in Ostfriesland stattfinden, und in Württemberg bricht der Aufstand des „Armen Konrad“ aus, der noch im gleichen Jahr von den Truppen Herzog Ulrichs blutig niedergeschlagen wird.

Polen-Litauen verliert die Stadt Smolensk an das Großfürstentum Moskau, kann aber mit dem Sieg in der Schlacht bei Orscha die russische Westexpansion vorläufig aufhalten.

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Sächsische Fehde

Die überwiegend auf ostfriesischem Boden ausgetragene Sächsische Fehde zwischen Herzog Georg von Sachsen und dem wegen seiner Unterstützung der aufständischen Stadt Groningen mit Acht und Bann belegten ostfriesischen Grafen Edzard I. beginnt:

mini|links|hochkant|Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel

Johann V. von Oldenburg, der seiner Grafschaft auf Kosten Edzards einen Zugang zur Nordsee zu verschaffen will, greift die Butjadinger Friesen an und besiegt sie in der Schlacht bei Langwarden. Gleichzeitig fällt der braunschweigische Herzog Heinrich I. mit einem Heer von 20.000 Mann in Ostfriesland ein und belagert die nur durch wenige Bauern und Soldaten verteidigte Festung Leerort. Jedoch wird er dort am 23. Juni durch einen gezielten Kanonenschuss getötet. Die dadurch führerlos gewordene Truppe zieht sich aus Ostfriesland zurück. Heinrichs Sohn Heinrich II. wird als Nachfolger Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel. Er ist der letzte katholische Fürst im niedersächsischen Raum.

Der Graf von Oldenburg nimmt inzwischen mit Unterstützung des ostfriesischen Häuptlings Hero Omken mehrere Burgen in Ostfriesland ein. Auch die Festung Stickhausen geht so verloren. Edzard muss sich zurückziehen und lässt zur Deckung seines Rückzugs das Kloster Meerhusen in Brand setzen. Aurich wird belagert und infolge der Kämpfe und Brandschatzungen zerstört. An einer weiteren Front plündern und zerstören Landknechte der Schwarzen Garde mehrere Kommenden und Burgen. Die Burg von Altgödens wurde zerstört und die Burg Kniphausen eingenommen. Noch im Juni wird Norden gebrandschatzt und die Schwarze Garde wendet sich Oldersum zu, wo es am 14. Juni zu einem ersten Gefecht kommt. Unter der Führung von Ulrich von Dornum und Hicko von Oldersum gelingt aber die Verteidigung des Ortes. Auch ein zweiter Versuch, die Ortschaft einzunehmen, scheitert am 16. August.

Der Aufstand des „Armen Konrad“ in Württemberg

mini|links|Denkmal für Peter Gaiß Aus Protest gegen die von Herzog Ulrich von Württemberg im Vorjahr eingeführte Verbrauchssteuern und insbesondere gegen die Reduzierung der für den Handel notwendigen Maßgewichte führt Peter Gaiß aus Beutelsbach am 2. Mai ein Gottesurteil, bei dem die neuen Gewichte des Herzogs in der Rems bei Großheppach versinken. Als die Obrigkeit anderntags die Rückgabe der Steine fordert, eskaliert er die Situation, indem er in der Kapelle Sturm läutet und den zusammenkommenden Bauern erklärt, er sei der Arme Konrad, damals wohl auch ein Synonym für den einfachen Mann, und zieht mit einer wachsenden Schar von Aufrührern vor Schorndorf, wo sie Herzog Ulrich so beeindrucken, dass er die ungeliebte Steuer aufhebt. Daraufhin beruhigt sich die Lage im Remstal vorübergehend.

Doch schon am 7. Mai ruft der Grüninger Stadtpfarrer Reinhard Gaißer von der Kanzel offen zum Aufstand gegen den Vogt Philipp Volland auf, dem er Amtsmissbrauch und Getreidespekulation zu Lasten der Bauern vorwirft. Volland, der von den Aufständischen in seinem Haus belagert wird, macht diesen einige kleinere Zugeständnisse und spielt auf Zeit, während er Herzog Ulrich mehrere Lageberichte zuspielt. Auch Peter Gaiß zieht wieder durchs Land und bemüht sich, die Leute zum Aufruhr zu bewegen. Nach vielfältigen Tumulten im ganzen Land entkommt schließlich im Juli Herzog Ulrich in Schorndorf selbst nur knapp den Rebellen, das zehn Tage in deren Hand bleibt. Herzog Ulrich beruft daraufhin einen außerordentlichen Landtag ein und verlegt diesen nach Tübingen, um eine Mitsprache des gemeinen Volkes zu unterbinden.

mini|links|hochkant|Originalurkunde des Tübinger Vertrags Am 8. Juli wird der Tübinger Vertrag zwischen Herzog Ulrich und seinen Landständen geschlossen. Gegen Übernahme der herzoglichen Schulden erhalten letztere Mitspracherechte bei der Steuererhebung und Landesverteidigung. Dafür sichert die Ehrbarkeit ihre Unterstützung bei der Niederschlagung des Aufstands des Armen Konrad zu. Reinhard Gaißer ruft zwar von der Kanzel weiter zum Aufstand auf und wettert gegen den „faulen Kompromiss“, er unterschätzt jedoch den neuen Handlungsspielraum, den der Herzog mit dem Vertrag bekommen hat, der durch die gewährte Entschuldung jetzt ein Söldnerheer rekrutieren und damit den Aufständischen entgegentreten kann.

mini|Gedenktafel für die in Schorndorf Hingerichteten Die Bauern brechen schließlich zu einem Marsch durch Württemberg auf, in der Hoffnung, weitere zum Zuzug bewegen zu können und sich so weiter zu verstärken. Auf dem Beutelsbacher Kappelberg beziehen sie ihr Lager, wo die Schar angesichts der Nachrichten von wohlgerüsteten herzoglichen Truppen aber immer kleiner statt größer wird. Schließlich bricht der Arme Konrad ohne ein Gefecht sang- und klanglos zusammen. Herzogliche Truppen besetzen widerstandslos das Remstal und schleppen die Aufrührer, derer sie habhaft werden können, nach Schorndorf, wo sie am 9. August enthauptet werden. Rund 1.700 Bauern aus dem Remstal werden gefoltert, gepeitscht und gebrandmarkt sowie zu hohen Geldstrafen und dem Verlust ihrer Ehrenrechte verurteilt.

Pfarrer Gaißer, der nicht unter die württembergische Strafgerichtsbarkeit fällt, kommt mit einer Verwarnung des seiner Sache durchaus gewogenen Bischofs von Speyer, Georg von der Pfalz, davon, und bleibt weiterhin Pfarrer in der Bartholomäuskirche von Grüningen.

Weitere Ereignisse im Heiligen Römischen Reich

mini|links|hochkant|Albrecht von Mainz, Albrecht Dürer, 1519

Albrecht von Brandenburg wird als Nachfolger des am 9. Februar verstorbenen Uriel von Gemmingen Erzbischof und Kurfürst von Mainz. Da der 24-Jährige zu diesem Zeitpunkt schon seit einem Jahr Erzbischof von Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt ist, verstößt er gegen das kirchenrechtliche Verbot, mehr als einen Bischofssitz innezuhaben. Er regiert während seiner gesamten Amtszeit von der Moritzburg in Halle an der Saale aus.

mini|hochkant|Großes Torgauer Wappen

11. Juni: Kurfürst Friedrich III. von Sachsen verleiht seiner Geburtsstadt Torgau das bis heute gültige Wappen. Am 27. Juli besetzen Ulmer Landsknechte im Auftrag des Rates die Stadt Geislingen und verhaften die Anführer des sogenannten Geislinger Aufstandes, denen am 11. August in Ulm der Prozess gemacht wird. Der Bäcker Lienhart Schöttlin, dem der Spruch: „Lieber helfensteinisch denn ulmisch“ nachgesagt wird, wird als einziger der Aufständischen durch das Schwert hingerichtet, die anderen werden teils verbannt, teils mit Strafen belegt. 21. Oktober: Nach dem Tod seines Vaters Alexander wird Ludwig II. Graf von Pfalz-Zweibrücken und Veldenz. Der Minderjährige steht vorläufig unter der Vormundschaft seiner Mutter Margarete von Hohenlohe-Neuenstein.

Frankreich / England / Schottland

18. Mai: Thronfolger Franz von Orléans-Angoulême heiratet Claude de France. Aufgrund der Feindschaft zwischen den beiden Müttern der Brautleute, Luise von Savoyen und Königin Anne de Bretagne, konnte die Ehe erst nach dem Tod Annes am 9. Januar geschlossen werden. 14. August: Die schottische Königswitwe Margaret Tudor heiratet heimlich Archibald Douglas, 6. Earl of Angus. Das kostet sie die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Jakob V., die auf John Stewart, 2. Duke of Albany, übertragen wird.

mini|hochkant|Mary und Ludwig von einem unbekannten Künstler

9. Oktober: In Abbeville heiraten der 52-jährige französische König Ludwig XII. und die 18-jährige Mary Tudor, die jüngste Tochter des englischen Königs Heinrich VII. Eine Trauung per Stellvertreter hat zuvor schon am 19. August stattgefunden. Am 5. November wird Mary zur Königin von Frankreich gekrönt.

Portugal und seine Kolonien

April: Zwei weitere Portugiesische Indien-Armadas verlassen Lissabon. 15. Mai: Nachdem Fernão de Magalhães während seiner Stationierung in Marokko angeblich illegalen Handel mit den Mauren getrieben hat, wird er aus dem portugiesischen Militärdienst entlassen. Er geht daraufhin nach Spanien. König Manuel I. führt in Portugal eine Verwaltungsreform durch. Das Reich wird in sechs Comarcas eingeteilt, mehrere Concelhos werden neu geschaffen, zahlreiche Stadtrechte vergeben oder erneuert. Portugal baut den Ort Mazagão im heutigen Marokko zur Hafenfestung aus. König Manuel I. erhält als erste und bisher einzige Person eine zweite Goldene Rose vom Papst.

Ungarn

mini|links|hochkant|György Dózsas Hinrichtung

Erste Belagerung von Temeswar: Ein Bauernheer unter György Dózsa, das gegen die feudalen Vorrechte des ungarischen Adels wie Grundherrschaft und Erbuntertänigkeit kämpft, fällt im Kreischgebiet und dem Banat ein. Anschließend belagern die Bauern Temeswar, werden aber am 15. Juli von einem Söldnerheer unter Johann Zápolya, dem Woiwoden von Siebenbürgen, mit Unterstützung von Stephan Báthory von Somlyó vernichtend geschlagen, Dózsa wird grausam gefoltert und am 20. Juli hingerichtet. Nach der Niederschlagung des Aufstandes erlassen die ungarischen Magnaten Gesetze, die die Leibeigenschaft der Bauern für die nächsten Jahrhunderte festschreiben. Beim Tod des serbischen Despoten Ivaniš Berislavić ist sein Sohn Stefan erst zehn Jahre alt, weshalb ihm der Titel als Despot erst 1520 verliehen wird.

Polen-Litauen / Russland

2. Februar: Georg von Schnitzenpaumer, ein Gesandter Kaiser Maximilian I., trifft über Königsberg kommend in Moskau ein, um den russischen Großfürsten für eine europäische Koalition gegen das jagiełłonische Vormachtstreben in Ostmitteleuropa zu gewinnen. Ihr sollen neben dem Großfürstentum Moskau der Deutsche Orden, Dänemark, Brandenburg, Sachsen und das Fürstentum Walachei angehören. Als Ergebnis der Gespräche wird ein förmlicher Bündnisvertrag geschlossen, gleichzeitig laufen die Vorbereitungen zu einem dritten Feldzug Moskaus gegen Smolensk an.

mini|hochkant|Zeitgenössische Darstellung des Moskowitisch-Litauischen Kriegs