zentriert|152px|Maximilian I. bei der Einteilung der Reichskreise (Titelbild zu Tromsdorffs Geographie von ganz Teutschland, 1711) Kaiser Maximilian I. teilt das Heilige Römische Reich in zehn Reichskreise ein. zentriert|188px|Thronbesteigung Selims I. (Miniatur aus dem Hüner-nāme) Selim I. wird Sultan des Osmanischen Reiches. zentriert|350px|Michelangelo Buonarroti: Die Erschaffung Adams Michelangelo Buonarrotis Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle werden enthüllt. 1512 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 960/961 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1504/05 Aztekischer Kalender 6. Rohre – Chicuace Acatl (bis Ende Januar/Anfang Februar: 5. Kaninchen – Macuilli Tochtli) Buddhistische Zeitrechnung 2055/56 (südlicher Buddhismus); 2054/55 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Wasser-Affen 壬申 (am Beginn des Jahres Metall-Schaf 辛未) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 874/875 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3845/46 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 890/891 Islamischer Kalender 917/918 (Jahreswechsel 18./19. März) Jüdischer Kalender 5272/73 (10./11. September) Koptischer Kalender 1228/29 Malayalam-Kalender 687/688 Seleukidische Ära Babylon: 1822/23 (Jahreswechsel April) Syrien: 1823/24 (Jahreswechsel Oktober) Spanische Ära 1550 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1568/69 (Jahreswechsel April)

mini|links|hochkant|Die Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches 1512, vor der Reichsreform

Das Jahr 1512 bringt eine weitere Reichsreform durch Kaiser Maximilian I., der das Heilige Römische Reich zur besseren Verwaltung durch das Reichsregiment in zehn Reichskreise einteilt, eine Einteilung, die bis zum Erlöschen des Reichs im Jahr 1806 Bestand hat. Im Zuge einer Reichsreform teilte Kaiser Maximilian I. das Heilige Römische Reich in zehn Reichskreise ein, 1560. Frankreich muss sich trotz eines Sieges in der Schlacht bei Ravenna aus Norditalien zurückziehen, was den Medici die Gelegenheit eröffnet, wieder als Herrscher in Florenz einzuziehen, und den Sforza, nach Mailand zurückzukehren. Die Eidgenossen steigen zwischenzeitlich zu einer regionalen Macht auf.

Im Osmanischen Reich kommt es zu einem Thronwechsel: Selim I. setzt seinen Vater Bayezid II., der wenig später unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, als Sultan ab und übernimmt die Herrschaft.

Außerhalb von Europa teilen die Kolonialmächte Portugal und Spanien die Welt weiter untereinander auf und festigen die Herrschaft in ihren jeweiligen Reichen durch gesetzliche Regelungen und durch die bewaffnete Unterdrückung von Widerständen.

Der kulturelle Höhepunkt des Jahres ist die Enthüllung von Michelangelo Buonarrotis Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle in Anwesenheit des Auftraggebers Papst Julius II., der im gleichen Jahr das fünfte Laterankonzil eröffnet hat, dessen Ziel neuerlich eine Kirchenreform ist.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Spanisches Weltreich

2. Februar: Der Taíno-Häuptling Hatuey wird nach kurzem Widerstandskampf von den Spaniern unter Gouverneur Diego Velázquez de Cuéllar auf Kuba gefangen und hingerichtet. Als Nachfolger des am 22. Februar verstorbenen Amerigo Vespucci wird Juan Díaz de Solís zum piloto mayor der Casa de Contratación ernannt. Damit ist er vor allem für die Aktualisierung des Padrón Real zuständig, der Landkarte, auf der alle Neuentdeckungen festgehalten werden. Juli: König Johann III. und seine Gattin Katharina werden von Fadrique Álvarez de Toledo, 2. Herzog von Alba im Auftrag von Ferdinand II. von Aragón und León-Kastilien in einem nur zwei Wochen dauernden Feldzug aus dem Königreich Navarra vertrieben und müssen sich in den kleinen Reichsteil nördlich der Pyrenäen zurückziehen. Navarra wird dem spanischen Königreich einverleibt und von einem Vizekönig verwaltet. 27. Dezember: Derecho Indiano: In den Leyes de Burgos regelt Spanien gesetzlich den Umgang mit der einheimischen Bevölkerung in der Neuen Welt. Das neue Recht verlangt deren Teilnahme an der Katechese, ächtet Bigamie und behält das Gewaltmonopol den spanischen Beamten vor. Ursprünglich sind die Gesetze auf die Insel Hispaniola beschränkt, werden jedoch bald auf die anderen spanischen Kolonien ausgeweitet.

Portugiesisches Weltreich

Der portugiesische Seefahrer António de Abreu erreicht auf der Suche nach den Gewürzinseln von Portugiesisch-Indien aus als erster Europäer die Insel Timor, die in mehrere kleine unabhängige Königreiche (Kerajaan) aufgeteilt ist, sowie die Inseln Solor und Alor. In den nächsten Jahren wird hier die Kolonie Portugiesisch-Timor errichtet. Der Portugiese Francisco Serrão schließt ein Bündnis mit dem Sultan von Ternate, dessen persönlicher Berater er wird. Im folgenden Jahr dürfen die Portugiesen eine Faktorei auf der Insel errichten. Portugiesen erobern die zum Sultanat von Delhi gehörende indische Stadt Surat, plündern sie und brennen sie nieder.

König Manuel I. von Portugal erlässt ein „Regimento“ betreffend das verbündete Königreich Kongo unter König Afonso I., das besagt, dass die Portugiesen dem Mani-Kongo bei der Organisation seines Reiches beiseite stehen sollen, inklusive des Aufbaus eines Rechtssystems nach europäischem Muster sowie eines Heeres. Auch missionarisches Engagement, die Unterstützung beim Bau von Kirchen sowie die Unterrichtung des Hofes in portugiesischer Etikette sind vorgesehen, im Gegenzug soll der Kongo die portugiesischen Schiffe mit wertvoller Fracht füllen, insbesondere mit Sklaven, Elfenbein und Kupfer. Das Edikt Manuels I. aus dem Jahr 1497, mit dem die religiöse Verfolgung der Marranen untersagt wird, wird verlängert. Trotzdem verschärft sich die Lage der zwangsgetauften Juden in Portugal zusehends. um 1512: António de Abreu erreicht die Banda-Inseln.

Italienische Kriege / Heilige Liga

Im Zuge der Italienischen Kriege mit Habsburg um die Hegemonie in Europa fallen französische Truppen unter dem Kommando von Gaston de Foix, dem Herzog von Nemours, im Februar in die Romagna und ins Veneto ein. Frankreich will der im Vorjahr gegründeten Heiligen Liga die Kontrolle auch dieser Regionen entreißen. Die Franzosen erobern mehrere Städte, unter anderem wird Brescia nachhaltig geplündert. Gaston de Foix weiß, dass die vom englischen König Heinrich VIII. angedrohte Invasion Frankreichs die Rückverlegung eines Großteils seiner Armee nach Frankreich erfordern wird. Daher bemüht er sich, zuvor den Gegner zu einer Entscheidungsschlacht zu zwingen. Ende März marschieren die Franzosen gemeinsam mit Alfonso I. d’Este, Herzog von Ferrara, von Bologna aus nach Osten und beginnen mit der Belagerung Ravennas, das von päpstlichen Truppen verteidigt wird. Alarmiert durch die Gefahr, seine letzte Festung in der Romagna zu verlieren, verlangt und erhält Papst Julius II. eine Armee, die unter dem Kommando von Ramón de Cardona, dem spanischen Vizekönig von Neapel, auszieht, um die Stadt zu befreien.

mini|links|Der Tod von Gaston de Foix in der Schlacht bei Ravenna Am 11. April kommt es zur Entscheidungsschlacht. Das Heer der Heiligen Liga unterliegt den Franzosen in der Schlacht bei Ravenna, doch Gaston de Foix fällt in der Schlacht. Der vollständige Sieg der Franzosen hilft nicht, Norditalien zu sichern, vielmehr müssen sie sich im August aus der Region zurückziehen.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen in den Jahren zuvor gelingt es Giano di Campofregoso mit Hilfe seines Verwandten Ottaviano, ihre ghibellinischen Gegenspieler, namentlich die Familie Adorno, aus Genua zu vertreiben. Giano wird am 29. Juni zum Dogen der Republik Genua ernannt. Antoniotto Adorno paktiert in der Folge mit dem französischen König Ludwig XII., um die Macht in der Seerepublik wieder zu erlangen.

mini|hochkant|Giuliano di Lorenzo de’ Medici (Raffael) Die Medici ziehen am 31. August mit spanischer Hilfe wieder in Florenz ein. Die republikanische Stadtregierung unter Piero Soderini hat ihnen zuvor heftigen Widerstand geleistet, der erst aufgegeben wurde, nachdem am 29. August die Stadt Prato erobert und geplündert worden ist. Ein parlamento wird einberufen und eine balia gebildet, die den Gran Consiglio der Republik abschafft und eine Verfassung ähnlich jener von Lorenzo il Magnifico einführt. Giuliano di Lorenzo de’ Medici und sein Bruder Giovanni werden de facto Herren der Stadt, verzichten aber zum großen Teil auf Rachemaßnahmen. Nur der bisherige Staatssekretär der Republik und engster Vertrauter des geflohenen Soderini, Niccolò Machiavelli, wird im November seines Amtes enthoben und muss eine Bürgschaft für zukünftiges Wohlverhalten in Höhe seines fünffachen bisherigen Jahresgehalts abliefern, eine Verpflichtung, der er nur mit Unterstützung von Freunden nachkommen kann.

Schweizer Reisläufer erzwingen am 15. Dezember den Einzug Massimiliano Sforzas in Mailand und setzen ihn am 29. Dezember offiziell als Herzog ein. Als Gegenleistung muss dieser den Eidgenossen die Orte Lugano, Locarno, Mendrisio, das Valle Maggia und die Herrschaft Domodossola abtreten. Die Bündner erhalten das Veltlin, die Grafschaft Cläven und die Herrschaft Worms. Des Weiteren fordern die Schweizer eine einmalige Zahlung von 200.000 Dukaten und danach jährliche Zahlungen in Höhe von 40.000 Dukaten. Der Papst lässt unter dem Vorwand alter Lehnsrechte Parma und Piacenza besetzen.

mini|links|hochkant|Die Cordelière und die Regent Die Seeschlacht von Saint Mathieu am 10. August ist die erste Seeschlacht, in der Kanonen auf speziellen Geschützdecks eingesetzt werden. Die Schlacht zwischen einer englischen und einer französisch-bretonischen Flotte vor der bretonischen Küste nahe Brest endet unentschieden, doch werden das bis dahin größte französische Kriegsschiff Marie la Cordelière und das größte englische Kriegsschiff Regent versenkt. Der französische Kapitän Hervé de Portzmoguer kommt zusammen mit fast 1600 französischen und englischen Matrosen und Marinesoldaten ums Leben.

Heiliges Römisches Reich

Im Zuge einer weiteren Reichsreform teilt Kaiser Maximilian I. auf dem Reichstag in Trier das Heilige Römische Reich in 10 Reichskreise ein, um eine bessere Verwaltung des Reichs durch das Reichsregiment zu ermöglichen. Zu den bereits seit 1500 bestehenden sechs Reichskreisen kommen der Burgundische Reichskreis, der Österreichische Reichskreis, der Obersächsische Reichskreis und der Kurrheinische Reichskreis hinzu. Daneben gibt es zahlreiche nicht eingekreiste zum Heiligen Römischen Reich zugehörige Territorien und Stände, darunter die Territorien in Reichsitalien, die Länder der Böhmischen Krone und die Territorien der Alten Eidgenossenschaft. Die Reichskreise haben bis zur Auflösung des Reichs 1806 Bestand.

30. Januar: Nach dem Tod seines Vaters Reinhard IV. wird Philipp II. Graf von Hanau-Münzenberg.

mini|hochkant|Wappen der Petrucci 21. Mai: Nach dem Tod von Pandolfo Petrucci erklären die sienesischen Ältesten, die durch einen fünf Jahre zuvor unterzeichneten Geheimvertrag gebunden sind, seinem ältesten Sohn Borghese Petrucci den Gehorsam und übertragen die Macht ihres Vaters als Leiter der Signoria auf diesen.

mini|links|hochkant|Eitel Friedrich III. 18. Juni: Eitel Friedrich III. wird nach dem Tod seines Vaters Eitel Friedrich II. Graf von Hohenzollern. 8. Oktober: Maximilian I. erstellt eine Reichsnotariatsordnung, deren Wirkung jedoch auf Grund des Verfalls der Reichsautorität gering bleibt. Bei Heldrungen wird mit dem Bau der Wasserburg der Festung Heldrungen begonnen. Das Bauwerk wird 1519 fertiggestellt.

Dänemark / Hanse